Wie Narzissten mir das Leben schwer machten und was mir geholfen hätte

Das Weltbild von Narzissten und woran du sie erkennst

In dem griechischen Mythos verliebt sich Narziss in sein eigenes Spiegelbild und ertrinkt bei dem Versuch sich mit diesem zu vereinigen. Die hier tragische Selbstliebe ist typisch für Narzissten. Sie glauben, dass ihnen von Natur aus etwas Besseres zusteht als anderen Menschen. Daraus leitet sich ihr Verhalten ab.

Ein gewisser Grad an Narzissmus ist gesund und notwendig. Sich selbst und die eigenen Leistungen als großartig einzuschätzen trägt zum Selbstwertgefühl bei. Wenn Narzissmus allerdings krankhaft wird, liegt eine Narzisstische Persönlichkeitsstörung vor (siehe Wikipedia). Für mich als Laien war es bisher nie klar, aber auch nicht relevant, ob es sich um gesunden Narzissmus oder um die krankhafte Form handelte. Es war unangenehm, so oder so. Daher vernachlässige ich die Abgrenzung im weiteren Verlauf des Artikels.

Narzissten legen meist Wert auf ein gepflegtes Äußeres und beeindrucken bzw. blenden bei der ersten Begegnung mit ihrem Selbstvertrauen. Meist zeigen sie auch einige der folgenden Verhaltensweisen:

  1. Sie erwarten Aufmerksamkeit und Bewunderung. Sie sind pikiert, wenn man ihnen nicht genügend Respekt zollt.
  2. Bei der leisesten Spur von Zurückweisung reagieren sie gekränkt.
  3. Sie halten sich für überdurchschnittlich charmant.
  4. Sie können es nicht ertragen, wenn jemand sie warten lässt.
  5. Sie sind meist sehr ehrgeizig, wollen berufliche und private Erfolge erreichen.
  6. Sie meinen, einen beruflichen Aufstieg verdient zu haben.
  7. Sie glauben ihren Erfolg nur sich selbst zu verdanken und stellen fremde Erfolge als die eigenen dar.
  8. Sie sind schnell neidisch auf den Erfolg anderer.
  9. Sie meinen Vorrechte zu verdienen und sich Ausnahmen leisten zu können. Die für alle Welt gemachten Regeln gelten für sie nicht.
  10. Sie schummeln ohne schlechtes Gewissen.
  11. Sie nehmen gern Vergünstigungen und Privilegien in Anspruch.
  12. Sie geraten in Rage, wenn ihnen angebliche Privilegien streitig gemacht werden.
  13. Sie kritisieren andere Menschen hinter deren Rücken.
  14. Sie manipulieren andere Menschen und nutzen sie aus, um ihre Ziele zu erreichen. Sie wechseln die Strategien von Schmeichelei über Schuldgefühle, Einschüchterung und Kameradschaftlichkeit.
  15. Sie verfügen über wenig Empathie.

Falls du glaubst selbst ein Narzisst zu sein, kannst du hier oder hier einen Test machen. US-Forscher glauben allerdings, dass lange Psychotests unnötig sind und Narzissmus allein an der Zustimmung zu der Aussage „Ich bin ein Narzisst“ abzulesen sei.

Mein Familienangehöriger, der Narzisst

Als Kind hinterfragte ich nicht, warum mein Familienangehöriger immer krank war. Ich war an seine Leiden gewöhnt und wusste, dass ich zu funktionieren hatte, denn Ungehorsam würde die Krankheit(en) verschlimmern. Dieses Gefühl wurde mir jedenfalls eingeimpft.

Kopfschmerzen, Tablettenabhängigkeit, Darmprobleme – alle Details würden hier den Rahmen sprengen. Nur so viel: „Narzissmus ist häufig ein Grundbaustein für eine Sucht- oder sogar Suizidgefahr.“ (Quelle) Ich weiß nicht, ob der Narzissmus in die Sucht führte oder umgekehrt. Das war auch egal.

Bei so viel Egozentrik blieb kein Interesse für mich oder meine Familie übrig. Alles sollte sich um Krankheiten, Untersuchungen und Operationen drehen.

Ein paar Tage nicht anzurufen war undenkbar. Eines Abends fiel mir abends ein, dass ich zwei Tage nicht angerufen hatte, und brach in Tränen aus. Da war ich ungefähr zehn Jahre alt.

Manchmal kippte seine Stimmung aus dem Nichts. Dann weinte er aus für mich unerklärlichen Gründen, es hagelte Vorwürfe sowie Schuldgefühle auf meiner Seite.

Immer wieder gab es Phasen des Kontaktabbruchs, der Einschränkung des Kontakts, doch nie gab es ein wirklich gesundes oder herzliches Verhältnis.

Einige Jahre spielte ich widerwillig mit, rief an, ließ Leidensgeschichten über mich ergehen, übernachtete dort noch mit über 20 Jahren. Doch das teilweise verachtende Verhalten – auch gegenüber anderen Familienmitgliedern – wurden mir irgendwann zu viel. Ich brach den Kontakt vor ein paar Monaten wieder ab.

