Stevia & Co. – Warum Zuckerersatz nur Augenwischerei ist

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Neulich suchte ich im Internet nach zuckerfreien Frühstücks-, Dessert- und Snackrezepten. Da zuckerfrei ein Trend ist, fand ich viele Rezepte, die versprachen ohne Zucker auszukommen. Allerdings muss man sie schon wörtlich nehmen, um ihnen keine Lügen zu unterstellen. Zwar enthielten sie alle keinen Haushaltszucker, dafür aber angesagte Alternativen wie Agavendicksaft, Kokosblütenzucker und Reissirup, Zuckeraustauschstoffe wie Xylith und Erythrit oder synthetische Süßstoffe wie Stevia. Die wenigsten zuckerfreien Rezepte kamen ohne einen solchen Zusatz aus.

Sowohl die Rezepte als auch die jeweiligen Produkte bedienen unseren Wunsch nach dem Heiligen Gral: Ein Mittel, das zuckersüß und gleichzeitig gesund ist. Wir möchten gern glauben, dass sich beides vereinbaren lässt. Wenn Zucker ungesund ist, müssen wir ihn eben durch etwas anderes ersetzen. So werden immer wieder neue Zuckeralternativen ausgegraben, die sich in ihren Gesundheitsversprechen gegenseitig übertreffen. Die einen glauben an Agavendicksaft, die anderen an Erythrit und manche an den Kokoszucker. Je teurer das Produkt ist, desto gesünder fühlt es sich an.

Aus meiner Sicht ist das Augenwischerei. Zuckeralternativen beruhigen vielleicht das Gewissen, aber mehr leisten sie nicht. Wie sich Zucker ersetzen lässt, ist die falsche Frage. Dennoch möchte ich sie zum besseren Verständnis beantworten, bevor ich am Ende des Beitrags zu einer nützlicheren Fragestellung komme.

Der süße Zuckerersatz lässt sich in drei Gruppen einteilen:

1. Natürliche Zuckeralternativen

Die erste Gruppe ist mir die sympathischste. Dabei handelt es sich um natürliche Produkte, die nicht oder nur wenig verarbeitet wurden. Ihnen wird häufig nachgesagt, gesund zu sein, da sie Nährstoffe wie Mineralien und Vitamine enthalten. Das mag stimmen, doch wer Nährstoffe will, soll lieber Gemüse und Obst essen, anstatt sie in Süßungsmitteln zu suchen.

Zu den natürlichen Zuckeralternativen zählen vor allem:

  • Honig
  • Sirup (z.B. Ahornsirup, Reissirup, Zuckerrübensirup)
  • Dicksäfte (z.B. Agavendicksaft, Apfeldicksaft, Birnendicksaft)
  • Kokosblütenzucker (Palmzucker aus der Kokospalme)
  • Rohrohrzucker und Vollrohrzucker

Honig ist ein naturbelassenes Produkt und das Einzige, das ich manchmal anstelle von Zucker verwende. Ich nutze ihn allerdings nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung, da er anders schmeckt. Manchen Speisen füge ich lieber Honig hinzu, anderen lieber Zucker. Aber ich bin mir bewusst, dass es im Wesentlichen das Gleiche ist.

Die anderen Alternativen genießen aus verschiedenen Gründen einen guten Ruf: Agavendicksaft und Kokosblütenzucker haben einen vergleichsweise geringen glykämischen Index, deshalb lassen sie den Blutzuckerspiegel weniger stark ansteigen. Dadurch schüttet die Bauchspeicheldrüse weniger Insulin aus, sodass weniger von den Kalorien in den Fettpolstern landet. Dabei wird gern vergessen, dass Agavendicksaft zu 70 bis 90 Prozent aus Fruktose besteht. Diese löst zwar kein Insulin aus, kann aber zu Fettleber und Typ 2 Diabetes führen (mehr dazu hier). Somit ist Agavendicksaft für mich das Letzte, was ich meinen Speisen hinzufügen möchte – obwohl er als gesund vermarktet wird.

