Sprichst du die 5 Sprachen der Liebe?

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Kürzlich las ich ein Buch, das schon länger auf meinem Lesegerät gespeichert war: Die fünf Sprachen der Liebe für Singles. Es war anders, als ich es erwartet hatte, denn um Singles geht es nicht. Aber es hat mich zum Nachdenken bewegt.

Das Buch handelt von der Liebe, wie man sie kommuniziert und wie man sie erhält. Nicht nur in romantischen Beziehungen, sondern auch unter Freunden, Kollegen und in der Familie.

Wir Menschen haben das Bedürfnis zu lieben und geliebt zu werden. Wir wollen unseren Platz in der Welt finden und dieser Platz liegt immer in Relation zu anderen Menschen. Fühlen wir uns von ihnen geliebt, ist alles leichter. Dann haben wir Energie für die großen Herausforderungen und erleben die größten Freuden. Fühlen wir uns hingegen ungeliebt, ist alles schwerer. Dann fühlt sich das Leben sinnlos an und wir erleben die größten Schmerzen.

Der Autor Gary Chapman versteht Liebe nicht als das anfängliche Verliebtsein in romantischen Beziehungen. In dieser Zeit müssen wir uns kaum bemühen, das Feuer am Leben zu erhalten. Diese obsessive Phase hält jedoch nur zwei Jahre an. Danach geht es häufig nur noch mit bewusster Liebe. Das heißt, Liebe ist etwas, das wir beabsichtigen, über das wir nachdenken und um das wir uns bemühen.

Diese Liebe zu pflegen setzt zwei Dinge voraus: Den Willen zu lieben und das Wissen um die Sprache der Liebe. Dieser Wille bedeutet, die Initiative zu übernehmen, bewusst etwas Positives zu sagen oder etwas Gutes für jemanden zu tun. Etwas, das dem anderen das Leben erleichtert oder es für ihn bedeutsamer macht. Wer Liebe so lebt, erhält Liebe zurück.

Die 5 Sprachen der Liebe

Soweit so gut und für mich nachvollziehbar. Doch da bleibt noch der zweite Faktor: Die Sprache der Liebe. Um diese geht es in seinem Buch und die Idee möchte ich dir nun vorstellen.

Chapman zufolge gibt es fünf Sprachen der Liebe. Das heißt, fünf Wege, auf denen wir Liebe kommunizieren können.

Das Besondere daran ist, dass jeder von uns eine oder zwei dieser Sprachen bevorzugt. Diese primäre (und/oder sekundäre) Sprache der Liebe sprechen und verstehen wir gut. Andere Sprachen verstehen wir nur unzureichend.

1. Worte der Zuneigung

Wir können Liebe mit Worten kommunizieren: über Lob, Komplimente, Anerkennung, Verständnis oder ein „Ich liebe dich“. Worte der Zuneigung sind einfache, herzliche Worte, die den Wert des anderen Menschen bestätigen. Sie müssen wahr sein und vom Herzen kommen, sonst wirken sie nicht.

Wer in einer Umgebung aufgewachsen ist, in der solche Worte selten ausgesprochen werden, muss diese Sprache erst lernen. Das mag bedeuten, den aktiven Wortschatz aufzustocken und negative Worte zu eliminieren. Es hilft, anderen zuzuhören, wenn diese Worte der Zuneigung ausdrücken.

Worte sind nicht meine primäre Sprache. Als ich mal Chef war, habe ich sie mir selbst beigebracht. Ich musste mich dazu zwingen, mal jemanden zu loben. Anfangs wirkte das hölzern, da es für mich nicht natürlich war. Heute kommt es mir schon leichter über die Lippen, aber ich habe noch viel Luft nach oben, z. B. bei Komplimenten.

2. Geschenke

„Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“, heißt es so schön im Volksmund. Nicht ohne Grund, denn Geschenke sind eine Sprache der Liebe. Ein liebevolles Geschenk soll das Leben des Anderen verbessern und sagen: „Ich mag dich. Ich habe an dich gedacht.“

Manche Menschen machen gern Geschenke. Sie bringen etwas aus dem Urlaub mit oder verschenken etwas, das sie selbst nicht mehr brauchen, für jemand anderen aber sehr nützlich ist. Das ist vermutlich ihre primäre Sprache der Liebe.

Meine primäre Sprache ist das nicht, aber ich finde sie nicht ganz unwichtig. Ich mag es, wenn mir jemand etwas schenkt und sich dabei etwas gedacht hat. Auf der anderen Seite sind Geschenke häufig kein Ausdruck von Liebe, sondern der Ausdruck einer Verpflichtung. Damit kann ich nicht viel anfangen und ich tue mich sehr schwer damit, solche Geschenke zu verteilen.