Als ich diese Geschichte neulich mit einer Freundin teilte, erzählte sie mir von ihrer narzisstischen Mutter. Wir stellten viele Parallelen fest. Als Kind hatte meine Freundin miterlebt, wie ihre Mutter mehrmals eine Ohnmacht vortäuschte, um Aufmerksamkeit zu erregen. Die Sanitäter waren ratlos. Sie konnten nichts tun, denn die Leidende hatte nichts.

Warum ich ein gutes Opfer für Narzissten bin

Erst seit Kurzem weiß ich, dass ich introvertiert und hochsensibel bin. Introvertierte richten ihre Aufmerksamkeit und Energie stärker auf ihr Innenleben. Hochsensible (high sensitive person = HSP) reagieren stärker auf Reize, nehmen diese genauer wahr und verarbeiten sie anders als nicht-hochsensible Menschen.

Laut „Hochsensibel Was tun?geraten HSPs oft an Narzissten. Der Grund dafür ist, dass HSPs ihre Beziehungen gern schnell vertiefen. (Ich glaube, das kennen viele Frauen: Während es für ihn lose Treffen sind, sucht sie schon die Namen für die drei Kinder aus.)

HSPs sind gute Zuhörer, empathisch und streben nach Nähe. Dem Narzissten kommt das entgegen. In dem Zuhörer hat er einen Bewunderer gefunden. Da HSPs ihre eigenen Interessen eher zurückstellen, kommen sie ihm nicht in die Quere.

Es war folglich kein Zufall, dass ich immer wieder an Narzissten geriet und lange Zeit mitspielte. „Jemand anderes hätte das nicht mitgemacht“, meinte meine Therapeutin. Doch ich nahm vieles in Kauf, dachte viel nach, analysierte, interpretierte – und schrieb Fehler im Zweifelsfall mir zu. Ein mangelhaftes Selbstwertgefühl war dabei nicht gerade hilfreich.

Was Experten im Umgang mit Narzissten raten 

Ich möchte dir die Strategien der Autoren von „Der ganz normale Wahnsinn: Vom Umgang mit schwierigen Menschen“ vorstellen. Vielleicht helfen sie dir im Umgang mit jemandem, den du nicht vermeiden kannst.

  1. Bedenke das Weltbild der Narzissten. Sie glauben etwas Besseres zu verdienen und verstehen daher nicht, warum dir ihre Ansprüche überzogen und ihr Verhalten dreist vorkommen. Folglich können sie auch deine Kritik nicht nachvollziehen.
  2. Trete innerlich zurück und bleib ruhig (Bauchatmung).
  3. Soweit möglich, rufe dir in Erinnerung, weshalb du in Kontakt mit der Person stehst. Wenn dein Partner narzisstisch veranlagt ist, besinne dich darauf, weshalb du ihn ausgesucht hast. Wenn es ein Freund ist, denke an seine positiven Seiten.
  4. Zeige bei aufrichtigem Verhalten Anerkennung. Das macht dich zu einem Menschen, dem er vertrauen kann. So kannst du später auch mal Kritik anbringen.
  5. Kritisiere nur an absolut notwendiger Stelle. Statt die Person anzugreifen („selbstverliebter Egoist!“), beziehe dich auf konkrete Situationen und Verhaltensweisen sowie deren Konsequenzen.
  6. Setze Grenzen, bevor es zu spät ist. Wenn er Witze auf deine Kosten macht oder dich in illegale Machenschaften hineinziehen will, sage in einem Vier-Augen-Gespräch „Nein“.
  7. Schweige über deine eigenen Erfolge und Privilegien, um keinen Neid zu schüren.

Manchmal ist die einzig richtige Strategie aber auch: Flucht. So lautet auch der Tenor in dem Artikel „So entkommen Sie dem Psychoterror der Narzissten„.

Aufgrund meiner Erfahrungen bin ich unsicher, ob ich jemals mit ausgewachsenen Narzissten auf Dauer klarkommen könnte. Als ich sie gebraucht hätte, kannte ich noch keine der genannten Strategien. Vielleicht hätten sie mir das Leben leichter gemacht. Bei meinem Familienmitglied glaube ich, dass der Zug auch aufgrund des hohen Alters abgefahren ist.

Gängige Fehler (die ich allesamt gemacht habe)

Hast du einmal die Strategie der Narzissten durchschaut, neigst du wie ich evtl. dazu, allem zu widersprechen und dich aufzulehnen. Dieses Verhalten ist leider zwecklos. Du wirst als Feind angesehen und notfalls aus dem Weg geräumt.

Falle nicht auf Manipulationsversuche herein. Sei skeptisch, wenn du sonst kaum beachtet wirst und plötzlich das Goldkind oder der Mitarbeiter des Monats bist. Identifiziere dich nicht zu sehr mit dem Lob (schwierig für mich als Wettbewerbstierchen). Es wird beim nächsten Fehler in unverhohlene Kritik (vor Anderen) umschlagen.

Gewähre keine einmalige Gunst, d. h. lass dich zu nichts überreden, was du nicht möchtest. Wenn du einmal spätabends ans Telefon gehst, wird der Narzisst es künftig immer wieder von dir erwarten.

Erwarte nicht, dass sich ein Narzisst für deine guten Dienste revanchiert. Er ist der Meinung, dies stünde ihm zu.