Reissirup wiederum enthält keine Fruktose und eignet sich daher für Menschen, die diese nicht vertragen. Rohrohrzucker und Vollrohrzucker sind weniger stark verarbeitet als Industriezucker und deshalb beliebter.

zuckerarten

Aber machen wir uns nichts vor: Letztendlich sind Zucker, Honig, Sirup, Dicksaft & Co. das Gleiche. Sie bestehen zu großen Teilen aus Glukose und Fruktose (bis auf die Ausnahme Reissirup). Sie alle sind süß, haben viele Kalorien und der Körper reagiert auf sie ähnlich wie auf Zucker. Würde ich sie verwenden, müsste ich mit ihnen genauso sparsam umgehen wie mit Haushaltszucker.

Ich vermute, diese Zuckeralternativen werden hauptsächlich wegen des guten Gefühls gekauft, das ihnen angedichtet wird. Bei einem süßen Produkt, das den schönen Namen „Kokosblütenzucker“ trägt, bekomme selbst ich fast Lust 10 Euro für ein Kilogramm zu bezahlen.

2. Zuckeraustauschstoffe

Die Alternativen der zweiten Gruppe nennen sich Zuckeraustauschstoffe oder Zuckeralkohole. Sie sind ähnlich süß wie Zucker, haben aber weniger Kalorien, lassen den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen und schaden den Zähnen nicht. Sind sie der Heilige Gral?

Ich weiß es nicht. Ich verstehe nicht einmal, wie sie hergestellt werden. Dafür hätte ich im Chemieunterricht besser aufpassen müssen. Zwar werden Zuckeralkohole aus natürlichen Rohstoffen gewonnen, aber erst im Labor zu dem Produkt gemacht, das ich im Laden kaufen kann.

Die in der EU zugelassenen Zuckeraustauschstoffe findest du bei Wikipedia. Die größte Relevanz haben Xylit und Erythrit. Beide werden im Handel unter verschiedenen Markennamen verkauft. Sie sind deutlich teurer als Zucker und somit ein neuer Markt für die Industrie. Ein Kilogramm Erythrit kostet etwa 10 Euro (bei nur 70 Prozent der Süßkraft von Zucker). Dafür enthält es keine Kalorien.

Vor allem die Kalorien scheinen ein großes Argument für Erythrit & Co. zu sein. Ich vermute, davon lassen sich viele Menschen hinreißen. Allerdings muss man dafür an die Bedeutung von Kalorien glauben. Das kann ich nicht mehr. Aus meiner Sicht ist nicht die Quantität der konsumierten Energie entscheidend, sondern die Qualität. Je hochwertiger ein Lebensmittel in seiner Zusammensetzung ist, desto schlanker und gesünder bleiben wir. Aber wie hochwertig ist etwas, das im Labor entstanden ist? Das passt nicht zu unserer Philosophie des echten Essens.

Gesundheitsschädlich sollen Zuckeralkohole nicht sein, sonst wären sie kaum zugelassen worden (in größeren Mengen haben sie jedoch eine abführende Wirkung). Aber das gilt auch für Zucker. Ob es nicht dennoch gravierende Folgeschäden gibt, erfahren wir vielleicht erst in Jahrzehnten. Die Erfahrung mit industriell gefertigten Lebensmitteln zeigt, wenn der Mensch in die Ernährung eingreift, ist das nicht unbedingt zu seinem Besten: zuckrige Produkte machen süchtig, Fast Food macht dick und krank, Vitamintabletten schaden mehr, als sie nutzen.

3. Synthetische Süßstoffe

Die dritte Gruppe des Zuckerersatzes sind Süßstoffe. Diese werden künstlich hergestellt und sind im Gegensatz zu den Austauschstoffen nicht einmal natürlichen Ursprungs. Die bekanntesten Süßstoffe sind Acesulfam, Aspartam, Cyclamat, Saccharin und Sucralose. Klingt schon lecker!

Süßstoffe übertreffen die Süßkraft von Zucker um ein Vielfaches, haben nahezu keine Kalorien und sind billig. Daher verwendet die Industrie sie in Light-Produkten. Früher aß und trank ich diese selbst, lasse heute aber die Finger davon.

Süßstoffe haben für mich mehrere Nachteile:

  • Sie sind weit davon entfernt echte Nahrung zu sein. Nichts an ihnen ist echt, alles ist künstlich.
  • Sie schmecken nicht so gut wie Zucker, sondern haben einen metallischen Geschmack.
  • Gerüchte über gesundheitliche Langzeitfolgen (wie die Begünstigung von Krebszellen) halten sich hartnäckig. Ich kann nicht einschätzen, wie viel dran ist, aber auf dieses Risiko verzichte ich gern.
  • Zwar enthalten Süßstoffe keine Kalorien, aber es ist ungeklärt, ob der Körper auf Süßstoffe nicht trotzdem genauso reagiert wie auf Zucker (Insulinausstoß) und wir dadurch noch mehr Appetit auf Süßes bekommen. Ich habe festgestellt, dass ich nach dem Verzehr von Light-Produkten mehr Hunger habe als vorher.

