17 Anzeichen dafür, dass dein Leben zu lang ist

Vor einiger Zeit sah ich ein Interview mit Jerry Seinfeld, einem meiner liebsten Comedians. Auf die Aussage hin, das Leben sei zu kurz, hatte er eine humorvolle Antwort parat:

„Jeder sagt, das Leben sei zu kurz. Aber es ist viel zu lang! Deshalb füllen wir es mit einer Menge Mist. Wir lassen uns alles Mögliche einfallen, um nur die Zeit herumzukriegen … Alte Menschen sitzen auf einem Kreuzfahrtschiff, füllen ihre Kreuzworträtsel aus und warten nur darauf, dass es endlich vorbei ist!“

Da hat er recht! Der Spruch, das Leben sei zu kurz, ist nichts weiter als eine leere Phrase. Kaum jemand verhält sich so, als sei das Leben wirklich zu kurz. Stattdessen gibt es eine Menge Anzeichen dafür, dass das Leben viel zu lang ist:

17 Anzeichen dafür, dass dein Leben zu lang ist

  1. Alles Wichtige machst du morgen
  2. Du streitest dich über Kleinigkeiten und bist nachtragend
  3. Du liest mit großem Interesse „Die Bunte“
  4. „RTL Exklusiv“ musst du einfach jeden Tag sehen
  5. Du verlierst dich regelmäßig auf Youtube
  6. Du verpasst keinen Post deiner Facebook-Freunde
  7. Du behandelst deinen Körper, als sei es egal, ob du 20 Jahre früher oder später stirbst
  8. Du schaltest am Abend geistesabwesend durchs Fernsehprogramm
  9. Du versicherst dich gegen alles, was dir irgendwann einmal zustoßen könnte
  10. Du spielst stundenlang in virtuellen Parallelwelten
  11. Du sparst Geld für irgendwann, anstatt heute in Erlebnisse zu investieren
  12. Du verbringst deine Zeit mit Menschen, die du nicht leiden kannst
  13. Du nimmst keinen Urlaub, um deine Karriere nicht zu gefährden
  14. Du steckst seit Jahren in einem Job, der dich langweilt
  15. Du machst alles so, wie es deine Eltern erwarten
  16. Du findest für alles eine Ausrede, anstatt etwas zu probieren
  17. Du verlagerst Konflikte in die Zukunft, anstatt sie zu klären

Wäre dein Leben kürzer, würdest du ..

  • Dein eigenes Ding machen
  • Jeden so behandeln, als würdest du ihn zum letzten Mal sehen
  • Häufiger verreisen, denn wer weiß, ob du später noch dazu kommst
  • Dich nicht mit Dingen beschäftigen, die dein Leben nicht beeinflussen
  • Dich bei jedem Ärger fragen, ob das in einem Jahr noch wichtig sein wird
  • Mehr Neues ausprobieren
  • Meistens die Wahrheit sagen, anstatt dich mit Lügen zu stressen
  • Etwas für dich selbst tun
  • Deinen Körper so behandeln, als käme es auf jeden zusätzlichen Tag an
  • Chancen sehen anstatt der Risiken
  • Deinen Mitmenschen schneller vergeben
  • Etwas tun, das dich wirklich interessiert
  • Dich nicht darüber sorgen, was in 30 Jahren sein könnte
  • Versuchen, jeden Tag etwas Schönes zu erleben
  • Sofort sinnvolle Aufgaben suchen und nicht bis zur Midlife-Crisis warten

Auch in meinem Leben gibt es einige Anzeichen dafür, dass es zu lang ist. Niemand ist perfekt. Wir alle leben hin und wieder so, als hätten wir noch unfassbar viel Zeit. Doch spätestens wenn du dich das nächste Mal sagen hörst, das Leben sei zu kurz, dann erinnerst du dich vielleicht an diesen Beitrag und lässt jeden Tag zählen!

