20 Dinge, die ich in der Schule hätte lernen wollen

Mein Abi liegt nun acht Jahre zurück. Trotz der langen Zeit, die ich tagtäglich in der Schule verbracht habe, verblassen die Erinnerungen und auch die mühsam eingetrichterten Fakten und Vokabeln.

Heute frage ich mich manchmal, warum mir außer der Sprachkenntnisse kaum noch etwas geblieben ist. Obwohl – nicht mal das stimmt, denn Russisch kann ich auch nicht mehr. Liegt es daran, dass wir kaum etwas „fürs Leben“ gelernt haben? Dass wir so viel auswendig lernen mussten?

„Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir“ – hat schon Seneca die Philosophenschulen seiner Zeit kritisiert.

Aus heutiger Sicht hätte ich mir ganz andere Inhalte gewünscht. Dinge, die mir in den letzten Jahren im echten Leben geholfen hätten.

Aber welche Lektionen hätten mir den Weg denn erleichtert?

Was ich gern in der Schule gelernt hätte

Was ich stattdessen gelernt habe

Nein sagenJa sagen
SpanischRussisch
Wie ich meine Leidenschaft finde„He, she, it, das s muss mit.”
Wie ich mit negativen Menschen umgeheWie ich mit negativen Zahlen umgehe
Wie Unternehmen funktionierenMathematische Auf- und Ableitungen
Wie ich mich selbständig macheCirca 30 Gründe für das Scheitern der Märzrevolution 1848
Dinge selbst zu bauenDass Laubsägeblätter IMMER zerbrechen
Wie ich einen Reifen wechsleEine Zwiebel zu sezieren
Welche Versicherung ich wirklich brauche„put, put, put“
Ob, was und wann ich etwas für die Altersvorsorge tun mussIn Gedichte sehr viel „hineinzuinterpretieren“
Dass ich selbst über mein Leben bestimmen kannNicht aus der Reihe zu tanzen
Wie ich mein Selbstwertgefühl steigereWie peinlich Vorsingen ist
Wie ich mich von den Erwartungen anderer nicht beeinflussen lasseAngst davor, schlecht bewertet zu werden
Wie ich mit dem sonntagabendlichen Sorgenkarussel umgeheDass die Sorge über das unerledigte Herbarium größer wird, je länger ich es aufschiebe
Dass Sport Spaß machtDass ich keine Liegestütze kann, Geräteturnen der Hass ist und mir nach 3.000 Metern Dauerlauf die Lunge wehtut
Wie ich meinen Schweinehund überwindeJede Minute der Fahrzeit im Schulbus für Hausaufgaben oder Schlaf zu nutzen
Was „bewusste“ Ernährung heißt oder: Wie ich mich so ernähre, dass ich nicht zu dick binEinen Wurzelquer- und -längsschnitt zu zeichnen und zu beschriften
Kochen„753 – Rom sprang aus dem Ei“
Wie Meditieren gehtDen „Erlkönig“ und dass ich 90% des Auswendiggelernten nach spätestens zwei Wochen wieder vergessen hatte
Wie ein Kühlschrank funktioniertDie Ablenkung eines Elektrons auf einer Kreisbahn in 10 hoch minus 12m aufgrund eines Magnetfeldes zu berechnen

 

Ich kann nicht ändern, was ich damals gelernt und verpasst habe. Aber ich kann heute entscheiden, was ich machen und lernen möchte. Jeden Tag lese ich und sauge Neues auf, denn ich habe das Gefühl, dass ich allein in den letzten Monaten für mich mehr gelernt habe als in einigen Jahren der Schulzeit.

Es hängt viel von unserer Einstellung, der Selbstwirksamkeit, ab, ob wir uns Veränderung und Wachstum zutrauen. Wenn du nicht an dich glaubst, schaffst du auch nichts. Wenn du allerdings der Überzeugung bist, dass du dein Schicksal selbst in die Hand nehmen kannst, dann wirst du auch Erfolg haben.

Was ist deine Leidenschaft? Womit beschäftigst du dich gern? Worüber würdest du freiwillig mehrere Bücher lesen? Nimm dir die Zeit dafür. Lass Fernsehen, Nachrichten und Social Media weg und verfolge lieber das, was dich inspiriert. Es wird dir gut tun.


