Warum Joggen sich nicht zum Abnehmen eignet

In diesem Text erfährst du, weshalb du mit Joggen nicht dauerhaft Gewicht verlieren kannst, und was stattdessen hilft.


Es gab eine Zeit, in der ich viel lief. Sie begann mit meiner großen Diät vor fünf Jahren und sie endete erst im vergangenen Jahr. Anfangs war es schwer, mit meinen 150 Kilogramm überhaupt vom Fleck zu kommen. Ich konnte kaum mehr als fünf Minuten am Stück laufen und das nur sehr langsam. Entsprechend wenig Spaß hat es mir gemacht. Ich habe es gehasst. Mit der Zeit ging es etwas leichter. Dann habe ich es etwas weniger gehasst.

Je mehr Gewicht ich verlor, desto häufiger ging ich Joggen. Nach drei Monaten quälte ich mich durch meinen ersten Firmenlauf über fünf Kilometer. Später konnte ich schon zehn Kilometer laufen und nach einem Jahr lief ich meinen ersten Halbmarathon. Auf diesen sollten noch einige folgen.

Anfangs lief ich, um Gewicht zu verlieren. Später lief ich, um mein Gewicht zu halten. Ich dachte, Joggen sei effizient, weil man mit kaum einem anderen Sport so viel Energie verbrennen könne. Das stimmt vielleicht auch. Joggen verbrennt vergleichsweise viel und ich kann es auch noch lange durchhalten. Mit etwas Training kann ich locker ein oder zwei Stunden laufen.

Genau das habe ich gemacht. Als ich ein gewisses Niveau erreicht hatte, war eine Stunde Joggen mein Minimum. Während ich abnahm, versuchte ich stets, die Differenz zwischen Energieaufnahme und Energieverbrauch so groß wie möglich zu halten. Ich aß wenig und lief viel. Die Pfunde purzelten. Ob es am Laufen lag oder am Hungern oder an beidem – ich weiß es nicht. Es hat funktioniert.

Bis zu diesem Punkt funktionieren viele Diäten. Durch Joggen abzunehmen ist für mich – unabhängig von der Ernährung – nichts weiter als eine Art von Diät. Es funktioniert vorübergehend, solange ich mich mit Willenskraft dazu zwinge. Mit jedem gelaufenen Kilometer erhöhe ich meinen Energieverbrauch und erreiche für diesen Tag ein Energiedefizit. Ein paar Gramm Fett gehen dabei bestimmt verloren.

Doch wie bei jeder Diät gibt es auch beim Abnehmen durch Joggen zwei Probleme:

1. Es bedarf großer Willenskraft. Die meisten Menschen bringen diese nie oder nur selten auf. Mir gelang es genau zweimal in meinem Leben. Dazwischen lagen 10 Jahre.

2. Es hält nicht lange vor. Abzunehmen ist die eine Sache, doch anschließend eine gesunde Balance zu finden, eine ganz andere. 95 Prozent aller Diäten enden im Jojo-Effekt. Das sind 19 von 20 Diäten! Mit Willenskraft allein abzunehmen, ist folglich beinahe eine Garantie dafür, hinterher genauso dick oder dicker zu sein als vorher. Deshalb brauchte ich zwei Anläufe. Nach meiner ersten großen Willenskraftdiät vor 15 Jahren (inklusive Joggen) nahm ich alles wieder zu. Und dann noch 30 Kilogramm mehr.

Auch dieses Mal wäre es beinahe wieder so gekommen. Joggen konnte mir nicht helfen, mein Gewicht zu halten. Genauso wenig taugt es dazu, die zwei oder drei Kilos zu verlieren, die so viele Menschen gern loswerden möchten. Das ist der erste Grund, weshalb ich heute weniger jogge.

1. Joggen ist keine Strategie, um schlank zu bleiben

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Ich lief und lief und lief. Bis zu fünfmal in der Woche war ich Laufen. Das war keine Ausnahme, sondern die Regel. Unter zehn Kilometern lief ich gar nicht erst los. Das lohnte sich nicht. Ich wollte dem Jojo-Effekt davonlaufen.

Trotzdem nahm ich wieder zu. Ganz langsam stieg mein Gewicht an. In drei Jahren legte ich 13 Kilogramm zu. Das ist in der Summe viel, doch pro Monat gerade einmal 300 Gramm. Die Kilos kamen schleichend zurück. Ich hatte mein Gewicht nicht im Griff – obwohl ich so viel lief. Im Kopf rechnete ich immer wieder durch, wie viele Kalorien ich aufgenommen und wie viele ich verbrannt haben müsste. In der Theorie ging es auf. In der Praxis jedoch nicht. Heute weiß ich, dass Kalorienzählen Quatsch ist.

Die Idee, dass ich meine Energiebilanz mit Joggen im Gleichgewicht halten könnte, basiert auf der Annahme, dass ich einfach nur genauso viel Energie verbrennen müsse wie ich aufnehme. Wenn ich diese eine Regel befolge, bleibe ich schlank. Jeder glaubt an diese Denkweise, aber für kaum jemanden funktioniert sie.

Wir tun so, als wenn wir alle Macht über unsere Energiebilanz besäßen. Dabei steuert unser Körper seine Energiebilanz selbst. Mit unseren Diäten, Joggen, kalorienreduzierten Produkten, Nahrungsergänzungsmitteln und all dem Quatsch, den wir machen, um abzunehmen oder unser Gewicht zu halten, manipulieren wir unseren Körper nur bei dem, was er von selbst macht. Erfolg haben wir damit bestenfalls kurzfristig und nur unter Einsatz von Willenskraft. Langfristig ändert eine Diät oder ein erhöhter Energieverbrauch durch Sport nichts an unserem Gewicht. Stattdessen zählt die Qualität unserer Ernährung!

Joggen erhöht zwar den Energieverbrauch, aber ..

Wenn wir mit Joggen unseren Energieverbrauch steigern, erhöhen wir damit auch unseren Energiebedarf. Das ist die Menge an Energie, die der Körper braucht, um seine Funktionen aufrechtzuerhalten. Auf einen erhöhten Bedarf muss der Körper reagieren. Eine Tatsache, die wir gern vergessen.

1. Kurzfristige Reaktion
Ein erhöhter Energiebedarf des Körpers macht sich durch Hunger bemerkbar. Wer mehr Sport treibt, isst folglich auch mehr. Diesen Effekt kenne ich nur zu gut. Nach dem Joggen bin ich hungrig. Erst recht, wenn ich eine oder zwei Stunden gelaufen bin. Da beim Joggen der Kohlenhydratspeicher geleert wird, habe ich ein besonderes Verlangen nach kohlenhydrathaltiger Nahrung: Brot, Pasta, Süßigkeiten oder andere verarbeitete Lebensmittel, die von geringer Qualität sind.

