Wie der Minimalismus dich zur gesunden Ernährung führt

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Hast du manchmal das Gefühl, Ernährung sei kompliziert geworden? Ich schon! Seit Ernährungswissenschaft und Industrie unsere Nahrung „optimieren“ und Zeitschriften widersprüchliche Ratschläge erteilen, wird alles nur noch schwieriger.

Belege aus dem wahren Leben:

  • Wir zählen Kalorien und tragen sie in Apps ein
  • Wir schieben Nährstoffe hin und her: weniger Fett, mehr Proteine, weniger Kohlenhydrate
  • Wir probieren die absurdesten Diätkonzepte aus
  • Wir bewerten Nahrungsmittel mit Punkten
  • Wir lesen den glykämischen Index, pH-Werte, Kalorien etc. aus Tabellen ab
  • Wir suchen krampfhaft nach dem besten Zuckerersatz
  • Wir treiben Sport, den wir hassen, um unsere Sünden auszugleichen
  • Wir lesen Zeitschriften, Blogs und Bücher über Ernährung
  • Im Supermarkt wählen wir aus mehr als 10.000 Produkten

Ständig gibt es neue „Erkenntnisse“, die wieder alles auf den Kopf stellen, aber nichts besser machen, sondern im Zweifel noch widersprüchlicher. Ernährung ist so kompliziert geworden, dass es eine Existenzberechtigung für den Beruf „Ernährungsberater“ gibt. Ausgerechnet der clevere Mensch – intelligenter als alle Tiere – braucht Beratung bei der Nahrungsaufnahme. Verrückt!

Dieser Komplexität können wir durch Vereinfachung entkommen – oder Minimalismus, um einen Trendbegriff aufzugreifen. Ich behaupte: Wer minimalistische Werte auf die Ernährung überträgt, ernährt sich automatisch gesund.

Minimalismus ist laut Wikipedia eine Entscheidung für die freiwillige Einfachheit. Doch Achtung! Einfach bedeutet nicht bequem, nicht leicht, nicht billig, nicht zeitsparend und es bedeutet auch nicht, jeden Tag Reis mit Bohnen zu essen.

Die Werte des Minimalismus sind andere. Ich habe sie für diesen Artikel aus folgenden Blogs zusammengetragen und zusammengefasst:

Minimalisten befreien sich vom Überfluss

Wir leben in einer von materiellem Überfluss geprägten Gesellschaft. Wikipedia charakterisiert eine solche Gesellschaft u.a. wie folgt:

  • Produkte und Dienstleistungen werden massenhaft hergestellt
  • Güter werden über Werbung in Massenmedien verkauft
  • Das Spektrum an Waren geht über den Bedarf hinaus
  • Es wird mehr produziert, als konsumiert werden kann
  • Kunden kaufen mehr, als sie wollen (und brauchen)
  • Verbraucher werden zu Verschwendung erzogen

In dieser Beschreibung erkenne ich die Lebensmittelindustrie wieder. Auch Lebensmittel werden massenhaft in Fabriken hergestellt, mit Markennamen und Produktversprechen versehen und sind immer und überall verfügbar. In unseren Supermärkten liegen Tausende von Produkten. Nach den meisten hat nie jemand gefragt, niemand braucht sie. Sie werden auf Verdacht produziert und wenn nur genügend Zucker und Fett enthalten sind, wird sie schon jemand kaufen. Dieser ständige Überfluss verleitet uns dazu, so viel zu kaufen, dass wir vieles davon wieder wegschmeißen. Jeder Deutsche wirft im Jahr etwa 81 Kilogramm an Lebensmitteln in den Hausmüll.

Minimalisten wollen diesen Überfluss loslassen und mit dem auskommen, was sie wirklich brauchen. In der Ernährung bedeutet das, nicht immer mehr Waren anzuhäufen und diese monatelang im Schrank zu horten, nicht fünf Müslisorten und vier Grillsaucen vorrätig zu haben und es bedeutet, ohne fertige Dressings, Dips, Aufstriche und Tütensuppen auszukommen.

