Was es bedeutet im Internet sein eigenes Ding zu machen

Manchmal erhalten wir E-Mails von unseren Lesern, die nicht so recht wissen, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen. Mal kommen sie gerade von der Schule. In anderen Fällen sind sie den konventionellen Karriereweg gegangen, damit aber unglücklich. Sie suchen nach etwas anderem in ihrem Leben. Etwas besseres, als jeden Morgen ins Büro zu gehen und am Abend den Tag erschöpft auf dem Sofa zu beenden. Wie genau dieser andere Weg aussehen soll, wissen sie meist nicht. Doch inspiriert von Bloggern, Youtubern und Unternehmern ist der Tenor oft ähnlich: Sie wollen irgendwie ihr eigenes Ding machen. Am besten mithilfe des Internets.

Während wir diese E-Mails beantworten, schlagen zwei Herzen in unserer Brust. Wir wissen, wie frustrierend es ist, in einer Situation festzustecken, in die wir hineingeraten sind, die wir uns aber anders vorgestellt hatten. Ich war damals unglücklich in meinem eigenen Unternehmen. Jasmin verließ ihre letzte Festanstellung mit einem Burnout. Für uns beide sah das Gras auf der anderen Seite viel grüner aus, auch wenn zunächst nicht klar war, was uns erwarten würde. Deshalb können wir verstehen, dass auch Andere aus ihren Jobs entfliehen und ihr eigenes Ding machen wollen.

Andererseits möchten wir unseren Weg nicht leichtfertig empfehlen. Wir glauben, dass kaum jemand weiß, worauf er sich einlässt. Die Erfahrungsberichte erfolgreicher Blogger, digitaler Nomaden und Unternehmer sind zu positiv. Klar, hier und da wird auf manche Herausforderung hingewiesen: Mit dem Laptop am Strand, das sei Quatsch und natürlich müsse man am Anfang hart arbeiten. Das war es dann aber auch. Wer fleißig sei, müsste nur noch anfangen.

Es gibt jedoch noch mehr Wahrheiten. Nachdem ich jetzt seit zehn Jahren online arbeite, erlebe ich sie mehr denn je. Daher möchte ich am Beispiel Healthy Habits beschreiben, was es wirklich bedeutet, sein eigenes Ding zu machen. Dabei geht es mir nicht darum etwas schön- oder schlechtzureden. Ich möchte lediglich zeigen, was es bedeutet an etwas zu arbeiten, das einem wichtig ist und damit Geld zu verdienen.

Zugegeben, diese Realität, wie ich sie hier beschreibe, mag etwas düster klingen. Ich bin eben ein nüchterner Mensch, der weder euphorisiert noch dramatisiert. Für mich gehören diese Herausforderungen zu meiner Arbeit dazu. Sie sind die andere Seite der Medaille. Es gibt immer eine andere Seite. Nur hat man sie vorher oft nicht auf dem Schirm.

Los geht’s. Was es bedeutet, sein eigenes Ding zu machen:

1. Es ist ein Kampf gegen sich selbst

widerstand

So unlogisch es klingt: Sein eigenes Ding zu machen ist ein ständiger Kampf gegen sich selbst. In „The War of Art“ bezeichnet Steven Pressfield dieses Phänomen als Resistance – also Widerstand.

Der Widerstand hält dich davon ab, deine Arbeit zu erledigen. Die Arbeit, von der du geträumt hast, auf die du dich eigentlich freust. Ich freue mich ganz oft auf meine Arbeit. Häufig kann ich es kaum erwarten zu schreiben. Da sehne ich mich abends schon nach dem nächsten Morgen. Aber nur so lange, bis es soweit ist. Dann kommt der Widerstand mit voller Wucht.

Er hat verschiedene Gesichter. Mal ist es Hunger. Mal ist mir der Stuhl zu unbequem. Mal ist es eine Whatsapp-Nachricht. Mal eine Netflix-Serie. Dann ist es der Abwasch, der in der Spüle auf mich wartet oder eine spontane Idee, der ich unbedingt jetzt nachgehen muss oder das Gefühl, mal an die frische Luft zu müssen. Der Widerstand zeigt sich auch in Form von Zweifeln, ob wir mit Healthy Habits überhaupt auf dem richtigen Weg sind. Dann wieder ist es die Befürchtung, keine neuen Ideen mehr zu haben oder die Angst, dass das nächste Buch ein Flop wird und sich die ganze Arbeit nicht lohnt. Alles.ist.Widerstand.

Kaum jemand fürchtet sich vor dem Widerstand. Es hält sich der Irrglaube, dass man sich zukünftig schon motivieren können werde, schließlich sei einem das eigene Ding wichtig und für den besseren Lifestyle wolle man natürlich richtig ranklotzen. Allerdings überschätzen wir alle unser zukünftiges Ich. Wir trauen ihm viel mehr zu als unserem jetzigen Ich. Deswegen fangen wir mit allem immer erst „morgen“ an.

Niemand wird vom Widerstand verschont. Ich kenne nur wenige Menschen, die ihn immer und immer wieder überwinden. Auch sie vertrödeln jeden Tag etwas Zeit, aber schaffen insgesamt ziemlich viel. Die meisten trifft es jedoch härter. Sie haben Tage, an denen sie nichts auf die Reihe bekommen. Manche sind wochenlang unproduktiv. Es wird mit der Zeit nicht einmal besser, vielleicht sogar schlimmer. Einige erfolgreiche Selbständige können sich heute nur noch schwer zur Arbeit aufraffen. Sie würden gern etwas Neues starten, aber kommen nicht mehr in die Gänge. Sie sind zu satt. Auch das ist ein Widerstand.

Jasmin und ich arbeiten beide im Home Office und haben selten eine Frist einzuhalten. Wir haben keine Kunden, die auf unsere Arbeit warten. Ob ein neuer Artikel heute oder in drei Tagen erscheint, ist egal. Ein neues Buch rechnet sich ohnehin erst nach Monaten oder Jahren, da ist es nicht so wichtig, ob wir es noch ein paar Wochen aufschieben. Das ist fruchtbarer Nährboden für den Widerstand. Er will uns klein halten. Jeden Tag fordert er uns fragend heraus: „Was glaubt ihr wer ihr seid, dass ihr einfach euer eigenes Ding macht?“

2. Es ist erschöpfend

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Healthy Habits ist unser Herzensprojekt. Nie zuvor haben wir uns bei der Arbeit so intensiv mit Themen beschäftigt, die uns wirklich interessieren. Was wir schreiben, denken und leben wir in unserer Freizeit sowieso. Manchmal hilft uns der Blog auch dabei, unsere Gewohnheiten konsequenter umzusetzen, als wir es ohne ihn tun würden. An guten Tagen sind wir sogar der Meinung, dass wir mit unserer Arbeit einigen Lesern helfen. Das fühlt sich gut an.

Ein Herzensprojekt bedeutet allerdings auch, dass wir hohe Ansprüche an uns selbst stellen. Es bedeutet, dass wir alles investieren, was in uns steckt und, dass wir für einen Text mehr Zeit aufbringen, als es – nüchtern betrachtet – sinnvoll scheint.

Wir könnten auch einfach mehr Top–10-Listen und Rezepte veröffentlichen. Die wären schnell geschrieben und würden in den sozialen Medien gut funktionieren. Die Verlockung ist groß. Daher ließen wir uns im letzten Jahr zu einem Nebenprojekt namens Daily Inspiration verleiten. Dort teilten wir inspirierende Ideen, Zitate, Videos – alles, was wir selbst mochten und kurzfristig viele Besucher anziehen würde, aber niemandem so richtig nutzt. Nach ein paar Wochen stellten wir das Projekt wieder ein. Es machte uns keinen Spaß. Es war nicht das, was wir machen wollen.

Also schreiben wir weiter Texte, die wir wirklich schreiben möchten. Themen, die uns am Herzen liegen. Manches gärt schon monatelang im Hinterkopf, bis wir es mal angehen. Wir können diese Texte nicht erzwingen. Ich kann nicht sagen: „Morgen schreibe ich mal was über Sinnsuche.“ Das funktioniert nicht. So ein Thema muss sich entwickeln. Oft steht es ewig auf meiner Liste und ich weiß nicht, was genau ich sagen will. Manchmal hilft ein Gespräch mit Jasmin, die ihre Gedanken beisteuert. Vielleicht liegt es aber noch ein paar Wochen herum, bis ich eines Tages beim Spazierengehen die entscheidende Idee habe – oder aber es von meiner Liste streiche.

