Warum es mir schwerfällt, Geburtstag zu feiern

Es gibt zwei Tage im Jahr, vor denen es mir stets graut. Der eine ist mein Geburtstag, der andere ist Silvester. Zwei mit Bedeutung aufgeladene Tage, die ich am liebsten überspringen würde. Silvester ist noch weit weg, darum kümmern wir uns ein anderes Mal. Aber mein Geburtstag ist schon heute und dieses Jahr soll alles anders werden.

Na ja, mal sehen.

Am liebsten wäre es mir, unauffällig durch einen Geburtstag zu kommen. Niemand weiß Bescheid, ich fahre weit weg. So entledige ich mich der Bedeutungsschwere. Zeitweilig hatte ich das Datum in sozialen Netzwerken nicht freigegeben, bis ich einsah, dass das unfair ist. Ich kann mir selbst keine Geburtstage merken, ohne bei Facebook oder Xing nachzuschauen.

In den letzten 20 Jahren habe ich meinen Geburtstag genau dreimal gefeiert. Das erste Mal nur, weil es ein gemeinschaftlicher Geburtstag mit einer Kollegin war und sie das so vorschlug. Ich lud vier Leute ein. Ein anderes Mal gab mir jemand einen Schubs, eine kleine Grillrunde in meiner Agentur zu schmeißen. Angenehm war mir das nicht, denn Mitarbeiter müssen ja kommen und der kleine Mann in meinem Kopf redete mir ein, dass die Leute nur da sind, weil sie es müssen.

Dieses Kopfkino bietet schon einen Vorgeschmack auf die Gründe, weshalb ich selten meinen Geburtstag feiere:

  • Ich habe geglaubt, ich sei es nicht wert. Gut gemeinte Sprüche wie „Lass dich ordentlich feiern“ konnte ich nicht ernst nehmen. Warum sollte ich mich feiern lassen und von wem?
  • Ich stehe ungern im Mittelpunkt. Die Aufmerksamkeit mehrerer Menschen gleichzeitig ist mir unangenehm.
  • Ich habe befürchtet, dass niemand kommen würde (denn ich fühle mich manchmal einsam).
  • Und falls doch jemand gekommen wäre, war ich mir nicht sicher, ob sie wirklich da sein wollten oder nur nicht Nein sagen konnten.
  • Ich wollte nicht, dass sich jemand um ein Geschenk bemühen muss. Die Leute haben schon genug zu tun.

In rationalen Momenten klingt das absurd, aber ich bin nicht immer rational. Das alles sind klare Symptome für ein geringes Selbstwertgefühl. Das war bei mir nie hoch und das ist es auch heute nicht. Zwar geht es aufwärts, dennoch spuken mir solche Gedanken immer noch durch den Kopf. Manchmal wäre ich gern mehr Narzisst, aber das habe ich nicht in mir. Anstatt mich aus vollem Herzen selbst zu lieben starte ich an solchen Tagen erst recht ein negatives Gedankenkarussell.

Die dritte Feier der letzten 20 Jahre fand im letzten Jahr statt. Da fasste ich mir unter Schmerzen ein Herz und lud drei Freunde mit ihren Partnern in ein Restaurant ein. Die Einladungen formulierte ich unter Verwendung möglichst vieler Relativierungen („Wenn ihr nicht könnt, ist das kein Problem.“ / „Ein Geschenk ist nicht nötig.“). Wie durch ein Wunder sagten alle drei zu und schienen sich auch noch zu freuen.

Der Abend war gut und ich froh, mich durchgerungen zu haben. Mein Kopf spielte allerdings noch nicht so richtig mit. Ich war etwas melancholisch angesichts des mit Bedeutung überladenen Tages. Trotzdem war es ein Schritt vorwärts, zumindest so zu tun, als hätte ich ein gutes Selbstwertgefühl. In diesem Fall glaube ich an Fake it till you make it – mich so zu verhalten, als wäre ich bereits da wo ich hinwill.

