Umsetzen statt Vorsätzen: Weihnachtsmarkt-Versuchungen widerstehen

Rund vier Wochen sind es noch. Dann heißt es: Neues Jahr, neues Glück! Millionen Deutsche werden sich ambitionierte Vorsätze für 2015 fassen. Die beliebtesten Themen sind dabei Stressvermeidung, mehr Sport und eine gesündere Ernährung. Das nahm sich laut Statista ca. jede/r Zweite für das Jahr 2014 vor. Ungefähr jede/r Dritte wollte abnehmen.

Bingo – das sind unsere Themen! Nur dass wir nicht an Hauruck-Aktionen glauben und dir voraussagen, dass Willenskraft allein für deine Vorsätze nicht reichen wird. Schon kurz nach dem Weihnachts- und Silvesterwahnsinn wird uns der Alltag wieder einholen. Gewohnheiten sind nur deshalb Gewohnheiten, weil wir sie meist täglich ausführen ohne darüber nachzudenken. Sie vereinfachen uns das Leben. Wenn es allerdings ungünstige Gewohnheiten sind, braucht es mehr als nur damit aufhören zu wollen.

Damit  du deinen Zielen näher kommst, stellen wir dir in den nächsten Wochen ein paar Strategien vor, die bei uns gut funktionieren. Vielleicht kannst du die eine oder andere Technik für dich übernehmen.

Infografik: Gute Vorsätze für 2014 | Statista

Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Warum jetzt schon gute Vorsätze?

Obwohl die Vorsätze meist erst nach der Weihnachtszeit gefasst werden, möchten wir dich jetzt schon an unseren Gedanken teilhaben lassen. Denn auch wir überlegen derzeit, wie wir halbwegs gesund durch die Adventszeit kommen. Das erleichtert dann auch den Start ins neue Jahr, denn jedes zusätzlich angefutterte Kilo wirst du dann umso schwerer wieder los. Wir beginnen unsere Serie „Umsetzen statt Vorsätzen“ mit dem Thema Weihnachtsmarkt. Du erfährst, wie wir uns physisch und moralisch darauf vorbereiten und mit welchen Tipps du beim Gang über den Markt deinen gesunden Lifestyle bewahrst.

Damit du uns richtig verstehst: Die Adventszeit ist nicht gerade der Moment, um eine Diät zu starten. Wir halten ohnehin nichts von Diäten. Aber das ist ein anderes Thema. Unserer Erfahrung nach muss sich bei einer Ernährungsumstellung auch das Denken ändern!

Genauso musst du dir ein paar Gedanken machen, wenn die Adventszeit mit Christstollen, Lebkuchen, gebrannten Mandeln, schokolierten Früchten usw. lockt. Du sollst ruhig genießen und die Zeit auskosten. Trotzdem musst du dir nicht schon einige Kilos anfuttern, bevor die Festtage mit ihren gefühlt ununterbrochenen Festmahlzeiten überhaupt losgehen.

Jetzt geht’s los – das sind unsere Tipps:

Geh nicht hungrig los!

Mit leerem Magen kaufen wir im Supermarkt mehr Lebensmittel, als wenn wir vorher gegessen haben. Hunger ist demzufolge kein guter Begleiter. Natürlich kannst du planen auf dem Weihnachtsmarkt etwas zu essen. Wenn du allerdings mit akutem Hunger losgehst, wirst du hastig eine Speise nach der anderen verspachteln und mit Glühwein runterspülen. Danach fühlst du dich träge. Iss daher vorher eine Kleinigkeit oder lass den Abstand zur vorherigen Mahlzeit nicht zu groß werden.

Sei streng und wählerisch!

Setze dir Regeln, bevor du losgehst. Nimm dir dafür ein paar Minuten Zeit und lege fest, was du dir erlaubst und was nicht. Du könntest beispielsweise entscheiden, dass du etwas Herzhaftes isst, aber keine oder nur eine Süßigkeit hinterher. Wenn es für dich schon eine große Herausforderung ist, dich auf einen Snack und ein Getränk zu beschränken, dann fang wirklich klein an.

Nimm wenig Geld mit!

Wenn du dich schlecht im Griff hast, kannst du über das Geld in deinem Portmonee steuern, wie viel du dir leisten kannst. Weihe deine Begleitung vorher ein, dass sie dir nichts leihen sollen.

Lass dich unterstützen!

Du willst wirklich nur einen Bratapfel essen und mehr nicht? Erzähle deiner Begleitung vorher von deinem Plan! So fühlst du dich stärker verpflichtet. Sie sollen dich daran erinnern, wenn du in Versuchung gerätst.

Sei mäkelig!

Mein Glück ist, dass ich viele Süßigkeiten auf dem Weihnachtsmarkt nicht mag. Schon beim Gedanken an Backbananen wird mir schlecht. Der Zuckerguss auf Lebkuchenherzen ist mir zu hart (oder habe ich immer nur zu lange gewartet, bis ich es probierte?). Pfefferkuchen sind mir meist zu trocken. Außerdem fallen für mich als Vegetarierin fast alle herzhaften Snacks aus. Das macht mir das Leben leichter!

