Alles in Maßen: Wie du deine Ernährung unter Kontrolle behältst

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Was ist deine größte Herausforderung?

Diese Frage stellen wir unseren Lesern, wenn sie den Healthy Newsletter abonnieren. Manche Antworten tauchen immer wieder auf – zum Beispiel die maßvolle Ernährung. Damit kämpfen viele unserer Leser. In ihren eigenen Worten liest sich das so:

  • „Ständig denke ich an Chips, Schokolade, Torte. Gucke auf die Uhr wann ich wieder etwas essen darf. Ich möchte einfach nur normal essen. Essen, wenn ich hungrig bin und aufhören, wenn ich satt bin. Doch ich schaffe es einfach nicht.“
  • „Zur Zeit beschäftigt mich meine Unfähigkeit, mit dem Essen aufzuhören.“
  • „Kann man es schaffen, Süßigkeiten maßvoll zu essen?“
  • „Heißhungerattacken! Ich esse in kurzer Zeit viele ungesunde Nahrungsmittel und kann nicht mehr aufhören, bis mir übel ist!“
  • Ich fühle mich von mir selbst sabotiert. Wenn ich mir vornehme, ein gesundes Abendessen mit wenigen Kohlenhydraten zu essen, bekomme ich bald Heißhunger auf alles Kohlenhydrathaltige im Schrank. Da spielt sich ein innerer Kampf ab, bei dem immer der Schweinehund gewinnt. Dann habe ich einen richtigen Fressanfall.“

Ich kenne das nur zu gut. Bis vor einigen Jahren schaufelte ich an vielen Abenden alles in mich hinein, was die Vorräte hergaben. Bei mir gab es nicht einfach ein Abendessen. Nein, danach ging es erst richtig los. Der ganze Abend bestand aus Essen. Nach einer Mahlzeit aß ich noch Fruchtquarks, Eiscreme, Kekse, Erdnussflips, Nutellabrote etc.

So maßlos esse ich heute nicht mehr. Dennoch finde ich an manchen Abenden kein Ende. Ich snacke mich regelrecht durch sie hindurch. Dabei braucht mein Körper kurz vor der Nachtruhe diese Energiezufuhr nicht mehr.

Trotzdem hat sich bei mir viel verbessert. In diesem Text geht es um meine Strategien für maßvolles Essen. Ich habe nicht auf alles eine Antwort, aber ich kann dir zeigen, was mir hilft, meine Ernährung unter Kontrolle zu behalten.

Ich esse echtes Essen

Wenn du hier schon länger mitliest, ist das für dich keine Überraschung mehr. Es verliert aber auch nicht an Wahrheit, nur weil ich es häufig erwähne.

Würden wir uns konsequent gesund ernähren – das heißt, unverarbeitete pflanzliche Lebensmittel essen – müssten wir uns nicht fragen, wie eine maßvolle Ernährung gelingen kann. Die Nähr- und Ballaststoffe würden schon dafür sorgen, dass wir ziemlich bald mit dem Essen aufhören. Wer abends an Gemüse knabbert, hat schnell einfach keine Lust mehr. Das ist von der Natur so gewollt.

Wie viel wir essen wird nur dann zum Problem, wenn das Was schlecht ist. Je stärker ein Lebensmittel verarbeitet ist – und Zutaten wie Zucker, Fett, Salz oder Weizenmehl enthält –, desto eher setzt diese Energie in unseren Fettpolstern an und desto schwieriger ist es, mit dem Essen wieder aufzuhören. Am deutlichsten spürt man das bei Süßigkeiten: Die Mischung aus Fett und Zucker macht uns dick und krank – ist aber so unwiderstehlich, dass wir immer mehr davon wollen.

Deshalb gilt: Iss echtes Essen! So gut es eben geht. Klar ist aber auch, dass das in der heutigen Welt nicht zu 100 Prozent funktioniert. Wir schaffen es zu etwa 80 Prozent. Die anderen 20 Prozent sind für unsere schlanke Linie nicht ideal, aber dick werden wir von ihnen nicht. Das Problem besteht eher darin, dass diese 20 Prozent uns kontrolliertes Essen erschweren. Wenn ich mich mal an etwas überesse, dann sind es keine Karotten, sondern diese weniger gesunden Lebensmittel.