Dieses Jahr zwinge ich mich zum nächsten Schritt. Ich lade eine größere Runde zu mir nach Hause ein. Zehn bis 15 Freunde werden wohl kommen. Die Überwindung dazu war wieder groß. Erst schob ich es vor mir her, dann fühlte ich mich antriebslos und gelähmt. Aber ich wusste innerlich, dass es für mich persönlich ein wichtiger Schritt sein würde. Erst später dachte ich mal darüber nach, warum das so ist – was gute Gründe dafür sind, meinen Geburtstag zu feiern, auch wenn sich der Kopf dagegen wehrt.

10 Gründe, trotzdem Geburtstag zu feiern

  1. Ich zeige Freunden, dass sie mir wichtig sind
  2. Ich lasse Freunde mehr an meinem Leben teilhaben
  3. Ich erkenne an, dass ich wichtig bin
  4. Es wird mal Zeit
  5. Nur wer einlädt, wird auch mal eingeladen
  6. Es ist ein guter Anlass zu kochen
  7. Eine gute Übung für die Gastgeberrolle
  8. Ich akzeptiere damit eine soziale Norm
  9. Ich erweitere meine Komfortzone, indem ich Ängsten begegne
  10. Eine sonst leere Wohnung füllt sich mit Menschen

Wenn das nicht ausreicht, dann weiß ich auch nicht. Und oft weiß ich wirklich nicht. Aber dann tu ich so als ob: I fake it till I make it.

PS: Ich wünsche mir keine Dinge und keine großen Erlebnisse, aber habe ein paar Wünsche fürs Leben.

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36 Kommentare

  1. Yeah, alles Liebe zum Geburtstag und lass dich schön hoch leben und genieß die Feier! Auf ein tolles neues Lebensjahr, das noch besser wird als das Vergangene :-)

    Alles Liebe
    Tanja

  2. Hallo!

    Interessanter Artikel. Gerade dreimal in 20 Jahren Geburtstag gefeiert – Respekt! Mal sehen, ob ich das auch hinbekomme.

    Ich kann Geburtstagsfeiern nicht ausstehen, ich bin nicht scharf auf die Feiern anderer Leute, und erst Recht nicht auf meine eigene. Ich bin auch kein großer Fan von Feiertagen. Dabei geht es mir gar nicht darum, dass ich nicht mit anderen Menschen feiern möchte. Mich nervt einfach der gesellschaftliche Zwang. Schwiegermutter hat am 23.12. Geburtstag, Anwesenheit wird natürlich erwartet. Ist ja nicht so, dass man am 23. Dezember fürchterliche Langeweile schieben würde, schließlich muss ja Weihnachten vorbereitet werden. Zu Weihnachten erwarten natürlich sowohl Eltern als auch Schwiegereltern einen Besuch. In den letzten Jahren sind wir wegen des Wetter schon einmal mit dem Auto und auch der Bahn dann bei einem Besuch stecken geblieben. Super! Zu Silvester muss man natürlich auch eine Party schmeißen. Und im Januar haben dann meine beiden Eltern Geburtstag, da geht es fröhlich weiter. Mittlerweile arbeite ich bis zum letzten Tag vor Weihnachten und fange möglichst spät im Januar wieder an. Nach Silvester ist nämlich dann endlich Urlaub für mich, vorher nur Stress.

    Ich habe um Ostern herum Geburtstag, meine Schwester einen Tag nach mir. Eine etwas komplizierte Familie dazu, und die Terminfindung für eine Feier macht einem graue Haare. Meine Frau hat im August, einen Tag später ihre Oma (Anwesenheit erwartet), Tags darauf dann mein Neffe. Erwähnen sollte ich vielleicht noch, daß für jede Geburtstagsfeier in der Verwandtschaft >100km Fahr erforderlich sind. Unsere Kinder haben im Februar mit 4 Tagen Abstand. Kindergeburtstag ist auch was Feines. Ein halbes Dutzend 4jährige, die Energie haben wie der Duracellhase auf Starkstrom. Macht Spaß, aber auch total fertig.