Sobald wir mit einem Text beginnen, kann sich die Arbeit daran hinziehen. Es kann eine ganze Woche dauern, etwas über Bauchgefühle, aufgeschobenes Glück, Hochsensibilität oder Gelassenheit zu schreiben. Noch nicht eingerechnet ist die Zeit für die Bücher, die wir zu einigen Themen vorab lesen.

Schreiben dauert nicht nur lange, es kann auch sehr erschöpfend sein. Ich habe schon einige Male zu Jasmin gesagt, dass ich nicht mehr so belastbar bin, wie noch vor einigen Jahren, als ich im Online Marketing arbeitete. Ich kann nicht mehr acht oder zehn Stunden arbeiten, erst recht nicht produktiv. An vielen Tagen bin ich schon am Vormittag erschöpft. Jasmin geht’s genauso.

Ich spüre richtig, wie mir diese Arbeit Energie raubt, obwohl ich nur am Laptop sitze. Es ist folglich keine körperliche Erschöpfung (auch wenn sie sich so anfühlt), sondern eine mentale. Wenn ich Glück habe, finde ich noch ein paar einfache Aufgaben, die nicht viel Kreativität erfordern. Aber wenn nicht, dann bin ich mit dem Tag durch. Oft versuche ich noch was, aber komme gegen den Widerstand nicht mehr an. Am Ende habe ich ein schlechtes Gewissen. Andere schaffen doch viel mehr – oder?

Wenn wir nach Tagen oder Wochen einen Text oder ein Buch abschließen, sind wir mit dem Thema erstmal fertig. Es hat uns alles abverlangt. Wir haben es bis zur Erschöpfung bearbeitet. Mit der Veröffentlichung machen wir uns verletzbar und gieren nach positivem Feedback. Wir wollen eine Rückmeldung in Form von Leserzahlen, Likes, Kommentaren und E-Mails. Am liebsten möchten wir wissen, wie ein Artikel das Leben eines Lesers beeinflusst hat. Doch manchmal versackt ein Text im Internetnirwana, dann schreiben wir mitunter tagelang nichts Neues mehr. Es geht einfach nicht.

3. Es ist einsam an der Spitze

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Randy Newman sang in den 70ern „It’s lonely at the top“. Nicht, dass wir uns schon an der Spitze wähnten, aber das Gefühl auf sich allein gestellt zu sein ist dennoch da, wenn man sein eigenes Ding macht.

Im Internet gibt es nur wenige Gewinner, keinen Mittelstand und viele Player, die keine Rolle spielen. Entweder man ist in seiner Branche vorne dabei oder bekommt vom Kuchen nichts ab. Auch das klingt unlogisch, weil man mit einer Website ja Millionen Menschen erreichen kann. Es sollte also genug Potential für viele Marktteilnehmer geben. Doch letztendlich führen die Besucherströme nur zu wenigen Websites. Entweder das eigene Projekt ist eine dieser Websites oder es ist bedeutungslos.

Der Platz an der Sonne kann jedoch einsam sein. Es gibt kaum Vorbilder, niemanden, der uns mit hochzieht oder an dem wir uns wenigstens orientieren könnten. Wir verfolgen lediglich zwei größere Blogs konsequent, da wir die Autoren mögen und ihre Arbeit uns beeindruckt: myMONK und MarathonFitness. Bei anderen Blogs fesselt uns selten mal ein Text, obwohl wir zur Zielgruppe gehören. Wiederum andere spüren wir gar nicht erst auf, da wir nicht die Zeit haben oder sie (noch) keine große Aufmerksamkeit erzielen. Dadurch stochern wir allein im Dunkeln herum und finden Inspiration nur in englischsprachigen Blogs.

Es wäre leicht, diese „Einsamkeit“ zu korrigieren. Wir könnten uns mit anderen verbünden, indem wir an Blogparaden und Liebster-Awards teilnehmen, bei anderen kommentieren, ihre Inhalte teilen, mehr Gastbeiträge zulassen und zu Stammtischen oder Konferenzen gehen. Doch wir sagen immer wieder Nein. Das müssen wir auch, um unseren hohen Anspruch beizubehalten und Zeit für die eigentliche Arbeit zu haben. Nur so können wir wirklich unser eigenes Ding machen. Beliebt machen wir uns damit nicht überall.

Auch von anderen gibt es manchmal Kritik. Von Lesern, Käufern oder von Besuchern, die zufällig vorbeikommen und schlechte Laune haben. Wer täglich mit Tausenden Menschen in Kontakt tritt, bekommt automatisch auch mal auf den Deckel. Meistens sind es negative Kommentare oder schlechte Rezensionen. Beides nimmt zu, je erfolgreicher man wird. Aber der Schmerz lässt nicht nach. Auch erfahrene Blogger, Autoren und Künstler sind noch immer niedergeschlagen, wenn jemand ihre Arbeit verreißt – auch wenn sie gleichzeitig zwanzig positive Rückmeldungen erhalten. Davon berichten auch die erfolgreichen Moderatoren Joko & Klaas.

Kritik tut immer weh, aber im Internet ist sie besonders schlimm. Vor ihrem Bildschirm verlieren Menschen ihre Hemmungen. Sie lassen jede Empathie vermissen, da sie vergessen, dass auf der anderen Seite auch ein Mensch sitzt. Für diesen ist es in jenem Moment sehr einsam. Er fühlt sich allein mit dem Schmerz, der umso größer ist, je mehr man von sich selbst in seine Arbeit investiert. Vermeiden lässt sich das nicht. Es ist das Gesetz der großen Zahlen im Internet: Man kann nicht alle glücklich machen.

4. Es muss sich auch rechnen

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Ein Phänomen fällt mir immer wieder auf: Wenn man angestellt ist, „verdient“ man Geld. Wenn man selbständig ist, „macht“ man Geld. In den Rezensionen meiner Bücher heißt es manchmal: „Der will damit nur Geld machen.“ So als wäre es völlig abwegig, mit seiner Arbeit etwas verdienen zu wollen. Was machen Angestellte denn anderes? Sie unterscheidet lediglich, dass sie das Geld nicht direkt vom Kunden bekommen. Daraus entsteht eine Distanz, die sich besser anfühlt.

Einnahmen zu erzielen ist in unserer Branche grundsätzlich nicht schwierig. Menschen geben viel Geld aus, solange man ihnen nur verspricht schlank, gesund und glücklich zu werden, ohne selbst etwas dafür tun zu müssen. Folglich könnten wir Diätkonzepte, Nahrungsergänzungsmittel, Zuckerersatz, Bauchweggürtel oder „I make you sexy“ bewerben und Provisionen dafür verdienen. Das wäre ziemlich leicht und sehr lukrativ. Es gibt nur ein Problem: Wir glauben nicht an diesen Quatsch und einer unserer Werte ist, nichts zu schreiben oder zu verkaufen, woran wir nicht glauben. Schade eigentlich, denn so müssen wir schnelles Geld liegen lassen. Das bedeutet es eben auch, sein eigenes Ding zu machen. Wenn schon, dann richtig!

Für ein gesundes Leben braucht man kaum materielle Dinge. Außer einer gewöhnlichen Küchenausstattung und Sportkleidung verwenden wir selbst nahezu nichts, das uns bei unserem gesunden Lifestyle unterstützt. Wir geben lediglich Geld für Informationen (Bücher) und motivierende Unterstützung (Bootcamp-Training) aus. Wir möchten nur verkaufen, was wir selbst gebrauchen können. Das heißt, Informationen und Ideen, die wir mit persönlichen Erfahrungen anreichern und die unseren Lesern Zeit sparen, sowie moralische Unterstützung.

Unser Anspruch ist, dass unsere Produkte dem Käufer mehr Nutzen stiften, als sie uns Geld einbringen. Wir denken ständig darüber nach, wie wir wirklich helfen können. Sehen wir keinen Nutzen in einem Produkt oder ist er unserer Meinung nach zu gering, produzieren wir das eBook, das Buch oder den Kurs nicht. Entscheiden wir uns dafür, investieren wir mehrere Wochen oder Monate Arbeit, in dem Vertrauen, dass es sich am Ende rechnen wird. Es ist jedes Mal eine Wette. Wir stochern im Dunkeln, da es keine Vorreiter gibt. Die meisten Produktideen, die wir haben, gibt es noch nirgends. So wie es auch den Anti-Zucker-Kurs vorher noch nicht gegeben hat. Ein paar dieser Wetten müssen wir gewinnen. Schaffen wir das nicht, dann scheitern wir mit Healthy Habits.