Foto: Gelber Schulbus von Shutterstock

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43 Kommentare

  1. Und jetzt habe ich eine große Tochter auf dem Gymnasium und es geht von vorne los.
    Das deutsche Bildungssystem (und wahrscheinlich viele andere auch) sind lediglich darauf ausgerichtet, dass unsere Kinder nach der Schule nützliche Konsumenten sind. Kein Stück Kreativität, selbstbestimmtes Lernen oder was auch immer.
    Und alle (ich auch irgendwie) machen mit.
    Das frustriert an manchen Tagen ganz schön.
    Und es ist nicht so einfach, seinem Kind beizubringen, auf der einen Seite da gut durchzukommen (sprich passable Noten) und trotzdem ein selbstbestimmter Mensch zu sein/bleiben/werden.
    Ich für mich bestimme mein Lernen heute selber. das habe ich früher auch schon gemacht und mir meine Nischen gesucht und irgendwie mich durch die Schule gemogelt.
    Aber das wird für die jetzige Generation immer schwieriger (Stichwort G8).
    Ein bisschen pessimistisch heute,
    Philipp

    • Hallo Philipp,
      ich habe auch nach der 12. Abi gemacht, das spielt aus meiner Sicht eine untergeordnete Rolle. Aber wenn du schon dafür sensibel bist, kannst du ja versuchen, frühzeitig Leidenschaften und Hobbies zu unterstützen! Ich hoffe ja, dass es noch Hoffnung gibt – irgendwie… :-)
      Jasmin

    • Hi Phillip,
      aber Gott sei Dank, gibt es ja nicht nur DAS Bildungssystem. Wenn du dich mit Montessori und Co anfreunden kannst, gibt es auch Alternativen. Ich hatte im Studium eine Kommilitonin, die mit Waldorfschulabschluss Studiumsbeste war.
      Man muss nur wissen, wie ;)

      • Hallo Anne,

        ja ich hatte auch eine Kommilitonin, die auf einer Waldorfschule Abi gemacht hatte (wusste gar nicht, dass das geht), Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes war usw. Aber ich weiß darüber insgesamt wenig. Aber ein interessanter Gedanke :-)

  2. Das ist sehr, sehr zutreffend geschrieben. Und das Auswendiglernen geht immer weiter. Das ist für die Lehrer die einfachste Art, die Schüler zu beschäftigen.

    • Aus meiner Sicht hört das auch nicht beim Schulunterricht auf. Ich weiß nicht, ob es was mit dem Bologna-Prozess zu tun hat. Viele sagen das zumindest. Aber durch die Verschulung der Universitäten lassen sich heute ähnliche Muster auch im Studiumsalltag erkennen.

      Kritisches Denken? Alternative Literatur?

      Nein, wer bestehen oder gut abschneiden möchte, der muss den Multiple-Choice-Fragebogen natürlich „richtig“ ankreuzen. Wo kämen wir denn hin, wenn die Studierendenschaft ihre eigenen Antworten präsentieren könnten? Nirgendwo! Das würde nur mehr Arbeit bedeuten.

      Im Zweifelsfall werden wir also als normierte Schafe gleich geschoren. Das ist Effizienz, aus der man so schnell wie möglich ausbrechen will.

      LG
      Jonas

  3. Hey :)
    super Artikel!
    Hier trifft wohl der Spruch zu“Ein lachendes und ein weinendes Auge“
    Lachend, weil ich auch meine „Schulbildung“ wiedergefunden habe, weinend, weil ich nämlich auch vor einiger Zeit genau zu dem Entschluss gekommen bin, dass man in der Schule leider nicht fürs Leben lernt!
    Ich war wohl eine von denen, die nicht immer „Ja“ gesagt haben (okay, um ehrlich zu sein, in den seltensten Fällen) und was ist passiert? Man wurde mit schlechten Noten abgestraft!
    Letztendlich finde ich es ein Unding die Kinder und Jugendlichen in diese Richtung zu „bilden“… wenn man das überhaupt so nennen mag! Ich weiß nicht, ob das Bild mit ankommt, aber ich versuch es einfach mal:
    http://static.twoday.net/LisaRosa/images/Traxler.gif
    Und ich gebe dir vollkommen recht: ich hätte auch viel lieber die Sachen gelernt, die auf der linken Seite stehen und hätte um einiges mehr damit anfangen können!
    Danke für den tollen Artikel :)

    Liebe Grüße
    Carina

  4. Hallo Jasmin,
    genau darüber habe ich auch schon sehr oft nachgedacht – was brauche ich wirklich noch von dem, was ich in der Schule gelernt habe (außer Rechnen, Schreiben und vielleicht noch Englisch)? Dabei ist unsere Kindheit und Jugend eine so prägende Phase und man könnte schon in dieser Zeit so viele hilfreiche Erfahrungen fürs Leben machen und Techniken wie Meditation, Yoga etc. zur Persönlichkeitsentwicklung lernen. Von daher gebe ich Dir vollkommen Recht mit allem, was Du schreibst.
    Letztlich glaube ich aber auch, dass es so gewünscht ist, dass gezielt keine eigenständigen, kritisch-denkenden Kinder herangezogen werden sollen – ein konformer Bürger wird schließlich auch nicht unbequem…
    Ehrlicherweise ist das auch ein Thema, weswegen ich überlege, ob ich meine eigenen Kinder überhaupt in eine normale Schule schicken würde. Homeschooling ist da durchaus eine Alternative, die ich für sinnvoll halte – nur leider ist das in Deutschland nicht erlaubt.