Wenn ich diesem Hunger standhalte, bin ich wieder auf Diät – ein Zustand, den ich nicht dauerhaft durchhalten kann und will. Er taugt daher nicht, um langfristig mein Gewicht zu halten. Folglich esse ich mehr, als wenn ich nicht Laufen gewesen wäre und gleiche den erhöhten Bedarf aus.

Doch angenommen, ich halte dem Hunger jedes Mal stand und erfreue mich daran, dass ich mir ein Energiedefizit erlaufen habe: Dann wird alles nur noch schlimmer.

2. Langfristige Reaktion
Führe ich meinem Körper nicht die Energie zu, die er haben will, dann bedient er sich an meinen Reserven. Doch das ist nicht das Fett. Zunächst zehrt er von den Muskeln, die ich nicht unbedingt benötige, denn sie verbrauchen zu viel Energie. Das Fettpolster zapft er erst später an. Für den Fall, dass die schlechten Zeiten länger andauern.

Weniger Muskelmasse bedeutet einen langfristig geringeren Energiebedarf. Aus diesem Grund sinkt der Energiebedarf bei jeder Diät. Das ist längst bekannt und trotzdem versuchen es die meisten Menschen mit einer Diät. Ich ja auch. Mein Energiebedarf war durch die Diät und das Joggen nicht mehr so hoch, wie er hätte sein können.

Während meiner Diät funktionierte das noch, weil ich allein durch Willenskraft so wenig aß und so viel Sport trieb, dass mein Körper den Energiebedarf nicht noch weiter senken konnte. So hatte ich immer noch ein Energiedefizit, das ich jedoch nur mit Zwang erhalten konnte.

Irgendwann war es mit meiner Diät vorbei, doch mein Energiebedarf war da längst im Keller. Dass ich immer weiter lief und versuchte, den zusätzlichen Verbrauch nicht durch Nahrung zu kompensieren, war dem nicht zuträglich. Der Körper hatte so keinen Grund, den Grundumsatz wieder hochzufahren.

Ich hatte einen kurzfristig höheren Energieverbrauch mit einem langfristigem geringeren Energieverbrauch bezahlt.

Fazit: Energie, die ich heute durch Sport verbrauche, möchte der Körper sofort in Form von Nahrung zurückhaben. Wenn ich dem Hunger nachgebe, habe ich kein Kaloriendefizit erarbeitet. Gebe ich jedoch nicht nach, stellt der Körper langfristig ein neues Gleichgewicht her, sodass er kein Fett abbauen muss, obwohl ich jogge.

Um mein Gewicht zu halten oder nur die berühmten zwei oder drei Kilos abzubauen, taugt Joggen folglich nicht. Das habe ich am eigenen Leib erfahren. Joggen und Kalorienzählen sind zwei Wege auf denen ich vergeblich versuchte abzunehmen bzw. mein Gewicht zu halten. Acht weitere findest du hier.

Was für mich funktioniert, erfährst du weiter unten im Artikel, nachdem ich dir den zweiten Grund genannt habe, weshalb ich heute weniger jogge und auch dieser hat mit Muskeln zu tun.

2. Joggen macht nicht wirklich fit

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Fit ist nicht gleich fit. Joggen macht mich dahingehend fit, dass ich ohne große Anstrengung eine Stunde geradeaus laufen kann. Mehr aber auch nicht. Sobald es nur ein Stück bergauf geht, bin ich sofort platt.

Den Unterschied zwischen fit und fit habe ich erst vor ein paar Wochen deutlich gespürt. Es ist alles andere als ein wissenschaftlicher Vergleich, aber für mich persönlich bezeichnend: Als ich vor einem Jahr in Kapstadt war, fühlte ich mich fit. Ich ging damals jeden zweiten Tag laufen, auch unterwegs in Südafrika. Im Verlauf meiner Reise bestieg ich das Wahrzeichen Kapstadts, den Tafelberg. Ich nahm es sportlich und ging die Strecke so schnell ich konnte. Dafür brauchte ich 59 Minuten. Eine sehr gute Zeit, da die meisten Wanderer im Durchschnitt zwei Stunden benötigen.

Genau ein Jahr später bin ich nun zurück in Kapstadt und nahm wieder den Tafelberg in Angriff. Allerdings stand ich dieses Mal nicht im Lauftraining. Ich habe die Frequenz schon seit Längerem deutlich reduziert und in den letzten sechs Wochen vor der Wanderung war ich aufgrund einer Fußverletzung gar nicht Joggen. Stattdessen konzentrierte ich mich in den letzten Monaten auf ein Kraft-Ausdauer-Training, in das ich weit weniger Zeit investiere als ins Joggen. Den Tafelberg stieg ich in 47 Minuten hinauf. 12 Minuten schneller als vor einem Jahr, als ich voll im Lauftraining stand.

Das allein muss noch nicht viel heißen. Doch die Theorie erklärt mein Erlebnis mit dem Tafelberg: Beim Joggen wird der Körper schon nach wenigen Läufen immer effizienter, da die Beanspruchung weitgehend identisch bleibt. Mit der Zeit perfektioniert er genau diese Bewegung und braucht immer weniger Energie dafür. Denn alle Muskeln, die er für diese Bewegung nicht benötigt, baut er als Energiequelle ab. Selbst Muskeln, die zwar beim Laufen zum Einsatz kommen, aber nicht bis zur Grenze beansprucht werden, werden abgebaut. Lauftraining macht uns fit fürs Laufen, mehr aber auch nicht.

Den Unterschied merkst du schon, wenn du zwischen Waldweg und Laufband wechselst. Ich laufe fast immer draußen und kann bei gemächlichem Tempo ohne große Anstrengung zehn Kilometer zurücklegen. Doch wenn ich ausnahmsweise aufs Laufband wechsle, ist es wie eine andere Welt, da die Bewegung sich leicht vom Waldlauf unterschiedet und die Muskeln anders beansprucht werden. Andersherum ist es genauso: Wer nur auf dem Laufband trainiert, wird nicht genauso leichtfüßig auf einem Waldweg laufen können.

Es ist nicht so, dass Joggen keine positiven Auswirkungen auf unsere Fitness hätte. Aber es ist ineffizient. Du investierst viel Zeit für einen vergleichsweise kleinen Effekt. Dazu belastest du den Körper auch noch stark, sodass er anfällig für Verletzungen wird. Joggen gilt als High-Impact/Low-Intensitiy-Sport. Das bedeutet: Die Belastung für die Knochen und Gelenke ist hoch (High Impact), die Intensität für unsere Muskeln ist jedoch gering.

