10 Ausreden, die dich vom Sport abhalten (und wie du sie überwindest)

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Kennst du das auch? Du nimmst dir schon den ganzen Tag vor, am Abend Sport zu treiben. Aber kaum bist du zu Hause erfindet dein Gehirn eine Ausrede nach der anderen. Plötzlich ist es draußen zu kalt, du bist zu müde und dein liebstes Laufshirt ist in der Wäsche.

Diese Ausreden sind Symptome für Widerstände. Sie sind eine Begleiterscheinung jeder neuen Gewohnheit. Wenn du dich in Gedanken mal wieder selbst vom Sport abhältst, dann reflektiere genau, welcher Widerstand dir da begegnet und wie du ihn überwinden kannst. Hier sind zehn typische Ausreden:

1. Ich habe keine Zeit

Die Mutter aller Ausreden: Keine Zeit! Passt auf alle Lebenslagen. Sagt aber nichts darüber aus, wie viel Zeit du hast (24 Stunden pro Tag), sondern wie du dein Leben priorisierst. Wenn du nicht wenigstens ein oder zwei Stunden in der Woche für deinen Körper übrig hast, musst du mal ganz tief in dich gehen, und dich fragen, was dir im Leben wichtig ist.

Wir alle vertrödeln jeden Tag Zeit mit unwichtigen Kleinigkeiten. Meist unbewusst. Für den Anfang würde es schon genügen, zehn Minuten davon abzuknapsen. In dieser kurzen Zeit kannst du schon ordentlich ins Schwitzen kommen. Nimm sie dir noch heute!

Am besten funktioniert das, wenn du einen Termin mit dir selbst vereinbarst. Nimm dir also eine konkrete Zeit vor, z. B. gleich nachdem du morgens aus dem Bett steigst oder sofort nachdem du abends nach Hause kommst.

2. Ich habe keine Ausrüstung

Der moderne Mensch denkt, dass man ohne das passende Equipment keinen Sport treiben könne. Um eine einfache Bewegung wie Laufen durchzuführen, braucht er teure Laufschuhe, atmungsaktive Kleidung, ein Smartphone, Kopfhörer und vielleicht noch ein paar weitere Gadgets. Das Lauferlebnis muss schließlich minutiös gemessen und anschließend bei Facebook geteilt werden.

Das ist alles nicht notwendig! Für Konditionssport braucht man keinen Heimtrainer, zum Joggen braucht man keine 500 Euro teure Ausrüstung, und für Kraftsport braucht man keine Hanteln und auch keine Klimmzugstange.

Überlege dir, welchen Sport du ganz ohne Ausrüstung treiben kannst. Zur Not entkleidest du dich bis auf die Unterhose und machst Kraftsport in deinem Wohnzimmer – nur mit deinem Körpergewicht. Auch Joggen kannst du ohne modernste Kleidung. Lauf erstmal los. Wenn es zur Gewohnheit wird, kannst du immer noch in bessere Laufschuhe investieren. Auf Dauer ist das empfehlenswert.

3. Das Fitnessstudio ist zu weit weg oder zu teuer

Eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio beruhigt eher das Gewissen als dass sie wirklich zur Fitness beiträgt. Fitnessstudios leben schließlich davon, dass ihre Mitglieder selten auftauchen (aber das Gefühl haben, etwas zu tun). Ich habe das selbst jahrelang mitgemacht. Doch selten waren die Besuche mehr als ein Alibi.

Um Sport zu treiben, brauchst du kein Fitnessstudio. Du kannst das alles draußen oder zu Hause machen oder dich mit Freunden zum Mannschaftssport verabreden. In der Zeit, die du benötigst, ins Fitnessstudio zu fahren, könntest du schon ordentlich schwitzen.

4. Das Wetter

Das Wetter spielt nie so richtig mit, oder? Man könnte meinen, es verschwöre sich gegen alle Sportler. Mal ist es zu warm, mal zu kalt, zu dunkel, zu hell, zu nass, zu trocken, zu windig, zu windstill. Irgendetwas ist immer.

Es ist ja löblich, dass du Sport in der Natur treiben möchtest. An der frischen Luft ist es besser als drinnen. Dann mach es aber auch!

Man kann bei nahezu jedem Wetter Sport treiben. Na klar läuft es sich am schönsten bei 20 Grad und Sonnenschein. Aber es geht auch anders. Ich bin schon häufig im Regen gelaufen und auch bei -10 Grad. Das kostet zunächst Überwindung, aber wenn ich erst einmal unterwegs bin, macht das durchaus Spaß. Die Umgebung ist viel ruhiger, da die meisten Menschen bei dem Wetter zu Hause bleiben.