Generelle Strategien im Umgang mit schwierigen Persönlichkeiten

  1. Beachte Warnsignale: Hat er den Kontakt zu mehreren ehemaligen Freunden oder Familienangehörigen abgebrochen, redet schlecht über sie oder hat anderweitig verbrannte Erde hinterlassen? Hör auf dein Bauchgefühl.
  2. Halte einen gesunden Abstand zu der Person. Schütze dein Privatleben, soweit möglich. Es fängt mit unverfänglichen Fragen zu deinem Wochenende an und endet mit der Einmischung in Familienangelegenheiten.
  3. Pflege deine Freundschaften und umgib dich mit Menschen, die dir Kraft geben. So kannst du deine Gedanken loswerden, dich beraten und dich vergewissern, dass es auch normale Menschen in deinem Umfeld gibt.
  4. Halte dich selbst bei Laune, indem du die Dinge tust, die dir gut tun: Hobbys, Sport oder Zeit mit deinen Lieben. Halte guten Kontakt mit dir selbst. Das gibt Stabilität für den Umgang mit kraftraubenden Menschen.

Ich wünsche dir viel Erfolg und wenig Kummer im Umgang mit Narzissten. Wenn du Anmerkungen, Erfahrungsberichte und Tipps hast, freue ich mich über deinen Kommentar!


Inspiriert durch die Bücher:

Foto: Eitler Geschäftsmann von Shutterstock

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27 Kommentare

  1. Vielen Dank Jasmin! Ich habe noch nie so wirklich über Narzissmus nachgedacht, doch jetzt gehen mir so einige Lichter auf.

    Lieber Gruß,
    Philipp

  2. Liebe Jasmin,

    vielen Dank für diesen Text. Er hat mir sehr geholfen. Ich hatte vor 1-2 Jahren dieselben Probleme mit einer Geschäftspartnerin und meinem Ex-Freund, und zwar zeitgleich. Und es hat mich fast krank gemacht, weil ich rund um die Uhr mit beiden Menschen zu tun hatte und mir bei Problemen immer selbst die Schuld gegeben habe. Ich bin auch introvertiert und hochsensibel und konnte nicht verstehen, was da schief läuft. Zum Glück hat sich beides inzwischen erledigt, ich habe mich getrennt und meine Geschäftspartnerin (gewohnt an Bestätigung und fehlende Kritik) hat meinen zunehmende Widerwillen durch eine geschäftliche Trennung beendet. Ich habe lange nicht gewusst, was in beiden Fällen schief gelaufen ist und wie gesagt, habe sehr darunter gelitten. Ich war einfach ratlos. Dann habe ich zu dem Thema zufällig etwas gelesen und mir ist (wie auch bei Philipp) da ein Licht aufgegangen. Nichts desto trotz, dieser Artikel hat mir einmal mehr geholfen, das Ganze endlich abzuschließen und für die Zukunft etwas vorsichtiger zu sein. Denn scheinbar ziehe ich solche Menschen auch irgendwie an. Und ich tendiere nun eher dazu, sehr narzisstische Menschen nicht mehr in mein Leben zu lassen. Weil es mir einfach nicht gut tut.
    Der Artikel ist darum so wichtig, weil man sich über die Zusammenhänge oft nicht bewusst ist, wenn man mitten drin steckt und den Grund für das eigene Unwohlsein eher bei sich sucht, zumal der andere vor Selbstbewusstsein und Überzeugung nur so strahlt. Also vielen Dank für deine Offenheit und deine Gedanken zu dem Thema! :-)

    Liebe Grüße, Antje

    • Danke, Antje. Das Feedback freut mich sehr. Ich wünsch dir viel Erfolg beim Aufstellen des Schildes „Narzissten müssen draußen bleiben“ :-)
      Liebe Grüße
      Jasmin

  3. Hallo Jasmin!

    Gerade habe ich mich gefragt, ob Du über mich schreibst. Narzisstische Chefs hatte ich schon mehrere, was jedes Mal in einer Katastrophe geendet hat.

    Auch mein voriger Partner war Narzisst und ich habe ewig gebraucht, um das zu erkennen und mich zu lösen.

    Vielleicht hat das wirklich was mit HSP zu tun, denn das bin ich auch.

    lg
    Maria

    • Hallo Maria,

      ja, das klingt ganz so. Ich hoffe, du gerätst künftig nicht mehr an Narzissten!

      Viele Grüße
      Jasmin

  4. Hi Jasmin,
    super ausführlicher Artikel, Chapeau dazu! Eine Anregung hätte ich noch, gönne Dir regelmäßig Raum und Zeit zum Reflektieren. Sich selbst zu befragen. Was braucht es um mich von der Person zu lösen oder kann ich damit Leben. Epiktet, der antike Philosoph und Stoiker, sagte einst in seinem Gelassenheitsspruch: „Gott gebe mir Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit beides zu unterscheiden“. Finde ich ganz passend. Lg Karl