Wenn wir uns selbst nicht schon genug Druck machen, dann tun es andere für uns. Wer sein eigenes Ding machen will, kommt an einer Frage nicht vorbei: „Kann man davon leben?“ Sie klingt unschuldig und irgendwie auch naheliegend. Was wissen andere schon von Herzensprojekten? Einfach sein Ding zu machen widerspricht allem, woran die meisten Menschen glauben. Umso mehr Druck übt diese Frage aus. Sie stellt den Wert der eigenen Arbeit in Frage.

Wer mich länger kennt, fragt mich nicht mehr. Nach zehn Jahren im Internet geht man davon aus, dass ich wohl irgendwie davon leben kann, auch wenn man nicht so genau weiß, wie es geht. Jasmin hört diese Frage noch öfter. Für sie fühlt es sich an, als müsse sie es erst noch beweisen und würde erst dann ernst genommen. Das vielleicht Schlimmste an der Frage ist: Wir wissen es ja selbst nicht. Aber wir wollen und müssen natürlich daran glauben, sonst könnten wir es gleich bleiben lassen. Die Ungewissheit gehört zum „eigenen Ding“.

Hohe Einnahmen mit Internetprojekten kommen vor, aber sind selten. Ich kenne niemanden, der in den letzten zwei Jahren gestartet ist und heute davon lebt. Erfolgreiche Internetunternehmer in meinem Umfeld sind vor drei bis zehn Jahren gestartet. Das heißt nicht, dass es diese schnellen Erfolgsfälle nicht mehr gibt, aber sie sind Ausnahmen.

Das meiste Geld verdienen noch jene, die anderen beibringen, wie man im Internet ein Unternehmen startet und Geld verdient. Sie verkaufen den Goldgräbern die Schaufeln. Das war schon im Wilden Westen das beste Geschäftsmodell!

Aber die gute Nachricht ist, dass jeder weiterlebt. Ich kenne keinen Selbständigen, der daran verhungert ist. Wer mit seinem Projekt nicht den durchschlagenden Erfolg hatte, arbeitet heute als Freelancer oder ist wieder festangestellt. Manch einer lebt auch von wenig Geld am anderen Ende der Welt. Der Worst Case ist also nie wirklich schlimm. Es geht immer irgendwie weiter, selbst wenn der Absprung nicht gelingt.

Sollte man sein eigenes Ding machen?

Als ich diesen Text schrieb, hatte ich befürchtet, er sei zu negativ. Doch er hat den Jasmin-Test bestanden. „So ist es ja wirklich!“, sagte sie sinngemäß. Trotzdem bereut sie den Schritt in die Selbständigkeit nicht und möchte diesen Weg weitergehen. Neulich schrieb sie einer Leserin:

„Das ist definitiv eine ganz andere, viel schönere und erfüllende Arbeit. Wenn du eine Idee und/oder Ersparnisse hast, um dich eine Weile auszuprobieren – nur zu! Allerdings solltest du auch die Nachteile kennen. Die finanzielle Unsicherheit ist nur einer davon.“

So ist es. Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille. Es kann nicht schaden, beide zu kennen.


Fotos: Frau schläft am LaptopGelangweilte Frau am Laptop, Erschöpfter MannFrau sitzt allein, Make Money Keyboard von Shutterstock


57 Kommentare

  1. Wunderbar!! Ich unterschreibe jeden einzelnen Satz. Vom Widerstand und die Erschöpfung, die ständige Unsicherheit bis hin zu dem Wunsch und dem guten Gefühl, das zu machen, woran man wirklich glaubt. Jeden Tag durchlebe ich genau diese Gedanken und Gefühle und fühle mich nach dem Lesen dieses Artikels nicht mehr ganz so allein 😉

    • Hallo Andrea,

      das ist schön. Dass andere sich mit ihren Problemen weniger allein fühlen ist für mich eine der größten Motivationen mit Healthy Habits.

      Viele Grüße,
      Patrick

    • Mir geht es genauso wie dir, Andrea. Fühle mich nach dem Lesen auch nicht mehr so alleine vor meinem Laptop, mit all meinen Zweifeln und Widerständen – die sind ganz schnell da 😉

      Liebe Grüße
      Oliver

  2. Hallo Patrick,

    das ist ein sehr ehrlicher, sehr zutreffender Artikel – vielen Dank dafür! Ich glaube, dass er in seiner „Wucht“ so manchen dazu bringen wird, nochmal genauer darüber nachzudenken, ob er wirklich versuchen will „im Internet sein Ding zu machen“. Und das ist gut so, denn nichts ist schlimmer für unser Selbstwertgefühl als wenn wir etwas versuchen, was ja „vielen“ zu gelingen scheint und nur man selbst schafft es nicht.

    Ich selbst habe auch ein Online-Business und kann jetzt nach drei Jahren davon leben – mein Schwerpunkt sind Onlinekurse und ich helfe eben anderen dabei, mit ebensolchen zu starten. Auch ich arbeite ständig gegen falsche Erwartungen an, gerade letzte Woche mit meinem Artikel, dass man nicht gleich mit der Erwartung starten sollte, „passives Einkommen“ zu erwirtschaften.

    Ich liebe meine Flexibilität, meine zeitliche Freiheit, die Arbeit mit meinen Teilnehmergruppen und den Austausch mit meiner über die Jahre gewachsenen Community.
    Aber es ist wirklich jeden Tag neu ein Kampf gegen den Widerstand – das kenne ich nur zu gut. Manchmal wundere ich mich selbst, was ich alles auf die Reihe kriege, OBWOHL ich fast täglich das Gefühl habe, zu viel Zeit zu verdaddeln.
    Ich kenne auch den Anspruch, nur mit WIRKLICH guten Produkten Geld verdienen zu wollen. Und daher habe ich auch nach drei Jahren noch keine „kleinen“ Produkte sondern nur mein Flagschiffprogramm.

    Das mit dem „einsam an der Spitze“ empfinde ich allerdings nicht so. Ich habe einen tollen „Inner Circle“ in meiner Community, alles Blogger und Podcaster, die über das Internet ihr Geld verdienen, teils zwar auch noch 1-zu-1, aber das Mindset und die Ausrichtung ist das gleiche. Mit meinem Erfolgsteam habe ich 6 Leute, die vom Business her alle auf einem ähnlichen Stand sind und kann jede Frage, jeden Zweifel, jeden Erfolg dort besprechen. Außerdem habe ich kurzerhand ein Camp ins Leben gerufen, um sich auch „live“ zu treffen. Vorbilder habe ich auch in USA, aber lernen kann ich trotzdem von vielen Kollegen hierzulande. 🙂

    Das nur als Erfahrungsbericht von meiner Seite. Den Artikel teile ich gerne, weil ich wie gesagt auch denke, dass hier mehr Realitätssinn der angehenden „Online-Unternehmer“ sehr sinnvoll ist.

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende
    Marit

    • Hallo Marit,

      schön, dass du nach drei Jahren davon leben kannst. Ich denke, dass es mit einem Online-Business nach spätestens drei Jahren soweit sein sollte, sonst wird’s zur Liebhaberei.

      Ich habe auch einen kleinen Inner Circle bzw. bin Teil einer Mastermind-Gruppe. Wir tauschen uns regelmäßig aus, aber mit unseren spezifischen Problemen stehen wir dennoch allein da. Die anderen sind in anderen Branchen tätig und diese Erfahrungen sind oft nicht übertragbar. Das sehe ich auch, wenn ich meine drei Blogs untereinander vergleiche. Jeder funktioniert anders.

      Viele Grüße,
      Patrick

  3. waaaas, das schnelle Geld im Internet gibt es nicht? Ich bin schockiert. Ha ha, besten Dank für Deinen ehrlichen Beitrag. Lg Karl

  4. Hallo…ich bin seit dreissig! Jahren selbständig in einer ganz anderen Branche…kann sehr gut nachvollziehen, was Du schreibst …bin auch grad dabei im Internet “ mein Ding zu machen „…mit der Option ich muss nicht…..ich kann.
    Ihr seid doch auf einem guten Weg !! Weiterhin viele Leser!

  5. Der Beitrag spricht mir in vielen Dingen aus der Seele. Der Widerstand ist mir ein treuer Begleiter, nur dachte ich immer es liegt daran, dass ich noch nicht mein Herzensding mache, was aber nicht sein kann. Nun beruhigt es mich sehr, das es ganz einfach dazu gehört.

    Ich mag Euren Blog, er ist sehr authentisch. Bitte macht weiter so.