Aus diesen Gründen verwende ich keine Süßstoffe und meide Light-Produkte.

Bonus-Süßstoff: Stevia

Stevia wird gern als gesundes Süßungsmittel vermarktet, weil es aus einer Pflanze gewonnen wird. Coca Cola kleidet sein Steviagetränk in ein grünes Etikett, um ein gesundes Produkt zu suggerieren. Wer sich bisher fragte, ob Cola Light gesünder ist als die Original-Cola, kann sich nun für den Kompromiss Cola Life entscheiden: Sie enthält sowohl Zucker als auch Süßstoff, denn Stevia ist nichts anderes als ein weiterer synthetisch hergestellter Süßstoff. Von Natürlichkeit keine Spur. Es weist die gleichen Merkmale auf wie die bereits genannten Süßstoffe: Stevia ist eine chemische Verbindung, die Süßkraft übersteigt die des Zuckers um das Dreihundertfache, es enthält keine Kalorien und hat einen merkwürdigen Eigengeschmack.

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Stevia wird von der Europäischen Lebensmittelbehörde als unbedenklich eingestuft, aber mit Einschränkungen. Die zugelassenen Höchstmengen sind so gering, dass Unternehmen ihre Produkte nicht ausschließlich mit Stevia süßen können, weil sie die Grenzen überschreiten würden (mehr dazu hier).

Folglich ist auch das nach seiner Zulassung gehypte Stevia mittlerweile entzaubert und nur ein weiterer Stoff aus dem Chemielabor.

Mein Fazit zu Zuckerersatzstoffen

Es ist mühsam alle Alternativen zu recherchieren und zu entscheiden, welche die Beste ist. Das macht meine Ernährung unnötig kompliziert. Aus meiner Sicht habe ich nichts zu gewinnen, wenn ich Zucker durch ein anderes Süßungsmittel ersetze. Die natürlichen Zuckeralternativen sind teuer. Der billigste Zuckerersatz ist künstlich. Und die Zuckeraustauschstoffe sind sowohl teuer als auch künstlich.

Kein Zuckerersatz ist förderlich für meine Gesundheit. Sie alle sind entweder ungesünder als Zucker, genauso ungesund oder ein bisschen weniger ungesund. Egal, was auf der Verpackung steht, wie grün das Etikett ist oder wie schön der Name klingt („Kokosblütenzucker“), nichts davon ist gesund.

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Die bessere Fragestellung

Anstatt sich zu fragen, wie man Zucker ersetzen kann, sollte die eigentliche Frage lauten, ob wir nicht auch mit weniger Süße auskommen können. Die Erwartungshaltung, dass unsere Nahrung süß sein muss, ist das eigentliche Problem.

Da wir an jeder Straßenecke von süßen Versuchungen umgeben sind, ist es für uns normal geworden, jeden Tag zuckrig zu essen. Ich kann davon ein Lied singen! Je häufiger wir süß essen, desto mehr Süße brauchen wir, um ein Lebensmittel noch als süß zu empfinden. Mit der Zeit steigern wir uns ins Unermessliche.

Die einzige gesunde Lösung ist, diese Spirale anzuhalten und umzukehren. Indem wir weniger Zucker (und weniger Zuckerersatz) konsumieren, gewöhnen wir uns das Verlangen nach Süßem ab, unsere Geschmacksrezeptoren werden empfindlicher und können wieder die Süße in natürlichen Lebensmitteln herausschmecken, ohne noch mehr Zucker & Co. zusetzen zu müssen.

Das muss nicht von heute auf morgen passieren. Wir können es langsam angehen, indem wir heute etwas weniger Zucker in den Tee kippen, ein Glas weniger Cola trinken oder zur Zartbitterschokolade greifen.