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So kannst du deine Ziele trotzdem erreichen

Wenn Joggen uns weder richtig fit macht, noch dabei hilft, schlank zu bleiben: Wie können wir diese Ziele dann erreichen? Die erste Antwort gab mir Steve Kamb von NerdFitness, als ich im letzten Jahr einen Workshop von ihm besuchte. Er sagte, die Ernährung mache 95 Prozent des Erfolgs aus. Heute weiß ich, dass er recht hatte. Ich kann trainieren wie ich will, doch wenn ich mich ungesund ernähre, nützt das alles nichts. Mit Sport kann ich keine Ernährungssünden ausgleichen. Wenn ich das versuche, ist es nicht mehr als ein Alibi.

Nachdem ich meine Ernährung umgestellt hatte, konnte ich mein Gewicht ohne zu hungern senken und seitdem halten. Ich habe eine Ernährung gefunden, mit der ich zufrieden bin, und von der ich glaube, dass ich sie langfristig durchziehen kann. Die Details führen jetzt zu weit, doch du kannst dich in diesen Artikeln in die Materie einlesen:

Wenn du es genau wissen möchtest, empfehle ich unser Buch Esst Echtes Essen!, das du bei amazon und im stationären Buchhandel erwerben kannst.

Als nächstes solltest du dich von dem Gedanken verabschieden, dass du mit Sport viel Energie verbrennen kannst. Das geht nicht und das betrifft jeden Sport. Joggen ist hier nur der prominenteste Sündenbock. Wenn du 30 Minuten läufst, verbrennst du zusätzlich etwa 250 Kalorien. Bei zwei Läufen pro Woche sind das 500 Kalorien. Das ist nichts! Selbst wenn du deutlich länger läufst, verbrennst du immer noch wenig Energie und mit der Zeit wird es noch weniger, da der Körper die Strecke immer effizienter zurücklegt. Belohnt wirst du anschließend nur mit mehr Hunger.

Dich sollte nicht interessieren, wie viel Energie du während des Sports verbrennst. Entscheidend ist, was du im Ruhezustand verbrennst, denn die meiste Zeit des Tages liegst du, sitzt du oder verrichtest du leichte Tätigkeiten. Da liegt der Hebel und den kannst du mit Sport umlegen.

Das funktioniert am besten mit Sport, der unsere Muskeln stark beansprucht (High Intensity), aber unsere Knochen und Gelenke nur wenig (Low Impact). Ich löse das über Bodyweight-Training, das ich alle zwei Tage für 20 Minuten durchführe. Das mache ich auch auf Reisen. Zu Hause bevorzuge ich die Teilnahme an Bootcamps, da das mehr Spaß macht und die Intensität noch höher ist.

Kraftsport ist die einfachste Lösung, aber es geht auch anders. Jeder Sport mit einem hohen Widerstand eignet sich. Je höher der Widerstand, desto besser. Das geht sogar mit Cardiotraining. Anstatt für 30 Minuten auf dem Heimtrainer zu strampeln, kannst du den maximalen Widerstand einstellen und für zwei Minuten alles geben. Damit erzielst du den größeren Effekt – denn es geht nicht darum, während des Sports Energie zu verbrennen, sondern danach. 30 Minuten Strampeln tut fast nichts für deine Muskeln, zwei Minuten intensives Training hingegen schon.

Das gleiche gilt fürs Laufen. Auch dort kannst du den Widerstand erhöhen, indem du entweder bergauf oder schnelle Intervalle läufst. Sprints stimulieren dein Muskelwachstum. Deswegen sind die besten Sprinter wahre Muskelpakete, während die besten Langstreckenläufer dünn und drahtig sind.

Bei hoher Intensität erhöhst du die Kapazität deiner Muskeln, Energie zu verbrennen, die sonst in den Fettzellen landen würde.

Du trainierst mit intensivem Sport jedoch nicht nur deine Kraft, sondern auch deine Ausdauer. In dem kurzen Moment der großen Anstrengung werden deine Muskeln vom gesamten Körper unterstützt, um die Herausforderung zu meistern. Dein Herz und deine Lunge werden genauso gefordert. Daher wirst du merken, dass du auch bei Kraftübungen außer Atem gerätst, wenn du verschiedene Übungen schnell hintereinander ausführst.

So trainierst du mit vergleichsweise wenig Zeitaufwand deine Kraft und deine Ausdauer und wirst wirklich fit. Nicht nur, dass die Trainingseinheiten kurz sind: Du brauchst nicht einmal viele davon. Je intensiver du deine Muskeln beanspruchst, desto längere Ruhepausen kannst du anschließend einplanen, in denen die Muskeln wachsen und ein weiteres Training keinen zusätzlichen Effekt zeigen würde.

Warum ich trotzdem noch Laufen gehe

Mit gesunder Ernährung und Bodyweight-Training habe ich nun mein Gewicht im Griff und bin fitter denn je. Trotzdem gehe ich noch hin und wieder Joggen. Allerdings nicht mehr mit dem Ziel, dadurch an Gewicht zu verlieren oder meine Ernährungssünden auszugleichen. Ich weiß, dass das nicht funktioniert.

In diesem Artikel beschreibt Jasmin, warum die oft angestrebte Fettverbrennung beim Joggen egal ist, worauf es beim Abnehmen wirklich ankommt und welche Sport-Strategie wir heute verfolgen.

Ich laufe nur noch, weil ich manchmal Spaß daran habe oder um ein Bewegungsdefizit auszugleichen. An einigen Tagen bewege ich mich der Umstände wegen besonders wenig und komme kaum mal raus aus meiner Wohnung. Dann schnüre ich gern am Abend die Laufschuhe und lege noch eine Runde durch den Wald ein. Für gewöhnlich versuche ich jedoch, mich auch im Alltag zu bewegen. Entsprechende Tipps findest du in unserem Buch Alltäglich beweglich. Für meinen Körper ist Joggen eine Ergänzung zum restlichen Bewegungsprogramm und meiner Seele tut es gut, durch die Natur zu laufen.


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Weiterführende Lektüre zu diesem Artikel:

Fotos: Frau joggt, junge Lady joggt und männlicher Läufer von Shutterstock

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31 Kommentare

  1. Hi Patrick,

    toller Beitrag. Ich finde auch, dass man nur joggen sollte, wenn man Spaß daran hat, was bei mir im Gegensatz zu Kraftsport der Fall ist.

    Den Hunger danach stille ich gerne mit einem Hefeweizen, was mir immer einen unglaublichen Endorphin-Kick gibt.

    Eine tolle Zeit in SA
    Tino

    • Hi Tino,

      na, dann weiterhin frohes Laufen 🙂
      Auch wenn ich in dem Artikel gegen Laufen (zum Abnehmen) argumentiere, hat er mir Lust gemacht und ich habe gleich noch eine Runde in der südafrikanischen Abendsonne gedreht.