    Einen Artikel zu einem ähnlichen Thema habe ich übrigens vor ein paar Monaten auf meinem Blog geschrieben. Dort ging es zwar nicht speziell um den Bereich Schule, sondern generell Dinge, die ich gerne schon als Kind und Jugendliche gewusst hätte: http://www.greensoul.de/12-dinge-die-ich-gerne-als-kind-gewusst-haette/

    Danke nochmal für den Artikel, dem ich in allen Punkten zustimmen kann.
    Liebe Grüße,
    Dominique

    • Hallo Dominique,

      vielen Dank für deinen Kommentar und dein positives Feedback! Ich hoffe (und glaube) zwar, dass es keine Absicht ist, uns möglichst unkritisch und uneigenständig zu erziehen. Ich denke eher, dass solche Lerninhalte insgesamt schwerer zu fassen, zu lehren und zu bewerten sind. Die Fächer-Kultur ist einfach anders gewachsen – genau das gleiche Problem der fehlenden Ganzheitlichkeit kennen wir ja z.B. aus der Medizin. Insofern glaube ich immer noch an das Gute, aber bin auch etwas desillusioniert wie du.
      Liebe Grüße und danke für den Link!
      Jasmin

  5. Sehr guter Artikel. Diese Erkenntnis hatte ich auch, dummer weise noch in der Schulzeit. Ich sah meine Zeit verschwendet und bin nicht mehr zu den Abschlussprüfungen, was ich heute sehr bereue… Das Gute ist, dass die Schulzeit die kürzeste Zeit im Leben ist und in der langen Restzeit können wir lernen was uns beliebt; das Schlechte ist: wir müssen die Schulzeit mit Abschluss beenden, dafür viel unnützes Zeug auswendig lernen, sonst könnten wir Probleme im zukünftigen Leben bekommen, weil es nützt nichts viel zu wissen, es nützt auch nichts das viele Wissen anwenden zu können, es nützt nichts Talente und Fähigkeiten zu haben wenn man kein „Schein“ hat um es zu beweisen … folglich: in der heutigen „Schein“-Gesellschaft ist ein Schulabschluss und das dazugehörige Auswendiglernen unentbehrlich.

    • Danke, Erika. Ich habe auch schon teilweise während der Schulzeit gezweifelt. Ich bin natürlich froh durchgehalten zu haben, aber gerade die Elektronen und die Wurzelquer- und längsschnitte haben mich sehr frustriert…

  6. Ha ha, Geräteturnen und Vorsingen klingt nach ostdeutschem Schulsystem. Diese beiden Sachen waren für mich auch immer der blanke Horror. Wenn ich vorsingen musste, war das aber auch für alle anderen im Raum kein Vergnügen. :)

    Schöner Artikel auf jeden Fall. Eine gewisse Allgemeinbildung sollte die Schule zwar schon vermitteln, aber im Großen und Ganzen gebe ich dir vollkommen recht. Ich würde das sogar noch weiter ausdehnen und das Studium mit einbeziehen. Ich habe auch ein klassisches BWL-Studium gemacht und bin immer noch erschüttert, wie wenig ich dort eigentlich mitgenommen habe.

    Viele Grüße
    Sebastian

    • Danke, Sebastian. Willkommen im Club der BWLer, die sich im Nachhinein fragen, was sie eigentlich fünf Jahre gemacht haben… Und: Klar, Allgemeinbildung – da bin ich dafür! Aber es wird immer subjektiv sein, was allgemein und was (zu) spezifisch ist…
      Viele Grüße
      Jasmin

  7. Ich hab mich beim Lesen echt schlapp gelacht. Da ist einfach so viel wahres dran…..

    Was ich unbedingt ergänzen möchte: Steuererklärung machen!
    Warum bring einem das eigentlich keiner bei?

    LG
    Judith

    • Danke, Judith. Freut mich, damit ist die Healthy Habit „Lachen“ auch erledigt :-) Steuererklärung gehört auch absolut in die Liste!!
      LG Jasmin

  8. Oh Gott habe ich die Schule gehasst. Ich wusste schon damals, dass das totale Zeitverschwendung ist und in den letzten 13 Jahren hat sich meine Meinung dazu nicht großartig geändert. Ich bin beinahe entsetzt, an wie viel du dich aus deiner Schulzeit noch erinnerst. Mir sind nur die Streitereien mit den Lehrerinnen in Erinnerung geblieben. Der Rest ist bis auf Lesen und Schreiben komplett weg. Naja n bisl Rechnen geht auch noch, aber dann ist schluss.