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Ich achte darauf satt zu werden

Wenn ich mich nicht den ganzen Tag von einem Snack zum nächsten futtern möchte, brauche ich drei vollwertige Mahlzeiten. Sättigung ist für mich wichtig. Bleibt diese aus, ist der nächste Snack nicht weit und dieser ist im Zweifel ungesünder als eine richtige Mahlzeit.

Satt wirst du am besten, indem du diese drei Dinge beherzigst:

1. Iss echtes Essen: Ja, das hatten wir schon. Echte Lebensmittel sind aber nicht nur gesund, sondern sättigen auch gut. Sie enthalten deutlich mehr Nähr- und Ballaststoffe als Industrieware. Deshalb sättigen uns 100 Kalorien aus frischen Lebensmitteln besser als die gleiche Kalorienzahl aus Fertigprodukten.

2. Iss genug: Satt werden bedeutet auch genug zu essen. Ich will mich nicht selbst betrügen, indem ich die Portion unnötig klein halte und mir die fehlende Energie anschließend über Snacks zurückhole. Gerade von frischen Lebensmitteln müssen wir viel essen, da ihre Energiedichte häufig gering ist. Gib dich daher nicht mit einer kleinen Portion Salat zufrieden. Wenn du Salat isst, dann schlag richtig zu.

3. Nimm dir Zeit: Je mehr Zeit ich mir fürs Essen nehme, desto satter werde ich auch ohne viel zu essen. Das funktioniert am besten, wenn ich in Gesellschaft esse und mich gut unterhalte. Bin ich jedoch allein, muss ich mich schon mehr dazu zwingen, mir Zeit zu nehmen. Auch hier helfen wieder echte Lebensmittel, denn wenn ich erst 30 Minuten in der Küche stehe, schlinge ich anschließend nicht alles im Stehen herunter, sondern decke den Tisch und genieße meine Mahlzeit.

An manchen Tagen nehme ich mir nicht die Zeit für drei sättigende Mahlzeiten, sondern esse irgendwas Schnelles von geringerer Qualität. In den meisten Fällen verfolgt mich das für den Rest des Tages, indem ich ständig das Verlangen nach weiteren Snacks spüre. Zu maßvollem Essen gehören deshalb sättigende Mahlzeiten dazu.

Wenn du nicht weißt, was du kochen sollst: Hier findest du unsere Rezepte.

Ich esse mit Sinn und Verstand

In seinem Buch „Essen ohne Sinn und Verstand“ erklärt Brian Wansink weshalb wir häufig mehr essen, als wir brauchen, ohne dass es uns bewusst ist. Wenn wir 20 Gramm Nudeln mehr ins kochende Wasser werfen, merken wir das gar nicht. Es macht uns auch nicht spürbar satter, aber wir nehmen zusätzliche Energie auf, die wir nicht benötigen.

Ausgerechnet von Nudeln verwenden wir ohnehin zu große Mengen, da sie auf dem Teller nach sehr wenig aussehen. Auf der anderen Seite nehmen wir zu wenig Gemüse, denn die gleiche Menge an Kalorien ist viel voluminöser. Angenommen wir möchten unsere Energie zur Hälfte aus Gemüse und zur Hälfte aus Pasta aufnehmen, dann müsste auf dem Teller ein großer Berg Grünes und eine kleine Portion Nudeln liegen. Doch so sehen die wenigsten Mahlzeiten aus.

Lass dich von diesen optischen Täuschungen nicht irritieren, sondern nimm bewusst mehr von den gesunden Lebensmitteln. Wenn es dir hilft, wiege anfangs alles ab. Unterstütze dich auch selbst, indem du für die gesündesten Lebensmittel große Gefäße verwendest (dann wirken sie weniger) und für ungesunde Lebensmittel kleine Gefäße (dann wirken diese mehr). Achte auch darauf, wie viel Essen du insgesamt zubereitest. Koche für dich selbst eine Mahlzeit oder zwei – aber nicht anderthalb.

Mit solchen kleinen „Tricks“ machst du dir das Essen bewusster und behältst die Kontrolle.

Ich esse nicht zu früh am Abend

Oft heißt es, man solle nicht zu spät am Abend essen, damit der Körper die Energie noch verwerten kann. Ob das wirklich sinnvoll ist, weiß ich nicht. Es ist mir auch ziemlich egal, denn meine Essenszeiten werden ohnehin durch den Alltag diktiert.