      Viele Grüße,
      Patrick

  2. Gut geschrieben, kann ich so bestätigen. Wenn ich Stress habe, so wie jetzt, neige ich zu einer ungesunden Ernährung. Deshalb versuche ich neben gesunder Ernährung und mind. 1 Mal pro Woche zum Sport zu gehen auch meinen Stress zu reduzieren. Klappt mal mehr und mal weniger. 😉

    Grüße Myriam

  3. Sehr, sehr guter Artikel.
    Deckt sich auch mit meinen Erfahrungen. Ich habe mich ebenfalls jahrelang damit gequält Laufen „zu müssen“. Gebracht hat es meist nix, außer dass ich, wie du, lange laufen konnte.
    Ich denke der Mensch ist nicht zum langen Laufen gemacht. Zum Sprinten und lange gehen, ja, aber nicht zum stundenlangen Joggen.
    Sportlich mache ich gerade meine ersten Erfahrungen mit dem Freeletics-Programm und muss sagen, das passt mir echt gut.

    Weiter so.

  4. Warum sollte der Mensch nicht zum langen Laufen gemacht sein, Christoph? Es gibt auf der Erde kein Lebewesen, dass über lange Distanzen schneller und effizienter ist als der Mensch.

    Grundsätzlich würde ich auch zwischen Joggen und Laufen unterscheiden wollen. Joggen bedeutet für mich, dass man in ähnlicher Intensität und Dauer unterwegs ist. Wer joggt, tut dies wohl eher für den mentalen Ausgleich. Ist ja eigentlich nichts anderes als spazieren gehen 😉 „Läufer“ hingegen haben meist ein Ziel, auf das sie hinarbeiten. Und das tun sie mit Einheiten, die völlig unterschiedlich sind (kurz & schnell und lang & langsam). Dass Joggen nicht fit macht, wie im Artikel beschrieben, mag sein. Aber regelmäßiges Laufen mit unterschiedlichen Reizen macht garantiert fit für den Alltag. Dass es sich nicht wirklich gut zum Abnehmen eignet, würde ich allerdings aus leidvoller persönlicher Erfahrung unterschreiben. 😉

    • Ja, du hast recht. Ich hab es etwas blöde ausgedrückt. Klar, KANN der Mensch 10.000 m in 35 Min. laufen mit entsprechendem Training und das ist auch vollkommen ok.
      Was ich eigentlich meinte ist dieses völlig sinnlose vor sich hin gejogge im Park. Ohne Abwechslung, ohne richtige Herausforderung und manchmal vielleicht sogar ohne Schwitzen.
      Das ist ähnlich wie die Leute, die meinen 2 Stöcke mit zum Spaziergang mitzunehmen macht schon Nordic Walking daraus.

  5. Das beruhigt mich nun sehr! 😉
    Aufgrund meiner Gelenke kann ich nicht joggen – ich „joggle“ also sehr zügiges Gehen – dafür aber ca. 40 minuten lang.
    Allein die Regelmässigkeit ist für mich der SChlüssel – Licht, Luft, Bewegung…

  6. Ich kann mich auch nicht an die begeisterten Kommentare anschließen. Du packst viel zu viel Aspekte in den Artikel und nicht wenige Leser dürften am Ende verwirrter als vorher sein.

    Ja – Jogging als Kompensation von Fressattacken und zum Abnehmen ohne Ernährungsumstellung ist reichlich ungeeignet. Aber Jogging im immergleichen Trott und der immergleichen Strecke ist genauso sinnlos wie lustloses Stemmen von Gewichten. Und vor allem Jogging hat mit Laufen gar nichts zu tun. Wie wäre es, den einen Tag mal nur 30 Minuten und dabei mit hohem Tempo zu laufen? Wie wäre es, wenn man an einem anderen Tag 2 Stunden und mehr ganz langsam joggt? Wie wäre es mit Fahrtspiel, das heißt verschiedenen Tempi in einem Lauf zu packen? Und zwar von ganz langsam bis ganz schnell. Wie wäre es, Kraft- und Lauftraining zu kombinieren? Etwas Kraftraining und/oder Schwimmen oder Radfahren – also ergänzenden Sport – sollte immer dabei sein.

    Sport jeglicher Art ist immer als Ergänzung zur Ernährung zu sehen, um dauerhaft abzunehmen. Aber ich habe zum Beispiel letztes Jahr beim Triathlon-Training für eine Langdistanz auch ohne Ernährungsumstellung in 6 Monaten 8kg abgenommen. Völlig nebenbei, was aber einzig von der Dosis des Trainings abhängig ist. Bei 15 Stunden und mehr Sport in der Woche verbunden mit paar wenigen Pfunden zu viel auf den Hüften, nimmt nahezu jeder ab.

    Mein Kommentar zu deinem streitbaren Artikel.

    Viele Grüße
    Torsten
    http://www.ausdauerblog.de

    • Hi Torsten,

      danke für deinen Kommentar. Der Großteil deiner Antwort bezieht sich ja auf die Frage, ob Joggen (im immer gleichen Trott) zu langweilig ist. Das empfinden sicherlich viele Menschen so, aber darum ging es mir in dem Artikel gar nicht. Mir persönlich ist Joggen nicht zu langweilig, daher mache ich es ja weiterhin.

      Ich kann mir schon vorstellen, dass du bei 15 Stunden Training in der Woche abnimmst. Genauso gut kann ich mir vorstellen, dass du sie danach wieder zunimmst, wenn du das Training einstellst, da dein Grundumsatz bei so einer langen „Dürreperiode“ sinkt und du anschließend ohne Sport nicht mehr so viel verbrennst, dass du dein Gewicht halten kannst.

      Ich sehe also nicht, dass das meiner Argumentation widerspricht. Als jemand, der die meiste Zeit seines Lebens dick war, interessieren mich kurzfristige Effekte nicht mehr. Ich möchte für mich nur herausfinden, wie ich mein Gewicht dauerhaft halten kann. 15 Stunden Training klingt nach keiner dauerhaft machbaren Strategie.

      Aber ich freue mich über die Diskussion und verschiedene Meinungen!

      Viele Grüße,
      Patrick

  7. hallo!

    sorry aber zum ersten mal teile ich viele ansichten eines eurer artikel nicht! 😉

    1. laufen macht fit! allein schon die trainingseffekte fürs herz-kreislauf-system sind extrem wichtig – übrigens auch für die mentale fitness durch mehrdurchblutung des gehirns während des laufens (klar, das ist beim krafttraining auch der fall).
    1.a. das mit den immer gleichen laufstrecken usw. stimmt mMn schon – aber hier muss man halt entgegenwirken und verschiedene untergründen laufen, intervalle laufen oder auch mal parcours machen (zB im Wald – sehr lustig:)

    2. energieverbrauch und stoffwechsel: hier sollte man wie ich finde schon genauer differenzieren zwischen hungern und vollfressen nach dem sport; Bsp: nach dem laufen habe ich klar hunger und der körper möchte natürlich seinen bedarf stillen – dazu reicht aber auch die von euch ja so gut beschrieben vollkost und gesunde ernährung aus! also beispielsweise ein linseneintopf mit kartoffel oder eier mit kartoffel; also eine mahlzeit mit hochwertigen proteinen und kohlehydraten.
    am ende des tages habe ich dann immer noch ein kaloriendefizit, Bsp: grundbedarf 2500 kcal + zusätzlicher bedarf vom laufen 750 kcal = 3250 kcal; meine zufhuhr beträgt (ohne großes kalorienrechnen – aber hier zur veranschaulichung) an so einem tag ca 3000 kcal (hochwertig, nährstoffreich!) – somit habe ich eine negativbilanz von 250 kcal und bei einer zufuhr von 3000 kcal garantiert keinen hunger oder mangelerscheinungen.
    fazit: wenn ich also in einer woche 3-4 trainingstage habe (egal ob laufen oder kraft), dann kann ich (zumindest bei mir so) nur sehr schwer zunehmen!