    Es ist also schlicht der Aufwand, der mir das Feiern wenig schmackhaft macht. Und der Zwang, das eben genau an diesen bestimmten Terminen durchführen zu müssen. Dazu kommt noch diese lästige Schenkerei. Ich versuche massiv, meinen Krempel zu reduzieren. Da brauche ich niemanden, der mir mehr (gut gemeinten) Krempel anschleppt. Ebensowenig möchte ich andere mir gut gemeintem Krempel vollmüllen. Erlenbisse zu schenken ist auch nicht so einfach, und angesichts des Überflusses einfach auf Geschenke zu verzichten habe ich noch nicht durchsetzen können.

    Spontane Grillparty im Somme mit Freunden oder Verwandten – da bin ich sofort dabei. Oder Abends einfach mal weggehen, wenn man Lust dazu hat. Geburtstag feiern ist etwas, was meinen Minimalsmus definitiv gehen den Strich geht. Es ist mir nicht wichtig, ich mag es nicht, also ist es Ballast.

    Allerdings muss ich auch zugeben, daß ich wenig Wert darauf lege, im Mittelpunkt zu stehen. Vielleicht ist das mit ein Grund, warum ich meinen eigenen Geburtstag nicht besonders mag. Mal sehen, nächstes Jahr werde ich 40. Einzige Wünsche und echte Vorsätze: Schuldenfrei sein und keine Feier. Beides gedenke ich zu erreichen, bis jetzt sieht es ganz gut aus.

    Das Thema Wertschätzung muss ich mir nochmal durch den Kopf gehen lassen. Habe ich bisher nicht so gesehen.

    Grüße
    Jens

  3. Beste Glückwünsche auch von mir!

    Noch ein Grund: je älter man wird: Ein Geburtstag ist ein prima Anlaß, die Leute mal wieder zu sehen. Ohne Anlaß kommen sie nämlich nicht, weil jeder einen vollen Kalender hat. Ich unterstelle niemandem böse Absicht, sondern auch einige gute Freunde müssen ihre Zusage spontan wieder zurücknehmen, weil sie echte Gründe haben. Je mehr Verbindlichkeiten Du dann geschaffen hast, umso mehr Mühe werden sie sich geben, Berge zu versetzen und trotzdem zu kommen, obwohl es ihnen gar nicht reinpaßt. Die Tretmühle wird immer größer. Vielleicht wird das im Alter wieder besser.
    Also: Anlässe nehmen, ob nun Geburtstag, Examen oder Sonnenwende. Dann geht es gar nicht um den Geburtstag, sondern er ist eben nur ein Anlaß. Das hilft vielleicht Leuten mit einem geringen Selbstwertgeühl ((-:

  4. Alles Liebe zum Geburtstag Patrick !
    Und „Danke“ für den Denkanstoss, vielleicht feiere ich meinen Geburtstag am Samstag ja doch noch ;-).
    Marianne

  5. Lieber Patrick,

    ich wünsche Dir alles Gute zu Deinem Geburtstag und ganz viel Spaß mit Deinen Freunden, das wird bestimmt toll, mach Dich nicht verrückt. :-)

  6. Oh, Happy Birthday!!! Das wird bestimmt total nett. Ich würde z.B. gar nicht auf 10-15 Leute kommen, ist doch super, dass du so viele Freunde hast, die auch noch zugesagt haben und offenbar gern mit dir feiern :)

  7. Hey Patrick, alles Liebe Dir! Das wird bestimmt ein ganz toller Abend :) Und ja, fake it ‚till you make it ist eine super Möglichkeit für solche Situationen. Die Gefühle folgen den Gedanken :)

    Mir ging es eine lange Zeit auch so ähnlich wie Dir. Nur nicht im Mittelpunkt stehen, warum ausgerechnet ich, das sagen/ tun die doch eh nur, weil sie müssen…
    Langsam gelingt es mir aber auch, meinen Geburtstag anzunehmen. Nur Geschenke finde ich immer noch blöd ;)

    Alles Liebe
    Andrea

  8. Alles alles Liebe auch an dieser Stelle, hab einen tollen Tag und ich denke auch, dass der Abend toll wird – ich kann deine Gefühle allerdings so sehr nachvollziehen, mag meinen Geburtstag aus genau den gleichen Gründen nicht.