Wir müssen nicht einmal ganz konsequent sein, denn absoluter Verzicht erhöht nur den Widerstand gegen eine gesunde Ernährungsumstellung. Meine Devise lautet: Wenn ich süß essen möchte, erkenne ich es als bewusste Ausnahme an und bin ehrlich zu mir selbst. Ich möchte meinen Körper nicht austricksen! Deshalb verwende ich ausnahmsweise Zucker oder Honig. So oft kommt das nicht vor. Eine 500-Gramm-Packung Zucker hält bei mir mehrere Monate und ein kleines Glas Honig viele Wochen.

Außerdem mache ich mir die Süße aus echten Früchten zunutze. Ich schnipple frisches Obst ins Frühstück oder süße ein Dessert mit Datteln oder anderen Trockenfrüchten. Manchmal genügt für eine süße Note schon ein bisschen Zimt, Vanille oder Muskatnuss.

Doch überwiegend versuche ich mit wenig Süße auszukommen, füge selten Zucker zu meinen Speisen und experimentiere auch nicht mit Zuckerersatz. Denn es gibt nur eines, das gesünder ist als Zucker: kein Zucker.


Zuckerfrei leben: Alle Texte, Bücher und Rezepte für eine zuckerfreie Ernährung.

Fotos: Löffel mit Zucker, verschiedene Zuckerarten, Zucker und Stevia, Laptop von Shutterstock


30 Kommentare

  1. Guten Morgen,
    Ich habe jetzt vor 3 Wochen angefangen, den Zucker wegzulassen. (Klappt sogar recht gut.) Aber schon davor hatte ich grob geschaut, wenigstens bei den Getränken auf die Inhaltsstoffe zu sehen. Deswegen fiel mir auf das du einen Süßstoff vergessen hast. Aspartam.
    Ich war früher schon ne Naschkatze, aber von Aspartam hab ich mich ferngehalten. Wenn Aspartam nämlich in der Sonne im warmen steht, verändert sich seine Struktur und verursacht Kopfschmerzen. Das mag sicherlich an den Ausgangsstoffen liegen. Da ich eh schon vorbehaftet bin, meidenich das Zeug.

    Wenn es dann so ist dass ich mir etwas süßes mache, gibt es für mich drei Sachen je nach Verwendung. Honig (Ein Qualitativ Hochwertiger aus dem Allgäu.), braunen Rohrzucker, oder besonders im Verbund mit Backen oder Quarkspeisen, Bourbon Vanille Zucker. Nicht der komische von Dr. Oetker sondern ein sehr hochwertiger mit Vanillemark. Hefezopf damit ist ein Träumchen.

    Soviel dazu, Ich finde den Artikel gut ^^

    • Hi Barbara,

      schön, dass dir der Artikel auch wieder gefällt!
      Aspartam erwähne ich bei den synthetischen Süßstoffen. Er ist einer der Gängigsten, daher kann man ihn ruhig noch mal nennen 🙂

  2. Hey Patrick,

    Sich das Verlangen nach Zucker ganz abzugewöhnen ist definitiv eine gute Sache. Wenn man deiner Empfehlung folgt und Zuhause komplett auf Zucker und dessen Ersatzstoffe verzichtet, kommt man auch außer Haus weniger in Versuchung, Süßes zu essen. In Eisdielen, Restaurants und Bäckereien wird schließlich immer noch der normale Zucker benutzt. Wenn man durch Komplettverzicht Zuhause besser an diesen Läden und verbeigehen kann, hat sich die Sache doppelt gelohnt.

    Und so hart ist die Umstellung auch gar nicht. Ich bin von 2 Löffel Zucker pro Tasse Kaffee direkt auf Null Zucker übergegangen und es hat keine Woche gedauert, bis ich mich daran gewöhnt hatte. Heute finde ich Kaffee mit Zucker sogar ziemlich widerlich.

    Viele Grüße,
    Jan

    • Ist bei mir auch so. Kaffee und Zucker passt jetzt einfach nicht mehr zusammen. Hab ich seit mehr als einem Jahr nicht mehr gemacht.

  3. Zu den synthetischen Stoffen, muss ich jetzt schon etwas sagen. Es ist schon bewiesen, dass sie keinen Einfluss auf den insulinspiegel haben. Der körper kann nichts damit anfangen. Es wird im Darm resorbiert, weshalb es zu Durchfall führen kann und dann wieder einfach ausgeschieden. Es kommt in Blut nie an.
    Und, dass sie krebserregend sein sollen, ist nur deshalb aufgetreten, weil in Tierversuchen mit Ratten (Tiere die eh schnell Tumore bekommen) eine Dosis von umgerechnet 200süßstofftabletten bekommen haben. Natürlich bilden die Tiere da Tumore aus. Es gibt extra einen Richtwert, wie bei chinin in der bitterlemon. Solange der nicht überschritten wird, braucht man sich auch keine Gedanken machen.
    Marieke
    Quelle: bin selbst biologielaborantin und habe mich auch schon viel mit ernähringsberatern und ärzten darüber ausgetauscht.