Als Erinnerung kannst du dir diese Liste als PDF herunterladen und ausdrucken:

Ähnliche Artikel


25 Kommentare

      • Naja wie das immer so ist, wenn man sich einmal eingerichtet hat. Ne Änderung wär aber sicher sinnvoll, da ich in 98% vermutlich mehr verdienen würde. Wenn ich schon sehe, dass Leute bei Lidl, egal ob gelernt oder nicht, mindestens 11 €/h bekommen und ich hier nach meiner Ausbildung irgendwo bei 8,90 €/h rumdümple… :(

  1. „Dich nicht darüber sorgen, was in 30 Jahren sein könnte“ – Ganz schön schwer, besonders wenn die Frau von der Bank jeden Tag anruft, um über deine Rentenaussichten zu sprechen. :D

  2. Das „zu kurz“ habe ich mal gelebt, irgendwann wurde ein „zu lang“ daraus.
    Gerade bin ich dabei es wieder kurz zu machen (ich hoffe, mein geschreibsel versteht jemand :-P)

  3. Hi Patrick,

    schöne Übersicht! Und für mich eine wunderbare Abhak-Liste von Dingen und Gewohnheiten, die ich in den vergangenen zwei Jahren zugunsten eines echten, intensiven Lebens geändert habe.

    Jetzt würde mich aber noch eins interessieren (weil ich mich ja auch gerade selbstständig mache): Wie ist denn bei dir das Verhältnis von Geld sparen (als Puffer, Altersvorsorge, etc) zum Geld für Erlebnisse ausgeben (Reisen, etc.)? Denn wenn ich in den Bereich nicht umsichtig agiere, kann das Leben auch schnell sehr anstrengend werden.

    Liebe Grüße vom ständig etwas Neues ausprobierenden

    Mischa

    • Gute Frage, Mischa!

      Ich bin tatsächlich ein Sparer und versuche, jeden Monat ein paar Hundert Euro zurückzulegen. Gern auch mehr. Das ist ja meine einzige Altersvorsorge. Aber ich habe nicht das Gefühl, beim Reisen oder den Dingen, die mir Spaß machen, zurückzustecken. Ich gönne mir den Standard, mit dem ich mich wohlfühle. Das betrifft vor allem Wohnen, Essen, Sport und Erlebnisse.

      Auf der anderen Seite habe ich eine eingebaute Abneigung gegen Verschwendung. Ich fliege unbequem, wenn es Geld spart, fahre nicht unnötig Taxi und schaffe mir keine Dinge an, die Kosten produzieren.

      Damit bekomme ich eine gute Balance hin. Ein gutes Einkommen hilft dabei natürlich.

      Ich weiß nicht, ob das hilft. Wenn du eine konkretere Frage hast, lass es mich gern wissen.

      Viele Grüße,
      Patrick

      • Das finde ich eine sehr gesunde Einstellung! Es lässt sich wirklich an vielen Ecken Geld sparen, wenn man seine Bequemlichkeit zurückfährt und einfach günstigere oder kostenlose Variante wählt (zum Beispiel viele Wege zu laufen), die auch zum Ziel führt.

        Und das mit dem guten Einkommen ist klar. Da arbeite ich dran :)

        Liebe Grüße

  4. Hallo!

    Es hilft wenn man krank wird um die Sicht auf die Dinge zurecht zu rücken. Nicht, dass das der einfache Weg ist ;-)

    Ich hätte übrigens lieber die Positivliste als Bild gehabt – die als Erinnerung an die Wand oder wohin auch immer…

    lg
    Maria

  5. Inwieweit ist Punkt 10 ein Problem?
    Bzw. was wäre das Gegenteil dazu für ein kurzes Leben?

    Gruß Kaito

    • Hi Kaito,

      in virtuellen Parallelwelten zu spielen ist aus meiner Sicht ein Zeitvertreib, von dem du langfristig nichts hast. Die Zeit bekommst du nicht zurück. Wer nicht viel Zeit hat, würde sie vermutlich kaum mit Computerspielen verbringen.

      Was das Gegenstück bei einem kurzen Leben wäre, dürfte für jeden unterschiedlich sein. Das, was du eben sinnvoll findest. Was dich deinen Zielen näherbringt. Für mich ist es z.B. Lesen und Schreiben oder Zeit mit Freunden verbringen.