Stattdessen würde ein Minimalist hauptsächlich nicht oder wenig verarbeitete Grundnahrungsmittel kaufen. Beim Einkauf hält er sich die meiste Zeit in der Obst- und Gemüseabteilung und an den Frischetheken auf. Er muss nicht viele Entscheidungen treffen, denn es gibt nur eine Art von Blumenkohl, eine Art von Brokkoli und wenig Auswahl bei Kartoffeln, Tomaten & Co. Der Rest braucht ihn nicht zu interessieren.

Minimalisten wollen mehr Klarheit

Ein Leben im Überfluss ist bequem, aber kompliziert. Wer kann sich bei all den Optionen noch entscheiden? Wir haben doch immer das Gefühl, eine bessere Alternative zu verpassen, weil wir nicht alle Informationen auswerten können, die uns zur Verfügung stehen.

Würden wir bei jedem Einkauf alle Produkte einer Kategorie miteinander vergleichen, die Inhaltsstoffe lesen und auch noch verstehen wollen, müssten wir mit einem Smartphone bewaffnet die Gänge abschreiten und viele Stunden im Supermarkt zubringen. Da machen wir doch lieber die Augen zu und sehen über all die Dinge hinweg, die wir nicht wissen.

Minimalisten finden sich damit nicht ab. Sie wollen Klarheit in ihrem Leben. Wenn sie diesen Wert auf ihre Ernährung übertragen, landen sie abermals bei den nicht oder kaum verarbeiteten Grundnahrungsmitteln. Sie müssen sich nicht mit einer 100 Quadratmeter großen Getränkeabteilung auseinandersetzen, sondern trinken einfach Wasser – das einzige Getränk, das der Mensch wirklich braucht. Sie kaufen keine verarbeiteten Waren mit komplizierten E-Zusätzen, die niemand versteht, sondern frisches Obst und Gemüse. Um Nahrungsergänzung in Form von Pülverchen und Vitamintabletten machen sie einen großen Bogen, denn an diesen ist alles unklar! Nur echte Lebensmittel bieten (einigermaßen) Klarheit. Sie enthalten keine Kalorienangaben, keine Zusätze und geben keine Gesundheitsversprechen ab. Sie sind einfach nur Obst und Gemüse.

Minimalisten suchen die Freiheit

Wir leben in einer freien Gesellschaft. Doch wenn wir uns die Freiheit nicht selbst nehmen, bleibt sie nur Theorie. Sie wird ständig durch Erwartungshaltungen, Alltagszwänge und Bequemlichkeit eingeschränkt.

Ungesunde Ernährung ist selten selbstbestimmt. Wir werden zunächst von Werbeversprechen beeinflusst und sobald wir vom Fast Food oder den süßen Waren kosten, können wir kaum noch die Finger von ihnen lassen, da sie uns süchtig machen. Wie praktisch, dass sie an jeder Straßenecke verfügbar sind. So verlieren wir die Kontrolle über unsere Ernährung.

Fertiggerichte nehmen uns zudem viele Entscheidungen ab, die wir nicht mehr allein treffen können: Wie viel Zucker soll in meinen Kuchen? Was soll in mein Müsli? Wie viel Erdbeere gehört in meinen Erdbeerjoghurt? Mit industriell produzierter Ware geben wir die Verantwortung dafür an die Unternehmen ab.

Minimalisten wollen sich von solchen Zwängen weniger gängeln lassen. Sie möchten selbstbestimmt leben und freie Entscheidungen treffen. Solche Freiheit setzt allerdings Fähigkeiten voraus. Nur wenn wir frische Lebensmittel einkaufen und diese selbst zubereiten, gewinnen wir wieder die Kontrolle über unsere Ernährung. Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass jeder von uns kochen kann, doch diese Fähigkeiten erlauben uns mehr Freiheit. Noch freier wird, wer sogar eigene Lebensmittel anbaut.