Da ich an vielen Abenden Sport treibe, esse ich oft spät, zwischen 20 und 21 Uhr. Doch selbst an sportfreien Tagen versuche ich nicht zu früh zu essen. Denn, wenn ich um 18 Uhr esse, bin ich anschließend immer noch fünf Stunden wach. Das ist zu lange, um ohne (ungesunde) Snacks durch den Abend zu kommen. Wenn ich erstmal Hunger habe, reichen ein paar Karotten zum Knabbern nicht mehr aus. So sind ungesunde Snacks vorprogrammiert, weil ich die Hauptmahlzeit zu früh gegessen habe. Da ich das weiß, esse ich lieber später und insgesamt weniger.

Ich trinke statt zu essen

Ich fülle meinen Magen lieber mit Wasser oder Tee als mit ungesunden Snacks. Gerade, wenn ich keinen Hunger, sondern nur Appetit verspüre, kann ein Getränk schon helfen.

Um mehr zu trinken, stelle ich nach Möglichkeit immer eine Karaffe in Sichtweite. In diese fülle ich Leitungswasser zusammen mit Obst und Kräutern. Alternativ brühe ich eine Kanne Tee auf und lasse diese abkühlen. Ich trinke ihn kalt oder lauwarm. Am Abend trinke ich auch gern ein Glas Wein. Das hält mich vom Essen ab.

Je mehr ich trinke, desto weniger esse ich.

Ich habe klare Regeln für Snacks

Obwohl ich echte Lebensmittel zubereite, satt werde, mit Sinn und Verstand esse und viel trinke, komme ich um Snacks nicht ganz herum. Am meisten stören sie mich nach dem Abendessen. An manchen Abenden nehme ich noch eine Menge Energie in Form von Müsli, Obst, Nüssen, Trockenfrüchten und Vollkornbrot zu mir. Immerhin – diese Snacks sind deutlich gesünder als meine Fressorgien vor einigen Jahren. Gänzlich ungesunde Snacks kommen für mich nicht mehr in Frage, da ich sie nicht in meinem Haushalt habe. Ich halte mich von allem fern, wovon ich im Zweifel nicht die Finger lassen könnte. So kann ich meine Laster bestmöglich vermeiden.

Meine heutigen Snacks sind zwar gesünder, trotzdem braucht mein Körper diese Energie am Abend nicht mehr. Jetzt packe ich diese Gewohnheit endlich einmal an. Zurzeit snacke ich nach dem Abendessen entweder nichts oder nur Gemüse. Ich knabbere dann also an Karotten, Gurken, Kohlrabis oder Radiesschen. Auch wenn Gemüse weniger befriedigend wirkt, klappt es bisher sehr gut. Dabei hilft mir für den Anfang eine Challenge, die ich mit Jasmin vereinbart habe. Ihr gegenüber fühle ich mich verantwortlich standhaft zu bleiben. Ob das auch langfristig funktioniert, muss sich noch zeigen. Doch immerhin lerne ich, dass es grundsätzlich möglich ist ohne ungesunde Snacks durch den Abend zu kommen.

Was sonst noch hilft

All diese Ratschläge sind vergleichsweise leicht umzusetzen. Aber um ehrlich zu sein, lässt sich maßloses Essen nicht immer so einfach abstellen. Sonst würden wir es alle tun und ich müsste mir nicht mit Challenges auf die Sprünge helfen.

Nicht mit dem Essen aufhören zu können hat fast immer tiefer liegende Gründe. An diese müssen wir ran. Schließlich hängt alles mit allem zusammen. Das ist unser Ansatz bei Healthy Habits: Eat, Move, Feel, Grow. Gerät eine Säule außer Kontrolle, leiden auch die anderen.

Wenn ich emotional schwach bin, ist mir alles egal. Dann schlage ich zu. Bei körperlichen Beschwerden gilt das gleiche. Sobald mir nur leicht der Schädel brummt, fällt jede Zurückhaltung. Auch Langeweile ist ein Grund fürs Daueressen. Diese Beispiele zeigen, wie wichtig es für eine gesunde Ernährung ist, auch in anderen Belangen auf sich zu achten.