  5. Ja, man muß sich immer wieder besinnen, wo der Fehler wirklich liegt. Ich stehe auch in einem engen Kontakt zu einem Narzissten und habe viel gelernt. Umso mehr habe ich meine anderen Freundschaften schätzen gelernt, die mir bestätigen, daß es auch anders geht – meine Dankbarkeit wäre nicht so groß, wenn ich nicht auch die Karrikatur einer Freundschaft kennen würde. Insofern hat es sein Gutes, wenn man auch aus unangenehmen Erfahrungen lernen kann.
    Neulich habe ich einfach mal nicht widersprochen, sondern eine Entschuldigung angebracht – es war die Karrikatur einer Entschuldigung, völlig überspitzt und ironisch, so daß es mir richtig Spaß gemacht hat, sie zu formulieren. Das Lustige daran: Der Narzisst hat es so gefressen. Und natürlich noch nachgetreten, daß auch diese Entschuldigung seinen erlittenen Schmerz nicht ungeschehen machen kann.
    Deshalb möchte ich Dir widersprechen: Ein 4-Augen-Stopschild, wie Du es vorschlägst, oder eine sachliche Richtigstellung bringt überhaupt nichts. Beides wird als Frontalangriff gewertet, und im schlimmsten Fall bringst Du ihn auch noch in Verlegenheit, falls er vor sich selbst nicht weiter leungen kann, sich geirrt zu haben, und dann ist er noch böser auf Dich. Nein, das einzige, was hilft, ist Zurückziehen (doch da sind diese Menschen erstaunlich sensibel und wittern sofort, daß man Abstand hält – Verrat!), und eben so eine ironische Entschuldigung, die gut Wetter macht, und in der Sache hilft sowieso nichts.
    Ich rufe mir immer wieder ins Gedächtnis, warum ich mir das gefallen lasse. Es ist eine einfache Kosten-Nutzen-Rechnung. Das ist natürlich keine Freundschaft, und auch keine Beziehung auf Augenhöhe, was ich sehr bedauere. Aber Sozial-Legastheniker wird man nicht ändern, man kann nur bei sich selbst anfangen.
    Also: In geschäftlichen Situationen: Rückzug. Bei Freunden/Verwandten: GutWetter. Hier hilft Gelassenheit. …na und, dann hat der Narzisst also wieder rumtrompetet und recht. Sogar Senkrecht, wenn er das braucht. Solange ich mich entschieden habe, das Spiel mitzumachen, ist auch Ironie/Flunkern/Schweigen erlaubt, also alles Dinge, die einen offenen Umgang verhindern. Man kann nicht immer alles zu einer guten Lösung führen.
    Der Umgang mit dem Narzissten gibt mir:
    – die Dankbarkeit meinen echten Freunden und Bekannten gegenüber
    – die Fähigkeit, Kosten und Nutzen abzuwägen, mir also über meine Gefühle klarzuwerden
    – das Verständnis für komplexe zwischenmenschliche Beziehungen
    – Krisenmanagement – eine unendliche Spielwiese, man bekommst oft genug die Chance, eine neue Idee auszuprobieren, die nächste Krise kommt bestimmt
    – das Üben in Gelassenheit
    – das Vertrauen und die Besinnung auf mich selbst – Reife
    Danke für Deinen Artikel, um Dich muß ich mich nicht sorgen.

    • Hallo Viola,
      danke für dein Feedback. Auch ein guter Weg, das Positive in einer Beziehung (jedweder Art) zu einem Narzissten zu suchen. Reframing.
      Ja, mit der sachlichen Kritik bin ich bisher auch immer gescheitert. Die Autoren in dem Buch haben darauf bestanden, dass Lob der einzige Weg ist, um irgendwann mal Kritik üben zu können. Das muss aber nicht heißen, dass es wirklich praxistauglich ist.
      Viele Grüße und viel Gelassenheit
      Jasmin

  6. Hallo Jasmin,

    ich verfolge deine Beiträge, so oft es geht. Ich freue mich, dass es dir wieder gut geht! Ich hoffe, du gerätst nie wieder an einen Narzissten und falls doch, hoffe ich, dass du damit besser umgehen kannst. Ich musste ein wenig schmunzeln als ich den Begriff „Goldkind“ gelesen habe.

    Liebe Grüße
    Nicole

  7. Was für ein erhellender Artikel, liebe Jasmin. Als ich anfing zu lesen, dachte ich bei mir „Was für eine fürchterliche Sorte Mensch, ein Glück hatte ich nie so einen in meinem Dunstkreis.“ Bis ich zur Hälfte durch war und mir ein Licht aufging. Ich hatte mich immer gefragt, warum diese Person so war und warum ich mich emotional so hab vereinnahmen lassen. Die Frage ist nun geklärt, vielen Dank dafür! Ich hatte mich nach viel Quälerei und nur einer Kleinigkeit, die wieder zeigte, dass derjenige niemals auf mich eingehen und immer der Mittelpunkt dieser „Beziehung“ sein würde, durch radikalen, unangekündigten und auch unerklärten Kontaktabbruch getrennt. Ich weiß, das ist nach 1,5 Jahren eine feige Art, aber für mich war es so richtig und das hat am Ende gezählt. Seitdem bin ich vorsichtiger und skeptischer geworden, vielleicht sogar misstrauisch – verbrannte Erde hinterlassen diese Menschen wohl immer.
    Nochmal Danke, dass du deine Geschichten mit uns teilst, und dir weiterhin alles Gute!
    Yvonne