  6. Hach Mensch! Das is Balsam für die Seele! Ich kann jeden einzelnen Gedanken & Businessansatz genauso unterschreiben!

    Der Kampf mit dem inneren Schweinehund und die Erschöpfung begleitet mich auch jeden Tag. Meist gelingt es mir zu akzeptieren, dass ich bei kreativen Aufgaben nach zwei Stunden platt bin. Dann wurschtel ich noch mit Sachen rum, die einfach abgearbeitet werden müssen. Oft is meine Produktivität somit auf vier Stunden beschränkt. Vergleichbar mit einem 9 to 5 Job klingt das wie Luxus. Aber unterm Strich braucht man einfach den Rest des Tages um seine Akkus für den nächsten notwendigen Kreativschub aufzuladen. Denn Kreativität funktioniert nich auf Knopfdruck & Kommando sondern entsteht nur wenn man im Hirn Platz schafft um Gedanken kreisen zu lassen.

    Negative Kommentare sind scheinbar oft eine beliebtere Art etwas Kund zu tun als über das zu schreiben, was man bejaht. Schließlich kann man da Luft ablassen. Den eigenen – oft unabhängig vom vorliegenden Text – Frust loswerden. Sich vll sogar sortieren.

    Mir schwirrt seit einigen Wochen die Aussage „You need to fake it, to make it.“ durch den Kopf. Es is wohl eine Tatsache die maßgeblich für den großen Durchbruch von Nöten ist. Denn oft kann man effektiv nur eine Masse erreichen, wenn man den Menschen gibt, was sie hören wollen anstatt das was sie ehrlich brauchen. Ich verfolge genau wir ihr auch den Anspruch den Leuten nur das zu verkaufen, was ich auch selbst vertreten kann. Klar könnte ich Workshops geben und Anfänger motivieren ihren Weg zu gehen. Ob Jemand aber wirklich in der Lage ist mit der Realität klarzukommen, ist das eigentlich Essentielle. Kein Anfänger mit riesigen Ambitionen und der Überzeugung, dass er es irgendwie drauf hat, würde mich allerdings dafür buchen. Schließlich geht es darum auf Biegen und Brechen erfolgreich zu sein und nicht darum, ob man für die scheinbar kleinen Nebeneffekte gemacht is. Wer will schon hören, dass es auch die Option gibt nicht das zu können, was man so unbedingt will?

    Vom Networking halte ich auch nur bedingt etwas. Zumindest von dem, was unsere Gesellschaft darunter versteht. Ich möchte schließlich als Person und nicht als Mittel zum Zweck wahrgenommen werden. Wenn sich aus einer Sympathie auch geschäftlich etwas entwickelt, dann ist das wundervoll und erstrebenswert. Aber im seltenen Fall entwickelt sich aus einem rein geschäftlichen Interesse auch Sympathie.

    Danke Euch für all die wertvollen Denkanstöße und die Erinnerung, dass Selbstständigkeit genauso ist wie ihr sie beschreibt und es einfach dazugehört, wenn es sich auch so anfühlt!

    • Hallo Susi,

      schön, dass du dich hier wiedererkennst. Selbständigkeit, so wie wir sie betreiben, ist eben wirklich auslaugend. Kein Mensch kann dauerkreativ sein. Schön ist es, wenn man die unkreative Zeit für andere Aufgaben verwenden kann. Jasmin sagt öfter, dass sie deshalb auch Aufgaben mag, bei denen sie den Kopf ausschalten und einfach nur abarbeiten kann. Wir werden mal zusehen, uns mehr davon zu suchen 🙂

      Viele Grüße in die Schweiz!
      Patrick

  7. Wahre Worte!

    Du sprichst mir direkt aus der Seele!

    Ich bin noch viel weiter davon, als ihr es seid, mit WeWillWork profitabel zu werden, aber mir geht es auf emotionaler Ebene genauso.

    Viel Herzblut fließt in jeden einzelnen Text, zwischendurch gibt es immer wieder Ängste ob Blog und das kommende Buch jemals von der Masse gelesen werden die ich erreichen will, aber man muss dran bleiben.

    Mir persönlich zeigt aber das positive Feedback, welches ich in unregelmäßigen Abständen immer wieder bekomme, dass ich mich auf alle Fälle auf dem richtigen Weg befinde.

    Liebe Grüße aus Cork,
    Daniel

    • Hallo Daniel,

      du bist ja noch ganz frisch dabei. Da kann ein Break-Even ja nur in weiter Ferne liegen. Völlig okay 🙂

      Die Ängste, ob ein Buch überhaupt auf Interesse stößt, kennen wir auch. Nicht alle Produkte laufen so, wie wir es uns gewünscht hatten, aber es gibt keine, die gar nicht ankommen. Für alle fand sich bisher eine Zielgruppe. Meine Erfahrung ist: Mit einem Buch allein kommt vielleicht nicht viel zusammen, aber wenn man dann noch ein paar nachlegt, addiert es sich und lohnt sich in der Summe.

      Viele Grüße,
      Patrick

  8. Hi Jasmin und Patrick,

    Danke für diesen Text. Und ja, irgendwie ist er negativ und irgendwie auch nicht. Es kommt immer auf die Sichtweise an. Man kann auch sehr viel aus diesem Artikel mitnehmen. ????
    Die eine oder andere Erfahrung mit Selbstständigkeit durfte ich auch schon lernen. Das was ich aus dem einen oder anderen Versuch gelernt habe, war u.a.:
    – keine Selbstständigkeit nur wegen eines evtl. Gesellschaftstatus
    – Wirklichkeit nur das anbieten, von dem ich 100% überzeugt bin und noch besser, was ich selbst erlebt habe und mir gut getan hat
    – Hilfe suchen bei Menschen, die dir wirklich weiterhelfen können
    Für mich heißt das gerade, zurück an den Start! ????
    Alles Gute weiterhin!
    LG aus Salzburg
    Stefan

    • Hi Stefan,

      danke für deinen Input!

      Übrigens, im Internet selbständig wegen des sozialen Status? Das wäre glaube ich kontraproduktiv, da die Skepsis allgemein viel zu groß ist 😉

      Viele Grüße,
      Patrick

      • Hi Patrick,
        in meinem Fall war es eh nicht im Internet, wobei ich die Erfahrung hier in Österreich mache, dass eine „Internetfirma“ sehr wohl einige „Ah’s“ und „Cool’s“ hervor bringt. 🙂
        LG Stefan

  9. Vielen Dank für diesen ehrlichen Artikel. Ich denke schon seit langem ähnlich und es bezieht sich nicht nur auf das Internet. In meinem Fall habe ich gemalt, war sogar eine Zeitlang etwas erfolgreich. Aber es ist, wie das Schreiben, ein kreativer Prozess und vor allem selbstzerfleischend.

    Und genau das ist das Problem, das „eigene Ding“ ist schonungslos. Eine Zeitlang habe ich geglaubt echte Künstler müssen durch ein Tief gehen um wirklich gut zu werden.

    Das Problem ist, dass Tief kommt durch den Prozess kreativ zu sein. Ständig etwas Originelles schaffen ist schwer und nicht möglich. Wer das von sich verlangt wird versagen.

    Mittlerweile habe ich erkannt, dass es auf alle kreative Bereiche zutrifft. Schreiben gehört dazu.

    Das Problem mit den online Business ist insofern noch schlimmer. Ständig soll man gute, originelle, herausragend, pfiffige und vor allem persönliche Inhalte schaffen. Aber diese Inhalte sind ein Stück von sich selbst. Man reißt sie aus sich raus. Zu viel in kurzer Zeit und man verbrennt daran.

    Ich selber wünsche mir weiterhin ehrliche tolle überzeugende Blogartikel, und bin bereit darauf zu warten. Ich möchte nicht jede Woche einen mittelmäßigen Artikel konsumieren und wünsche mir, dass mehr Menschen lieber Qualität statt Masse lesen.

    Liebe Autoren lasst euch nicht durch Google Ranking und SEO Tricks verrückt machen. Nehmt euch Zeit. Artikel müssen vor allem eins: überzeugen, und nicht durch Tricks nach oben geschubst werden.

    LG

    • Hallo Kai,

      danke für deine Meinung! Ich kann mir gut vorstellen, dass Malen als Beruf genauso auslaugend ist (oder sein kann).
      Ja, im Internet müssen wir immer was nachlegen, das ergibt einen gewissen Druck. Dafür werden online kürzere Texte erwartet, sodass wir nicht immer gleich 200 Seiten schreiben müssen. Wenn ein kurzer Text mal versackt, dann können wir es eine Woche später erneut versuchen 🙂 Hat also Vor- und Nachteile.