      • „in virtuellen Parallelwelten zu spielen ist aus meiner Sicht ein Zeitvertreib, von dem du langfristig nichts hast.“
        Würde man in einem kurzen Leben überhaupt etwas tun, was einen langfristigen nutzen hat? Man wird diesen langfristigen Nutzen dann ja nicht allzulange auskosten können.
        Computerspiele sind ein Zeitvertrieb, da hast du Recht. Würdest du das ganze auch auf andere Zeitvertreibe ausweiten? Z.B. Romane lesen, das Kino/Oper/Theater besuchen? Generell bringt Unterhaltung von kurzzeitiger Freude abgesehen ja nichts.
        Ich würde erwarten, dass die Menschen bei einem kürzeren Leben viel mehr in den Tag hineinleben würden. So nach dem Motto Carpe Diem. Und ich denke auch, dass in so einem Tagesabluaf unterhaltung immernoch eine sehr große Rolle spielen wird. Es wird natürlich auch Menschen geben, die sich irgendein Ziel im Leben gesetzt haben. Solche Leute werden dann vermutlich keine Zeit mit Unterhaltung verschwenden.
        Nur so ein paar ungeordnete Gedanken zu dem Thema

        • Hi Kaito,

          danke für deine Gedanken!

          Ich denke nicht, dass Menschen noch mehr in den Tag hineinleben würden, wenn das Leben kürzer wäre. Vor 10-15 Jahren hätte ich das vielleicht noch gedacht und selbst gemacht. Aber je älter ich werde, desto mehr sinnvolle Dinge möchte ich tun. Damit geht es glaube ich nicht nur mir so. Vielleicht würde das bei einem kürzeren Leben eher kommen.

          Aber herausfinden werden wir es nie, weil eben niemand weiß wie lange er/sie lebt :)

          • Hallo ihr zwei,
            ich habe letztens in der Flow Ausgabe zur Achtsamkeit genau zu dem Thema „sinnlos zocken“ etwas gelesen, dass meine ganze Einstellung geändert hat. Mir geht es auch so, dass ich einfach Spaß daran habe digitale Spiele zu spielen, am Pc, ipad oder Handy. Dort wurde ausgeführt, dass jeder sich anders entspannt, manche Menschen entspannen durch Yoga, andere beim Lesen und andere beim zocken. Das schlechteste an der Sache ist, dass man im Nachgang denkt: „Mensch, zocken ist doch Zeitverschwendung!“ und die gute Zeit mit negativen Gedanken schlecht macht. Seit dem ich das gelesen habe, habe ich ein ganz anderes Bewusstsein dazu. Ich zocke gern, genieße es und weiß, dass das meine Variante ist, aus dem Alltag auszusteigen und zu entspannen! Danach fühle ich mich gut! So lang das der Fall ist, ist doch alles irgendwie sinnvoll für das eigene Leben – auch wenn jemand RTL Exklusiv guckt ;-)

            Viele Grüße, Steffi

  6. Hallo Patrick!
    Tolle Liste, kurz und auf den Punkt gebracht. :-)
    Ich habe eigentlich nur Probleme mit den Punkten 1 und 2 (und 5, wenn man Youtube durch diverse Blogs, Wikipedia und Flugsuchmaschinen ersetzt ;-) )
    Aber ich finde Punkt 15 schon manchmal etwas schwierig. Ich habe zwar noch nie wirklich das gemacht, was meine Eltern erwartet haben, aber bis vor Kurzem war es auch noch nicht so dramatisch. Dass wir jetzt mit unserem 1-jährigen Sohn verreisen, finden sie allerdings gar nicht gut und hat zu einigen Streits geführt. Eigentlich ist es ziemlich schade, dass so wichtige Menschen manchmal einfach nicht hinter den Dingen stehen, die einen glücklich machen, und stattdessen versuchen einen einzuengen.

    Viele Grüße aus Tokyo :-D

    • Hi Christin,

      ich wünschte auch, wir alle würden ohne Konflikte auskommen, aber so läuft’s leider nicht.
      Offenbar hast du dich ja dafür entscheiden, was du richtig findest und nicht deine Eltern :)

      Viele Grüße aus Südafrika nach Japan!