    Schön, dich zu kennen.

  9. Hallo Patrick,

    erstmal Happy Birthday :-) und du sprichst mir aus der Seele > bei mir fallen mein Geburstag und Silvester fast zusammen (29.+31.12.) auch ich denke mir jedes Jahr, da hat sowieso niemand Zeit zwischen den Feiertagen, und selbst habe ich auch meist keine Lust dazu. Ich spiele den Tag auch ziemlich herunter, fahr gern mal weg – zum Skilaufen, dass ich abends müde bin oder wenn’s nur für eine Nacht ist – um dem Druck zu entkommen.
    Ich werde deine 10 Gründe trotzdem Geburtstag zu feiern beherzigen und mal sehen, vielleicht gibt’s auch bei mir wieder mal ne Party ;-)

    Einen schönen Tag noch.
    LG, Meli

  10. Hi Patrick,

    alles Gute zum Geburtstag und danke für diesen ehrlichen und nachdenklichen Artikel!

    Mit Geburtstag habe ich keine Probleme. Aber meine Einstellung zu Silvester hat sich grundlegend geändert. Letztes Jahr zum ersten Mal am 31.12 eine Nachtwanderung bei minus 15 Grad gemacht und festgestellt: is ja viel geiler als das kollektive Betrinken allerorten.

    Liebe Grüße und schön, dass wir uns am Samstag mal persönlich kennengelernt haben.

    Mischa

  11. Hallo Patrick!

    Erstmal meinen herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag ;-)! Das ist ein sehr ehrlicher Artikel mit ein paar guten Denkanstößen! Schön, dass es noch Leute gibt, die auch mal einen Einblick hinter die Fassade gewähren.

    Viele Grüße, Hendrik

  12. Happy Birthday, Patrick – hab einen schönen Tag! Und: da haben wir was gemeinsam, ich feiere auch nicht gerne. War als Kind ganz anders, aber hat mit Beginn des Studiums komplett abgenommen. Die letzte Feier ist schon einige Jahre her – aber vielleicht nehme ich mir das fürs nächste Jahr mal wieder vor :-)
    Viele Grüße
    Katrin

  13. Hey Patrick! Alles Gute zum Geburtstag! JUCHHU!!! Lass Dich Feiern!

    Ehrlich, ich hab das auch oft so gehändelt wie Du. Aber dieses Jahr war ich doch schon etwas beleidigt, das nicht soviele Gratulierten. Böse ist, ich hab das meinen Freunden extra schwer gemacht, den auch die können sich keine Geburtstage merken. Die frage war: Ist das fair?
    Viele WOLLEN Gratulieren, so wie ich, um zu zeigen: YOU’RE THE MAN! Ja, es geht um Wetschätzung, und es geht um Liebe. Ich freu mich, das Du vor xx-Jahren auf die Welt gekommen bist, den DU, ja genau DU hast mein Leben bereichert. Ehrlich! Ich finds klasse das es Dich gibt!!
    Ich musste auch lernen, das es Menschen gibt, die mich Lieben. Und denen ich was wert bin, die mir an diesem einen Tag sich mit mir freuen das es mich gibt.
    Für Dich und auch für mich ist diese Erkenntnis harter Tobak, den das sind wir nicht gewohnt. Und dennoch ist es so! Außerdem ist das auch immer eine prima Anglegenheit mal wieder alle um sich zu haben, um zu feiern, und um Glücklich zu sein. Glücklich, weil man die Liebe und die Wertschätzung spürt. Um es nochmal zu sagen: Schön das es Dich gibt!!