    Interessanterweise habe ich aber im Laufe meines Studiums einiges für’s Leben gelernt, das ich wirklich nicht missen möchte. Viele meinen ja, Hochschulen bilden nur Fachidioten aus und Geisteswissenschaftler können im Grunde nichts. Ich kann das für mich nicht bestätigen.

    Ich habe gelernt, dass es völlig wurscht ist, ob man den Schulstoff noch drauf hat.
    Dass ein schlechter Schüler trotzdem eine Vorzeigestudi sein kann.
    Dass ich Dinge erreichen kann, die ich vorher für unmöglich hielt.
    Dass etablierte Meinungen längst nicht richtig sein müssen.
    Dass es ist wichtiger, wie man etwas sagt, als was man sagt.
    Dass die Reaktionen anderer Menschen auf dich oder das was du tust viel weniger mit dir als mit ihnen selbst zu tun haben.
    Dass sich immer ein Fenster öffnet, wenn woanders eine Tür zugeht.

    Nächstes Jahr wird mein Sohn eingeschult und ich hoffe, dass er sich in diesem System besser zurechtfinden wird als ich. In jedem Fall habe ich ganz fest vor, ihm all den Kram, den die Schule nicht auf dem Lehrplan hat, selbst beizubringen. Und dazu gehört, dass wir nächstes Jahr, vor seiner Einschulung, für fünf Monate nach Bali gehen werden.

    Diese Lektion heißt dann „Dinge, von denen andere behaupten, dass sie mit Kindern nicht möglich seien, und die wir trotzdem machen“ oder „Nichts ist unmöglich und es ist nie zu spät“ :)

    Das lehren sie in der Schule garantiert nicht.

    LG Luisa

  9. Oh man, das ist mir echt eine Nummer zu billig. Es wirkt ein wenig so, als müsstet ihr durch solche Artikel die Klicks auf eurer Seite erhöhen.

    Sicherlich lernt man in der Schule Dinge die man nie wieder benötigt. Das ist aber eine Sache des Bildungskanons unserer Kultusminister. Wir Schulen sind ausführende Organe und doch reden alle immer nur von „ihrer Schule“.

    Und welche? Vermutlich Gymnasien? Wäret ihr auf einer Gesamtschule gewesen, dann hättet ihr vieles mehr gelernt. Meine Schüler lernen Kochen, Holzverarbeitung, Lösung sozialer Probleme, Reisen zu organisieren und bestehen Herausforderungen. Meine Klasse lief gerade 11 Tage über die Alpen. Die Lebensnähe die ihr so beklagt wird an den Gesamtschule gelehrt. Und für eben solche hätten sich eure Eltern entscheiden können. Und für Spanisch statt Russisch auch. Also überlegt, wo ihr eure Kinder anmeldet. Und nicht meckern (das kann jeder), sondern die Bildungspolitiker anstossen. Grüße eines frohen Lehrers

    • Hallo Jan,
      danke für den Kommentar, das ist ein wichtiger Beitrag. Offenbar steht Lebensnähe an Gesamtschulen im Vordergrund. Abiturienten sollen eben auch Ableitungen lernen, damit sie später im Studium zurechtkommen. Aber wieso sollten Gymnasiasten, die sich später genauso im „echten Leben“ beweisen müssen, nicht auch mit solchen Inhalten vorbereitet werden? Sicher können die Lehrer da nichts dafür, da die Lehrpläne ihnen diktieren, was zu tun ist. Etwas anderes habe ich auch nicht behauptet. Ich hätte tatsächlich gern Problemlösen, Reiseorganisation etc. gelernt. Sicher ist so ein praxisnaher Unterricht nicht überall der Fall – du bist mit deinem Anspruch wahrscheinlich eher eine positive Ausnahme oder? Ob
      Spanisch oder Russisch – das ist auch nicht entscheidend. Für mich wäre es einfach praktischer gewesen, da ich später Spanisch gebraucht habe. Russisch hat nun aber Tradition in Ostdeutschland und Spanisch gibt es nicht an allen Schulen. Oft spielt der Standort eine große, fast die wichtigste Rolle. Eltern können nicht immer alles berücksichtigen und ganz sicher nicht alles vorausahnen.
      Ich hatte insgesamt eine gute Schulzeit, sehe aber einiges jetzt aus einer anderen, kritischeren Perspektive. Der Artikel ist nicht als Meckern gemeint, sondern eher eine augenzwinkernde Feststellung vor einem ernsten Hintergrund.
      Viele Grüße, Jasmin

  10. Ich musste herzlich lachen, danke.
    Bei mir ist das Abi jetzt bald 6 Jahre her und mir geht es ähnlich: Für mein heutiges Leben haben mir doch wirklich nur die Sprachen, Mathe (aber nur, weil ich darin Nachhilfe gebe;)) und Ethik (weils einfach interessant war), was gebracht.