  7. Grundsätzlich finde ich die angesprochenen Punkte schon richtig,
    komme aber immer mehr zu der Überzeugung das ein gewisser „unbewusster“ Müßigang
    gesund und wichtig ist. Sich ständig der Einmaligkeit und Endlichkeit des eigenen Lebens
    bewusst zu sein, kann auf Dauer sehr anstrengend sein und zu unnötigem Stress führen.
    Deshalb meine „Erkenntnis“ bewusst leben aber locker bleiben :)

  8. Das Leben ist nicht kurz – tatsächlich ist es das Längste, was du jemals tun wirst ;)

  9. Früher war mein Leben wohl auch zu lange.
    Gut, dass ich jetzt geschnallt hab wie kurz es eigentlich ist und keinen dieser Punkte mehr so unterschreiben kann.
    Toller Beitrag!

  10. Ich stimme Joachim zu. Ich brauche keine Listen, die mir nahelegen, was ich zu tun oder zu lassen habe oder womit ich mein Leben fülle. Ich muß nicht immer effizient sein, mich stetig verbessern oder „so sein“. Für mich ist ein Stück Freiheit, auch unproduktiv sein zu dürfen.

    Dazu hab ich neulich auf Facebook (<- gehört das auch auf die Negativliste? *g*) folgende ZEN-Geschichte gelesen:

    "Eine taoistische Geschichte erzählt von einem Baum, der alt und krumm war, mit Ästen wie knorrigen Tentakeln. Eines Tages lief ein Jünger bei einem Botengang an ihm vorüber. Er betrachtete das unnütze Ungestüm, und berichtete seinem Meister Laotse nach der Rückkehr, was er gesehen hatte.

    Laotse lachte. Er sagte:

    "Sei wie dieser Baum. Bist Du nützlich, wirst Du zersägt und zu Möbelstücken im Haus eines anderen gemacht. Bist Du schön, wird man Dich zur Ware machen und auf dem Marktplatz verkaufen. Sei wie dieser Baum … völlig unbrauchbar. Dann wirst Du in Ruhe wachsen können und alt werden und Tausende werden Schatten unter Dir finden."

    "Jedermann weiß", fügte Laotse hinzu, "wie nützlich es ist, nützlich zu sein. Niemand scheint zu wissen, wie nützlich es ist, unnütz zu sein."

    Man konnte den Baum nicht zu Geld machen, doch hatte er viel Zeit in seinem Leben und stiftete über eine Menge Wert, indem er seine Natur erfüllte."

    Ich finde, die meisten von uns sind schon getrieben genug. Einfach mal locker machen. Es ist letztendlich eine Illusion, dass wir das Leben kontrollieren könnten. Und wer Bock hat, die "BUNTE" zu lesen, soll das doch bitteschön auch machen. Es sterben dadurch ja keine Hundewelpen.

    Alles aus dem Leben rauszupressen und mit vermeintlichem Sinn zu füllen, finde ich sehr anstrengend. Da gönne ich mir doch ruhig mal eine Folge vom "Bachelor" ;-).

    Dennoch ist der Artikel sicher ein Gedankenanstoß für alle Unzufriedenen, um mal zu reflektieren, ob ich noch das tue, was mich erfreut. Und dann kann ja jeder seine individuelle *Freu-Liste* erstellen (wo dann auch Computerspiele und Schoki ein Plätzchen haben können).

  11. Mein Nagellack trocknet gerade. Nutze die Zeit zum Lesen. Lebe also effizient. :)) Gebe der Sofaheldin recht. Wertfrei finde ich wichtig. Denn Blogs lesen wäre dann genauso nur passiver Konsum wie fernsehen. Reisen und Erlebnisse konsumieren wird Minimalisten ja auch vorgeworfen. Weiß aber, was du meinst, Patrick. Gerade die Zerstreuung ist doch die Meditation für mich weil es sonst zu viel rattert in meinem HSP-Inneren. Ich muss dafür nicht meditieren oder Bäume umarmen, sondern einfach Listen bei ebay durchschauen. Den Kindern beim Fußball zusehen. Ist Meditation genug für mich. Meine Berufswunschfindung hat übrigens beim Ikea Katalog lesen stattgefunden. Von wegen: verlorene Zeit. Zweite Schicht, nächster Artikel.

    Liebe Grüße – Tanja

Schreibe einen Kommentar