    • Vielen lieben Dank, Yvonne. Es freut mich sehr, wenn du den Artikel erhellend findest. Das motiviert mich immer wieder solche Geschichten zu teilen. Viel Erfolg dir im Umgang bzw. Vermeiden solcher Narzissten!
      LG Jasmin

  8. Hallo Jasmin.

    Krasser, krasser Einstieg. „Du bist nicht meine Traumfrau…“. Das ist menschlich unter aller Kanone. So etwas zu hören ist wahnsinnig schmerzhaft und bleibt auch bestehen. Ich habe etwas ähnliches hören müssen und manchmal beschäftigt es mich ebenfalls noch. Da kann ich dich sehr gut verstehen.
    Zunächst finde ich den Artikel sehr gut, da die Ratschläge am Ende einem das Leben sehr erleichtern werden und helfen können.
    An sich stimme ich auch mit dir überein, was Narzissten angeht.
    Eine leichte narzisstische Ader möchte ich bei mir gar nicht leugnen, jedoch nicht so ausgeprägt wie bei den Beispielen, die du gebracht hast. Was ich mir im Umgang mit Narzissten, aber auch anderen schwierigen und „nicht normalen“ Menschen wünsche, ist, dass auch hinter die Fassade geschaut wird. Keiner stellt die Fragen: „Warum ist der Narzisst ein Narzisst? Was hat ihn dazu gemacht?“ – Solche Fragen geben einem Einblicke in die Seelenwelt anderer Menschen. Meiner Meinung und Erfahrung nach sind Narzissten, wie auch andere schwierige Persönlichkeiten oftmals nur Opfer anderer Menschen geworden und haben einen Weg gefunden sich selbst zu schützen. Dass sie dabei die Karriereleiter schneller erklimmen als so mancher „Normalo“, ist ein toller Nebeneffekt. Aber auch das nur auf den ersten Blick, denn irgendwann dämmert es vielen, warum sie so geworden sind und dann erkennen sie, was sie wirklich brauchten.
    In den allermeisten Fällen fehlt dem schwierigen Mensch Liebe und Sicherheit. Entsprechend fände ich einen offenen Dialog über eventuelle Ursachen (ja, wo könnten die denn liegen?) sehr spannend und tiefgehender. Versteh mich bitte richtig, wenn ich sage, dass ich so einen Dialog zusätzlich zu der „Wie gehe ich mit XY um?“-Thematik wünsche.

    Gruß,
    Ben

    • Hi Ben,
      es forscht niemand nach den Ursachen, weil alle genug mit sich selbst beschäftigt sind und mit dem Umgang schon genug Schwierigkeiten haben. Natürlich habe ich meine Theorien, warum die Narzissten in meinem Leben so sind/waren, wie sie sind/waren. Aber 1. bin ich kein Psychologe und mutmaße nicht (öffentlich), 2. würde das sicher nur einen Bruchteil der Leser interessieren, 3. ist es schwer genug 2.500 Wörter über ein sehr persönliches Thema zu organisieren und 4. wäre das ein Schritt hin zu mitleidigem Sie-können-doch-nichts-dafür-weil. Nach meinen Erlebnissen habe ich dafür keinen Nerv.
      Es ist immer leicht vorzuschlagen, was denn alles noch schön zu wissen gewesen wäre. Das ist wie, wenn ich über die Farbe Rot blogge und du dann vorschlägst, man könne doch mal über Blau schreiben.
      Gruß
      Jasmin

      • Hi Jasmin,

        Schade, dass du mein Kommentar offensichtlich sehr negativ aufgefasst hast. Falls du mein Kommentar als persönliche Kritik gefühlt hast, dann möchte ich mich natürlich entschuldigen. So war es nicht gemeint. Im Netz ist es schwierig die Nuancen der Sprache rauszulesen und auch zu schreiben und daher fasse ich deine Antwort eventuell auch anders auf, als du sie gemeint hast. Wer weiß das schon.

        Ich werde mich in Zukunft natürlich mit Themenvorschlägen und kritischeren Kommentaren zurückhalten und mutiere zum stillen Leser. Reines Bauchpinseln liegt mir leider nicht. :(

        Gruß,
        Ben

        • Hi Ben,
          ich weiß, dass dein Kommentar nicht persönlich gemeint ist – genauso wie meine Antwort darauf keine persönliche Kritik ist. Du darfst auch gern weiterhin kritische Kommentare schreiben, wir brauchen keine Bauchpinselei. Lediglich die Themenvorschläge finde ich an mancher Stelle nicht sonderlich hilfreich.
          Gruß
          Jasmin

          • Der zusätzliche Hinweis von Herr Menges war, wie ich finde, berechtigt, wichtig und angemessen. Klar muss man das nicht unbedingt gleich als neues Thema vorschlagen, aber wieso reagierst du darauf so vergleichsweise hart und heftig? Hatte schon ein paar Mal das Gefühl, dass du durchaus selbst in eine eher narzisstische Richtung neigst…

          • Hallo triplex,

            ich kenne Jasmin seit vielen Jahren und bin darüber sehr froh. Eine narzisstische Ader kann ich bei bestem Willen nicht feststellen – jedenfalls nicht mehr als bei mir selbst und den meisten anderen Menschen.