      Viele Grüße,
      Patrick

  10. Ja, genauso fühlt es sich an und es ist jeder satz von mir so empfunden. Jahrelang habe ich gute Arbeit als Beraterin gemacht und jetzt soll ich darüber schreiben. Es geht einfach sooo schwer oder gar nicht, weil ich das gute Ergebnis nicht vorwegnehmen und so tun kann, als ob ich wüsste, wie es ausgeht.
    vor 15 Jahren wollte ich mich mit meiner Beratung selbständig machen und habe es nicht getan, weil ich mich vor all dem gefürchtet habe: dem Widerstand, dem Allein-vor-mich-hin-Arbeiten, der Sorge, ob der Atem ausreicht.
    Naja, es ist in diesem Artikel alles gesagt und es gibt nichts hinzuzufügen.
    Sollte nicht ein bisschen gewarnt werden vor den vielen, die den „Goldgräbern die Schaufel in die Hand geben?
    Aber da macht man sich auch zum Rufer in der Wüste.

  11. Hallo Patrick.

    Danke für diesen Text und es tut mir irgendwie eine wenig leid, zu lesen – dass Ihr Beiden so schnell erschöpft. Geben und Nehmen sollte immer im Ausgleich stehen.

    Naja – das Internet funktioniert in Bezug auf Kundenfang und -bindung genauso wie ein Ladengeschäft. Und wenn ich den vielen „probier es“ – „mach es“ und „du verdienst ohne ende geld im netz“ Seiten folgen möchte, dann ist das genauso – als kaufe ich jedes Angebot, was am besten schon vor dem Laden präsentiert wird. Wenn ich gutgläubig und naiv bin – dann kaufe ich einfach alles.

    Was sich wirklich und letztendlich auch existentiell sichernd verkauft sind Authentizität und Tiefe sowie echtes Fachwissen. Was ich sehr häufig im Netz finde – sind leider hier und da die gleichen Texte. Der eine schreibt beim nächsten ab oder klaut zumindest die Idee. Alle haben auf einmal das gleiche Layout, alle die popup-Fenster …. und und und. Du kennst das und schreibst ja selbst – das es Dich nicht animiert zu bleiben. Oder vielmehr – ich glaube – genau das ist der Grund – warum man eben nicht verweilt auf diesen Seiten.

    Ich wünsche Euch weiterhin viel Erfolg mit healthyhabits!
    Lg Sandra

    • Hallo Sandra,

      vielen Dank für deine Glückwünsche!

      Leid zu tun braucht dir unsere Erschöpfung nicht 🙂 Das gehört halt dazu und wenn es nicht geht, legen wir uns auf die Ladeschale, wie Jasmin sagen würde.

      Viele Grüße,
      Patrick

  12. Hey Patrick – danke!
    Immer mal wieder lese ich eure Beiträge – und dann immer gerne. Nicht immer und alles – die Zeit reicht bei mir in der Regel für zwei Blogs, die ich häufiger lese – und darüber hinaus schaue ich z.B. bei euch immer mal rein, weil ich eure Seite bisher immer gut und interessant fand, seitdem ich sie (über myMONK) entdeckt habe. Sehr selten kommentiere ich etwas im Internet, ganz grundsätzlich. Ich finde, wenn man das tut, dann sollte man auch wirklich was zu sagen haben. Oder ich mache einen solchen Kommentar ganz persönlich motiviert, weil mich etwas ganz unmittelbar und an einer möglicherweise wunden Stelle sehr getroffen hat. Das ist jetzt gerade der Fall.
    Und eigentlich hat es gar nichts mit dem Hauptinhalt dieses Beitrags zu tun….
    Aber ich möchte es gerne loswerden. Ich finde es sehr wichtig, jemandem mitzuteilen, wenn man etwas gut fand. Meiner Erfahrung nach passiert das zu selten. In meinem früheren Beruf – ich war 12 Jahre lang quasi Pfarrerin, wenn es das in der katholischen Kirche gäbe (= die Arbeit entsprach in etwa dem einer evangelischen Pfarrerin, der Titel nicht) – musste/durfte ich lernen, in der Öffentlichkeit zu stehen und Reden zu halten. Der Anteil der negativen Rückmeldungen lag sicher bei 50%.(Insgesamt waren es wenige, auch wenige gute, also ca. die Hälfte war nicht positiv.) Darum mache ich es selbst anders, wann immer ich kann – ich gebe positives Feedback.
    Und dieses lautet – wenn ich denn mal endlich dazu komme, so:
    Inzwischen verdiene ich mein Geld anders. Ich habe kein eigenes Ding im Internet, sondern ein eigenes Ding aus Steinen und Beton – ein Haus, in dem ich mich mit meinem Mann um Feriengäste kümmere. Und dabei hat mich etwas getroffen, das ich vorher so nicht kannte: Kritik/Unzufriedenheit, die nicht direkt ausgesprochen wird, sondern im Internet veröffentlicht. Mit der direkten hatte ich es oft sehr schwer, aber irgendwann hab ich mal gelernt, wie ich damit umgehen kann. Die andere hat mich zu Beginn quasi umgehauen. Das hat sich beruhigt, einige nette Menschen haben dabei geholfen, aber ich arbeite immer noch daran, einen guten Weg zu finden. Es hat mir gerade einfach sehr, sehr gut getan, die folgenden Zeilen zu lesen:
    „negative Kommentare oder schlechte Rezensionen. Beides nimmt zu, je erfolgreicher man wird. Aber der Schmerz lässt nicht nach. Auch erfahrene Blogger, Autoren und Künstler sind noch immer niedergeschlagen, wenn jemand ihre Arbeit verreißt – auch wenn sie gleichzeitig zwanzig positive Rückmeldungen erhalten.“
    Und dazu der Link zum Interview mit Joko und Klaas. Man kann es sich zwar denken – aber es so schwarz aus weiß zu lesen ist nochmal was anderes. Plötzlich fühlt man sich dem Ganzen einfach nicht mehr so allein und schutzlos ausgeliefert – sondern, ganz anders, in bester Gesellschaft. Ich vermute mal, das macht mich noch ein bisschen ruhiger.
    Liebe Grüße und alles, alles Gute weiterhin! Conny

    • Hallo Conny,

      vielen lieben Dank für dein positives Feedback und dass du dir dafür extra Zeit genommen hast!
      Schade, dass manche eurer Gäste die Kritik erst hinterher im Internet äußern. Die meisten Menschen sind eben konfliktscheu. Am Bildschirm bekommen sie keine unmittelbare Rückmeldung und ziehen vom Leder. Ich hoffe, dass das Feedback für eure Ferienunterkunft trotzdem überwiegend positiv ist.

      Ich freue mich auch, dass du das Video mit Joko und Klaas erwähnst. Das hätte ich beinahe rausgenommen, aber gerade bei den beiden hat es mich auch erstaunt, dass sie Kritik noch immer persönlich nehmen.

      Viele Grüße,
      Patrick

  13. Klasse geschrieben! Endlich mal einer, der klar und realistisch alles auf den Punkt bringt! Macht beide weiter-eure Texte braucht die Welt, um aufzuwachen;)

  14. Hallo ihr beiden!
    Herzlichen Dank für diesen ehrlichen und informativen Beitrag. Ihr habt die beiden Seiten der Medaille gut zusammen gefasst.
    Ich stehe zurzeit kurz davor „mein eigenes Ding“ zu machen und es quälen mich häufig Selbstzweifel. Trotz dass mein Blog schon seit 5 Jahren läuft und ich durch meine stabile und lange Ehe keinerlei finanziellen Ängste ausstehen müsste, empfinde ich jetzt schon die Last selbständig zu sein. Der Artikel hat mir aber neue Perspektiven aufgezeigt. Danke nochmals. LG Volker

    • Hallo Volker,

      schön, dass du etwas aus diesem Text mitnehmen konntest.
      Übrigens, solltest du irgendwann doch nicht mehr selbständig sein wollen, ist das auch keine Schande 🙂

      Viele Grüße,
      Patrick

  15. Ein herzliches Hallo an euch beide und die anderen KommentatorInnen,
    da scheinst du ja genau einen Knackpunkt getroffen zu haben mit deinem tollen Artikel 😉
    So viele Kommentare in kurzer Zeit. Ich grüße hiermit alle anderen „Visionäre“, die sich etwas Eigenes aufbauen wollen oder schon dabei sind! Haltet durch und glaubt an Euch – es lohnt sich bestimmt 🙂
    So wie du beschreibst ist es doch wirklich, auch ich stimme vollkommen zu und fühle es genauso! Bin selbst noch eher unsichtbar in Netz unterwegs, da ich einen anstrengenden Job im Einzelhandel habe (zum Glück „Bio“!!) , der mich viel Kraft kostet. Aber eine Stimme in mir sagt mir gerade deshalb, dass da noch etwas Anderes, Wunderbares in mir schlummert. Es wäre zu schade, das der „Welt“ nicht mitzuteilen. Dies hilft mir immer wieder, wenigstens ein bisschen dafür zu tun! Gut ist auch, auf sich selber zu achten und seine Gedanken zu überprüfen, die meistens aus alten Quellen stammen und uns nicht mehr weiterbringen. „Deine Gedanken erschaffen Deine Wirklichkeit, Deine Wahrnehmung…..“ Wir können das doch selber beeinflussen, oder?! Euch beiden und allen anderen hier wünsche ich jedenfalls viel Erfolg bei dem, was sie sich wünschen! Katja