  4. Hallo Patrick,

    toller Artikel, wie immer und ich stimme dir vollkommen zu!

    Darf ich dir eine Frage stellen, die jetzt nichts mit dem Artikel zu tun hat?

    Du verlinkst unter deinen Artikeln immer, woher du die Bilder hast. Ist das jetzt ein Muss bei Shutterstock oder machst du das nur optional?

    Viele Grüße Anna

  5. Diese ganzen Fragen habe ich mir auch gestellt – welche Zuckerersatzstoffe kann man verwenden. Habe mich dann auch viel über Erythrit, Xylit usw. belesen und sogar längere Gespräche mit einer befreundeten Ernährungswissenschaftlerin über das Thema geführt. Wahrscheinlich kommt jeder mal an diesen Punkt sobald das Vorhaben besteht den Zuckerkonsum runterzuschrauben. Ich habe dann meine Google Notiz zu Zuckerersatzstoffen gelöscht und auch für mich entschieden, dass ich das nicht anfangen will, sondern mein Essverhalten weiter ändern bzw. anpassen will. Wenn ich mal Nachsüße dann auch nur mit Honig. Mein selbstgemachtes „Müsli“ verfeinere ich mit Kokosmehl, das gibt auch eine bestimmte Süße. Ich habe mir auch abgewöhnt meinen Tee mit Honig zu trinken mittlerweile – man merkt bzw. lernt dann erst wieder wie der Tee wirklich schmeckt. Ein Prozess zu dem man sich am Anfang auch echt zwingen muss – greift man doch fast schon unbewusst zum Honig oder zum Agavendicksaft.
    Seitdem ich bewusst auf Zucker verzichte, habe ich auch fast kein Verlangen mehr den ganzen Süßkram zu essen. Ich überlege mir dann immer, wofür es sich geschmacklich WIRKLICH lohnen würde den ganzen Zucker, der im Produkt steckt, zu sich zu nehmen. Für mich ist das eine gute Taktik, auf vieles zu verzichten, da die Antwort in 98% der Fälle lautet: „Nein, so toll schmeckt das auch nicht, du brauchst das nicht.“ Und das reicht oftmals um auch wirklich darauf zu verzichten. 🙂

    Grüße!

    • Hi Merle,

      Tee ohne Honig/Zucker erschien mir früher auch sinnlos 😉

      Da sind wir ja auf dem gleichen Weg!

      Viele Grüße,
      Patrick

  6. Hallo :)! Bin auch der Meinung, dass die Zucker (und Honig usw.) – Reduktion am besten ist. Was mir persönlich noch hilft, ist, dass ich neben süßen Früchten auch öfters Polenta, Hirse oder andere (laut TCM) süße Lebensmittel in den Speiseplan einbaue. Glg Sara

  7. Seit ca. 6 Monaten habe ich den Zucker sehr deutlich reduziert und seit über einer Woche nehme gar keinen Zucker mehr zu mir und es geht mir mittlerweile wirklich gut damit.

    Falls ich Lust auf süß habe esse ich Obst. Inzwischen hat sich mein Süßgeschmack total verändert. Bereits nur ganz wenig süß reicht.

    Aber anfangen darf ich nicht mit Süßkram, da geht es mir leider ganz ähnlich wie Dir Patrick!

    lg
    Maria

    • Hi Maria,

      Glückwunsch zur erfolgreichen Zuckerreduktion. Wenn’s dir wie mir geht, dann mal lieber die Finger davon lassen 🙂

  8. Toller Artikel wieder einmal. Ich stimme dir in jedem Punkt zu. Früher habe ich vermehrt auf Zuckeraustauschstoffe gesetzt, heute nicht mehr. Wenn ich Lust auf Süßes habe, dann kaufe ich mir auch die zuckerhaltige Variante, außer bei Cola, da nehme ich noch die Light Version. Einen Liter Zucker quasi per Ex zu trinken, davor scheut es mich doch arg. Gut, dass ich nur etwas ein Mal im Monat Lust auf Cola habe :).