5. Sport ist zu langweilig

Wenn dir Sport zu langweilig ist, gestaltest du ihn nicht interessant genug. Läufst du auf einem Sportplatz deine einsamen Runden? Dann ist es kein Wunder, dass du dich langweilst.

Joggen zähle ich auch zu den langweiligeren Sportarten, aber selbst das lässt sich ordentlich aufpeppen. Ich laufe nie Runden sondern suche mir lange Strecken. Wenn ich wenig Lust habe, laufe ich etwas schneller. Dann beschäftigt mich nicht die Langeweile sondern die Anstrengung. Auch Intervalle machen einen Lauf wesentlich spannender. Du kannst auch deine Lieblingsmusik hören, ein Hörbuch oder einen Podcast. Oder du schnappst dir einen Freund und unterhältst dich mit ihm.

Neben dem Laufen gibt es noch unzählige andere Sportarten, die viel spannender sind. Ich mag am liebsten Mannschaftssport und Bootcamp-Training. Da vergeht die Zeit immer wie im Flug. Wenn ich Kraftsport treibe, sorge ich in den Übungen für Abwechslung. Außerdem möchte ich mich regelmäßig steigern. Somit stehe ich mit mir selbst im Wettbewerb, was die Spannung erhöht.

6. Ich weiß nicht, welchen Sport ich treiben soll

Vorbereitung ist die halbe Miete. Wenn ich nicht weiß, was ich überhaupt machen soll, mache ich nichts. Und schwups, schon sind wieder drei Monate vorüber, in denen ich nichts gemacht habe.

Wir müssen Sport aber nicht zur Raketenwissenschaft machen. Es ist nur Sport. Jeder kann Sport treiben und Millionen Menschen tun es jeden Tag.

Erstelle eine Liste mit fünf Sportarten, die du gern einmal ausprobieren würdest. Dann informiere dich, was du dazu brauchst und wo du den Sport in deiner Nähe treiben kannst.

Am besten startest du mit Sportarten, die geringe Einstiegshürden haben. Also solche, die keine teure Ausrüstung oder lange Mitgliedschaften erfordern. Frage am besten auch deine Freunde, was sie so machen. Dich jemandem anzuschließen macht den Einstieg leichter. Und dann mach!

7. Ich bin zu müde

Du kommst nach einem langen Arbeitstag nach Hause und sollst jetzt noch Sport treiben? Du bist zu müde, das verstehe ich. Doch bist du so müde, dass du gleich ins Bett gehst oder schleppst du dich nicht sowieso noch sechs Stunden durch den Tag? Dann kannst du auch Sport machen. Dadurch wirst du sogar wieder richtig munter, denn Sport kurbelt deinen Kreislauf an. Ich bin immer dann müde, wenn ich lethargisch im Bett herumliege. Kaum stehe ich auf und mache etwas, bin ich wieder wach.

Falls du beim Sport trotzdem nicht so richtig auf Touren kommst, solltest du einmal verschiedene Tageszeiten ausprobieren. Ich kann z. B. morgens nicht Joggen. Ich laufe seit Jahren, aber wann immer ich es morgens probiere, wird es zum Krampf. Am Nachmittag oder Abend klappt das viel besser. Kraftsport ist morgens jedoch kein Problem.

8. Ich bin für Sport nicht gemacht

Du hast wahrscheinlich schlechte Gene, oder? Der liebe Gott hat’s einfach nicht so gut mit dir gemeint. Na ja, das ist natürlich auch eine Ausrede. Unsere Körper sind auf Bewegung ausgelegt. Wir müssen sie sogar bewegen, um nicht krank zu werden. Wenn du dich also zu Sport nicht in der Lage fühlst, liegt das nur daran, dass du es verlernt hast.

Zu behaupten, du seist für Sport nicht gemacht ist eine typische Opferrolle. Du weist jede Verantwortung von dir und ergibst dich deinem Schicksal.

Das muss nicht sein! Du kannst deinen Körper trainieren. Wähle ein oder zwei Sportarten und übe diese regelmäßig. Nach einigen Wochen wirst du erste Erfolge feststellen. Wenn dir die Sportart nicht liegt, wähle eine andere. Es gibt genug Auswahl.

9. Morgen ist auch noch ein Tag

Ja, du kannst auch noch morgen Sport treiben. Aber ich verrate dir ein Geheimnis über morgen: Es wird sich genauso anfühlen wie heute. Auch morgen wirst du keine Lust haben, Sport zu treiben und wirst dir wieder denken, dass morgen auch noch ein Tag ist. Dann sind wir schon bei Übermorgen. Du siehst wohin das führt.