    • Danke, Lisa. Ich freue mich, dass du den Beitrag mochtest und hey – Sprachen, Mathe UND Ethik ist eine gute Bilanz :-)

  11. Hallöchen,

    ein sehr schöner Artikel und ich habe viele Gedankengänge wieder erkannt. Ja, das Schulsystem ist nicht das beste, was mir aber erst nach der Schule klar geworden ist. Wobei ich das mit dem Sport immer schon für eine schwierige Sache hielt, warum muss man so ein Fach bewerten? Man sollte den Leuten lieber Spaß am Sport beibringen.
    Das meiste braucht man echt nicht mehr danach und man hätte in der Zeit etwas sinnvolles machen können. Generell finde ich auch das Bewertungssystem etwas schwierig. Eine 1 in vielen Fächer heißt nicht unbedingt, dass einen das Thema interessiert hat, noch dass man besonders gut darin war. Man hat einfach die Aufgaben des Lehrers so erfüllt, wie er sie sehen wollte.
    Vieles lernen die Schule ja auch durch Bulemielernen. So schnell wie das Wissen reingepaukt ist, so schnell ist es auch wieder verschwunden. Viel zu selten wird auf das eingegangen, was die Schüler wirklich interessiert. Eine gewisse Grundausbildung braucht jeder, aber gerade wenn es dann spezieller wird, dann bräuchten meiner Meinung nach Schüler eine viel größere Auswahl um sich nach ihren eigenen Interessen und Talente fortbilden zu können.

    Danke für den Post, der mich echt mal wieder zum Nachdenken gebracht hat.

    Liebe Grüße,
    Abigail

    • Hallo Abigail,
      danke für dein Feedback. Ja, da bringst du es auf den Punkt. Vielleicht lag es an der (Angst vor der) Bewertung im Sport, dass es mir die Lust verdorben hat. Erst mit 16 oder so habe ich mit Joggen angefangen. Vorher war es eher eine Strafe.
      Liebe Grüße
      Jasmin

  12. Liebe Jasmine,

    ich kann mich den anderen Kommentaren nur anschließen. Das ist ein super Beitrag, der mich sowohl zum Lachen als auch zum Nachdenken gebracht hat. Deine ironischen Beispiele zeigen sehr schön, wie fehl am Platz einige Prioritäten des Bildungssystems sind.

    Auch wenn einiges vermitteltes Wissen, das uns im Nachhinein nutzlos erscheint, sicher auch seine Berechtigung hat, wäre es doch viel wichtiger, wenn Schüler besser auf das Leben an sich und nicht nur auf die Uni und das konventionelle Leben danach vorbereitet werden.

    Grüße,
    Sebastian

  13. Wahre Worte. Und es ist ja nicht mit dem Ende der Schulzeit vorbei. In der Ausbildung und im Studium lernt man mindestens genauso viel „Müll“. Ich raufe mir jedesmal die Haare, wenn wieder eine Dame in der Uni fragt, was denn „zum auswendiglernen in der Klausur“ drankommt. Ganz furchtbar. Ein BWL-Studium besteht heutzutage nur noch aus Bulimie-Auswendiglernen und Rechnen. Ich selbst habe in der Schule, Sport, Musik und Französisch gehasst. Heute gehe ich sehr gern zum Sport und lerne freiwillig wieder Französisch. Mein Schulfranzösisch beschränkt sich nur noch auf Fragmente. Die Schule kann einem an vielen Dingen den Spaß verderben. Schule ist wohl nur dafür da uns zu einheitlichen „Sklaven zu erziehen“, die schön arbeiten gehen und sich allabendlich vom TV berieseln lassen.
    Ich lerne sehr viel durch meine Reisen. Es ist immer besser, die Welt vor Ort zu entdecken, mit den Menschen zu sprechen und sich ein eigenes Bild zu machen, anstelle sich sein Bild von den Medien formen zu lassen. LG Myriam

    • Hallo Myriam,
      danke für deinen Kommentar. Es scheint paradox, dass die gleichen Inhalte Spaß machen, wenn wir sie uns freiwillig aneignen. Alles Gute für dich und deine Reisen – finde ich gut, dass dich dadurch weiterbildest!
      LG Jasmin