    3. ich habe die erfahrung gemacht dass man durch sport so ziemlich alle ernährungssünden ausgleichen kann – sieh dir fußballer in den eher unteren ligen an, die essen ziemlich viel und auch tlw ungesund und müssen manchmal noch schauen dass sie ja nicht abnehmen; das ist zwar langfristig keine gute strategie für den körper aber es zeigt dass man über jahre essen kann was man will und (bei intensivem traininig) trotzdem nicht zunimmt – natürlich gibt es versch. stoffwechseltypen, da gibts dann schon noch unterschiede..

    4. die (hohe) belastung beim laufen auf knochen, gelenke, knorpel, bänder etc. ist ein effekt der überwiegend positiv/wünschenswert ist! dieses strukturen brauchen diese belastung um langfristig vital zu bleiben!

    soviel zu meiner meinung dazu, es ist natürlich kein angriff sondern hoffentlich ein anregender beitrag dazu 🙂 ansonsten: weiter so, eure artikel sind spitze!
    liebe grüße
    Dominic

    ps. ich bin kein feind des krafttrainings, im gegenteil! man kann sogar schneller/weiter laufen wenn man regelmäßig beinkraft trainiert. aber das laufen als eine der urformen der (menschlischen) (fort)bewegung lasse ich mir nicht schlecht reden =)

    • Hi Dominic,

      schön, dass du dich hier zu Wort meldest. Mit anderen Meinungen kann ich umgehen, dafür brauchst du dich nicht zu entschuldigen. Mir war schon klar, dass dieser Artikel nicht nur Zuspruch erhalten würde 🙂
      Ohne ein langes Ping-Pong-Gespräch anzetteln zu wollen, lass mich kurz auf deine Punkte eingehen.

      zu 1.) Klar, ich sage ja, dass Laufen für eine gewisse Fitness sorgt, meine aber, dass es eine ineffiziente Methode ist um fit zu werden. Mit anderen Maßnahmen ist mehr möglich, und zwar in kürzerer Zeit. Ich gebe zu, dass meine Überschrift „Joggen macht nicht wirklich fit“ etwas provokant ist 🙂

      zu 2.) Ich denke, bei 3-4 Trainingstagen kann man schon noch zunehmen (mir ist das gelungen) oder zumindest nicht abnehmen. Der Schlüssel liegt hier aber wie du schon sagst in der Ernährung. Wenn du Vollwertkost ist, kannst du aus meiner Sicht sowieso machen was du willst. Da kann Laufen eine Ergänzung sein, aber wenn du bei dieser Lebensweise abnehmen solltest, dann liegt das an der Ernährung, nicht am Laufen. Und bei der Kalorienrechnung habe ich doch starke Zweifel, dass du das so gut steuern kannst. Es ist schon schwer, seine Energiezufuhr genau auszurechnen (geht nur über minutiöses Mitschreiben), aber wer kennt schon seinen täglichen Energieverbrauch oder weiß, ob er/sie beim Laufen 750 oder nur 600 Kalorien verbrennt? Wann immer ich solche Rechnungen angestellt habe und sie theoretisch aufgingen, war ich hinterher schwerer als vorher 😉 Heute denke ich, wer sich vollwertig ernährt, kann sich das Zählen ohnehin sparen.

      3.) Ich konnte meine Sünden nicht mit Sport ausgleichen und so scheint es auch anderen zu gehen. Aber klar ist auch, dass jeder Mensch einen individuellen Stoffwechsel hat. Vor allem jüngere Menschen kommen noch mit fast allem durch, aber irgendwann führt die gleiche Ernährungsweise dann zum Übergewicht (nicht bei jedem).

      4.) Was die Belastung von Gelenken angeht, kenne ich mich ehrlich gesagt zu wenig aus. Ich vermute aber, dass diese Aussage höchst strittig ist 😉 Vielleicht wäre uns ja schon genug geholfen, wenn wir unsere Knochen und Gelenke bei ganz alltäglichen Bewegungen einsetzen, anstatt so viel herumzusitzen?

      Auch dir danke ich für deine Meinung!

      Beste Grüße,
      Patrick

  8. Hallo,
    ich finde es toll zu lesen, dass Joggen nicht die Allzweckwaffe für ein gesundes Leben ist. Habe oft versucht, damit anzufangen und stelle immer wieder fest, dass es nicht mein Ding ist. Gehe lieber mit meinem Hund spatzieren. Dabei gehe ich eher schnell, bleibe aber auch oft stehen, werfe einen Stock oder renne auch mal hinter ihm her. Regelmäßig und bei jedem Wetter. Das ist abwechslungreich und für mich effektiver und ich empfinde es als sehr gesund!
    Viele Grüße,
    Sabine

  9. der Artikel hat mich auch etwas verwirrt. Hier meine Puzzlestücke zum Laufen:
    – beim Spazierengehen merkt der Körper in den ersten Minuten, daß er eine Dauerbelastung vor sich hat und schaltet gleich auf Fettverbrennung. Beim Laufen weiß ich es nicht, aber bei vielen anderen Sportarten werden erst die Kohlenhydrate verbrannt (wie bei einem Sprint), und erst wenn diese Energie alle ist, geht es an die Fettreserven.
    – Schwiegervater hat Marathon und mehr gelaufen, Sportlehrer, breites Kreuz, Hang zum Übergewicht. Er hat sich mit dem jahrzehntelangen Laufen den Ruhepuls gesenkt (größeres Herz wegen Ausdauertraining) und die Gelenke ruiniert, aber richtig schmal ist er dabei nie geworden, fit war er aber immer, auch geistig im Gegensatz zum anderen Schwiegervater.
    – Ich bin 5 Monate lang jeden Abend gelaufen, immer im Schneckentempo, weil ich nicht schneller konnte. Meine Kondition ist besser geworden, und vor allem: Zum ersten Mal habe ich kapiert, was die ganzen Krankengymnasten von mir wollen, wenn sie sagten: Aufrichten. In dieser Zeit habe ich mich sehr gerade gehalten (endlich mal). Fazit für mich: Laufen stärkt die Haltungsmuskeln.
    – Wie bei jeder Sportart werden Endorphine ausgeschüttet, die süchtig machen. Je mehr man läuft, umso größer die Sucht. Ein Freund ist mehrmals am Tag gelaufen, in jeder kurzen Pause und bei jeder Gelegenheit.
    Fazit für mich aus meinen Puzzleteilen und Deinem Artikel: Laufen hat einen positiven Effekt, sollte aber nicht die einzige Sportart bleiben.
    Danke für Deinen Denkanstoß!