    Was mir sehr gut hilft, um den Zuckerkonsum zu reduzieren, ist an Karies zu denken. Wenn man sich näher mit dem Thema beschäftigt, dann wird einem schnell klar, dass die meisten Zahnerkrankungen durch Zucker ausgelöst werden.

  9. hier ein Kommentar zur GAPS-Diät, die nicht zum Abnehmen gedacht ist, sondern um den Darm zu heilen. Ich fasse zusammen, was dort angenommen wird: Zweifachzucker kann vom geschädigten Darm nicht verdaut werden, weil die Darmflora fehlbesiedelt ist. Also nährt er nur die Pilze oder falschen Bakterien und sorgt für alkoholische Gärung (zB Blähbauch). Einfachzucker kann auch vom geschädigten Darm verdaut werden und darf (wenn kein Pilz) in kleinen Mengen gegessen werden. Das ist Fruktose und Glukose, aber nur in der natürlichen Form: sehr reifes Obst, Honig. (Glukosesirup wird aus Maisstärke gewonnen und ist das Gegenteil davon – vorsicht!).
    Jegliche Kohlenhydrate, auch Stärke, wird zu Zweifachzucker abgebaut und ist in dieser Diät ebenfalls verboten. Also: Kohlenhydrate finden sich zB in Reis, glutenfreiem Brot, dicken Bohnen, Kartoffeln (Stärkebeilagen). Diese Diät geht über low-carb oder Steinzeit hinaus, hat aber viele Gemeinsamkeiten mit diesen. Ich frage mich auch, ob Trennkost einen ähnlichen Ansatz hat. Milchzucker/laktose ist auch nicht erlaubt.
    Süßstoffe sind verboten, weil sie künstlich hergestellt werden, ebenfalls Nahrungsergänzungsmittel (Vitamintabletten usw.) Fleisch und qualitatives Öl darf man essen. Echtes Essen ist angesagt.

    Meine eigenen Erfahrungen: Es fällt mir leichter, auf Zucker zu verzichten, seitdem ich auch keine anderen Kohlenhydrate mehr essen. Ich vermute, weil es meinem Stoffwechsel egal ist, woher der Zweifachzucker kommt: Solange ich Zweifachzucker habe, ändert sich anscheinend nicht wirklich was.
    Menschen mit einer fehlbesiedelten Darmflora haben den meisten Hunger auf Zucker und Stärke. Dieses Verlangen wird vielleicht von den Darmpilzen ausgelöst.
    Die Diät geht 2 Jahre, danach darf man Kohlenhydrate wieder in kleinen Mengen essen. Mehr kann auch ein gesunder Darm nicht bewältigen, sonst kippt die Darmflora wieder um.
    ((Außerdem bin ich total fit und habe abgenommen, obwohl ich das nicht so nötig habe und gerade mal 5kg mehr als in der Pubertät wiege. Ich esse viel (gesundes) Fett. Doch das nur am Rande.))

    Patrick, ich vermute aufgrund dessen, was ich zur GAPS-Diät gelesen habe, daß man nicht nur auf Zucker verzichten soll, um sich von der Zuckersucht zu befreien, sondern daß es auch um Kohlenhydrate allgemein geht. Also nicht nur Weißmehl (das ist ja bekannt), sondern eben auch alle anderen Kohlenhydrate. Vielleicht wäre es einen Versuch wert, im Auge zu behalten, wieviel Kohlenhydrate man eigentlich zu sich nimmt? Oder für die Antizuckerdiät auch Kohlenhydrate allgemein zu beschränken? Ich bin natürlich nur Hausfrau und erhebe keinen Anspruch darauf, daß das alles so stimmt, sondern verweise für Stoffwechseldetails (bis zum letzten Enzym) auf das GAPS-Buch. Aber meine Erfahrungen bestätigen, daß es mir guttut.

    • Hi Viola,

      ich würde immer sagen: tu das, was dir gut tut 🙂

      Ich kann mir vorstellen, dass in Teilen etwas dran ist, aber ob Kohlenhydrate gleich grundsätzlich schlecht sind? Sie sind ja in jedem Obst und Gemüse enthalten.

      Danke für den Einblick in das Thema!