            Aber darum geht’s nicht. Aus meiner Sicht kommen hier mehrere Dinge zusammen. Zum einen erzählt Jasmin in diesem Text aus ihrem Leben. Sie erzählt von schmerzhaften Erfahrungen mit sehr schwierigen Menschen. Einer davon begleitet sie schon ihr ganzes Leben, einer hat ihr Selbstwertgefühl als Frau nicht gerade aufgebaut und einer führte dazu, dass sie mit einer langen Krankschreibung aus dem Job ausschied. Sie hat sich damit verwundbar gemacht, um das Thema mal aufzuschreiben, aber auch, um anderen Menschen in ähnlichen Situationen zu helfen. Wenn ihr dann jemand vorschlägt, sich doch auch mal in diese Narzissten hineinzuversetzen, wirkt das wie ein Hohn (und für alle Betroffenen im Übrigen völlig unrealistisch).

            Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass solche Texte etwa zwei bis vier Tage(!) an Arbeit bedeuten. Manchmal am Stück, manchmal ziehen sie sich über Wochen hin, in diesem Fall Monate. Höre ich dann, was ich zu diesem Thema noch alles hätte verarbeiten sollen, fühle ich mich nicht wertgeschätzt. Das hat nichts mit Narzissmus zu tun. Für jeden Menschen ist es ein Schlag in die Magengrube, wenn es nach erschöpfender Arbeit heißt: „Aber das hätte noch viel besser sein müssen.“ Klar ist auch, dass wir lernen müssen, damit umzugehen. Mir fällt es auch schwer. Kürzlich war ich eine Stunde wie gelähmt, nachdem ich eine fiese Rezension unseres Buchs gelesen hatte.

            Außerdem sehe ich in diesem und in einigen (wenigen) anderen Kommentaren bei Healthy Habits, dass sowohl die Funktion unseres Blogs als auch die Funktion der Kommentare falsch verstanden wird – oder zumindest nicht so, wie wir sie verstehen.

            Mit dem Blog haben wir nicht den Ansatz ein Thema erschöpfend zu behandeln und alle Perspektiven abzuklopfen. Das wäre irgendetwas anderes, aber kein Blog mehr, der aus unserer Sicht von persönlichen Erfahrungen lebt. Wir sehen Healthy Habits auch nicht als Diskussionsplattform. Nachdem wir uns wochenlang mit einem Thema beschäftigt und es über viele Tage zu einem Text ausgearbeitet haben, ist unsere Motivation gering, uns mit Meinungen auseinanderzusetzen, die in fünf Minuten beim Lesen gebildet wurden. Ich weiß, dass das nicht immer gut ankommt, aber so ist es. Deshalb setzen wir uns hier wenig mit Gegenmeinungen auseinander. Es ist einfach nicht der Zweck des Blogs, eine möglichst ausgewogene Perspektive herauszubilden.

            Viele Grüße,
            Patrick

          • Hallo Patrick,

            ich nehme das so an. Ich fand den Inhalt von Jasmins Kommentar verständlich, vom Ton und der Art her aber unpassend. Es geht (oder ging jedenfalls für mich) auch weniger darum, dass die Perspektive des Narzissten mit in den Text hätte reinsollen, sondern darum, dass ich den Kommentar bereichernd fand. Warum liest der Leser schließlich Kommentare? Ich meinem Fall interessieren mich jedenfalls die verschiedenen Sichtweisen und weiteren Informationen der Kommentatoren. Deshalb fand ich den Kommentar gut und bereichernd!

            Den Beitrag habe ich gelesen, weil ich selbst auch schon mehrfach mit Narzissten zu tun hatte (u. a. auch mit einem angeheirateten Familienmitglied, das mir bis heute das Leben schwer macht) und daraus eine ähnliche Konsequenz wie Jasmin ziehe: Neue Narzissten lasse ich nicht mehr in mein Leben. Egal, wie sympathisch sie sind, und sie sind oft auch sympathisch. Man kann, das ist jedenfalls meine Erfahrung, auch kaum was positiv bewirken, und wenn ist das mit so viel Arbeit verbunden, dass ich für mich sage: Das lohnt sich nicht. Ein Narzisst mit Leidensdruck muss sich von sich aus um Besserung bemühen.

            Ich möchte mich auch bei Jasmin für den letzten Satz meines ersten Kommentars entschuldigen. Es gibt zwar etwas, das mich stört, aber das geht vielleicht in eine andere Richtung und ist nicht zwingend etwas, das mit Jasmin zu tun hat (sondern mit mir) und ist, das werfe ich mir vor, auch nichts, was andere interessiert oder was man öffentlich äußern müsste. Es war mein erster negativer Kommentar, den ich bislang geschrieben habe, und habe es danach bereut. (Auch der Grund, warum ich nochmal vorbeigeschaut habe). Deshalb: Sorry.

  9. Liebe Jasmin,

    einen super Artikel hast du da rausgehauen. :)

    Sehr gründlich und fundiert der Sache auf den Grund gegangen.