Sport auf morgen zu verschieben ist eine klare Ausrede. Das Problem liegt woanders. Reflektiere einmal, was der eigentliche Widerstand ist. Was hält dich davon ab, heute Sport zu treiben? Ist es vielleicht eine der Ausreden eins bis acht?

10. Sport ist Mord

Diesen Spruch kennen wir alle. Früher habe ich ihn auch oft benutzt, denn ich hatte selten Lust auf Sport. Also redete ich mir ein, dass Sport irgendwie schädlich sein könnte.

Gefährlicher als Sport zu treiben ist allerdings, keinen Sport zu treiben. Der moderne Alltag gibt uns wenig Gelegenheit zur Bewegung. Ich verdiene mein Geld am Computer und muss mich beruflich gar nicht bewegen! Dafür sind unsere Körper nicht gemacht. Wir sind dafür verantwortlich, dieses bequeme Leben mit Sport auszugleichen, um noch lange beschwerdefrei leben zu können.

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11 Kommentare

  1. Hallo Patrick.
    Cooler Artikel. Ich kann dir bei allen Punkten zustimmen.
    Einen Klassiker habe ich noch bemerkt, den ich in meiner Arbeit als Sportmentaltrainer und Sportler oft höhre: ich habe mich auf etwas anderes eingestellt.

    Lg Johannes

  2. Bei mir war’s das das Wetter. Seitdem ich das erkannt habe, bin ich folglich vom Laufen umgeschwenkt auf Turnen: Das kann ich wetterunabhängig ohne Geräte jederzeit bei mir zu Hause machen.
    Ich hab auch noch eine andere Ausrede: Kinder.
    Deshalb möchte ich http://www.laufmamalauf.de empfehlen! Außerdem sind die Übungen wirklich sehr gut zusammengestellt.

  3. Ich habe mich doch ziemlich wieder erkannt. EIGENTLICH mag ich Sport ganz gerne, zum Beispiel Pilates, ABER mir fällt es sehr schwer, mich ALLEINE dazu aufzuraffen. Seit ich allerdings das Reiten für mich wieder entdeckt habe, bleibt im Grunde keine Ausrede mehr: Mein Tinker möchte natürlich jeden Tag Bewegung, ganz egal, ob es 20°C und Wolken, 35°C und brennende Sonne, -10°C und Schnee oder einfach nur Regen gibt. Dazu kommt dann auch noch die Stallarbeit – neben dem Misten gibt es kein besseres Krafttraining, als 250 kleine Heuballen abzuladen und auf den Heuboden zu sortieren. ;o) Und Abwechslung ist bei der Arbeit mit Tieren sowieso ein Muss.
    Eine „Ausrede“ kenne ich allerdings dazu noch: Mir geht es nicht gut. Nach meinem Studienabschluss kämpfe ich zum Beispiel mit der Arbeitslosigkeit; das macht mir, als Arbeitstier mit sehr gutem Abschluss, zu schaffen und sorgt für ein gnadenloses Motivationstief. Obwohl ich genau weiß, dass es mir hinterher deutlich besser geht, fällt es mir dennoch sehr schwer, mich zum Sport zu bewegen. aber wie gesagt: Das Pferd will ja trotzdem Beschäftigung – das hilft. ;o)

    • Hi Melanie,

      ein Pferd ist eine große Verpflichtung, die auf jeden Fall motiviert. Vielleicht lässt sich das auf andere Beispiele übertragen. Auch ein Hund braucht Auslauf – aber auch dann muss man sich noch aufraffen.

      Viel Spaß mit deinem Pferd :)

  4. Ich liebe Muay Thai und hab es einige Jahre praktiziert. Nachdem wir jetzt in eine neue Ecke gezogen sind ist die Überwindung für mich – als eher schüchterne Person – erstmal ein Studio zu finden in dem ich mich wohl fühle und danach hinzugehen wo ich niemanden kenne. Aber ich arbeite dran…danke für den motivierenden Artikel.
    Grüsse,
    Diana

  5. Nach langem hin und her bin ich seit 4 Jahren beim Zumba gelandet und gehe mit großer Begeisterung jede Woche zum Training. Es muß klick machen, beim Lieblingssport, dann bleibt man auch dabei und es sind auch keine Ausreden mehr nötig. Eher im Gegenteil, ich bin schon schlecht gelaunt, wenn ich mein Training verpasse.

  6. Danke für den guten Artikel, Patrick.
    Mir sind noch zwei Ausreden(auch bei mir selbst) eingefallen:
    1. Das dauert insgesamt zu lange (wegen Duschen etc dannach)
    2. Ich habe dies oder jenes Wehwechen, deswegen kann ich keinen Sport treiben

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