3. Hilfsbereitschaft

Wir können unsere Liebe kommunizieren, indem wir jemandem helfen – und zwar auch dann, wenn es für uns wirklich unbequem ist. Das kann eine große Unterstützung sein, wie die Hilfe beim Umzug oder etwas kleines, wie der Abwasch.

Menschen, deren primäre Sprache der Liebe die Hilfsbereitschaft ist, gehen für ihre Freunde, Partner und Familie die Extrameile. Sie investieren viel Zeit und Energie darauf, das Leben des Anderen möglichst zu erleichtern. Sie bieten ihre Hilfe freiwillig an, ohne dass es nach Pflichtgefühl klingt.

Ich helfe meinen Freunden ganz gerne, zumal ich mich dabei selbst gut fühle. Aber meine primäre Sprache ist es nicht, anderenfalls könnte ich Unterstützung durch andere wohl besseren Gewissens annehmen.

4. Zweisamkeit

Im englischsprachigen Original bezeichnet Chapman diese Sprache als Quality Time. Sie bedeutet, gemeinsam Zeit zu verbringen und die ungeteilte Aufmerksamkeit des anderen zu genießen. Lediglich zusammen in einem Raum zu sein und seine eigenen Dinge zu verrichten zählt nicht als Ausdruck von Liebe.

Dies ist vermutlich meine primäre Sprache. Gemeinsame Zeit mit Freunden ist mir wichtig – allerdings hat ein Zusammensein mit fünf Leuten für mich nicht die gleiche Qualität wie Zweisamkeit. Bei ungeteilter Aufmerksamkeit fühle ich mich wohler. Wenn jemand nicht bei der Sache ist, gibt mir das weniger.

5. Berührungen

Jemanden zu berühren ist der fünfte Ausdruck von Liebe. Berührungen sind mehr als nur physischer Kontakt, sie bedeuten emotionale Nähe. Auch diese Sprache betrifft nicht nur romantische Beziehungen. Wir könnten auch einem Freund auf die Schulter klopfen, weil er eine große Leistung vollbracht hat oder jemanden umarmen, wenn er traurig ist. Manche Menschen brauchen diese Nähe und fühlen sich nur geliebt, wenn sie von anderen berührt werden.

Wer hingegen aus einer Familie stammt, die mit wenigen Berührungen auskommt, mag eine harmlose Geste schon als Eingriff in die Privatsphäre empfinden. So verstehe ich es zwar nicht, aber Berührungen sind für mich die ungewohnteste Sprache der Liebe. Diese habe ich am wenigsten gelernt und mir fehlt das Gespür dafür, wann es angebracht ist, jemanden zu berühren. Das fällt mir sehr schwer. Meine primäre Sprache kann es nicht sein, sonst wäre ich längst emotional ausgehungert.

Lerne die Sprache der Anderen

Diese fünf Sprachen kann grundsätzlich jeder verstehen. Allerdings interpretiert sie nicht jeder gleich. Dass du dich bei Umarmungen geliebt fühlst muss nicht heißen, dass sich dein Partner von dir geliebt fühlt, wenn du ihn häufig umarmst. Spricht dein Partner eine andere primäre Sprache, kommt dein Ausdruck der Liebe bei ihm kaum an – er fühlt sich trotzdem ungeliebt. Wenn du möchtest, dass sich jemand geliebt fühlt, musst du dessen primäre Sprache sprechen.

Genauso ist es andersrum. Vielleicht kommuniziert dein Partner oder ein Freund seine Liebe in seiner Sprache, aber du kannst sie nicht verstehen. In diesem Fall musst du zunächst deine eigene Sprache kennen und deinen Partner in die richtige Richtung lenken, denn das Wissen um die Sprachen der Liebe ist ja einer der beiden Faktoren für eine gute Beziehung.

Wenn du dir noch unsicher bist, beobachte erst dich selbst und dann deine Mitmenschen: Reagieren sie auf Worte der Zuneigung? Wenn ja, auf welche? Freuen sie sich über Geschenke oder machen sie Anderen gern Geschenke? Helfen sie gern anderen Menschen oder beklagen sie sich häufig, dass ihnen niemand hilft? Worin könntest du sie unterstützen? Wollen sie gern Zeit mit dir allein verbringen anstatt in einer großen Gruppe auszugehen? Berühren sie häufig dich oder andere Menschen?

Du kannst auch fragen: „Wenn ich etwas tun könnte, um dein Leben zu verbessern – was wäre das?“ Vielleicht erhältst du eine überraschende Antwort.