Essen ist leider eine schnelle Ersatzbefriedigung für viele Dinge, die in unserem Leben nicht rund laufen. Solange diese Baustellen brachliegen, ist der Versuch einer maßvollen Ernährung ein Kampf gegen Windmühlen. Auf lange Sicht solltest du deshalb auch abseits des Essens an den Herausforderungen arbeiten, die dich unzufrieden machen. Dafür bist du bei Healthy Habits genau richtig.


Weiterführende Lektüre zu diesem Thema:

Foto: Frau am Kühlschrank von Shutterstock

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12 Kommentare

  1. Hi Patrick,

    schöner Artikel.

    Ich empfehle dir das Buch „Intuitiv abnehmen: Zurück zu natürlichem Essverhalten“. Ich lese es gerade, bis zu ca. 70% durch und finde, es öffnet einem die Augen.

    Viele Grüße

    Fabian

  2. Hallo Fabian,

    danke für den Buchtipp! Momentan habe ich noch keine Lust auf neue Ernährungsbücher, aber ich hab’s mir auf den Wunschzettel gelegt.

    Viele Grüße
    Patrick

  3. Moin moin Patrick,
    mit deinem Post hast du bei mir genau ins schwarze getroffen. Nachdem ich 10kg abgenommen habe geht es seit Monaten immer hoch und runter.ich komme einfach nicht unter 95 kg. Dabei habe ich genau mit den beschriebenen Fressatacken zu tun. Das richtige Mass finden ist mein Thema für dieses Jahr. Alles was du schreibst trifft zu. Danke für die Motivation

  4. Hallo Patrick,
    da kann ich dir insgesamt zustimmen.

    Vor allem das mit dem „zu früh am Abend“, ich bin auch der Überzeugung, dass das oft missverstanden wird. Die 18Uhr-Regel kommt noch aus einer Zeit, in der die Menschen früh ins Bett sind und früh am Morgen aufgestanden sind. Wenn ich also regelmäßig um 22 oder 22.30Uhr ins Bett gehe, dann macht das schon Sinn. Aber viele Menschen arbeiten heutzutage viel länger. Haben Spätschichten (mittlerweile nicht nur die Hotelindustrie sondern auch Supermärkte etc. sind teilweise bis 22.00Uhr geöffnet). Das heisst, dass diese Menschen eben spät von der Arbeit nach Hause kommen und vielleicht noch länger wach bleiben, weil sie grad noch so viel Energie haben. Und dann kämpft man auch mit dem Hunger. Daher ist es sinnvoll sich für so spät eben gesunde Snacks zu überlegen.

    Wenn jemand selbstständig arbeitet und grundsätzlich eher nachts als tagsüber arbeitet, ist das natürlich noch mal eine andere Sache. Generell denke ich, dass man so ca. 3-4 Stunden bevor man ins Bett geht, eine große Mahlzeit zu sich nehmen sollte, aber das ist auch wieder bei jedem Menschen anders. Zumindest darf man sich ruhig überlegen, „wie ist meine Situation, wie aktiv bin ich abends noch“ und die Essgewohnheiten dementsprechend anpassen.

    Und das mit dem Trinken habe ich aber auch gemerkt, oft bei Heißhunger ist es gar nicht wirklich
    Hunger sondern tatsächlich Durst. Also erst mal ein großes Glas Wasser, kurz abwarten und wenn man immer noch Hunger hat (was meist durch das Wasser im Magen dann nicht mehr wirklich vorkommt), dann kann man tatsächlich etwas essen. Das habe ich zumindest jetzt ein paar Mal gemacht (wenn ich bei Heißhunger kurz wieder Herrin über meine Sinne geworden bin ;) ) und muss sagen, dass es ganz gut funktioniert.

  5. Hallo Patrick,

    alles was du geschrieben hast ist richtig, nur sein Leben immer so zu führen, das es keine Probleme(Herausforderungen) gibt, ist schwierig oder überhaupt nicht möglich, deshalb sucht der der Mensch (ich) Ersatzbefriedigungen.
    Was gibt es für tolle Ersatzbefriedigungen, ausser Gemüse snaken, Wasser/Tee trinken, Sport machen ?
    Ich bin jetzt nicht stark übergewichtig (BMI 26), aber versuche sein Jahren das überflüssige Bauchfett loszuwerden, hast du dazu eine Lösung ?

    liebe Grüsse
    Harald

    • Hi Harald,

      ohne Probleme geht’s nicht, das ist völlig klar. Bei mir auch nicht. Ich snacke ja auch immer wieder herum. Oft ist Hunger nicht der Grund dafür. Das Leben besteht aber nicht einfach nur aus Problemen, sondern auch aus Lösungen. Snacken ist nicht die Lösung, sondern ein Symptom des Problems. Es gibt nicht die eine Lösung für alles. Jeder muss sich genau anschauen, weshalb man eine Ersatzbefriedigung braucht. Ersatz wofür? Wie kann man das bekommen, was man eigentlich will?

