3 gute Dinge – Wie du deinen Alltag mehr zu schätzen lernst

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Manchmal ist alles doof. Nichts läuft rund. Alles geht schief. Es sind die Tage, an denen ich mich mit wenig Energie aus dem Bett quäle und das Gefühl habe, dass alles Mist ist. Ab und zu liegt es an dem Gedankenkarussell, das mir den Schlaf geraubt hat, einem Streit mit meinem Partner, Stress mit der Familie oder einem zu vollen Wochenende. Vielleicht liegen die letzten anerkennenden Worte zu lange zurück. Ausgerechnet wenn das Selbstwertgefühl-Konto im Minus ist, wartet vielleicht auch noch ein vorwurfsvoller Kommentar im Blog darauf freigegeben zu werden.

Vielleicht kennst du diese Tage. Solch ein Loch ist halb so wild, wenn sich der Fußboden bald wieder hebt und der Rand zum Rausklettern nahe kommt. Doch Menschen in einer depressiven Episode kommen aus dem Tief nicht so schnell heraus. Ich weiß, wovon ich rede, denn vor anderthalb Jahren hatte ich so eine Phase.

Als ich den Blick fürs Positive verlor

Eines der Hauptprobleme war, dass ich den Blick auf die positiven Dinge verlernt hatte. Alles war blöd – wochenlang, monatelang. Ich konnte nicht mehr schätzen, dass mein Job sicher und gut bezahlt war, dass ich auf Dienstreisen die Welt sah und die rechte Hand mit viel Verantwortung war.

Ich sah nur unschaffbare Aufgabenberge, Sinnlosigkeit und um 22:43 Uhr die SMS meiner Chefin beginnend mit: „Wir müssen noch…“

Als mein Körper und Geist im Kollektiv das Handtuch warfen, war ich daraufhin ein halbes Jahr zu Hause, kündigte schließlich und arbeitete mich mühevoll aus einem Burnout heraus. Ein Teil des Weges aus meinem Tief waren die Treffen mit Patrick und einige inspirierende Bücher, von denen ich bis heute zehre.

Denkanstoß für eine neue Gewohnheit

Einen Denkanstoß entnahm ich damals „Happiness Advantage“ von Shawn Achor. Er empfiehlt in dem Buch jeden Tag drei positive Dinge aufzuschreiben. Patrick und ich fanden die Idee spannend und starteten eine geteilte Evernote-Notiz mit drei guten Dingen.

  1. Koch-Flow
  2. Schöner Abend mit Freunden
  3. Im Biergarten eingeladen worden

Anderthalb Jahre und ca. 3.285 gute Dinge später (365 Tage * 1,5 Jahre * 3 gute Dinge * 2 Personen) stelle ich fest: es ist die einzige Gewohnheit, die wir von Beginn an ohne Unterbrechung durchgezogen haben.

Aufgrund der Länge einer Notiz streikte die Evernote-App irgendwann. Also legten wir „Noch 3 gute Dinge“ an, später „3 weitere gute Dinge“.

Bis heute schreiben wir jeden Abend die Highlights des Tages auf. Gemeinsam ist jede Gewohnheit leichter, denn wir treiben uns gegenseitig an und fragen nach, wenn die drei guten Dinge vom Vortag fehlen. Um bis heute durchzuhalten war entscheidend, dass wir jeweils neugierig sind, was dem Anderen Gutes passiert ist.

Wir denken, dass wir ohne das gegenseitige Lesen längst aufgegeben hätten. Demzufolge würden wir dir ebenfalls raten deine drei guten Dinge mit jemandem zu teilen.

Was kann das schon bewirken?

Wir haben anfangs selbst nicht gewusst, was wir von der Gewohnheit erwarten sollen. Es war zunächst eine Spielerei – ich war ohnehin zu Hause und hatte Zeit.

  1. Fußball gucken
  2. Gute Smoothies gemixt
  3. Stand Up Paddling Workout

Heute wird mir immer wieder bewusst, was mir die Gewohnheit gebracht hat. Über negative Ereignisse hätte ich mich früher mehr geärgert und darin eine weitere Ohrfeige des Tages gesehen.

Im Gegensatz dazu denke ich jetzt über einen Platten: ‚Es hätte schlimmer kommen können. Das kannst du heute als eines der drei guten Dinge aufschreiben.‘

Beispielsweise dachte ich vor zwei Wochen, dass ich den Platten in der Pampa, weit weg von einem Radladen, einer Bahnhaltestelle oder meinem Zuhause hätte bekommen können.

Ich zwinge mich die Dinge positiv zu sehen bzw. das Fünkchen Glück zu erkennen. Das hilft mir wahrzunehmen, dass ich – wie neulich auf dem Heimweg – mein Rad nur noch ein paar Hundert Meter schieben muss, statt mehrerer Kilometer.

Auch bei wichtigeren Themen als der Beschaffenheit eines Fahrradschlauches kommt die Gewohnheit zum Einsatz.