  14. naja, ich fand den Artikel ziemlich nichtssagend. Ich habe schon in der Schule nicht zu denen gehört, die mit dem Lehrer diskutierten, wozu man später mal Mathe braucht, denn das Ziel solcher Diskussionen war nur, Zeit zu schinden. Sondern ich war motivierbar, wenn der Unterricht interessant war. Und ich habe mit meinem besten Freund gequatscht, wenn es langweilig war, egal um welches Fach es ging. Meine persönliche Überzeugung ist, daß natürlich sehr vieles am Schulsystem gutgemeint ist, aber nicht richtig läuft, und daß man Lehrersein nicht „lernen“ kann: Entweder ist man schon vor dem Studium gut, oder man wird es auch durch Pädagogikseminare nicht lernen, denn es ist eine Frage des Menschenbilds, das man seinen Schülern entgegenbringt, nicht des Fachwissens. Dazu kommen heutzutage auch immer mehr unfähige Eltern, dh. Schüler, die sozial und auch motorisch wenig mitbringen, so daß ziemlich weit unten anfangen muß und entsprechend die Guten kaum Fördern kann. Wie auch immer: Ich habe nie bereut, daß ich Latein kann, weil es mein Verständnis für Fachbegriffe enorm erleichtert und mir auch die Möglichkeit gibt, Spanisch, Italienisch oder Rumänisch wenigstens etwas lesen zu können, obwohl ich Ingenieuse geworden bin. So ähnlich kann ich aus allen Fächern etwas sagen, wo ich gute Lehrer hatte. Diskussionen und Meinungsbildung habe ich aus dem Deutschunterricht mitgenommen, und auch das lag an meiner guten Lehrerin, nicht am Thema. Ich stimme Dir zu, daß man vieles nicht lernt (Versicherungen, Ratenkäufe, Steuererklärung, Sport, Musik), doch auch das ist an einigen Schulern schlimmer als an anderen und hängt wiederum von dem ab, was der Lehrer vermittelt, oder was die Schule als AGs anbietet (und AGs werden totgespart).
    Einen Rat von einer Lehrerin für Hochbegabte: „Sorge dafür, daß Dein Kind neben der Schule noch mehr Input bekommt. Laß es normal durch die Schule gehen und biete ihm zu Hause als Ergänzung Musikunterricht, Sportvereine, Bastelmöglichkeiten, Lesefutter oder Gespräche an.“
    Im Ergebnis meckere ich nicht über eine niveaulose Schule, sondern sehe sie als Basis an. Ich finde es sehr bequem, daß dort viele Themen erledigt werden, um die ich mich nicht kümmern muß. Der Nachteil ist natürlich, daß ich nicht arbeiten gehe und somit meine Nachbarn mitfinanziere (sie sind Doppelverdiener mit 1 Kind. Ich werde für meine zahlreichen Kinder später keine Rente bekommen, aber meine Kinder werden die Rente meiner Nachbarn zahlen – …ich weiß schon, ich bekomme ein paar Brosamen pro Kind. Dafür daß ich aber auf eine Ingenieurskarriere verzichtet habe, ist es zum Heulen.). Doch ich muß hoffentlich nicht erklären, warum ich mich freiwillig und gerne für meinen Weg entschieden habe, Geld hin oder her. Als solches betrachte ich Kinder als ein Privileg der Gutverdienenden (wenn man sie nach bestem Bemühen erzieht und nicht abschiebt), und sorge mich sehr vor der Ganztagsschule, wo sie Kantinenessen statt Vollwertig und Bio bekommen, und wo es ein Kraftakt wird, ihnen nachmittags noch Musikunterricht, Orchester oder auch nur Lesezeit und Familienbasteln mitzugeben.
    Schule ist ein Grundstock, mehr nicht. Es bleibt jedem selbst überlassen, darüber hinauszugehen, und ich wünsche jedem gute Lehrer, die ihre Schüler trotz immer schlechterer Bezahlung motiviert und engagiert begleiten.

    • Hallo Viola,
      da hast du einige Themen angesprochen. Ich habe auch nicht zu den Diskutierenden gehört, da es aussichtslos gewesen wäre. Ich war ebenfalls motivierbar – da kommt der Artikel bei dir vielleicht etwas anders an, als ich es gemeint hatte. Danke fürs Teilen deiner Ansichten!
      LG Jasmin

  15. Super Artikel! Ich habe herzlich gelacht und Vieles wiedererkannt. Zudem kann ich mich hier dem Club der BWLer anschließen… im Nachhinein absolut vertrödelte Zeit, nur die Sprachen (Englisch und Spanisch) haben mir wirklich Spaß gemacht und die kann ich heute noch brauchen.