  10. Hallo Patrick,
    grundsätzlich kein schlechter Artikel, auch wenn ich deinen Kritikern ebenfalls beipflichte – fifty fifty, würde ich sagen.
    Wie du schreibst, ist joggen nicht das allerbeste Mittel zum Abnehmen. Sicher, wenn man immer nur gleichmäßig vor sich hintrottet, mag das sein. Es fehlt die Abwechslung, die Intensität.
    Mir persönlich sagt schon mein Körpergefühl, dass ich bei (und vor allem nach) intensiveren Sportarten wie Fußball, Kampf- oder Kraftsport viel mehr Kalorien verbrenne. Der Puls hämmert, die Muskeln brennen, die Atmung ist viel tiefer …
    Aber beim Laufen ist das eben auch möglich, wie eben deine Kritiker sagen – Intervalltraining, Zwischensprints, Fahrtenspiel …

    Und wie Dominic (Punkt 4) ganz richtig schreibt: Gelenke brauchen Belastung ! Das ist so, dafür sind sie da. Aber: Sie brauchen genauso sehr die Entlastung, erreichbar durch Dehnung und eben auch Entspannung und Ruhe. Wer vom joggen (u.a. Sportarten) einen kaputten Rücken oder Gelenke hat, hat diesen wichtigen Punkt außer acht gelassen. Gelenke brauchen Be- und Entlastung gleichermaßen, um gesund zu bleiben.

    Gruß Kay

    Übrigens: Zieh doch mal die Badelatschen aus bei den Liegstützen … 😉

    • Hi Kay,

      ich denke, die Mehrheit der Leute, die mit Joggen abnehmen will, läuft eben nur langsam vor sich hin und legt keine gut geplanten Zwischensprints ein.
      Es wird Zeit, dass jemand einen Artikel darüber schreibt, wie man mit Laufen Muskeln aufbauen und nachhaltig Energie verbrennen kann 🙂

      Was die Belastung angeht: Dazu kann ich mich nicht qualifiziert äußern. Ich denke, das ist ein umstrittenes Thema. Ich habe zumindest Zweifel, dass Joggen der richtige Weg ist, um seine Gelenke zu belasten. Aber es sind nur Vermutungen.

      Viele Grüße,
      Patrick

  11. Hallo,

    ich habe eher die gegenteilige Erfahrung gemacht. Als ich mit Kickboxen anfing, was sehr viel Krafttraining und weniger bis gar kein Ausdauertraining ist, bekam ich extrem starken Heißhunger, was nicht weiter verwunderlich ist, da Muskelaufbau sehr viel Energie und Eiweiß benötigt. Nach einem Tag bekam ich dann einen sehr ordentlichen Muskelkater, der eine Zeit lang anhielt. Auf Dauer nahm ich mit dieser Methode zu, da ich sowohl Muskulatur als auf Fett anbaute, wobei ich insgesamt immer nur soviel gegessen habe, dass ich keinen Hunger hatte.

    Inzwischen habe ich angefangen mehr zu laufen und meine Ausdauer hat sich dadurch extrem gesteigert, die Beinmuskulatur hat sich soweit entwickelt, dass ich in einem angenehmen Tempo laufen kann.

    Gleichzeitig fühle ich mich um einiges fitter und ich habe auch etwas abgenommen. Durch die längeren Laufeinheiten wird der Fettstoffwechsel stimuliert und auf Dauer Fett verbrannt und nach dem Joggen empfinde ich auch etwas Hunger, allerdings keinen so gewaltigen wie nach dem Krafttraining, da mein Körper mehr Energie durch Fett verbrannt hat und die Muskulaturbelastung nicht derartig hoch ist. Gleichzeitig fühle ich mich danach sehr gut, da Laufen auch Glückshormone ausschüttet und ich meistens auch schon während dem Laufen entspannen kann und dadurch auch Stress abbaue.

    Natürlich sollte man, wenn man abnehmen will immer darauf achten, dass keine Muskelpartien verkümmern, allerdings kann das genausogut durch einseitigen Muskelaufbau passieren, wie durch Joggen gehen und ein moderates Krafttraining ist auf für Jogger notwendig.

    Und an alle, die allein durch Krafttraining abnehmen wollen:

    Durch hohe Muskelbelastung baut ihr kein Fett ab, da der Körper für den Fettstoffwechsel viel Sauerstoff benötigt, den ihr mit Intensivtraining gar nicht aufnehmen könnt. Allerdings wird der Körper nach dem Training viel Energie von euch verlangen, da er für den Muskelaufbau Energie und Eiweiß benötigt. Wenn ihr jetzt der Meinung seit, dass ihr das durch weniger Essen und mit Fettabbau hinbekommt, dann kann ich nur sagen, dass das immernoch eine richtige Quälerei ist, den da der Fettstoffwechsel immernoch voll im Keller ist (wann sollte er sich denn aktiviert haben?), werdet ihr dauernd Hunger haben, weil der Körper darauf eingestellt ist Kohlenhydrate zu verbrennen.

    Wenn ihr allerdings euren Kreislauf durch Ausdauersport beschleunigt, sodass sich euer Fettstoffwechsel aktivieren kann, baut ihr auf Dauer auch mehr Fett ab ohne euch die ganze Zeit so sehr zu quälen.

    Quelle, die meine Erfahrungen ungefähr bestätigen: http://www.loges.de/prinzip-biologik/sportwissen/fettstoffwechseltraining-im-fitness-und-leistungssport/

    Viele Grüße
    Zeta

  12. Aus eigener Erfahrung sehe ich das anders, als es im Artikel beschrieben wird. Ich hatte leichtes Übergewicht und erschreckend schlechte Blutwerte. Mir wurden von ärztlicher Seite zwei Optionen geboten: Entweder Ausdauersport oder Blutfettsenker. Ich wählte den Ausdauersport und begann gaaaanz langsam zu Laufen. Im Laufe der Zeit steigerte sich das und siehe da: ich nahm ab und meine Blutwerte haben sich soweit verbessert, dass ich definitiv ohne Medikamente auskommen kann. Zudem merke ich es an meiner allgemeinen Fitness, wo ich früher japsend und schnaufend irgendwo hin ging, nehme ich das heute locker in Angriff. Ich denke, man kann so etwas Individuelles wie die körperliche Fitness nicht pauschalisieren.