  6. Oh, toller Artikel! Ich habe das „gesunde Essen“ eigentlich voll im Griff, nehme fast nur echtes Essen zu mir, und bin trotzdem noch nicht zufrieden, weil ich mich einfach fast immer „überesse“. Es ist schon mal schön zu lesen, dass es anderen (vernünftigen ;)) Menschen ähnlich geht, und dass andere dieses Problem auch hauptsächlich abends haben.
    Ich weiß auch in dem Moment, in dem ich esse, dass jetzt nicht Hunger das Problem ist…habe aber auch noch keine andere „Lösung“ gefunden, die in dem Moment meine „Spannung“ nehmen könnte…da hilft nur „Reinschieben, Kauen, Schlucken“….

    Ich wäre an weiteren Artikeln zu diesem Thema interessiert!
    Habe eben erst Eure Seite entdeckt und werde mal weiterstöbern… :)

  7. Hallo Patrick,

    ein toller Artikel der mich zum ersten mal auf Eure Webseite geführt hat, mit wirklich hilfreichen Tipps. Besonders Dein Hinweis auf die tieferliegenden Ursachen des maßlosen Essen kann ich aus eigenen Erfahrung nur bestätigen.

    Mir ist es auch viele Jahre so ergangen, besonders am Abend meinen stressigen Tag mit maßlosem Essen zu beenden. Ich habe es immer als meine Zeit empfunden, in der ich nun endlich dran bin.

    Mir war vom Kopf her zwar klar, dass das nichts mehr mit normalem Hunger zu tun hatte, doch es verschaffte mir auf schnellstem Wege ein wohliges, zufriedenes Gefühl und ließ mich zur Ruhe kommen.

    Heute weiß ich, es ist das Notfallprogramm meines Gehirns, weil es bei Stress einen erhöhten Energieverbrauch hat, dass mich zu diesen Essgelüsten verleitet. Um auf Dauer aus dieser Spirale herauszukommen hat es mir geholfen, mich auf die Suche nach meinen ganz persönlichen Stressauslösern zu machen. Dazu gehört die ganze Palette von inneren Konflikten wie: die eigenen Bedürfnisse vernachlässigen, negative Gefühle unterdrücken, Unzufriedenheit mit bestimmten Lebenssituationen, Sorgen und Ängste usw.

    Wie stark meine innere Befindlichkeit mein Essverhalten steuert habe ich erkannst, als ich mich intensiv darum kümmerte. Als Nebeneffekt brauchte ich ganz von selber immer weniger diese Ersatzbefriedigung.

    Meine Erkenntnis: Je maßloser mein Essverhalten umso weniger habe ich meine wirklichen Bedürfnisse beachtet.