Hinweis zum Buch: Ich habe Die fünf Sprachen der Liebe für Singles gelesen. Der Klassiker von Gary Chapman ist jedoch: Die fünf Sprachen der Liebe – Wie Kommunikation in der Ehe gelingt. Außerdem gibt es die fünf Sprachen auch für Männer, Teenager, Kinder, Familien und Wenigleser (Kurzfassung). Die grundsätzliche Idee ist immer die gleiche.

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8 Kommentare

  1. Lieber Patrick,

    ein schöner Bericht über einen Ansatz, der mir so noch gar nicht begegnete.

    Ich frage mich allerdings, wie starr es das wirklich gibt. Meiner Erfahrung nach, geben die Menschen, die einem nahe stehen, ihre Zuneigung auf so vielfältige Weise. Mal ist es die Hilfe, mal die Zeit zu Zweit und dann wieder die Umarmung, die ja allein tausend Sprachen spricht. Ich glaube, dass es nur das jetzt gibt. Das jetzt in dem entschieden wird, was dir in dem Moment dein Gegenüber geben kann und was du selbst brauchst. Manchmal staune ich wie sehr Menschen, die einem nahe stehen, Wissen, was in bestimmten Momenten gerade gebraucht wird.

    Übrigens zu 1, ich würde da auch geschriebene Worte zählen und da würde mancher deiner Leser, dich bestimmt deutlich höher einstufen :-)

    Viele liebe Grüße
    Tanja

  2. Hi Patrick,

    dieser Ansatz war auch mir neu,also danke erstmal fürs vorstellen.

    Ich habe heute immer mal wieder über die 5 Arten nachgedacht und dabei ist mir aufgefallen das ich selber zB gerne schenke bzw kleine aufmerksamkeiten verteile, es mir im Gegenzug aber schwer fällt selber welche anzunehmen als das was sie sind, also ohne sie mit dem „ich steh in deiner Schuld“-Gedanken zu verknüpfen. Ich denke hier kommt dann auch auch wieder der Punkt ins Spiel, wie gut man sich selber annehmen kann.
    Außerdem vermute ich, das es auch von Situation zu Situation variiert, welche „Sprache man gerade mehr braucht“. Das will ich in den nöchsten Tagen mal beobachten.

    Und ich will Tinas Gedanken zum gesprochenen und geschriebenen Wort aufgreifen. Denn mir fällt es auf jeden Fall leichter jemandem etwas positives zu schreiben als zu sagen.

    Liebe Grüße Rebekka

  3. Hi Patrick,

    ich habe davon auch schon gehört, aber kein Buch dazu gelesen. Ich stimme Rebekka zu, beim Nachdenken über diesen Ansatz habe ich bemerkt, dass ich bestimmte Arten gut geben kann, aber nicht so gut annehmen kann (ebenfalls Geschenke ;) Zusätzlich kommt es sehr auf die Person und die Beziehung zu ihr an oder die konkrete Situation. Nicht jeder mag z.B. gern umarmt werden und ich umarme auch nicht jeden gern. Dagegen ist miteinander Zeit zu verbringen für mich das selbstverständlichste der Welt und eigentlich auch die Basis jeder Beziehung, genauso wie Hilfsbereitschaft, zweiteres wird aber nicht immer benötigt ;) Irgendwie ist es immer eine Mischung aus allem, wie Tanja auch schon geschrieben hat. Berührungen finde ich in einer Partnerschaft beispielsweise auch grundlegend.

    Viele Grüße
    Anja

  4. Hi Patrick,

    wo hattest du denn das eBook her? Bei Amazon gibt es nur eine broschierte Version.

    Grüße,

    Sascha

  5. Vielen Dank für eure Kommentare!

    Klar, das alles sind grundlegende Wege, um Liebe zu kommunizieren und sie alle gehören irgendwie dazu, doch ich bezweifle, dass sie in den meisten romantischen und unromantischen Beziehungen so häufig und ausgeglichen gesprochen werden. In dem Fall wäre es laut Autor (und ich finde es nachvollziehbar) der beste Schritt, die primäre Sprache des anderen zu lernen.

    Beste Grüße,
    Patrick

  6. mir hat das Buch „die Kunst des Liebens“ damals geholfen, mit mir selbst ins Reine zu kommen.

    Dazu gehört auch, die Liebe/Aufmerksamkeiten der anderen annehmen zu können. Das kann man auch sehr gut beim Servieren lernen – ich habe Servieren auf einer Hauswirtschaftsschule gelernt, dh. wir wurden von Mitschülerinnen bedient, und dann fällt es nicht leicht, sitzenzubleiben und NICHT zu helfen, damit die Serviererin üben kann. Mit Kinderwagen ist man auch hilfsbedürftig, zB bei Treppen. Auch dabei kann man lernen, Hilfe anzunehmen, obwohl man gesund und beweglich ist.

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