    Ich stelle auch immer wieder fest, dass jetzt mehr hängen bleibt, wenn ich nun Bücher zu Themen lese, die MICH interessieren. Leider fehlt mir jetzt die Zeit, um mich all den Dingen zu widmen, die mich persönlich ansprechen. Von dem ganzen Schulkram ist fast nichts hängengeblieben…

    Manchmal frage ich mich echt, ob unser ganzes System nicht falsch ist.

    Macht weiter so, der Blog ist klasse!

    • Hallo Leonie,

      vielen Dank für dein Lob – das motiviert uns sehr! Viel Spaß weiterhin beim Lesen und Lernen :-)

      LG Jasmin

  16. Sehr interessanter, wenn auch stark polarisierter Artikel! Allerdings erkenne ich mich in ihm nur sehr bedingt wieder.

    Nach der Lektüre des Artikels und der meisten Kommentare komme ich zu dem Schluss, dass mein Gymnasium, an dem ich vor 5 Jahren das Abitur gemacht habe, etwas Besonderes sein muss. Ich kann zwar einige deiner Punkte nachvollziehen, aber rückblickend habe ich in der Schule (besonders in der Kursphase) eigentlich nichts gelernt, was ich nicht gebrauchen könnte. Das, was mich nicht interessierte, habe ich kurzerhand abgewählt und ein gewisses Grundwissen in Physik, Chemie, Geschichte und Mathematik schadet nie, im Gegenteil, man kann im Zweifelsfall mitreden und kommt besser in Gespräche hinein.

    Am Nachmittag gab es an meinem Gymnasium auch die Möglichkeit, sich in AGs mit praxisnäheren Themen zu beschäftigen und solche auch selbst anzubieten. So habe ich die Tontechnik kennengelernt, Schulveranstaltungen organisiert und jüngeren Schülern ermöglicht, in einer Band zu spielen. Allerdings muss man solch ein Angebot auch annehmen, wer nach der Schule nur schnell nach Hause will, um die Glotze oder den Computer zu konsumieren, nimmt so etwas einfach nicht mit.

    Mein Fazit: Die Schule hat mir deutlich mehr gebracht, als mein abgebrochenes Studium und meine Ausbildung hinterher. Aus der Schulzeit erinnere ich mich noch an ca. 70% des vermittelten Wissens, aus dem Studium an ca. 40% und aus der Ausbildung nur an ca. 20%. Auch sind das Allgemeinwissen insbesondere aus zusammen mit meinen selbst erlernten Fähigkeiten und Kenntnissen die wichtigste Basis meines Lebens, ohne die ich nicht dort wäre, wo ich jetzt bin. Deshalb an dieser Stelle ein großer Dank an all die Lehrer, die mich aus einer null-Bock-Phase heraus gefördert und für viele verschiedene Themen interessiert haben.

    Das einzige, was ich im Nachhinein bereue, ist, dass ich Spanisch damals nicht ernst genommen habe und es entsprechend schlecht spreche. Aber das kann ich ändern, russisch habe ich schließlich auch innerhalb eines halben Jahres gelernt.

    • Danke für deinen Kommentar, Justin. Ich kann dich insofern „beruhigen“: Ich habe an der Schule so ziemlich alles gemacht, was es noch so gab von Schulband, Chor, Theater-AG, Latein-AG, Cambridge, Russisch-Seminar, Schüleraustausch mit US-Amerikanern und Russen, Abizeitung, Abi-Shirts… Dass man sich dafür Zeit nehmen muss, ist klar. Mir ging es „nur“ um den Unterricht. Klar ist Allgemeinwissen gut, aber selbst in einigen Grundkursen sind wir so tief in die Materie eingestiegen, dass das nichts mehr mit Allgemeinwissen zu tun hat. Klar, wir sollen auch Methoden lernen. Ein paar davon haben mir im Studium auch geholfen. Ich wusste schon, wie ich lernen muss, im Gegensatz zu vielen anderen. Aber letztendlich half mir das dann hauptsächlich wieder beim Auswendiglernen im Studium…
      Ich hatte übrigens auch fast ausschließlich sehr gute Lehrer. Trotzdem wäre ich gespannt, was sie uns beigebracht hätten, wenn sie nicht einen straffen Lehrplan durchzuboxen gehabt hätten…

  17. Ich danke dir für diesen Artikel. Ich bin 9 Jahre aus der Schule raus und ich hatte beim Lesen das Gefühl, als hätte ich den Artikel geschrieben.