    Liebe Grüße
    Diana

  8. Das Problem Gewicht und Diäten kenne ich auch. Hab vieles schon probiert. Dann irgendwann vor über zwei Jahren im Oktober habe ich entschieden etwas zu ändern. Stück für Stück habe ich mein Essverhalten geändert.
    Wichtig ist was ich mir in mein Haushalt bringe. Wenn ungesundes Essen nicht kaufe, dann kann ich es nicht essen. Ich hab über ein Jahr gebraucht, um den Punkt zu erreichen, an dem ich merke das ich satt bin. Wichtig war für mich keine Diät zu machen, bei der ich in kurzer Zeit Erfolge sehe. Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich mir nichts verbieten werde. Wenn ich halt Lust auf ein Kuchen habe, dann esse ich diesen. Wichtig ist, dass ich das nicht als Zwischenmahlzeit dann ansehe, sondern gleich als eine Mahlzeit. Ich esse dieses Stück Kuchen mit Genuss und ohne schlechtes Gewissen. Die Light-Produkte sind komplett aus dem Einkauf gestrichen.
    Was ich gemacht habe, ich bin in meinem Einkaufsmarkt durch alle Abteilungen durchgegangen und hab mal die Inhaltsstoffe von den Produkten gelesen.
    Ich gehe jetzt mittlerweile ohne Probleme an Süssigkeiten und Chips vorbei. Schon allein der Gedanke, dass ich Geld für bestimmte Inhaltsstoffe ausgebe, lässt mich die Produkte im Regal stehen. Außerdem denke ich mir, dann gebe ich Geld für etwas aus, damit es mir schlecht geht. Bei mir ist auch die Phänomen, dass ich Chips gegessen hab bis die Tüte leer war. Ich nehme auch nicht diese Gemüsechips mit. Ich kaufe mir auch Karotten. Naturjoghurt statt den Fruchtjoghurt, der kein Fruchtjoghurt ist.
    Für mich wichtig ist, dass ich fast jeden Tag einkaufen gehe. Ich hab dann automatisch nur soviel Lebensmittel da, wie viel ich tatsächlich benötige. Ich kaufe tatsächlich auch nur das was ich wirklich benötige. Ich schaffe das tatsächlich. War ein Lernprozess. Angebote bei Lebensmittel beachte ich nicht. Hier wird eh darauf gezielt das ich mehr kaufe. Seit ich tatsächlich nur nach Bedarf kaufe, spare ich zusätzlich noch. Ich werfe auch fast keine Lebensmittel mehr weg.
    Durch meinen Berufsalltag kann ich auch keine festen Essenszeiten einhalten. Somit dieses Konzept ist mein Konzept und nicht das für jemand anderen. Jeder hat einen anderen Alltag und verträgt z.B. bestimmte Produkte nicht.
    Ich muss aber auch sagen, dass ich jeden Tag Disziplin aufbringen muss und alles harte Arbeit. Jeder denkt, dass die 50 Kilo, die ich verloren hab einfach so geschafft sind. Mein Ziel sind noch 14 Kilo zu schaffen und dann den Punkt zu finden, dass ich nicht mehr zunehme oder abnehme. Ich denke so in 2 Jahre werde ich das Ziel erreichen.

  9. Hallo Patrick,

    ich finde eure Seite echt gut und sehr hilfreich bei meiner Ernährungsumstellung – weiter so! :-)
    Ich versuche möglichst wenig Brot und Brötchen zu essen, aber ist denn selbstgebackenes Brot mit Dinkelmehl „besser“ als Weizenbrot?

    Liebe Grüße
    Jenny

    • Hallo Jennifer,

      unsere Meinung ist, Getreide grundsätzlich nur in Maßen zu essen, aber wenn Getreide, dann eher kein Weizen und wenn schon Weizen, dann am besten Vollkorn. Dinkel wäre nach dieser Logik jedenfalls besser als Weizen :-) Es ist aber auch kein Freifahrtschein dafür, viel Brot zu essen.

      Viele Grüße
      Patrick

  10. Mein Problem ist sehr sehr selten ungesundes. Meine Hauptmahlzeiten bestehen auch aus sehr viel Gemüse und gesunde Beilagen wie Reis oder Quinoa. Mein Problem ist eher, dass ich dann davon die doppelte oder dreifache Menge esse die ich brauche. Ich esse manchmal sogar nur zwei Hauptmahlzeiten und keine Snacks und bin total satt gefressen und fühle mich schwer trotz des gesunden Essens. Das ist doch Wahnsinn oder ? Da übt man Jahre lang und bleibt dran von dem Rest sich los zu lösen und das wirklich nur selten zu wollen und dann so was :D. Echt ironisch, dass der Körper sich so sehr an die vielen Kalorien gewöhnt hat und an das ,,Satte,, in den meisten Fällen bei mir eher das Vollgefressene. Ich glaube dieses Problem kommt nämlich als nächstes : wie kriegt man es hin mit einer Faustmenge auszukommen?:D ich esse manchmal 5-7 meiner Fäuste. Wäre interessant wenn ihr darüber mal schreiben würdet;) viele Freunde von mir haben ein ähnliches Problem. Nur gesellschaftlich sagt dir ja nie einer was wenn du ,,viel zu viel vom gesunden ,, isst, ganz im Gegenteil sie feiern es noch, dass man als ,,gesund lebender,, Mensch so viel Appetit auf Gesundes hat… Tja …Leider auch ein Problem.

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