    • Hallo Katja,

      wie Jasmin unserer Leserin schrieb: Wenn du etwas Zeit und Geld übrig hast, probiere es auf jeden Fall aus. Du weißt ja, worauf du dich einlässt. Wenn man das weiß und trotzdem will: umso besser 🙂

      Viele Grüße,
      Patrick

  16. Hallo!

    Tja, was soll ich sagen. Spannend! Ich stand schon oft selbst an diesem Punkt. Ich wollte (will) UNBEDINGT mein Geld im Netz verdienen, weil ich in der Angestelltenwelt grandios mit allen Nebenwirkungen gescheitert bin. Ich habe x Anläufe gestartet – und ich konnte, WOLLTE mich nicht mit diesen (massivsten) inneren Kämpfen abfinden.

    Jetzt im Nachhinein finde ich es tröstlich, dass es auch andere gibt, die das Problem haben.

    Ich kann selbst kein solches Projekt wie Healthy Habits vorweisen (ehrlich gesagt: Ich will nicht – ohne es in irgendeiner Form schlecht zu machen. Es würde nicht zu mir passen). Aber ich weiss jetzt, dass es ohne die Kämpfe geht. Ich habe mich Stück für Stück meinen Widerständen gestellt, nachgeforscht und gelernt, auf mich selbst zu hören.

    Es ist ein langer Weg und er erfordert unheimlich viel Vertrauen in sich selbst – etwas, das uns systematisch abgewöhnt wird. Und Geduld, Zeit, tausendfaches Durchhaltevermögen. (und einen guten Coach an der Seite, der auch Eskapaden aussitzt).

    Aber es lohnt sich! Weil: Diesen Weg zu sich selbst zu gehen ermöglicht, auch ohne Kämpfe arbeiten zu können. Ich liebe meine jetzigen Aufgaben, sie passen zu mir und ich freue mich grösstenteils darauf bzw. mache sie wirklich gern. Und die Widerstände, die jetzt noch sind, kann ich mit meiner (inzwischen grossen) Toolbox auch noch auflösen.

    Ich wünsche dir (euch?), dass ihr diesen Schritt auch schafft. Es geht ohne Kampf und Widerstand. Es hat gedauert, aber inzwischen bin ich mir da ganz sicher.

    Liebe Grüsse, Anna

    p.s. Damit will ich dem Inhalt des Artikels, dass es schwierig ist, das eigene Ding durchzuziehen, in keinster Weise widersprechen. Ich will Mut machen, *noch* weiter zu suchen. An der Basis zu basteln, bis sie wirklich bombenfest sitzt. Selbstverständlich geglaubte Dinge umzuschmeissen. Niemals aufzugeben.

    • Hallo Anna,

      toll, dass du das Passende für dich gefunden hast, sodass du ohne die Kämpfe auskommst. Wer kann das schon von sich behaupten?
      Was machst du denn?

      Viele Grüße,
      Patrick

      • Hi Patrick

        Nicht falsch verstehen, ich bin auch kein Engel *gg* – Aber mit der Zeit gelingt es mir immer besser, innere Widerstände zu hinterfragen und die Botschaft zu nutzen.

        Ich übersetze Wissen: Ich helfe Fachleuten/Experten, schwierige Inhalte einfach/allgemeinverständlich zu erklären. Das ist aber mein ganz persönliches Steckenpferd/meine Stärke und wahrscheinlich für andere nicht all zu spektakulär 😉

        Gruss, Anna

  17. Hallo zusammen,

    Elon Musk soll gesagt haben: „You get paid in proportion to the problem you solve.“ Ray Dalio (auch ein Milliardär) sagte sinngemäß: Man wird nicht dadurch reich, dass man Reichtum direkt anstrebt. Reichtum ergibt sich dadurch, dass man der Gesellschaft etwas wertvolles gibt.

    Ich habe bei vielen Bloggern das Gefühl, dass sie bei ihren Produkten und Geschäftsmodellen nicht von einem echten Problem her denken, sondern nur sich selbst einen Gefallen tun wollen: Raus aus dem bösen Hamsterrad um sich selbst zu verwirklichen. Von der Cocktailbar am Strand aus arbeiten. Per Skype irgendwelche Leute coachen, ihnen erzählen, dass sich gesund ernähren sollen (oder andere Dinge, die die Leute längst schon wissen). Ich. Ich. Ich. Ich. Ich.

    Deutschland braucht aber keine zwei Millionen Coaches, redundante Ebooks und Nischenblogs über Aufbewahrungslösungen für Goldfischspezialfutter mit entsprechenden Affiliate-Links. Deswegen kommt es auch zur Erschöpfung: Wer sich den Arsch aufreißt, nur um Geld abzugreifen, ohne dabei an der Lösung eines großen Problem mitzuwirken, wird damit auf Dauer eben nicht glücklich werden (und möglicherweise auch kein Geld verdienen).

    Wer den Skill hat, ein echte Problem zu lösen – da bin ich mir sicher – wird auch in Zukunft noch viel Geld im Internet verdienen können. Wer es nur aus egoistischen Gründen tut (auch wenn diese natürlich oft versändlich und nachvollziehbar sind), wird eher Pech haben. Ich glaube, dass Menschen unterbewusst Antennen für Egoismus haben (so wie Reziprozität, nur im „Dreieck“) und diese Personen/Blogs entsprechend meiden. Wer wirklich etwas zu geben hat, wird supported.

    Viele Grüße,
    Jan

  18. Hallo Patrick,

    dein Artikel ist ehrlich und nüchtern und auch wenn er negativ aufgefasst werden kann, bin ich froh, dass du ihn geschrieben hast.
    Gerade in letzter Zeit habe ich das mit der Kreativität auch zu spüren gekriegt. Aber lustigerweise schrieb ich gerade neulich zur Blogparade „sticktoit“ auf meinem Blog: http://www.werde-du-selbst.de/2016/01/15/fuer-dich-mein-grosses-geheimnis-des-dranbleibens-motivation/ :

    „Nun, ich möchte dich inspirieren, ganz genau auf dein Herz zu hören. Was ist es, das du der Welt zu geben hast? Welches ist deine Mission? Wozu bist du geboren?
    Denn wenn du dies erkannt hast, dann brauchst du keine Tipps mehr zum Dranbleiben, denn dann wirst du so sehr dranbleiben, dass du keine Zeit mehr zum Schlafen, Essen und… „Übers-Dranbleiben-Grübeln“ hast. Dann wirst du von einer Energie erfüllt sein, die dich immer weiter zieht, die dich nicht ruhen lässt, bis du alles gegeben hast, was du zu geben hattest. Dies ist dann die tiefste und leidenschaftlichste Liebe, die du je erlebt hast.
    Die Liebe zu dir selbst im großen Gefüge des Universums. Und gleichermaßen die Liebe zu allen Wesen darin.“

    Dies mag vom Standpunkt deines Artikels aus als sehr weit hergeholt und idealistisch klingen. Aber ich glaube auch nicht an die romantische Liebe, sondern an die ehrliche Liebe, wo wir am Ende niemand mehr sind, dafür aber geliebt und uns selbst gegeben haben. Und hier müssen wir uns nicht an einen Partner verschenken, sondern können uns dem, was wir in jedem Moment tun, ganz und gar hingeben.

    So sehe ich mein Internetbusiness. Das ist für mich Hardcore Zen. Und ich glaube, dass da all die Zweifel, Erschöpfung, Geldsorgen, Unsicherheiten etc. dazugehören. Denn ich glaube nicht, dass wir zu ganzen Menschen werden, wenn wir uns tagtäglich im rosaroten Ponyland aufhalten.