Minimalisten konzentrieren sich auf das Wesentliche

Was ist eigentlich wichtig im Leben? Bei so vielen Themen, die täglich auf uns einprasseln, kann man das schon mal aus den Augen verlieren. Christoph Maria Herbst sagte einst in einem Fernsehinterview:

„In Deutschland zerbrechen sich viele Menschen eher den Kopf darüber, mit welchem Sprit sie ihr Auto tanken, als darüber, welchen Sprit sie sich selbst zuführen.“

Das trifft es sehr gut. Die Frage, ob Super oder E10 ist denkbar unwichtig. Aber die Frage, ob Fast Food oder selber kochen entscheidet über unsere Gesundheit und ist damit wesentlich für unsere Lebensqualität.

Ebenfalls wichtig ist Minimalisten (und mir) mehr Zeit für liebe Menschen zu haben und für Hobbys, die Freude bereiten. In der Ernährung können wir beides über ein gesundes Essen erreichen. Kochen mag aufwendig sein und manchmal muss man sich überwinden, aber gekocht zu haben ist sehr befriedigend. Besonders gern koche ich für Freunde. Nach der eigenen Zubereitung und im Beisammensein genieße ich das Essen viel mehr, als wenn ich unachtsam irgendetwas vor dem Fernseher herunterschlingen würde. Genuss ist übrigens ein weiterer Wert von Minimalisten.

Minimalisten wollen nachhaltiger leben

Viele Menschen machen sich zunehmend Gedanken um einen verantwortungsvollen Umgang mit knappen Ressourcen. Nachhaltigkeit ist zum Schlagwort geworden und spielt auch für Minimalisten eine große Rolle. Sie wollen nicht ignorant vor sich hin leben, sondern einen möglichst geringen ökologischen Fußabdruck hinterlassen.

Wenn wir uns nach diesem Wert richten, hat das Einfluss auf unsere Ernährungsentscheidungen. Nachhaltig heißt, möglichst regional einzukaufen, aber vor allem bedeutet es (erneut), dass wir frische Lebensmittel statt verarbeiteter Produkte kaufen sollten. Jeder Verarbeitungsschritt bedeutet zusätzliche Kilometer, die ein Produkt zurücklegt, bevor es im Handel landet. Steht es dort, ist es meist in Plastik verpackt, wodurch Müllberge entstehen.

Umweltschonende Ernährung führt auch zu der Frage, wie viel und welche tierischen Produkte wir konsumieren sollten. Das meiste Fleisch, die meiste Milch und die meisten Eier stammen aus Massentierhaltung, die alles andere als nachhaltig ist. Folglich führt dieser Wert dazu, weniger Tierprodukte zu verzehren. Eine Ernährungsweise, die zu den gesündesten zählt.

Mein Fazit: Minimalistische Werte führen zu gesunder Ernährung

Du siehst, Einfachheit ist nicht bequem. Ernährung nach den minimalistischen Prinzipien ist mit Selbstüberwindung und zeitlichem Aufwand verbunden. Je nach Qualität der Zutaten und der Finesse der Mahlzeiten ist sie auch teurer als Fertigprodukte.

Mit dem Aufwand muss man es jedoch nicht übertreiben. Ich habe nicht den Anspruch, alles selbst zu machen. Stattdessen gehe ich einen Weg, der minimalistische Werte mit meinem Alltag vereinbart. Das heißt, ich koche einfache Gerichte, die mir zwischen 30 Minuten und einer Stunde abverlangen. Ich koche nicht täglich, sondern bereite so viel zu, dass ich mehrere Tage davon essen kann. Manchmal friere ich etwas ein. Ich scheue mich auch nicht davor, alle paar Wochen die gleichen Gerichte zuzubereiten. So komme ich überwiegend mit einer Auswahl von 20 Rezepten zurecht, benötige nur wenige Geräte und ein paar Zutaten, die ich immer wieder verwende.

Ich bezeichne mich nicht als Minimalisten, aber ich finde die Werte des Minimalismus in meiner Ernährung wieder, denn sie decken sich mit unserer Philosophie des echten Essens. Wenn du dich mal wieder fragst, welchem Experten oder Ratgeber du Glauben schenken sollst, orientiere dich an den Werten der Einfachheit. So gelangst du automatisch zu einer gesunden Ernährung.