  13. Hallo Patrick,
    Mir hat dein Beitrag sehr gut gefallen.Ich habe keine guten Erfahrungen mit dem Laufen gemacht.Betreibe Krafttraining vom Körpertyp her bin ich ektomorph ( dünn, schmale Gelenke, guter Stoffwechsel )
    Vor einigen Jahren als ich für den Sommer gut in Form sein wollte plante ich eine Definitionsphase und dachte mit viel Lauftraining eine bessere Definition zu erreichen.Zu meinen 4 – 6 Trainingseinheiten
    im Kraftraum kamen noch 6 – 7 Einheiten Laufen dazu ( ca 1 Stunde ). Ich ernährte mich sehr gut ohne grossartigen Ernährungssünden oder Freßattacken.Und alles endete in einen Disaster !!!!
    Heraus kam dass meine sonst guten Schultern schmal wurden, Arme wurden zu dünn, Brust und Bauchmuskeln eine Katastrophe und von den Beinen rede ich erst gar nicht!! Also Sommerfigur im Arsch!! Ich musste mir einfach eingestehen dass ich für meinen Körpertyp falsch trainiert habe.
    Neues Training : Viel Krafttraining dabei achte ich dass kleinere Muskelgruppen wie Arme, Waden, seitlicher Schulterkopf usw gut entwickelt sind da ich dadurch viel muskulöser und schwerer wirke als ich es eigentlich bin.Versuche das ganze Jahr einen halbwegs guten Fettgehalt zu haben ( das funktioniert mit richtiger Ernährung ).
    Laufen ist völlig überbewertet und bringt nicht wirklich viel.Da ich aber auch Spaß an der Bewegung habe laufe ich ca einmal in der Woche die Waldprommenade bergauf, bergab und baue kleine Sprints mit ein. Im Urlaub genieße ich auch Strandläufe.
    Wie das Leben so spielt Menschen sind halt verschieden und jeder sollte machen was Ihm Spaß macht, wenn jemand Spaß am Laufen hat soll er laufen!!
    Alles Gute,

    Wolfgang

  14. Hallo Patrick
    Kann der langfristig geringere Energieverbrauch mit einer Umstellung des Trainings (mehr Kraft statt Ausdauer) wieder verändert werden? Oder was heisst „langfristig“ wirklich?
    Herzlich, Jrene

    • Hallo Jrene,

      ja, wenn du Muskelmasse aufbaust, verbrennt diese automatisch mehr Energie. Dein gesamter Energieverbrauch steigt also, wenn du mehr Muskelmasse hast.

      Dennoch macht eine gesunde Ernährung den wichtigsten Teil aus. Wir müssen unserem Körper die Energie zuführen, die er wirklich verbrennen kann und nicht als Fett ansetzt.

  15. Guter Artikel!

    Habe die gleiche Erfahrung gemacht. Erst nach dem ich neben dem Laufen mit Schwimmen angefangen und noch Liegestütze mit eingebaut hab, hab ich Gewicht verloren. Bin vorher monatelang gelaufen und Rad gefahren- ohne Erfolg. Die Mischung macht’s meiner Meinung nach.

  16. Hi,

    also ich kann das so nicht unterstützen. Du zeigst ja alle Kenntnisse, die du zu einer sachlichen Analyse brauchst, aber deine Schlüsse finde ich sehr getrieben von deiner subjektiven Empfindung des Laufens.

    1. Du sagst sinngemäß: „Wenn man mit dem Laufen aufhört (oder es drosselt) ist der Körper so verändert, dass der Grundverbrauch durch mehr Effizienz niedriger ist und man daher zu viel ist – der Jojo-Effekt entsteht. Sinnvoll ist nur die gesunde Ernährung.“

    Das stimmt in der Ursache. Aber JEDE Form der Diät hat einen Jojo-Effekt. Hör ich mit WeightWatcher-Programmen auf werde ich zunehmen. Hör ich mit Laufsport auf werde ich zunehmen. Hör ich mit gesunder Ernährung auf werde ich zunehmen. Du wirfst der körperlichen Entwicklung durch das Laufen genau das selbe vor, was du bei jedweder anderen Diät hast. Es gibt keine Diät. Es gibt nur eine dauerhafte Umstellung der Lebensweise und die nötige Motivation dafür. Wenn ich mich gesund ernähre um abzunehmen und damit aufhöre, wenn ich mit dem Gewicht zufrieden bin, habe ich auch nen Jojo-Effekt. Beim Laufen ist das nicht anders.

    2. Du sagst sinngemäß: „Durch das Laufen wird der Körper im Grundumsatz effizienter, also wird man zunehmen, wenn man weiter so isst, da die Energiebilanz dann irgendwann doch wieder positiv wird“

    Das stimmt natürlich. Aber wirf doch deinem bösen Körper nicht vor, dass er sich anpasst, du mit deiner Energiebilanz aber nicht. Wenn du WEIßT, dass sich der Grundverbrauch ändert, dann schimpf doch nicht darüber, sondern pass deine Kalorienrechnung und dein Essverhalten an. Soll ein Physiker bei einem Experiment rumheulen „ich kann ja nix dafür, dass es nicht funktioniert, wenn sich die Nebenbedingungen ändern“? Nein, er sollte die Nebenbedingungen mit beachten und mit einkalkulieren und sein Experiment wird funktionieren.

    • Hi Fred,

      eine gesunde Ernährung sehe ich nicht als Diät, sondern als Basis von allem. Joggen ist für mich(!) aber etwas, mit dem ich früher oder später aufhören werde bzw. auch aufgehört habe. Ob es nun drei Wochen oder drei Jahre dauert. Für die meisten ist es irgendwann wieder vorbei. Bei Laufenthusiasten mag das anders sein, keine Frage. Aber das sind die meisten Menschen nicht.

      Zu deinem zweiten Punkt: Ich schimpfe nicht auf den Körper 😉 Und mein Ziel ist ja gerade, nicht weniger essen zu müssen. Deswegen will ich mich als ehemals Übergewichtiger nicht damit abfinden, dass Joggen mir kein Kalorindefizit beschert und ich weniger essen muss, sondern ich suche mir etwas, das für mich funktioniert. Allerdings muss natürlich so oder so die Ernährung stimmen. Wenn die nicht gesund ist, funktioniert ohnehin kein Sport.

      Viele Grüße,
      Patrick

      • Hi Patrick,

        schon sehr interessante, weil ungewöhnliche Einstellung, die du da hast. Gut finde ich das dennoch nicht.
        Gesunde Ernährung ist also deiner Meinung nach die Basis von allem und Laufen (bzw. Sport) ist ein Übel, welches nicht notwendig ist? Sicher ist eine gesunde Ernährung extrem wichtig, aber sicher nicht alles. In meinen Augen ist Sport bzw. Bewegung ebenso entscheidend. Denn Bewegung ist die Basis, die dein Mindset verändern kann.
        So zumindest meine bescheidene Erfahrung als jahrelang überzeugte Nichtsportler. Erst durch Sport veränderte sich meine Einstellung zu Gesundheit und einem erfüllten Leben.