    Herzens-Grüße,
    Anna

  19. Hallo ihr zwei!
    Wenn ihr euch wirklich über Kommentare „freut“, dann lass ich doch mal einen da!
    Von der Selbststädigkeit habe ich zwar (noch) keine Ahnung, fand es aber nett zu lesen und der Widerstand kommt mir aus dem Studium doch schon sehr bekannt vor. 😉 Ich bin irgendwann mal über Marathonfitness, der einzige (Fitness)Blog, der mich in seiner Gesamtheit überzeugen konnte (finde ihn wirklich spitze!) rübergekommen und seitdem hängengeblieben. Auch wenn oder gerade weil ich in vielen Dingen nicht mit euch mitgehen kann, finde ich den Blog sympathisch und die Themen ergänzen Marathonfitness für mich ideal sodass ich immer gerne vorbeischaue. Also macht mal schön weiter euer Ding im Internet, damit andere Leute ihren Widerstand ausleben können. 😉

  20. Endlich mal einer, der sagt wie es wirklich ist. Ich kann jedes Wort ausnahmslos unterschreiben. Danke für deine Ehrlichkeit.

    Lg Luisa

  21. Liebe Jasmin, lieber Patrick, ich mag euren Blog genau so wie er ist. Er ist eben authentisch und nicht austauschbar, wie einige andere.

    Bitte macht weiter so!
    Alles Gute für euch,
    Carmen

  22. Super Text, vielen Dank!
    Hier meine Sicht der (akademischen) Hausfrau: Ich habe die Kinder als Ausrede, damit ich mein eigenes Ding machen kann. Das sind kreative Arbeiten, aber auch soziale / ehrenamtliche Dienste, die ich neben den ganzen Verpflichtungen freiwillig annehme. Ohne Kinder würde ich Geld verdienen (Arbeiten tu ich ja) und hätte diesen Freiraum nicht, mir meine Projekte auszusuchen und zeitlich einzuteilen. Den Rechtfertigungsdruck kenne ich genauso (das bißchen Haushalt), und ich habe mich damit sehr unwohl gefühlt. Und den Schweinehund kenne ich auch – wenn ich heute nicht putze, dauert es morgen nicht länger, es liegt dann nur mehr Dreck auf der Kehrschaufel. Insofern gleicht mein Leben dem Euren.
    Mein Mann sieht meine Leistungen und bestärkt mich – das muß in einer Partnerschaft grundsätzlich geklärt sein. Viele Leute sind allerdings bodenlos naiv, und die wenigsten bedanken sich für die Mühen anderer. Das fällt irgendwie vom Himmel und ist keiner Rede wert. Manche wachen auf, nachdem sie selbst mal was organisiert haben, andere ziehen für sich nur den Schluß, das nie wieder zu machen. Gegen Dummheit gib’s keine Pillen, das war schon immer so. Deshalb an Euch: Ich lese Euren blog mit Genuß, er bereichert mich. Ich glaube Euch sofort, daß es harte Arbeit ist. Allein die Foto-Qualität und die professionelle Optik kommt nicht von selbst, dazu noch die regelmäßigen Inhalte… Hut ab!

    • Hallo Viola,

      stimmt, in gewisser Weise ähneln sich unsere Leben 🙂
      Danke für dein Feedback, das du uns hier jede Woche wieder gibst!

      Viele Grüße,
      Patrick

  23. Ganz lieben Dank fuer die ehrlichen und offenen Gedanken. Ich finde den Beitrag ganz und gar nicht negativ, er zeigt einfach nur eine andere Seite der Medaille.

    Ich wuerde an dieser Stelle auch gerne erwaehnen, dass ich es ganz toll finde, dass ihr die Beitraege auch als Audio Version zur Verfuegung stellt 🙂

    Alles Liebe,
    Lisa

  24. Hallo Jasmin, Hallo Patrick

    vielen dank für diesen für mich sehr wertvollen Beitrag. Seit ca einem Jahr lese ich mich durch die „Blogs“ der Reisewelt und bin dadurch auf Healty Habits gekommen. Irgendwann kam letztes Jahr der Punkt an dem ich alles in Frage gestellt habe was ich mache und mir eine rosa Wolke gebaut habe weil ich motiviert war etwas „eigenes“ anzufangen. Momentan bin ich an dem Punkt mich durch alles durchzulesen, und sauge alle Informationen auf die ich zu diesem Thema (selbständig im Netz) bekomme. Besonders gut an diesem Beitrag gefällt mir nun, dass nicht immer alles mega fucking einfach und hell yeah geil ist, sondern einfach realistisch und wie du sagst nüchtern betrachtet. das hilft mir nun viel mehr weiter wie ein hell yeah go on!…. also alles kommt mit der Zeit und man muss immer für etwas “ kämpfen“ was man selbst aufbaut und erarbeitet, egal in welchen Ausmaßen, aber es ist für mich deutlich realistischer diese „Blase“ einzuschätzen und meinen eigenen Mehrwert daraus zu ziehen. Ich freue mich über weitere Beiträge von euch und lese eure beiträge alle unglaublich gerne . Ganz Liebe Grüße Lisa

  25. Hallo Patrick,

    lieben Dank.für den tollen Artikel und ich freu mich immer so, was von dir zu lesen.
    Zu den Goldschaufeln. Auf der Blog Camp Seite empfiehlst du ja diesen Kurs. Würdest du das heute wieder so machen ?

    liebe Grüße
    petra

    • Hi Petra,

      der Kurs ist schon gut. So gut es eben geht. Aber er weckt wahrscheinlich falsche Erwartungen.
      Das Besondere am Blog-Camp fand ich, dass es einer der ersten Kurse war. Es bestand ja ein Bedarf, der gedeckt wurde. Danach erschien viel Ähnliches. Ich gebe heute keine Testimonials mehr für solche Produkte.

      Viele Grüße,
      Patrick

  26. Hallo Patrick,

    danke für deine Antwort und noch einen schönen Tag.

    Kannst du bei meinem vorherigen Beitrag bitte meine email adresse rausnehmen. Mein Fehler. Dankeschön!!

  27. Hi Patrick,

    du sprichst mir sowas von aus der Seele. Einmal mehr! Ein weiterer Top-Beitrag von dir. Ich persönlich mag sehr deinen nüchternen und reflektierten Schreibstil. Erinnert mich sehr an mich selbst 😉

    Ich sehe es haargenau wie du: Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille.
    Die aufgezählten Punkte kann ich nur unterstreichen und kenne sie aus eigener Erfahrung.

    Ja, ich gehöre auch zu den Leuten, die „ihr Ding“ im Internet machen wollen. Nach jahrelangem herumstochern und herumirren im Leben, eröffnete ich im letzten April meinen Blog. Zuvor habe ich an einem dieser „Goldgräberkurse“ teilgenommen. Und es ist genauso wie du es sagst: Darin wurde immer wieder betont, dass es ein langer Weg ist, und viel harte Arbeit. Mindestens 2-3 Jahre. Aber wenn du fleissig bist und für deine Leidenschaft brennst…

    Damals war das ungemein wichtig für mich und hat mich innerlich für die Idee eines Onlinebuisness brennen lassen.

    Doch heute, nach über einem Jahr Beschäftigung mit der Thematik, und so einigen Gesprächen, Recherchen und Erfahrungen, sehe ich die ganze“mach- dein- Ding-Idee“ nicht mehr so rosarot. Wobei ich das wohl von Anfang an nie tat. Wie gesagt, die berüchtigte Medaille. Vernetztes Denken, so viel Perspektiven wie möglich mit einzubeziehen, ist wohl so ein persönliches „Ding“ von Hochsensiblen wie mich.

    Mir war von Anfang an klar, dass ich in 1-2 Jahren nicht davon werde leben können. Vielleicht auch nicht in 2-3 Jahren. Auch wenn ich mich voll reinhänge. Das ist einfach realistisch und Wirklichkeitsnah. Wie du (oder ihr) schreibe ich von Beginn an über meine Herzensthemen, recherchiere tagelang und lasse das Thema in mir gären. Das kostet Zeit. Das kann dann mitunter ein paar Tage dauern.

    Auch jetzt, wo es immer besser läuft mit dem Blog, aufmunternde Rückmeldungen bekomme, und ich gerade dabei bin mein erstes E-Book zu schreiben, versuche ich realistisch zu bleiben. Mache noch nebenher einen Mini-Job, um mir Geld zur Seite zu legen. Im April wird der Blog ein Jahr alt und ich stelle mich darauf ein, dass ich ab Sommer wieder einen Aushilfsjobs machen werde, um nebenbei weiter mein Buisness aufzubauen. Selbst dann ist es noch nicht gewiss, ob ich jemals davon komplett werde leben können.

    Die Möglichkeit eines Scheiterns miteinzubeziehen, gehört für mich zu jeder halbwegs seriösen Unternehmensgründung bzw. Zukunftsbetrachtung. Wie im Leben bei so vielen anderen Dingen auch. Die verlaufen auch nicht auf einer Einbahnstraße! Mittlerweile kann ich bei Überschriften wie „10 Gründe, warum du sofort deinen Job kündigen solltest“ nur noch milde lächelnd den Kopf schütteln.