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Zu diesem Artikel passt das Buch Lebens-Mittel. Der Autor Michael Pollan empfiehlt eine Vereinfachung der Ernährung.  Schon der erste Satz des Buchs fasst die Einfachheit der Lage zusammen: „Essen Sie Lebensmittel, nicht zu viel und vorwiegend Pflanzen.“

Foto: Frische Pilze von Shutterstock

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19 Kommentare

  1. Schöner Artikel, der das Thema minimalistische Ernährung auf den Punkt bringt, lieber Patrick.

    Nur paar einfache (vegane ;)) Rezepte hättest Du noch aufführen oder verlinken können. Das riecht nach einer Fortsetzung.

    Schönen Dank auch fürs Verlinken meines Blogs Einfach bewusst :-)

    Viele Grüße

    Christof

  2. Für mich klingt der Artikel eher so: Wie lassen sich meine Überzeugung von echtem Essen mit dem Minimalismus vereinbaren?

    Minimalistisch wäre es zum Beispiel auch sich von Astronautennahrung zu ernähren. Ein Nahrungsmittel, einfacher und weniger geht gar nicht.
    Fertiggerichte und Auswärts-Essen reduziert die Anzahl und Wahlmöglichkeiten des Essen auch sehr stark. Und wieder hätte man weniger Entscheidungen zu fällen und hat somit seine Entscheidungen minimalisiert.

    Natürlich ist die Regel, einfach nur Gemüse und Obst aus der Frischeabteilung zu kaufen auch ziemlich einfach, aber das macht diese Handlungsanweisung noch lange nicht minimalisistischer als andere. (Nur gesünder vermutlich ;-) )

    • Hallo Edith,

      vielleicht kann man das auch so interpretieren wie du. Das kommt sicher auf das eigene Verständnis davon an, was Minimalismus bedeutet. Ich hab’s ja beschrieben, dass es für mich nichts mit Bequemlichkeit zu tun hat.

    • Naja. Bei meinem minimalistischen Lebensstil geht es vor allem darum, mich auf die wesentlichen und für mich wichtigen Dinge zu konzentrieren. Das, was zum Leben notwendig ist, was einen Mehrwert für mich hat und mir Freude bereitet.
      Astronautennahrung, Fertigprodukte und Auswärtsessen erscheinen für den Konsumenten auf den ersten Blick EINFACH. Aber sind sie minimalistisch? Astronautennahrung und Fertigprodukte sind industriell verarbeitet und im Herstellungsprozess durchaus komplex. Gesund sind vor allem Fertigprodukte oft weniger, was langfristig die Lebensqualität erheblich schmälert. Auswärts Essen kostet i.d.R. Geld. Um das zu verdienen, muss ich meine Zeit investieren – genau so wie beim selbst zubereiten.
      Klar kommt auch bei mir mal Fertignahrung auf den Tisch und ich gehe essen. Aber ich genieße es, selbst gezogenes Gemüse und Obst zu essen. Dabei muss ich mich nicht auf irgendwelche Zutatenlisten oder Siegel verlassen, da ist schlicht kein Chemiezeugs dran. Außerdem gibt es ein Stück Freiheit und Unabhängigkeit: Ich bin weniger auf Produzenten, Händler und Dienstleister angewiesen, die mich mit Nahrung versorgen – das kann ich ein Stück weit selbt. Und ich muss keine Arbeitszeit aufbringen, um all diese für ihre Arbeit zu bezahlen. Stattdessen verwende ich meine Zeit für meine eigene Nahrungszubereitung. Das finde ich minimalistisch, und gesund ist es definitiv. Ressourcenschonender als in der ganzen Welt zusammengekarrter Industriefraß dürfte das auch sein, Und wo ich mich nicht selbst versorgen kann, versuche ich möglichst regional, saisonal und wenns geht direkt vom Erzeuger zu kaufen. Durch Saison und kurze Wege kann man es sich auch leisten, dem Produzenten fairere Preise als beim Discountschnäppchen zu zahlen.