Wenn du naschgefährdet bist, rate ich dir: sei mäkelig und iss wirklich nur das, worauf du richtig Appetit hast. Nur weil etwas günstig vom Preis oder der Lage ist, sollte es noch lange nicht auf Platz 1 stehen. Ich laufe beispielsweise auch durch die ganze Innenstadt, wenn die einzige vegetarische Option (Handbrot) das erfordert.

Schau dir die Speisen genau an! Sehen eine Wurst, Bulette oder ein Schaschlik und das dazugehörige Brötchen wirklich appetitlich aus? Eine Denkhilfe könnte sein: Würdest du es deinen Kindern zu essen geben (wenn du welche hättest)?

Iss Frisches!

Um die Süßigkeiten zu beschränken, die du zu dir nimmst, nimm dir vor nur Frisches zu essen! Alles Abgepackte fällt aus. Einzelne Lebkuchen, Nüsse, Mandeln oder schokolierte Früchte sind in Ordnung, dafür aber keine abgepackten Lebkuchen.

Wähle gesündere Alternativen!

Es muss nicht immer eine Bratwurst sein. Zu vielen Sünden gibt es eine günstigere Variante: Geröstete Maronen sind gesünder als gebrannte Mandeln, ein Bratapfel ist besser als Stollen, ein Crêpe mit Apfelmus haut weniger rein als ein in Fett frittiertes Schmalzküchle oder Lángos. Ein Maiskolben hat weniger Kalorien als ein Reibekuchen und Apfelpunsch ist günstiger als Glühwein.

Genieße bewusst und langsam!

Wenn du trotz der langen Schlange, Kälte und Nässe deinen Snack ergattert hast, nimm dir Zeit dafür ihn zu genießen. Das wird dir in der Hektik und aufgrund der Menschenmassen schwerfallen. Vielleicht friert dir die Hand ab und du willst deshalb die Bratwurst schnell erledigen.

Suche dir deshalb ein warmes Plätzchen und genieße deinen Snack möglichst bewusst. Konzentriere alle deine Sinne auf den Geschmack, die Aromen und Textur. Kaue ausführlich und lass dir Zeit zwischen den einzelnen Bissen. Beiße erst wieder ab, wenn dein Mund leer ist. (Klingt banal, aber machen wir trotzdem oft unbewusst!) Unterhalte dich mit deiner Begleitung und verlängere so die Mahlzeit. Dein Sättigungsgefühl tritt erst nach ca. 20 Minuten ein. Was du bis dahin gegessen hast, liegt in deiner Hand (und im Magen).

Trinke Wasser!

Wir verwechseln Hunger oft mit Durst. Wasser füllt den Magen, ohne dass wir Kalorien zu uns nehmen. Außerdem braucht unser Körper Wasser für den Stoffwechsel, die Verdauung usw. Auf dem Weihnachtsmarkt ist Wasser natürlich langweilig, kalt und nicht gerade viel günstiger im Vergleich zu Glühwein. Nimm dir daher Wasser mit oder trinke vorher ausreichend Wasser. In jedem Fall solltest du keine Soft Drinks oder alkoholischen Getränke gegen den Durst trinken!

Gegen die Kälte hilft nicht nur Grog oder Glühwein, sondern auch Tee oder Kaffee(-getränke).

Sei Fahrer!

Wenn du externe Motivation brauchst, damit du keinen Alkohol trinkst, kannst du dich als Autofahrer für dich und deine Begleitung anbieten. So werden alle ein Auge darauf werfen, dass du keinen Glühwein trinkst.

 

Hast du noch weitere Tipps, wie der Weihnachtsmarktbesuch nicht zum Fiasko wird? Ich freue mich auf deinen Kommentar!


Die Tipps aus diesem Artikel als PDF:
10 Tipps für weniger Weihnachtsmarktsünden

Foto: Traditioneller Weihnachtsmarkt in Frankfurt von Shutterstock

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3 Kommentare

  1. Hi Jasmin!
    diesmal hab ich’s richtig ;-)
    bin schon gespannt auf den 2. Teil! Ich würde noch eine Wette einbauen wenn es einem echt schwer fällt Versuchungen zu widerstehen. Sieht dann so aus:

    Ich geh mit mit Freunden hin und gebe eine Person meines Vertrauens 5 x 5€ (Scheine). Und jedes mal wenn ich mich nicht an meine Vorsätze halte, wird ein Zehner direkt vor meiner Nase zerrissen! Das passiert dann (hoffentlich) nur einmal und ich bekomme das restliche Geld später wieder. Wenn nicht, Pech! Hart aber effektiv ;-)

  2. na, da bin ich froh, daß meine Mutter uns damals so knapp gehalten hat. Auf dem Weihnachtsmark bekamen wir prinzipiell nichts zu Essen gekauft, sondern höchstens eine Runde Karussell. Auch sonstige billigst-Freßangebote (den 1,- hotdog von Ikea) hat sie einfach prinzipiell nicht gekauft: Gegessen wird zu Hause oder man bringt sich was mit.
    Auch, wenn ich das nicht ganz so eng sehe, hilft mir die Erinnerung an ihre Einstellung.

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