    Mich spricht er in zweierlei Hinsicht an: Als hochsensible Person (HSP) und als Narzisst. Mensch, das war jetzt mal ein Coming-Out ;)

    Ich glaube, jeder von uns hat narzisstische Züge, wie du es ja auch beschrieben hast. So auch ich. Das Entscheidende ist wohl, in welchem Ausmaß, UND, ganz wesentlich, inwiefern der Betroffene sich darüber bewusst ist. Dann kann er damit auch ganz gut umgehen.

    Aus meiner Beobachtung der letzten Monate, und natürlich aus eigener Erfahrung, glaube ich mittlerweile, dass viele Hochsensible eine narzisstische Ausprägung haben. Ist auch nicht weiter verwunderlich, da ein ausgeprägter Narzissmus seinen Wurzeln in Bindungsstörungen in frühester Kindheit hat. Und auch die haben wir fast alle, aus ganz unterschiedlichen Gründen. Gerade hochsensibel veranlagte Kinder haben es besonders schwer, da meist ihre Veranlagung nicht als „positiv“ erkannt wird, sondern eher als pathologisch und behandlungsbedürftig („Mit dem stimmt was nicht, der ist so ruhig“).

    Und nebenbei bemerkt, wird in unserer Leistungs- und Konsumortientierten Gesellschaft Narzissmuss geradezu gefördert, Ja, ausgewachsenen Narzissten werden Tür und Tor in Wirtschaft, Showbiz und Politik geöffnet („Die Narzisstische Gesellschaft“ von H.J.Maaz , ist dazu ein sehr erhellendes Buch).

    Mit einem wirklich ausgewachsenen und unreflektierten Narzissten (was dann eine Persönlichkeitsstörung ist) ist der Umgang wirklich schwer und kräftezerrend. Da gilt es dann einen Schlußstrich zu ziehen oder deine praktischen Umgangstipps anzuwenden.

    Letztlich sind diese Menschen krank, und besitzen ein ganz geringes Selbstwertgefühl, was sie um jeden Preis (gleich dem Tot) verteidigen wollen und müssen – dies sollte man bei der ganzen Diskussion auch nicht vergessen!

    Danke für diesen wertvollen Artikel!

    Liebe Grüße
    Oliver

    • Danke, Oliver. Das freut mich sehr, dass du den Artikel gut findest. Die Kombination aus HSP und Narzissmus hätte ich bisher nicht vermutet. Es würde mich wundern, wenn das tatsächlich miteinander korreliert, aber ich habe natürlich keine Ahnung. Mich wundert nur, dass einige typisch-narzisstische Eigenschaften eher HSP-untypisch sind. Narzissten wird wenig Empathie nachgesagt. Sie sind gemäß meiner Erfahrung nicht die besten Zuhörer, haben wenig Feingefühl. Aber sicher gibt es immer Ausnahmen. Auch HSPs sind ja sehr verschieden, zwangsläufig, wenn jeder 5. HSP ist. Interessant finde ich, wie viele HSPs sich jetzt melden. Mir ist das Thema erst vor ein paar Monaten über den Weg gelaufen, aber sooo nischig scheint es nicht zu sein.
      Liebe Grüße
      Jasmin

      • Hi Jasmin,

        man sollte hier genau hinschauen und differenzieren. Du hast natürlich vollkommen recht: Ein großes Abgrenzungsthema von HSP zu Narzissmus (im übrigen auch zu anderen Störungen) ist die Empathie. Ein ausgewachsener Narzisst (mir fällt gerade spontan Steve Jobs ein. Visionär aber leider auch ein Narzisst vor dem Herrn – lese gerade die Biographie) empfindet nämlich Null Mitgefühl, wenn er jemanden anderen runter macht, seine Ideen klaut oder ihn manipuliert. Er kann sich einfach nicht in die Lage des anderen hineinversetzen, sieht nur sich, seine vermeintliche Macht und seinen daraus resultierenden Selbstschutz.

        Jeder Hochsensible ist anders, wie du schon sagst. Es gibt nicht die Hochsensibilität per se. Die Ausprägungen und Reizempfindlichkeiten sind bei jedem anders ausgeprägt. Aus meiner Beobachtung heraus gilt das auch für den Grad der Empathiefähigkeit. Ich habe schon (selbsternannte) Hochsensible kennengelernt, die überhaupt nicht zuhören konnten, kein Gespür für die (Belastungs-) Grenzen des Gegenüber hatten und an einem Stück nur von sich sprachen. Im Mittelpunkt standen und immer wieder die Aufmerksamkeit brauchten.

        Energievampire, so muss man es sagen. Ob das dann schon eine ausgeprägte narzisstische Störung ist, mag ich nicht beurteilen.

        Insofern empfehle ich immer wieder (vor allem auch mir): Ehrlich sein, mit sich selbst. Die meisten HSP haben eine gute Selbstreflexion und Eigenwahrnehmung. Auch wenn man im Besitz dieser wunderbaren Veranlagung ist, erspart dies es einem nicht, sich etwaigen Verletzungen und Wunden der Vergangenheit (Kindheit) zu stellen. Eine natürliche Hochsensibilität als Persönlichkeitsmerkmal ist das eine, ein behandlungsbedürftiges Traumata oder eine Persönlichkeitsstörung wie Narzissmus das andere. Beides gilt es so gut wie möglich auseinanderzuhalten!