  3. Hi,
    schöner Artikel finde ich. Was ich so allgemein schade finde ist, dass sehr viele über das Kochen zur Mittagszeit schreiben, aber nichts dazu sagen, was sie sich aufs Brot legen. Es gibt ganz tolle Rezepte für Mittags, nur was tut man aufs Brot, wenn man kaum Zucker und kaum verarbeitete Lebensmittel essen möchte? Ob Marmelade, Nutella oder vegetarischer Schinkenspicker so gesund sind??

    VG

    • Wie wäre es mit Frischkäse, selber vermengt mit Paprika oder Frischen Kräutern. Oder Quark mit dem oberen.

      Wenn jetzt keine Milchprodukte seinn sollen (vegetarischer Schinkenspicker) wie wäre etwas mit Advocado? Ich denke Chefkoch kann die da auch helfen.

      Persönlich finde ich gut das nicht drin steht was für Rezepte als Beispiel sind, weil ich für meinen Teil bin gerne Fleischesser. So bleibt das ganze beim Gesunden Essen, denn das kann auch mit Fleisch sein.

      P.S:
      Der Artikel ist übrigens echt toll :)

    • Hi Alex,

      ich habe dieses „Mittagsproblem“ nicht, da ich zu Hause arbeite, aber aufs Brot lege ich mir am liebsten jede Art von Käse (oder auch Frischkäse wie von Barbara empfohlen). Ich mag auch Erdnussmus.

      Aber klar, das Rad kann man nicht neu erfinden. Es gibt eine begrenzte Auswahl an Dingen, die man sich aufs Brot legen und mitnehmen kann.

  4. Hi Patrick
    Vielen Dank für Deine Gedanken zur minimalistischen Essenszubereitung. Ein schöner Artikel.
    Aufpassen muss man sicher, dass man nicht immer wieder dasselbe isst, sondern ausgewogen, das ist nämlich dann nicht so gesund. Im Winter gibt es leider nicht eine so grosse Auswahl an gesundem Frischen aus der Gemüseabteilung wie im Sommer.
    Rohkost, das heisst, vor allem Gemüse und ein wenig Früchte, ist eine Alternative, die auch sehr gesund ist, und da muss man nicht mal kochen. Vielleicht noch einen frischen Smoothie mit frischem Bio-Spinat, Bio-Broccoli und Bio- Blumenkohl und Mandelmilch, angereichert mit Leinöl und Hanf-Proteinpulver, geht doch auch ganz schnell. Bio ist zwar nicht ganz billig, dafür kaufe ich gesamthaft weniger ein. Die einzige Arbeit ist das Waschen und Schneiden der frischen Gemüse.. Am besten legt man nach dem Waschen das Gemüse noch kurz in Apfelessig-Wasser, damit die rohe Nahrung sauber keimfrei wird. Ich mache dies alles aus Krankheitsgründen, da ich durch unsere „Schulmedizin“ (durch Medikamente) chronisch krank geworden bin. Seitdem ich so gesund mir etwas Frisches zubereite, sind die Schmerzen und andere Symptome weithin viel wenigre geworden.. Allerdings nehme ich zusätzlich während der Heilungsphase noch einige passende Anti-Oxidantien/das heisst Vitalstoffe aus der Orthomolekularen Medizin dazu ein, aus Therapiegründen, doch ich hoffe, mich unter anderen (Bewegung an frischer Luft kommt auch noch dazu) mit solche minimalistischen Essens-Massnahmen mit der Zeit heilen zu können. Billiger, mininalistischer, gesünder – so sollte auch unser „Gesundheitswesen“ sein. Leider werden einem mit der Schulmedizin lauter unnötige, teure und krank machende Medikamente (=Verschwendung) hinterhergeworfen Minimalismus fängt bereits bei der Gesundheitsvorsorge, der Gesundwerdung, beim Arzt und bei der Krankenkasse an, die gesunde Ernährung und weitere zuträgliche Massnahmen muss man sich aus eigenem Antrieb besorgen. Dabei wird oder „würde“ unser „Gesundheitswesen“ bis auf die Notfall- und Katastrophen-Medizin weithin – als Verschweudung – unnötig und überflüssig.

