23 Gedanken, die mir beim Yoga kommen

Vier Yogastunden liegen schon hinter mir. Zugegeben finden sie in einem ganz normalen Yogastudio statt, nicht auf einer malerischen Felsklippe wie auf dem Foto.

Nach wie vor bin ich froh, mich zu einem Yoga-Anfängerkurs durchgerungen zu haben. Ich bin danach immer sehr entspannt, ruhig und habe ein auffällig geringes Bedürfnis meine Mails zu checken.

Wenn ich müde bin, fällt es mir allerdings schwerer gedanklich dabei zu bleiben. Selbst an einem guten Tag kann ich das Gedankenkarussell nicht immer anhalten.

Ich lasse dich daher heute an meinen Gedanken teilhaben, die mir nicht immer, aber öfters kommen, während ich auf der Yoga-Matte sitze, stehe oder liege.

  1. Beinahe wäre ich zu spät gekommen.
  2. Hab ich das Fenster zugemacht?
  3. Mist, ich denke.
  4. Oh Gott, meine blauen Socken!
  5. Ich hätte früher essen sollen.
  6. Ach schön, Entspannung!
  7. Ich könnte jetzt auch eine Runde schlafen.
  8. Ist das ein Xylophon?
  9. Wie jetzt, Zunge rausstrecken?!
  10. Och, schon vorbei.
  11. Dass der Sonnengruß nur der Erwärmung dienen soll…
  12. Ich hätte zu Hause mal üben sollen.
  13. Gar nicht so übel.
  14. Puh, ich schwitze. Die anderen auch?
  15. Immer dieser Unterdruck beim Schulterstand…
  16. Ich hätte eine engere Hose anziehen sollen.
  17. Ich hätte ein verrutschsicheres T-shirt anziehen sollen.
  18. Ich könnte mal darüber bloggen, welche Gedanken mir beim Yoga kommen.
  19. Aua, mein Hüftbeuger.
  20. Ob ich auch mal so ruhig und gelassen sprechen werde, wenn ich lang genug Yoga mache?
  21. Die Krähe kriege ich nie hin!
  22. Ach schön, Endentspannung!
  23. Schnarcht da jemand?

Ich wette, mit diesen Gedanken bin ich nicht allein.

Welche Gedanken kommen bei dir Hund, Katze, Kobra & Co.? Und was hilft, um die Gedanken abzustellen oder mit anderen Worten: besteht Hoffnung, dass das Vorbeiziehenlassen der Gedanken irgendwann besser funktioniert?

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17 Kommentare

  1. Hihi, Jasmin :D Ich kenn das so gut! Besonders 17 denke ich mir immer wieder, zusammen mit der Hose mit extrabreitem Bund oder einem Nierenwärmer.

    Helfen tut mir dabei ein kleiner Trick aus der Psychotherapie. Ich stelle mir vor, dass diese Gedanken in den Sand geschrieben stehen und jede Welle spült sie ein bisschen mehr weg.
    Du kannst die Gedanken auch in einen Zug, auf eine Wolke setzen oder sie vom Wind wegtreiben lassen :)

    Liebe Grüße
    Andrea

    • Hallo Andrea,
      danke für deinen Kommentar. Den Trick finde ich sehr gut. Ein schönes Bild, das ich bestimmt auch in anderen Situationen (beim Einschlafen…) nutzen kann. Danke!
      Liebe Grüße
      Jasmin

  2. Hi Jasmin, das ist wie bei der ZEN-Meditation. Üben, üben, üben! Das wird schon, Fahradfahren kann man auch nicht sofort. Was mir aber immer hilft ist, so dämlich es sich anhört, abwaschen. Ja, da kann ich gut abschalten, da denkt nichts mehr, nur noch tun. Und es geht so automatisch, das ist wie wenn man sich selbst zuschaut beim abwaschen. Vielleicht ist es bei Dir was anderes. Auf jeden fall, viel Erfolg und noch mehr Spass dabei! vg, andy

    • Hi Andy,
      danke für die aufmunternden Worte! Ich werde weiter üben. Aber so ein bisschen froh über meine Spülmaschine bin ich trotzdem :-D
      Liebe Grüße
      Jasmin

  3. Hallo Jasmin,
    das kommt mir alles sehr bekannt vor! Gestern beim Yin-Yoga habe ich (zu den og Punkten) auch noch häufig über den Tag nachgedacht, was im Job passiert ist oder was ich als nächstes nach der Yoga-Stunde machen werde. Oder über das Leben allgemein, Zukunftspläne, dass ich parallel noch einen anderen Termin hätte wahrnehmen können, ob es nachher auf dem Rad nach Hause noch warm genug ist… Irgendwas ist immer in meinem Kopf:-(
    Ich weiß nicht, ob ich es jemals schaffen werde, die Gedanken abzustellen, vermutlich muss man dafür eher Jahre als Monate trainieren. Trotzdem macht es mir Spaß und ich werde ruhiger, schon allein dafür gehe ich hin.
    Berichte auf jeden Fall weiter, wie es dir ergeht:-)
    Viele Grüße
    Leonie