        Und ja, das Thema HSP kommt gerade aus seiner Nische. Es dringt in die breite Masse vor. Gut so! Medien und Fachzeitschriften berichten verstärkt darüber. Anfang Januar 2016 wird es einen Onlinekongress dazu geben. Das alles kann uns Hochsensible freuen, da dadurch Diskussionen angeregt werden, Missverständnisse und Vorurteile abgebaut werden können, die durchaus noch sehr verbreitet sind.

        Liebe Grüße
        Oliver

  10. Liebe Jasmnin,

    im Sommer d. J. beendete ich meine Beziehung. Zuletzt brach ich den Kontakt ab und schrieb einen Brief. Meine Ex Freundin sagte oft: „So einen Mann wie Dich werde ich nicht noch einmal bekommen…“, aber selbst dies, bezogen auf Leistung und Opferbereitschaft, war nicht genug. Ich habe viel darüber nachgedacht und mich immer wieder gefragt, warum Sie in unserer Partnerschaft nur selbstbezogen agierte. Heute bin ich mir sicher, dass es für sie nichts wichtigeres gab als sie selbst. Dies trifft auch für ihre Familie zu. Man spürt, dass etwas nicht stimmt, versucht es aber immer wieder mit Toleranz und Liebe zu relativieren.

    Danke, dass Du Dich mit dem Thema Narzissmus so tiefgründig beschäftigt hast und Deine Erfahrungen mit anderen Menschen teilst.

    Von ganzem Herzen alles Gute,
    Martin

    • Lieber Martin,

      danke für deinen Kommentar und dass du deine Erfahrungen teilst. Das kommt mir sehr bekannt vor. Ich hoffe, dass du jemanden findest, der dich besser behandelt und so schätzt, wie es sich gehört!

      Viele Grüße und alles Gute
      Jasmin

  11. Liebe Jasmin,

    auch ich kenne das Leiden unter einem Narzissten, sowohl aus Partnerschaften, wie aus Verwandschaft und Beruf. Und ich kann nachfühlen, wie sehr es Dich verletzt und entwürdigt haben muss.
    Ich habe leider erst mit Anfang 40 erkannt, dass ich immer wieder Opfer solcher Persönlichkeiten wurde. Ich habe die Reißleine gezogen, meine Kontakte und Beziehungen radikal beendet, bzw. verändert. Es war schmerzhaft, vor allem, weil ich erkannte, dass ich durch meine eigenen Muster diese Menschen angezogen und erduldet habe.
    Ich gratuliere Dir zu Deiner Erkenntnis und ziehe respektvoll den Hut vor Dir, die Du Dich hier damit zeigst!
    Das Wichtigste für mich ist, mich nicht in meiner eigenen Wahrnehmung beirren zu lassen.

  12. Hi liebe Jasmin,

    ich hatte ja vor einiger Zeit schon mal deinen erstklassig geschriebenen Artikel kommentiert.

    Auch mich hat als HSP seit einigen Jahren beschäftigt, warum gerade wir Hochsensiblen (allen voran Frauen) in unseren Beziehungen immer wieder an Narzissten geraten. Neben den von dir aufgezählten Punkten, dass wir HSP die perfekten Beziehungspartner (oder Opfer) für einen Narzissten sind, möchte ich noch ergänzend anmerken, dass es oftmals mit einem unsicheren oder unstabilen Selbstwertgefühl bei uns HSP zusammenhängt. Ein ausgeprägter, männlicher Narzisst hat regelrecht einen „Radar“ entwickelt für Mitmenschen, bei denen er subtil spürt, dass er sie mit seiner Rhetorik beeinflussen und manipulieren kann, wie es ihm obliegt.

    Außerdem, wie du auch geschrieben hast, braucht er ständig Menschen um sich, die ihn ständig bewundern, ihm Aufmerksamkeit und Fürsorge schenken und ihm fast alles durchgehen lassen. Wir HSP mit unserem „entgrenzten Ich“ (nach S. Harke) passen da optimal in sein „Beuteschema“.

    Der Weg für uns HSP aus diesem Dilemma besteht somit darin, zu einem stärken Ich-Gefühl, zu einem stabileren Selbstwert zu kommen. Zu wissen, was uns wichtig ist, welche Bedürfnisse, Wünsche und Gefühle wir in einer Beziehung haben und diese dann letztlich auch kommunizieren und anmelden zu können.

    Da mich einerseits dieses Thema selbst immens interessierte und ich andererseits in den letzten 3 Jahren ziemlich viele Fragen von meinen Lesern dazu erhielt, habe ich vor 2 Wochen einen kompletten E-Book Leitfaden dazu veröffentlicht: Wege aus der Anziehung zwischen hochsensiblen Menschen und Narzissten (wer mehr dazu wissen möchte, muss einfach auf meinem Namen klicken).

    Ich hoffe, dass viele HSP damit zu mehr harmonischeren Beziehungen gelangen und letztlich zu mehr Selbstliebe!

    Danke für deinen mutigen Artikel zu diesem komplexen und heiklen Thema und weiterhin viel Erfolg!

    Liebe Grüße, Oliver

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