  5. Hallo Patrick.

    Es gab meines Wissens ja auch schon Versuche die Nahrungsbestandteile soweit zu isolieren, dass man quasi einen Nahrungsbrei ohne Geschmack, aber mit allen Nährstoffen zu sich führt. Darüber hatte ich mal im Focus oder sonstwo gelesen. Hat anscheinend auch funktioniert soweit. Also erhöhte Leistungsfähigkeit, weniger Hunger,…Das wäre ja auch minimalistisch.

    Andererseits sind wir immer noch Menschen und ich denke für die Mehrheit der Menschen ist Essen eben viel mehr als reine Nährstoffaufnahme. Daher auch so viel Essen. :D
    Was Minimalismus für einen selbst bedeutet muss jeder für sich rausfinden.

    Ich halte mich persönlich recht natürlich auch an viel Gemüse und Obst ohne groß darüber nachzudenken und ohne daraus eine Religion zu machen. Aber manchmal gibt es dann eben doch Fast Food oder Fertigkäse. Ich würde den Anteil auf 70/30 beziffern grob geschätzt. Damit fahre ich persönlich sowohl gesundheitlich gut (was in 20 Jahren sein wird weiß kein Mensch), als auch mental, da ich mich nicht unter Druck setze.

    Gruß,
    Ben

    • Hi Ben,

      so ein Brei ist für mich das Gegenteil von dem Minimalismus, den ich hier beschrieben habe. Und ich bezweifle stark, dass das auf Dauer funktioniert. Irgendwer wird’s sicher noch herausfinden :-)

  6. Was die „Nahrungsergänzung in Form von Pülverchen und Vitamintabletten“ betrifft, muss ich leider widersprechen. Gerade wer sich vegan oder auch überwiegend vegan ernährt sollte da aufpassen. Bei mir selbst wurde – aufgrund von ausgeprägter Symptomatik und auf meine eigene Initiative hin – Vitamin B12 und Vitamin D Mangel festgestellt, obwohl ich gelebentlich tierische Produkte esse. Es gibt durchaus Nahrungergänzungsmittel auf natürlicher Basis, nicht das ganze künstliche Zeug, das man in der Regel in Apotheken und Drogeriemärkten kriegt. Mir persönlich hilft es sehr, weil ich mich weniger darum kümmern muss, dass ich nährstofftechnisch gut versorgt bin. Auch ich ernähre mich vor allem von frischem Obst und Gemüse, aber manchmal müsste ich viel mehr essen, als ich Hunger habe, und das macht auch keinen Spaß. Darüber hinaus ist regional auch nicht immer so viel an Auswahl vorhanden, insbesondere im Winter.
    Ach ja, und ich habe mir vorgenommen, mehr roh zu essen, da es 1. weniger Aufwand ist, 2. in vielen Fällen gesünder (da mehr Vitamine erhalten bleiben) und 3. weniger Energie verbraucht.
    Ja, beim Sprit ist es wirklich egal, was man tankt, am besten ist immernoch gar kein Auto zu benutzen :)

  7. Schöner Artikel und vielen Dank für den Verweis auf meinen Blog Simplizist :-)

    Minimalistische Ernährung bedeutet bei mir intermittierendes Fasten. D.h. ich lasse das Frühstück aus, starte nur mit einer Tasse Kaffee in den Tag. Das Mittagessen ist meine erste Mahlzeit.

    Klappt sehr gut, ich habe morgens mehr Energie und Zeit und tagsüber weniger Durchhänger.

    Viele Grüße
    Jörg

  8. Sehr schön geschrieben – vieles davon kann ich genau so „unterschreiben“.
    Ich versuche auch seit geraumer Zeit, das „Ein oder Andere“ umzusetzen – leider nur mit mäßigem Erfolg – die Tretmühle dreht einfach verdammt schnell. Manchmal frage ich mich, wie weit ich noch selbst bestimmt lebe?
    Gruß aus Unterfranken

    • Hallo Matthias,

      mäßiger Erfolg ist immerhin auch schon ein Erfolg. Mach einen Schritt nach dem anderen. Anders klappt’s bei uns auch nicht.