        Wenn ich dagegen „nur“ meine Ernährung optimiere, hielt ich nie lange durch, weil es mir einfach keinen Spaß macht(e). Genau umgekehrt zu deiner Erfahrung – so ist eben jeder Jeck anders.

        Viele Grüße
        Torsten

  17. Hallo Patrik und Leser des Artikels,

    dem Großteil deiner Aussagen kann ich mich anschließen. Einigen Aussagen im Artikel möchte ich aber auch widersprechen.
    Es ist richtig und aus mehreren Gründen sinnvoll, Laufen mit anderen Sportarten zu kombinieren. Mit dem Laufen wird nur ein Teil unserer Muskulatur aktiviert und somit trainiert. Um die weniger beanspruchte Muskelpartien zu erreichen, ist ein abwechslungsreiches Training, z.B. Kraftsport oder Schwimmen, sehr hilfreich. Das wirkt sich auch wieder positiv auf das Laufen aus: die Haltung, Armarbeit, Schrittweite und Koordination können so verbessert werden. Viele Ausdauerläufer klagen beispielsweise oft über Nacken- und Schulterschmerzen, weil sie die obere Körperpartie vernachlässigen. Außerdem ist eine Abwechslung im Sportplan auch für die Regeneration der beanspruchten Körperregionen, gerade mit steigendem Alter sehr wichtig. Wer täglich läuft, entwickelt über kurz oder lang Überlastungserscheinungen, die zum Abbruch oder zumindest zum Pausieren der sportlichen Aktivität führen. Ein Wechsel zwischen Sportarten, die unterschiedliche Muskeln und Gelenke beanspruchen, ist daher ideal. Auch stetige Abwechslungen im Laufstill, Tempo und Untergrund sind natürlich zu empfehlen. All das setzt dem Körper neue Reize, an die er sich anpassen und somit mehr Energie verbrauchen muss. Gleichzeitig sinkt das Risiko für Überlastungen und Verletzungen im Sport.
    Nichtsdestotrotz ist Laufen eine sehr effiziente Sportart, um Energie zu verbrauchen. Bei keiner anderen Sportart wird so viel Muskelmasse in der Intensität beansprucht. In der unteren Körperhälfte sind immerhin 60% der Muskulatur lokalisiert. Zudem werden sehr hohe Herzzeitvolumina über einen längeren Zeitraum, sogar bei weniger trainierten Hobbysportlern, erreicht. Beim Laufen werden pro Zeiteinheit die meisten Kalorien und somit auch Fette verbrannt. Auch der s.g. „Nachbrenneffekt“ ist hier am höchsten. Es stimmt aber auch, dass mit dem Laufen alleine die Muskelmasse nur bedingt erhöht werden kann. Hinsichtlich der Muskelmasse schneidet Krafttraining besser ab. Allerdings nimmt mit der Muskelmasse auch Fettgewebe zu, absolut gesehen.

    Klar kommt es beim Laufen auch zu einer vermehrten Belastung der Gelenke in den unteren Extremitäten. Ob es unbedingt schädlich ist, ist bis heute nicht geklärt! In einigen Studien konnte gezeigt werden, dass Läufer sogar eine etwas dicker Knorpelschicht in den Kniegelenken aufweisen als das gleichartige Vergleichskollektiv der Nicht-Läufer. Die Entwicklung einer Arthrose bei Läufern war seltener. Ausgenommen sind hier aber explizit Marathon-Läufer. Das Ergebnis kann natürlich zum Teil auch durch eine Selektion (Menschen mit Knieproblemen werden das Laufen eher meiden) erklärt werden. Sportarten, wie Ski, Tennis, Fußball und Handball, haben in den Studien aber eindeutig ungünstig auf Entstehung einer Gonarthrose ausgewirkt. Es ist, wie auch sonst im Leben, die Dosis macht den Unterschied! Deswegen ist auch ein Marathon für Hobbysportler nicht zu empfehlen.
    Selbstverständlich wird der Mensch zwangsläufig zunehmen, wenn er das Laufen beendet, vorausgesetzt die Kalorienzufuhr nimmt nicht wesentlich ab. Das gilt letztendlich für jede Sportart! Der Sport nutzt, solange es ausgeübt wird. Auch beim Krafttraining kommt es unweigerlich zu einem Verlust der Muskelmasse, wenn die Übungen nicht mehr ausgeführt werden. Auch dann sinkt der Grundumsatz. Es dauert vielleicht länger als bei Laufen und das Gewicht sinkt am Anfang durch den Muskelabbau zunächst.

    Viele Grüße
    Roman

  18. Ich habe eine ganze Weile im Internet gesurft. Ich denke
    mal so ungefähr drei Stunden und habe in diesem Zeitraum keinen solch informativen Post gefunden, wie
    deiner. Weiter so!

  19. Ich habe sehr lange keinen so interessanten Artikel gelesen. Die Überschrift ist ehrlich gesagt nicht wie du behauptest, provokativ sondern schlichtweg falsch. Und die Formulierungen im Artikel sind relativ verwirrend. Man erhält den Eindruck, dass sich Joggen eher zu einem Feindbild entwickelt hast. Und die Gesamtdynamik der Thematik des Abnehmens erst danach durchblickt hast. Ich fänd den Artikel mit der Überschrift zusammen besser, wenn man mehr bzw. unmissverständlicher auf das ganze drumrum eingegangen wäre.
    Ich habe bspw. sehr lange kaum noch Bewegung gehabt und alleine durchs laufen 5 kg abgenommen, ohne Ernährungsumstellung. Dass dies langfristig nicht so weitergeht ist mir klar. Auch hätte ich gerne gewusst, wie sich dein Essverhalten während der Zunahme von besagten 13kg geändert hat.

    • Hallo Matthew,

      ich kenne doch die Erfahrungsberichte von Menschen, die mit Joggen abgenommen haben. Ich kenne aber niemanden, der damit jahrelang sein Gewicht gehalten hat. Pro Joggen, Kalorienzählen & Co. sind oft jene Menschen, die gerade mitten in ihrem Erfolgserlebnis stecken. Aber interessant wird es später.

      Ich möchte niemanden bekehren. Nur meine Erfahrung mitteilen und darauf hinweisen, dass nicht alles richtig sein muss, woran man seit 20 Jahren glaubt 🙂

      Viele Grüße
      Patrick

      PS: Mein Essverhalten hatte sich während der 13 Kilo-Zunahme nicht verändert. Ich war nur nicht mehr auf Diät gewesen.

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