    Liebe Grüße, andy

  14. Alles Liebe zum Geburtstag, Patrick!
    Ich weiß ganz genau, wovon du sprichst und ich dachte bis dato, dass ich mit diesen Gedanken ganz alleine wäre, denn schließlich liebt jeder seinen Geburtstag! Bei mir ist dieser Tag einfach so mit Erwartungen und Ängsten aufgeladen, dass ich ihn eigentlich nie genießen kann und nur feiere, weil es erwartet wird. Wobei ich mich auf der Feier dann frage, ob es den Gästen überhaupt gefällt.
    Also ja, ich kenne deine Gedanken zu genüge und bin froh, dass du es dieses Jahr anders angehen willst :)
    Liebe Grüße
    Lena

  15. Alles Liebe zum Geburtstag! Ich bin gespannt, wie deine Feier war. Ich habe – aus den gleichen Gründen wie du – in meinem ganzen Leben noch keinen einzigen Geburtstag gefeiert (von früheren Kindergeburtstagen mal abgesehen). Interessant, dass es so vielen ähnlich geht. Trotzdem klasse, dass du dich aus deiner Komfortzone wagst.
    LG
    Leonie

  16. Liebe Leute,

    ich danke euch für die lieben Glückwünsche!

    Es erleichtert mich auch ein wenig, dass viele von euch meine Gedanken nachvollziehen können. Ich wollte diesen Artikel eigentlich nicht schreiben, da ich befürchtete, damit allein dazustehen. Doch Jasmin motivierte mich dazu und jetzt bin ich froh drum.

    Danke euch,
    Patrick

  17. Hallo Patrick,

    auch von mir alles Liebe zum Geburtstag und eine hoffentlich schöne Feier. Schon bei dem Gedanken, 10-15 Leute in meiner Wohnung zu beherbergen – auch wenn ich diese sehr gern habe – wird mir ganz anders. Da steht mir meine Introversion entschieden im Wege. Von meinem Pragmatismus ganz zu schweigen. Mutig, dass du das ausprobierst.

    Und einmal mehr hast du dir mit diesem Artikel selbst bewiesen, dass man mit keiner Macke allein ist und wenn sie einem noch so merkwürdig erscheint ;) Ich bin vor zweieinhalb Wochen Dreißig geworden, für mich gab es damit dieses Jahr noch weniger Feierpotenzial als sonst. Ich hoffe, in den nächsten Jahren kann ich die Dreißig etwas lockerer sehen. Bis dahin werd ich es wohl wie dieses Jahr machen und in Urlaub fahren.

    Liebe Grüße und alles Gute,
    Yvonne

    • Hallo Yvonne,

      mir steht da auch einiges im Wege. Ob nun Introversion oder mangelndes Selbstwertgefühl. Aber ich versuche jetzt mal, drum herum zu gehen.

      Älter zu werden ist für mich zum Glück kein Problem. Ich habe das Gefühl, mich stark weiterzuentwickeln. So fühlt sich jedes Jahr besser an als das davor.

  18. Hallo Patrick,
    erstmal noch herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Viele deiner geschriebenen Sachen treffen auch auf mich zu. Vorallem das ’nicht im Mittelpunkt stehen‘ . Das bezieht sich auch aufs heiraten :D haben vor 4 Wochen nur standesamtlich geheiratet und aufgrund des gesellschaftlichen Drucks, sollte man ja noch groß feiern. Wir sind uns da noch uneinig und wollen eigentlich keine riesen Party. Aber das ist ein anderes Thema…

    Ich selbst habe am Samstag Geburtstag( in diesem Sinne, ein hoch auf uns Stiere!!!) und bin mir bis jetzt noch nicht sicher, was ich da mache bzw ob überhaupt. Ich habe letztes Jahr seit längerem wieder gefeiert, da ich nach dem Studium wieder in meine Heimatstadt gezogen bin und das erste Mal seit Jahren einfach mit der Familie feiern konnte. Die meisten Freunde, die ich da eingeladen hatte haben aus verschiedenen Gründen abgesagt( Terminkollision, Krankheit etc). Im Endeffekt war dann doch nur die Familie da und eine Freundin.