      Viele Grüße,
      Patrick

  9. Hallo Matthias
    Du sprichst mir aus dem Herzen. Der Alltag verlangt einem ganz viel ab, so dass man nicht immer – oder besser gesagt nur ab und zu – genau das machen kann, was man selber eigentlich für richtig und gut hält. In unserer Gesellschaft muss man einfach „funktionieren“ und sich hinten anstellen, genau nur das zu tun, was einem wirklich wichtig und richtig ist, kann man nur vereinzelt im ganz privaten Rahmen vollziehen. Ganz abschotten von der Gesellschaft mitsamt allen Geboten, das geht leider nicht. Ich esse gerne vegane Rohkost, mache viele gesunde Sachen wie Colon-Therapie, ab und zu Heilfasten, um meine Schmerzen vom Rheuma in den Griff zu bekommen. Heute war ich das erste Mal bei einem „Rheumatologen“ der Schulmedizin (es gibt in unserem Gesundheitssystem per Krankenkasse leider keine Alternativen), und der hat mich, als ich ihm das sagte, angeschrien, ist unerhört frech geworden und hat mich rausgeschmissen, als ich mich wehrte für meine Anliegen. Der „Arzt“ sagte, ich gehöre wohl wegen meinem veganen Essen in Bio-Qualität und wegen meinen Bemühungen um eine gesunde Darmflora mit Prä- und Probiotika in die Psychiatrische Klinik. Dies ist ein sehr extremes Beispiel von gesellschaftlicher Konvention, die keinerlei Freiraum lässt und von oben herab den Konsum der Schulmedizin (Verschwendung) propagiert. Die Kassen der Pharma müssen klingeln! Nicht einmal zum Arzt darf man Vertrauen haben in unserer Gesellschaft. Und schon gar nicht minimalistisch leben und essen. Kritiker wird es immer und überall geben, besonders, wenn man als Minimalist etwas „anders“ ist als der gewöhnliche „Durchschnitt“. Dieser „Arzt“ der Schulmedizin sollte so schnell wie möglich abtreten. Genau solche Leute wollen einen an der persönlichen freien Entwicklung hindern. Unser Schulmedizin ist alles andere als minimalistisch, sondern völlig auf Konsum ausgerichtet, auf Sachen, die völlig unnütz und unnötig sind.. Der Arzt hat auch gemerkt, dass er mir keinen grossen Sack voller künstlicher Pillen und giftige Pülverchen mitgeben kann. und sich gerächt an mir durch seine Frechheit. Man muss recht stark sein in unserer Gesellschaft, um die eigenen Vorlieben leben zu können. Dies betrifft im besonderen Mass auch den Minimalismus. Ich wünsche allen viel Kraft und Mut dazu.

  10. Danke für diesen inspirierenden Artikel. Leider wird Essen immer mehr zur Nebensächlichkeit. Statt sich dem Essen zu widmen versinkt man vorm Smartphone um sich oftmals unnütze Informationen zuzuführen. Dabei kommt man nicht in den Genuss den die Mahlzeit hergibt.

    Die Sensibilisierung zur Ernährung wird dadurch abtrainiert und wenn es die Eltern nicht können wie soll es dann unser Nachwuchs erlernen.
    Finde das sehr schade, denn viele „Problemchen“ lass sich über eine gesunde Ernährung beheben.

  11. Absolut Deiner Meinung. Minimalismus schafft nicht nur Klarheit, sondern sogar auch dafür, dass man auf sich, seine Ernährung und natürlich auf das gesamte Konsumverhalten achtet. Übrig bleiben Dinge, die uns gut tun, und unser Köper wirklich braucht. Wenn man mit dem Minimalismus erst einmal begonnen hat, wird sehr schnell deutlich, wie wenig wir wirklich benötigen und worauf es bei unserem Körper tatsächlich ankommt. Sehr gelungen.

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