  10. Beim Thema Stevia kann ich nur den Kopf schütteln. Erst recherchieren, dann veröffentlichen!

    Eindeutig falsche Darstellung!
    Dass wäre, als würde ich Zucker als „synthetisch hergestellt“ bezeichnen, weil es industriell verarbeitet wird.

    Wem es spanisch vorkommt, dass etwas SO süß ist, dem empfehle ich eine Stevia PFLANZE (ja die gibt es tatsächlich). Bekommt man in jedem
    Gartencenter im Frühjahr. Gedeiht auch super im Blumenkasten auf dem Balkon.

  11. HI, also ist flüssig Stevia synthetisch und nur was in Blätterform,(ganz,Pulver) angeboten wird nur natürlich?

      • Hey Patrick,
        falls für dich auch getrocknete Steviablätter noch unter „natürlich“ zahlen: die gibt es bei uns in so gut wie jedem Biomarkt. Allerdings muss man sie dort im Regal der naturkosmetischen Mittel suchen, da sie in der EU bislang nur als kosmetisches Mittel bzw. Badezusatz zugelassen sind. Deshalb sind auf den Verpackungen auch keine Nährwertangaben zu finden. Die Entsprechenden (und cleveren!) Anbieter/Hersteller betonen diesen Sachverhalt, sowie die Reinheit und ausgezeichnete Qualität ihrer Steviablätter übrigens auch sehr detailliert und bewusst in ihren Produktbeschreibungen 😉

  12. Den Zucker zu reduzieren ist das einigst Beste. Zucker ist die die reinste „Droge“.
    Forscher haben herausgefunden, dass bestimmte Lebensmittel genauso abhängig machen wie die obengenannten Drogen (Volkov et al., National Institute on Drug Abuse, 2012).
    Tatsächlich werden durch den Konsum von Drogen dieselben Gehirnregionen stimuliert, als wenn Süßigkeiten auf uns durch sehen, riechen und schmecken einwirken.

    Besonders fies ist die Lebensmittelindustrie. Sie kennt diesen Effekt nur zu gut. Sie kombinieren das Fett und den Zucker in einem bestimmten Verhältnis, so dass unser Gehirn besonders stark stimuliert wird (Naleid et al, Appetite, 2008).

  13. Danke allen, die hier noch wissenswertes gepostet haben.

    Einige Anmerkungen.. Passt auf bei Honig und fragt nach was die Tiere Winter zu essen bekommen (Meistens eben puren Kristall-Zucker) . Schaut euch den Betreib genau an, schaut wie die Tiere behandelt werden, was sie zu fressen bekommen… Ja.. für alle die es nicht wissen, wenn man den Tieren den Honig wegnimmt muss man sie füttern.. es ist wie bei Kühen und Haustieren.

    „Sugar the bitter truth“-Film gibt gut Auskunft darüber was im Hirn passiert wenn wir Schokolade essen.. Wahnsinn! Es ist wie Heroin und so fühle ich mich auch bei Zuckerkonsum/bzw Zuckercravings… RAUS MIT DEM ZUCKER!

    Am besten eine Steviapflanze im Garten haben, dann kannst du jeder zeit naschen 🙂

  14. Wirklich guter Artikel! Ich selbst verwende Xylit und Honig als Alternative zu Zucker, finde aber auch, dass der Weg nicht lauten sollte Zucker und Xylit 1:1 zu ersetzen. Der erste Schritt sollte sein seinen Zuckerkonsum erheblich ein zuschränken. Egal ob Haushaltszucker, Stevia (by the way für mich geschmacklich zusammen mit Süßstoff das ekligste überhaupt) oder jede andere Alternative. Ich habe in meinem Artikel über Zucker meinen Lesern auch ein paar einfache Tipps gegeben, wie man seinen Zuckerkonsum einschränken kann. http://healthy-soulfood.de/weniger-zucker-essen

    Lieben Gruß aus Berlin

    Lisa

  15. Ich bin immer sehr erstaunt, wie sich die Informationen wandeln.
    Stevia wurde vor Jahren noch als äußerst ungesund eingestuft, heute ist es die „Erfindung“ Nr. 1 in punkto natürlicher Zuckerreduzierung.
    Dann wurde brauner unraffinierter Zucker gekürt, jetzt muss es unraffinierter Rohrohrzucker sein oder doch vielleicht Kokosblütenzucker, der ganz natürlich ist?
    Vor dieser Zeit sollten wir mit Süßstoff süßen, hinterher kam heraus, dass auch Schweine damit gemästet werden – wer will das schon.
    Es ist kein Wunder, dass ich und vielleicht auch viele andere Menschen niemanden mehr glauben und vertrauen.