  1. 100. Rezension für No Worries
  2. Balkonwetter
  3. Inbox Zero geschafft

Vor einem Jahr ärgerte mich zum Beispiel noch, dass ich meine Traumkarriere aufgeben musste.

Heute sehe ich die positive Wendung, die dieser Richtungswechsel mit sich gebracht hat. Die miesen Umstände in meinem ehemaligen Job brachten mich dazu, neu zu überlegen, wie ich leben und arbeiten will. Wortwörtlich inspiriert von James Altuchers „Choose yourself“ wählte ich gezwungenermaßen ein neues Leben, das mich heute viel glücklicher macht.

Natürlich ist nach wie vor nicht alles rosarot. An ganz schlechten Tagen fällt es mir manchmal immer noch schwer drei gute Dinge zu benennen. Dann zweifle ich: Rede ich mir die Dinge nicht einfach nur schön? Bin ich ein bisschen irre, vergleichbar mit dem Pfarrer im Film „Adams Äpfel“, dass ich krampfhaft das Positive sehen will (weil ein Hirntumor dafür sorgt)?

Es mag den Anschein haben, dass du mit der Gewohnheit lernst, die Dinge zu verdrehen, zu beschönigen, zu verherrlichen. Aber es ist völlig egal, ob du die Ereignisse in deinem Leben übertrieben positiv siehst. Es geht schließlich darum, dass es dir gut geht. Ein großer Teil dafür passiert in deinem Kopf. Im alltäglichen Sorgenstrudel lassen wir uns leicht zu einem Negativfilter verleiten.

  1. Lustiger Poetry Slam
  2. Mailbox-Nachricht von …
  3. Viele motivierende Ideen gehabt

Auch nach schlechten Tagen habe ich mich bisher immer wieder aufs Neue überwunden und doch etwas aufgeschrieben. Und wenn es das gute Wetter war. Ich will die Gewohnheit nicht aufgeben, denn insgeheim weiß ich, dass sie mir schon am nächsten Tag oder ein paar Tage später wieder leichter fallen wird. Außerdem will ich ja wissen, was bei Patrick los war.

Unsere drei guten Dinge

Bestimmt hast du gestern und heute schon viele gute Dinge erlebt. Hier siehst du zur Inspiration einen Auszug aus unseren Tausenden von guten Dingen:

  1. Healthy Session
  2. Sport/Bootcamp/TRX/Fußball
  3. Gutes Essen
  4. Im Café gearbeitet
  5. Produktiv gewesen
  6. Gutes Feedback von …
  7. Viele Besucher auf Healthy Habits
  8. Spaziergang
  9. Gutes Gespräch mit …
  10. Ruhiger Abend
  11. Radrunde bei bestem Wetter
  12. Buch beendet
  13. Geschenk von …
  14. Klar Schiff in der Wohnung gemacht
  15. Zum Kochen überwunden

Vor Kurzem haben wir die Gewohnheit übrigens leicht abgewandelt. Wir versuchen nun jeden Tag mindestens fünf gute Dinge aufzuschreiben, denn manchmal scheint es uns zu leicht drei gute Dinge zu finden. Wenn wir eine Healthy Co-Working-Session zusammen verbringen, danach Sport gemacht haben und schönes Wetter war, sind drei gute Dinge schon gesetzt. Doch wir wollen trainieren noch mehr gute Dinge wahrzunehmen.

Willst du es probieren?

Ob und welche der folgenden Varianten dir liegen, probierst du am besten selbst aus. Mit Variante 2 sind wir sehr zufrieden und überzeugt, dass uns die Gewohnheit nachhaltig in Sachen positive Wahrnehmung geschult hat.

Variante 1

Lege dir Zettel und Stift neben dein Bett und schreibe jeden Abend drei gute Dinge auf, die dir passiert sind.
Vorteil: Du brauchst nur diese einfachen Hilfsmittel und behältst die Dinge für dich.
Nachteil: Deine Motivation könnte schnell sinken, da dir niemand über die Schulter schaut.
Lösungen: Du kannst den Zettel deinem Partner vorlesen oder wählst Variante 2.

Variante 2

Erstelle eine digitale Evernote per App oder Browser und teile sie mit einem Buddy (oder auch per Whatsapp).
Vorteil: Du bist nicht allein und wirst durch deinen 3-gute-Dinge-Buddy motiviert.
Nachteil: Du wirst manchmal ein oder zwei Dinge mehr überlegen müssen, wenn du intime gute Dinge nicht teilen willst. Außerdem brauchst du ein Handy, ein Tablet oder ein anderes Gerät, was einen Engpass darstellen kann (hilft nicht gerade beim Digital Detox!).
Lösung: Du kannst deinen Eintrag tagsüber machen, wenn du ohnehin an einem Gerät arbeitest.


Welche drei guten Dinge hast du heute erlebt? Mache einen Anfang und schreib in einem Kommentar deine drei guten Dinge!

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