    Dir wünsche ich dennoch einen schönen Abend mit deinen Freunden.

    Liebe Grüße
    Evelyn

    • Hallo Evelyn,

      schade, dass letztes Jahr nicht so viele Freunde kamen. Davor hatte ich auch Angst, die sich zum Glück nicht bestätigt hat.

      Ein Erfolgsfaktor könnte sein, rechtzeitig einzuladen, zumal im Mai auch noch Feiertage anstehen, die zum Wegfahren genutzt werden.

      • Ich hatte letztes Jahr alle einige Wochen zuvor eingeladen. Auch das ist leider kein Erfolsgarant :)

        Ich weiß immer noch nicht, was ich machen soll bzw. ob überhaupt etwas. In der nächsten Woche haben mein Bruder und mein Opa auch noch Geburtstag und heute Abend sind wir auch noch auf einem eingeladen. Mir ist das manchmal auch einfach zuviel :D

        Hoffe du hattest dennoch einen schönen, einigermaßen entspannten Abend mit deinen Freunden.

        Liebe Grüße

  19. Hi Patrick,
    Geben und Nehmen ist eins. Meist haben Introvertierte kein Problem damit etwas zu schenken oder jemandem zu helfen, aber etwas anzunehmen gibt Probleme. Dabei ist es wirklich ein und die selbe Sache. Derjenige, der uns beschenken will erhält dadurch ein gutes Gefühl. Das sollten wir ihm gönnen. Wir sollten Geschenke und Hilfsleistungen, Komplimente und Wertschätzungen aushalten lernen weil wir nicht nur uns sondern auch dem Anderen damit Gutes tun. Akzeptieren wir Geschenke (auf jeder Ebene) als ehrlich, respektieren wir unseren Schenker. Interpretieren wir eine Unehrlichkeit hinein ist das unfair.
    Ich hab 50 Jahre gebraucht um das leben zu können. – Jeder Mensch ist ein Geschenk wert und das nicht nur einmal im Jahr. Glückwunsch nachträglich!
    Liebe Grüsse von Sabine

    • Hallo Sabine,

      ob das etwas mit Introversion zu tun hat, weiß ich nicht. Ich schiebe es aufs Selbstwertgefühl. Aber ja, das müsse wir aushalten können. Und bis ich das kann, tu ich so als ob :)

  20. Alles Gute auch von mir!

    Ich kann gut verstehen, dass du nicht so scharf darauf bist/warst deinen Geburtstag zu feiern.
    Mich persönlich hindern da noch andere Gründe dran: ich mache mir Stress es allen recht zu machen und die Gäste zu bespaßen. So stell ich mir das einfach nicht vor.
    Allerdings sprechen deine Gründe für eine Feier mich natürlich auch an.
    Ich habe auch diese Woche noch Geburtstag. Bisher habe ich nichts geplant aber vielleicht tu ich das noch :)

    Lg
    Judith

    • Hallo Judith,

      dann gib dir doch mal noch einen Ruck.
      Wahrscheinlich will jeder Gastgeber seinen Gästen das bestmögliche Erlebnis bieten. Ich hatte mich dazu entschlossen, mir darüber erst dann Gedanken zu machen, wenn es soweit ist. Wenn ich alle Ängste auf einmal berücksichtige, wird’s nie was ;-)

  21. Hallo Patrick,

    ich hoffe, es werden auch noch nachträgliche Geburtstagswünsche angenommen? Alles Liebe wünsche ich dir!