    Hinter welchen Artikel steckt vielleicht die Zuckerindustrie? Welche Studie wurde von der Zuckerindustrie gesponsert? Was wissen wir Laien denn schon? Heute wird dies gesagt und morgen das.

    Meine Zweifel begründen sich auch auf die vielen Dinge, die so nach und nach ans Licht kommen. Zum Beispiel was die Industrie alles in unsere „Lebensmittel“ mischt (Aromen statt Frucht, Geschmacksverstärker getarnt als Hefeextrakte) . Ich finde das alles nur erschreckend. Gammelfleisch, Fische, Schweine, Geflügel mit Antibiotika, Herbizide auf Salat und alles nur, um immer mehr Profit zu machen … darum, welcher Studie sollen wir noch vertrauen?
    Dazu kommen noch Mogelpackungen und die Versprechen der Industrie, die nur unser Bestes will – unser Geld.
    Jetzt ist Bio und gesunde Ernährung in aller Munde und komisch, es gibt Bioprodukte überall und auch ziemlich preiswert, aus der EU, aus Afrika, China und Amerika – geht das?
    Können wir dem vertrauen?
    Und wie weit ist unsere Gesundheitssystem von all dem entfernt? Auch nicht weit, denn wenn Blutdruckwerte herunter gesetzt werden, nur damit mehr Blutdrucktabletten verkauft werden oder es weniger Studien zur Diabetes gibt, weil sie angeblich schon gut genug erforscht ist, um schön weiter Insulin zu verkaufen … da kann ich nur sagen: „die Ware Mensch“, auch wenn wir immer älter werden …
    Ich glaube, wenn man uns ehrlich informieren würde und der Profit nicht im Vordergrund stehen würde, würden wir noch viel gesünder und vor allem viel glücklicher alt werden … und wir würden auch wissen, was wirklich gut für unseren Körper ist. Wir sind zwar selbst für uns verantwortlich, doch solange unser Staat uns nur mit Halbwissen versorgt und die Hände über die Industrie hält, sind wir nicht frei in unseren Entscheidungen und werden weiterhin hinters Licht geführt, so lange, bis wieder irgendwelche Machenschaften der Industrie aufgedeckt werden.
    In diesem Sinn: guten Appetit, ob nun mit Zucker, Stevia, Rohrohrzucker, Kokosblütenzucker, Xylit oder auch Erythrit 🙂

  16. Vielen Dank für die Info! Was mich wundert, ist, dass ich letztens im Reformhaus einige der in diesem Artikel als negativ genannten Zuckerarten gesehen habe. Ich dachte immer, ein Reformhaus müsste doch gesunde Sachen anbieten, aber wenn man das hier so liest, scheint das wohl nicht der Fall zu sein.

  17. Danke, für den guten Artikel!
    Durch einen Darmpilz bin ich gezwungen, meinen Zuckerkonsum nicht nur zu reduzieren, sondern einzustellen.
    Das fällt mir als bekennende Cola-Süchtige echt schwer 🙂
    Aber ich bin nun schon am 4. Tag (jeder Tag ist ein Erfolg!) und komme einigermaßen zurecht.
    Allerdings wollte ich mir nun Kaugummis kaufen. Wenn ich schon keine Schokolade oder Cola mehr nach einem deftigen Essen zu mir nehmen darf, dann wollte ich wenigstens einen Ersatz dafür. Ja Pustekuchen… Der zuckerfreie Kaugummi enthält natürlich Xylit.
    Gibt es denn irgendeine Alternative? Ich habe vor allem die Probleme mit dem Snacken und halt einfach um z.B. mal Zwiebelgeschmack wegzubekommen 🙂

  18. Hey,
    ab und zu kaue ich Kaugummis, wenn sich die Gelegenheit zum Zähneputzen gerade nicht ergibt (z.B. mittags). Da gibt es die echten Kaugummis und die „Zahnpflege“-Kaugummis. In letzteren ist eine bunte Mischung aus allen Zucker-Ersatzstoffen und in ersteren ist ziemlich viel normaler Zucker. Solch kleine Mengen sind aber nicht schlimm, die ich durch ein Kaugummi aufnehme, oder? 🤔

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