  18. Hi Patrick,

    ein knapper Artikel und du sprichst ein sehr wichtiges Thema an. Es ist schade, dass wir in der Schule (und die Meisten dann auch nicht zu Hause) nicht das lernen was uns zu tollen, erfolgreiche Menschen macht, die andere gerne helfen. Vielleicht wird es in ein paar Generationen so sein.

    Die jungen Leute von heute gehen schon oft ihren eigenen Weg und interessieren sich immer früher für die Persönlichkeitsentwicklung. Es gibt in Amerika viele CEOs unter 25 (Snapchat zB) die uns zeigen was man schaffen kann. Die Zertifikate von heute werden in Zukunft nicht mehr viel Wert haben. So wie es der James Altucher schreibt, wird es auch in Deutschland irgendwann sein.

  19. Ich hab mir jetzt nicht alle Kommentare durchgelesen aber ich fand den Beitrag auch sehr erheiternd. Allerdings kann ich heute mit Rückblick auf meine Schulzeit schon sagen, dass mir zumindest ansatzweise kritisches Denken beigebracht wurde. Ich habe hier auf den Philippinen z.B. den Eindruck, dass dies z.B. kaum bis überhaupt nicht der Fall ist. Von den Wissensinhalten her sind zumindest noch ein paar Basics vorhanden, das mit „753 kroch Rom aus dem Ei“ zähle ich jetzt mal nicht dazu:D

    Liebe Grüße aus Cebu und weiter so!

    John

    • Hallo John,
      danke für deinen Kommentar! Ja, kritisches Denken habe ich auch gelernt – vielleicht aber mehr von meinen Eltern, das lässt sich schwer sagen. Cooler Blog, übrigens. Viel Erfolg beim Iron Man!
      LG Jasmin

  20. Nun ja – ohne Schule geht’s wohl nicht. Mehr noch: Bildung und das Recht auf Bildung für alle ist wesentlich für eine funktionierende Demokratie.

    Ich lese hier viele Beiträge von Menschen, die ein Gymnasium absolviert haben – und dies scheinbar in keiner guten Erinnerung behalten haben. Kein gutes Zeugnis :-( Aber ich wette, die meisten würden ihre Kinder ebenfalls auf ein Gymnasium schicken – und zwar unabhängig davon, ob das Gymnasium die richtige Schulform für die Kinder ist…….weil sie „das Beste“ für ihre Kinder wollen – ohne zu hinterfragen, was tatsächlich „das Beste“ für die Kinder ist.

    Ich selbst habe meine Schulkarriere mit der Hauptschule gestartet – und habe heute trotzdem einen Hochschulabschluss. Geht also auch. Und ich lerne gerne. Immer noch. Und wie schon geschrieben: ich bin der Meinung, dass Bildung – auch Schulbildung – sehr, sehr wichtig ist.

    Die Frage ist doch: was soll man in der Schule lernen? auf jeden Fall schreiben, lesen, rechnen. Was weniger wichtig ist, sind die Interpretation von Gedichten und das Lösen von Gleichungen mit mehreren Unbekannten. Die Kenntnisse über negative Zahlen werden spätestens dann wichtig, wenn sie auf dem Kontoauszug erscheinen :-) Man muss nicht unbedingt lernen, was Rom gegründet wurde. Aber man sollte lernen, wieso Rom gegründet wurde, wieso es zur damaligen Weltmacht wurde und wie und warum es wieder verschwand.

    Man sollte aber auch lernen, wie man diskutiert und seine Meinung sagt. Man sollte lernen, wie man sich seine Meinung bildet – kritisches Denken. Man sollte auf seine Stärken hingewiesen werden und man sollte lernen, mit seinen Schwächen umzugehen. Und die Schwächen von anderen zu tolerieren und die Stärken vom anderen zu schätzen und zu respektieren.

    Man sollte lernen, wie Wirtschaft funktioniert. Wie man einen Kontoauszug oder eine Lohnabrechnung liest. Wie man seine Steuererklärung macht und wie man vorsorgt (ob nun Versicherungen oder Altersvorsorge). Man sollte wissen, wie das Sozialsystem hier in Deutschland funktioniert. Wie man einkauft und auf was man dabei achten sollte. Wie Verträge funktionieren. Und noch vieles mehr.

    Also: Schule ist wichtig. Aber vielleicht sollte man sich weniger auf die Fakten-Lernerei konzentrieren und mehr auf die Fähigkeit, zu verstehen, wie etwas funktioniert, zu lernen und kritisch zu denken. Wenn ich die Kommentare oben so durchlese, komme ich zu der Meinung, dass ich der praktisch orientierten Hauptschule doch besser gefahren bin als die Gymnasiasten.

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