    Bei den Kopfkino-Punkten habe ich sehr viel von mir wieder erkannt. Dabei würde ich eigentlich ganz gern Leute zu mir einladen, unabhängig von irgendeinem besonderen Anlass, einfach weil ich sie gerne bekochen würde und weil es mich freuen würde, wenn andere Leute aufgrund meiner Einladung einen netten Abend miteinander verbringen. Aber dann schaltet sich eben das besagte Kopfkino ein und unangenehme Erinnerungen an frühere Einladungen werden heraufbeschworen, bei denen tatsächlich die meisten abgesagt haben oder nur kurz anstandshalber reingeschaut haben.

    Trotzdem möchte ich noch ein weiteren Punkt PRO Geburtstagsfeier hinzufügen: auf meiner Party bestimme ICH die Regeln. Was ich an anderen Feiern nicht ausstehen kann, ist das obligatorische Besäufnis gefolgt von irgendwelchen pseudolustigen Spielen, die man tatsächlich nur in besoffenem Zustand ertragen kann (die anderen Leute und die gesamte Party kann man irgendwann nur noch in diesem Zustand ertragen). Das stellen sich die meisten Leute offenbar unter einer gelungenen Party vor – und das auch noch sehr weit über das Teenageralter hinaus.
    Als ich mich letztes Jahr an das Wagnis „Geburtstag feiern in der eigenen Bude“ herangetraut habe, habe ich vorab schon klargestellt, dass es bei mir keine Sauferei geben wird. Es gab Sekt zum Anstossen und der Rest war gemütliches Zusammensitzen, Essen, Reden, wunderbar. Leider sind auch diesmal wieder die meisten sehr früh wieder gegangen, aber ich versuche, das Ganze trotzdem als Erfolg anzusehen ;-)

    • Hi Lika,

      danke für die nachträglichen Glückwünsche!

      Ich finde deinen Punkt tatsächlich sehr wichtig. Ich konnte nun auch nach meinen Regeln feiern. Ohne viel Alkohol und ohne Spiele. War trotzdem (und für mich gerade deswegen) gut :)

  22. Hallo Stier-Mann,
    ob das wohl am Sternzeichen liegt?
    Hatte auch grade Geburtstag und war wie meistens um diese Zeit im Urlaub:-)
    Auch ich verschwinde immer in der Versenkung und habe keine Lust zum Feiern……kann dich also gut verstehen.
    LG,
    Claudia

  23. Lieber Patrick,

    zuallererst: Alles Gute noch zum neuen Lebensjahr!

    Ich habe den Artikel soeben erst gelesen und musste mal wieder schmunzeln, weil ich genau das alles natürlich auch kenne (so wie sehr viele andere Begebenheiten aus Deinem Buch).
    Der einzige Geburtstag, den ich mit Freunden gefeiert habe, war mein 30. (das ist über zehn Jahre her) und das fand ich irgendwie merkwürdig, weil sich meine Freunde untereinander alle nicht kannten und ich selbst mich sehr unwohl fühlte. Daraufhin ließ ich das Feiern bei mir wieder sein – denn mit Feiern hatte es nichts zu tun.

    Mittlerweile hat sich viel bei mir geändert, eines aber nicht: meine Geburtstage mag ich nicht. Allerdings wollte ich letztes Jahr mit all meinen lieben Freunden – die ich zum Großteil erst die letzten Jahre gewonnen habe – doch mal feiern. Deshalb habe ich zusammen mit meiner besten Freundin einfach unter folgendem Motto eingeladen: „Wir feiern das Leben, die Liebe und die Musik“. Es war eine wirklich schöne Feier, auf der sich zwar auch die wenigsten kannten, aber alle sind miteinander ins Gespräch gekommen und es entstanden neue Bekanntschaften in heiterer, schöner Atmosphäre – und das in meiner Wohnung :-) Das war so ein Erfolg, dass es an Silvester dann gleich noch eine gemeinsame Feier mit gemeinsamem Musizieren und Singen gab.