    • Hallo Leonie,
      ja, über die Arbeit denke ich natürlich auch viel nach. Ich habe die Hoffnung, dass das mit dem Gedankenabstellen irgendwann besser wird. Schließlich fällt es am Anfang jede Sekunde schwer, sich auf den Atem zu konzentrieren. Irgendwann gehen vielleicht 5 Sekunden, dann 10 usw.
      Ich berichte weiter, klar :-)
      Danke für deinen Kommentar!
      LG Jasmin

  4. Hallo Jasmin,
    diese Gedanken kennen wohl tatsächlich alle, die ihren Alltag versuchen durch Yoga etwas zu entschleunigen.
    Ich stelle mir immer vor meine Gedanken beiseite zu packen indem ich sie gedanklich auf ein Tuch „lege“ und dann alle vier Ecken darüber zusammenschlage, damit das Päckchen beiseite kann. Schleichen sich dann doch wieder Gedanken in die Übungen und stören, hilft mir das Bild vom in meinem leeren Kopf umherschwebenden Bart Simpson (oder wahlweise einem nahen Angehörigen oder einem eigenen Alter Ego). Sehr lustig dazu..
    Finde eure Arbeit übrigens super und freue mich immer von euch zu lesen.
    Viele Grüße,
    Steffi

    • Hallo Steffi,
      vielen Dank für dein Feedback. Das sind schöne Ideen. Letztens hatte jemand kommentiert, dass man sich in den Sand geschriebene Gedanken vorstellen kann, die vom Wasser weggespült werden. Das ist auch ein schönes Bild.
      Liebe Grüße
      Jasmin

  5. Wenn ich wenigstens Yoga-bezogene Gedanken hätte… Bei mir geht das oft so: „aah, strecken wie eine Katze, das tut gut. Hab ich den Herd ausgemacht? Einatmen, ausatmen. Nachher muss ich noch Brot fürs Abendessen einkaufen. Einatmen, ausatmen. Ich bin hier und jetzt. Meine Fußnägel sollte ich dringend neu lackieren. Türkis wäre doch schön, steht dem Mädel neben mir so gut. Meine Matte müffelt langsam. Ooooom!“
    Zum Glück ist es nicht immer so – in vielen Stunden bin ich ganz Atem :)

    • Hallo Julia,
      das ist so – das ist das Leben. Und es gehört auch zum Yoga. Genau dann, wenn du gedanklich nämlich überall bist, außer auf der Matte, zu sagen „hey, es ist ok, so wie es ist“. Ohne dich schlecht zu fühlen.
      Und das andere Mal, wenn du durch die Stunde fließt, wenn du der Atem bist, wenn kein Gedanke von dir, deinem Körper, abschweift, dann ist die Herausforderung das Ego so weit unter Kontrolle zu halten, dass du nicht mit den Worten „Ich bin eine Yoga-Göttin“ aus dem Studio gehst… :-)

      Viel Spaß beim Üben!
      Michael

  6. Hallo Jasmin,
    danke für die Einblicke in deine Gedanken! Gerade als Yoga-Lehrer finde ich das sehr lustig zu lesen, was die Leute in den Stunden so denken – denn dann kann ich sie genau dort abholen :-)
    lg Michael

  7. Jasmin, ein wirklich schöner, „leichter“ Artikel. Ich als Yogi kenne die Gedanken beim Yoga nur zu gut. Ich persönlich finde diese kleinen Gedanken, die uns beim Yoga kommen gar nicht schlimm ganz im Gegenteil. Die Yogamatte ist ein großartiger Ort, um sich mit dir und vor allem deinen Gedanken zu widmen.

    Bei mir ist es so, dass beim Yoga ich eher positivere Gedanken haben als beispielsweise vor dem Einschlafen.

    Ein kleiner Tipp, den du bestimmt schon von deinem Yogalehrer gehört hast: Versuche leicht laut auszuatmen. Diese Geräuchkulisse hilft dabei, dass du gedanklich beim atmen bleibst. Dein Gedankenkarussel wird automatisch ruhiger.

  8. Hallo Jasmin. Haha. Ein spannender Beitrag – und ja – das kenne ich von mir und das kenne ich auch von meinen Teilnehmern. Manche schaffen es in ihren ersten Stunden kaum, in der Endentspannung die Augen zu schließen … oder sie schauen in der Stunde doch öfters mal zu ihren Nachbarn und und und …. Ich versuche diese so oft es geht zu Beginn der Stunde genau davon zu entbinden. So á la …. das was vorher war, war vorher und das was noch kommen soll – das wartet ganz bestimmt …. und dann lohnt es sich einfach geduldig dem Atem zu lauschen …… immer wieder. Geduldig und mit viel Annahme. Genieß es einfach …. und lächel doch diesen Gedanken einfach freundlich zu …. :-)
    Lg in meine Heimatstadt …. Sandra

  9. Wundervoll, musste schmunzeln! Besonders beim Unterdruck, beim Schnarcher, dem verrutschten T-Shirt und den Socken! Danke dir. :)

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