    Die erwähnte „Goldgräberstimmung“ und „Finde-Dein-Ding-und-hänge-dich-voll-rein“ Mentalität ist mir zum Teil zu einseitig und aufgebläht. Mitunter sogar fahrlässig bis gemeingefährlich. Ich war noch auf keiner DNX – deshalb bin ich mit solchen Einschätzungen/Aussagen vorsichtig – bis ich mir einen eigenen Eindruck verschafft habe. Wenn ich aber von ehemaligen Teilnehmern erzählt bekomme, dass in Workshops jungen Menschen im Alter von 18-22, frisch von der Schule oder Uni, gesagt wird, sie sollen nur ihre Leidenschaft und Nische finden und dann ihre ganze Energie in „Ihr Ding“ investieren, dann läuft das irgendwann, finde ich das mehr als bedenklich. Generation Y hin oder her!
    Ich würde ihnen sagen, sie sollen zunächst mal eine Ausbildung machen und Geld verdienen und ein wenig Lebenserfahrung sammeln – auch wenn sich das mitunter etwas „altbacken“ anhört. Und das es ganz sicher keine Garantie auf Erfolg gibt!

    Wie in deinen Punkten aufgeführt, gehört zu einem Unternehmertum eine gehörige Portion Selbstdisziplin, Durchhaltevermögen, Frustationstoleranz und Umgang mit (wenig) Geld. So etwas lernt man nicht mal von heute auf morgen – sowas lernt man durch Niederlagen, Durststrecken und tiefe Lebenstäler, sprich, durch Lebenserfahrung! Die haben die wenigsten 18-20 Jährigen, auch wenn ich damit gerade den einen oder anderen auf dem Schlips trete.

    Mein Kommentar mag bei manchem etwas sehr negativ und düster rüberkommen – doch war es mein Anliegen, die andere Seite der Medaille etwas mehr in das Rampenlicht zu stellen (natürlich nur aus meiner Erfahrung) – die Chakka- und -Mach -dein Ding-Seite steht ja dort schon oft genug.

    Weil es ganz sicher nicht schaden kann, beide Seiten zu kennen – genau wie du es sagst!

    Wurde etwas lang, aber ich fand es einfach wichtig!

    Herzliche Grüße
    Oliver

    • Hi Oliver,

      danke für deinen langen Beitrag zu diesem Thema! Ich glaube, mit deinem nüchternen Realismus bist du gut dabei 🙂 Den Zeitraum von 3 Jahren finde ich heute realistisch – und das kann eine lange Zeit sein.

      Viele Grüße,
      Patrick

  28. Hallo Patrick,

    toller Artikel! Er wurde bei Facebook geteilt und spricht mir so (überraschend) aus der Seele, dass es knallt. Interessanterweise hilft es mir motivierter zu sein, jetzt wo ich das Gefühl habe, ich bin nicht allein mit der Motivations-Blockade.
    Der Artikel hat mir neuen Schwung gegeben!
    Er trifft ja schließlich nicht nur auf Leute zu, die „ihr Ding im Internet“ machen wollen, sondern für alle, die selbstständig sind und/oder Homeoffice machen. Zu Hause ist es für mich viel schwerer konzentriert und länger als 6h zu arbeiten. Irgendwann ist die Konzentration weg und ich muss mich ganz schön quälen um weiter zu machen, denn nicht immer kann ich mir das leisten, „nur“ 6h zu arbeiten.
    Ich stimme dir auch zu, was ich so für Selbstständige kennengelernt habe, haben alle so um die 3 Jahre gebraucht, bis sie wirklich von leben können.
    Ich zum Beispiel bin halbtags selbstständig und den Rest der Zeit bin ich im gleichen Berufsfeld fest eingestellt, als Grafik- und Webdesignerin. Ein ganz angenehmer Weg, wenn man es sich nicht leisten kann, sich gleich in die Selbstständigkeit zu begehen. So hat man immer noch eine Sicherheit.

    Jedenfalls finde ich euren Blog toll, ich komm auf jeden Fall öfters vorbei, eure Themen sprechen mir sehr an!

    Liebe Grüße und viel Motivation,

    Monique

  29. Hallo Patrick,

    Was Du beschreibst trifft nicht nur auf die Selbstständigkeit im Netz zu.
    Ich habe mich darin wiedergefunden.
    Ich habe vor vier Jahren eine Großtagespflegestelle eröffnet.
    Wir betreuen in 2 Gruppen Kleinkinder zwischen 1 und 3 Jahren.
    Davon habe ich schon immer geträumt, das ist genau das was ich machen möchte und was mich motiviert wenn ich morgens aufstehe.
    Trotzdem kenne ich diesen Widerstand nur allzu gut, den Du beschreibst.
    Manchmal nehmen mir die unvorhergesehenen Dinge meine Motivation.
    Man hat so hohe Ansprüche an das was man geschaffen hat und möchte es ständig verbessern und macht sich selbst so viel Druck.
    Ich finde es schön dass es Menschen gibt denen es genau so ergeht wie mir, wenn auch in einer anderen Branche und obwohl ich Euch gar nicht kenne, es passiert mir quasi nie sonst in meinem Alltag, dass ich Menschen treffe, die nachvollziehen können womit ich zu kämpfen habe.Danke.
    Marlene

  30. Hallo Patrick,
    ich geselle mich gerne zu denjenigen, die sich in deinem Artikel wiederfinden können und denen du aus der Seele sprichst. Ich betreibe seit letztem Jahr einen Reiseblog und ein paar weitere Internetprojekte, habe mich dabei tweilweise auch von dir und deinem E-Book zum Reisebloggen inspirieren lassen. Von meiner Selbstständigkeit leben zu können, im Sinne von „genug für den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen“, davon bin ich noch weit entfernt, habe mir aber auch von Beginn an viel Zeit gegeben – und habe den Vorteil, eine Partnerin zu haben, die mich mental, inhaltlich und finanziell zu 100 % unterstützt.

    Den von dir beschriebenen inneren Widerstand kenne ich auch, allerdings scheint er bei mir (noch?) etwas schwächer ausgeprägt zu sein. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich in meiner Zeit als Angestellter so viel Kampf und „Krampf“ erlebte, wodurch ich meine jetzige Phase einfach super zu schätzen weiß.
    Die Fragen, v.a. von Außenstehenden (Familie, Bekannte), ob „man davon leben kann“ oder „wie es denn so läuft“ kenne ich nur zur Genüge. Das Schlimme daran ist weniger die „relativ harmlose“ Frage selbst, sondern die Doppelmoral, die dahintersteckt. Ich habe einen Selbstfindungsprozess durchlaufen, der mir sehr viel gebracht hat, der mich in einigen Dingen hat umdenken lassen, z.B. wie wichtig mir Geld ist, was wirklich Erfolg bedeutet, was meine Lebensziele und mein Glück sind. Aber die meisten, die die obigen Fragen stellen, kenne diesen Prozess nicht, sind nicht am selben Punkt und es würde meist schlicht viel zu lange dauern, ihnen das alles zu erklären. Dementsprechend kann ich nur ausweichend reagieren oder muss teilweise sogar erzählen, was sie hören wollen, weil alles andere vielfach zu nichts führt als Frust.
    Dazu kommt, dass viele ein verzerrtes Bild von Selbständigkeit (und der heutigen Möglichkeit von Solopreneurship) haben und die Festanstellung als besten, scheinbar Sicherheit bietenden Weg sehen, der hinzunehmen ist. Manchmal habe ich das Gefühl, wenn ich Immobilienmakler oder Banker geworden wäre und vielleicht sogar auf die Art, dass ich Leute über den Tisch ziehen würde, mein Bekanntenkreis würde trotzdem weniger Fragen stellen! Und das evtl. sogar dann, wenn sie wüssten, dass ich nicht so happy im Job bin.
    Jedenfalls ist es nicht leicht, damit umzugehen.

    Ich finde gut, dass du nicht zu denjenigen gehörst, die anderen das schnelle Geld im Internet versprechen und vorenthalten, dass es hart sein kann und man oft zwingend die eigenen Ansprüche herunterschrauben muss. Und selbst wenn man total happy ist mit dem was man macht, die neue Arbeit einen erfüllt, so wie Jasmin es schreibt, wird es immer Tätigkeiten geben, auf die man weniger Lust hat – und sei es die Bürokratie mit unseren Behörden und unser Steuerrecht. Ein bisschen Euphorie gehört zum Start in die Selbständigkeit mit Sicherheit dazu, aber auch eine realistische Einschätzung.

    Danke für deinen Beitrag!

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