    Judith hat geschrieben, dass sie selbst nicht gerne einlädt, weil sie sich Stress macht, es allen recht zu machen, dass es allen gut geht, sich alle gut unterhalten – ja, genau so ging es mir bei meinem 30.! Ich war so bemüht und konnte mich selbst überhaupt nicht entspannen. Bei der „Wir feiern das Leben“-Party habe ich mir gedacht: Ich gebe den schönen Raum & Getränke (jeder hat etwas zu essen mitgebracht) und für gute Gespräche & Stimmung ist jeder selbst verantwortlich. Tatsächlich lief dann alles wie von selbst und jeder hat sich um jeden gekümmert – außerdem hatten wir ein tolles Buffet :-)

    Jetzt kann erst mal eine Weile vergehen und irgendwann, wenn ich wirklich wieder Lust & Laune habe, dann lade ich wieder zu mir ein. Meine eigenen Partys sind mir jetzt die liebsten ;-)

    Sonnige Grüße
    Kristina

    • Hi Kristina,

      schön, dass du deine Erfahrungen teilst. Für mich ist es interessant zu sehen, wie viele Menschen die gleichen „Probleme“ haben. Schön auch, dass du die Lust am Selberfeiern gefunden hast. Das motiviert mich, dran zu bleiben.

  24. Könnte ich selber sein …
    Ziehe es nun in Erwägung, meinen Geburtstag nachzufeiern. Danke für den Artikel!

  25. Geburtstag feiern ist für mich sehr anstrengend. Ich mag es nicht und versuche es allen Recht zu machen und bin am Ende münde und ausgelaugt. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass es mit geringem Selbstwert zu tun hat. …..

  26. In 3 Wochen habe ich Geburtstag, wie jedes Jahr gruselt es mir vor diesem Tag und ich habe den Auftrag bekommen, mir zu überlegen: Wie würde ich meinen Geburtstag (endlich einmal) schön finden und was und wen brauche ich dazu… das allein war schon nicht leicht klar zu definieren bzw. dies zu definieren schon aber die mir bewussten und vorhandenen Widrigkeiten lassen sich einfach nicht wegbeamen. Mein frommer Wunsch: ich möchte einen unbeschwerten Geburtstag erleben.. Klingt so einfach und unerreichbar zugleich. Und dann stelle ich fest, wievielen Menschen es aus den unterschiedlichsten Gründen genauso geht.
    Ich möchte dieses Jahr nicht schauen, wie ich es jedem Recht mache, möchte nicht gejagt und gehetzt werden von denen, die unbedingt „Erster“ sein möchten, möchte nicht 2x feiern, weil unser Leben Menschen und Situationen beinhaltet, die nicht an einem Tisch funktionieren (ich habe vollstes Verständnis für die Situationen jedes Einzelnen dazu und doch will ich diesen Eiertanz nicht mehr) und ich möchte auch nicht weglaufen und gar nicht feiern!
    Wie machen all die anderen Menschen das? Wie gelingt es, seinen Geburtstag schön zu finden?
    Die, die ich am meisten Liebe und die ich gerne an diesem Tag bei mir hätte, leben mindestens 1 Stunde entfernt und können nicht einfach mal eben auf nen Kaffee reinschauen…die Familiensituation ist auch bei uns eher zwängig…
    Ich finde den genannten Aspekt der Wertschätzung für die Gratulanten und den Blickwinkel, dass die, die da sein können und sind, dies aufrichtig und aus freien Stücken tun, toll.
    Ich finde es auch klasse, wie du es geschafft hast, deine Gefühle zu diesem Tag, der einem ein dankbares Lächeln ins Gesicht zaubern sollte, niederzuschreiben und hoffe, dass auch ich in diesem Jahr meinen Geburtstag fröhlich, entspannt und dankbar für all die Menschen (auch wenn Sie nicht zum Anfassen und Drücken da sein können) erleben kann.
    Danke für deinen Beitrag und an all die Menschen, denen Ihr Geburtstag auch ein „Graus“ ist. Wir schaffen das und es ist schön, dass es uns und den Tag an dem wir geboren wurden gibt :-)

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