14 Tipps, wie du dich motivieren kannst öfter zu kochen

Nach einem langen Arbeitstag ist die Kombination aus Couch und Mikrowelle sehr verlockend. Sich hinzustellen, zu schnippeln und zu rühren kostet Kraft und Zeit, die abends oft fehlen.

Glaub nicht, dass Patrick und ich immer behände zum Herd springen und die Messer wetzen! Auch wir haben schlechte Tage, an denen wir uns nicht zu unseren gesunden Gewohnheiten aufraffen können. Das ist kein Problem, wenn es ab und zu ist. Es ist auch okay sich ein Brot zu schmieren, aber jeden Abend ist das langweilig und auch nicht sonderlich gesund.

Kochen ist eine gesunde Gewohnheit, die du dir aneignen bzw. aufrechterhalten kannst, wenn die Widerstände möglichst gering sind. Die gängigen Hindernisse des Alltags lauten: “Ich habe keine Zeit”, “Ich habe keine Lust”, “Ich habe keine Ahnung” und “Ich habe nichts im Kühlschrank”. Für diese Hindernisse haben wir ein paar Tipps gesammelt, die dir hoffentlich helfen dich öfter aufzuraffen.

Widerstand 1: „Keine Zeit“

Über 34 Tipps, um in der Küche Zeit zu sparen habe ich neulich geschrieben.

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Ein paar Tipps aus dieser Liste stelle ich dir im Folgenden vor:

Tipp 1: Zusammen kochen

Ein durchschnittliches Gericht dauert bei mir zwischen 45 Minuten und einer Stunde. Wenn die Garzeit schon 45 Minuten beträgt, muss ich noch mehr Zeit einplanen. Zwar kann ich etwas anderes machen, während der Auflauf im Ofen ist, aber aufräumen und abwaschen muss ich trotzdem.

Wenn ich immer alleine kochen und aufräumen müsste, würde ich mich viel seltener dazu motivieren können. Deshalb bin ich froh, dass mir meine bessere Hälfte oft hilft. Allein das Zwiebeln- und Knoblauchschnippeln spart mir einige Minuten (und Tränen!). Wenn wir uns zu einem einfachen und schnellen Gericht wie Eierkuchen mit Champignons entschließen, sind wir so in weniger als einer halben Stunde fertig.

Nicht jede Frau und nicht jeder Mann sind begeisterte Küchenhelfer. Vielleicht könnt ihr das notwendige Übel umdeuten und es als  Projekt ansehen. Kochen kann ein gemeinsames Erlebnis sein (so wie andere gesunde Gewohnheiten in einer Beziehung). Vielleicht stellt sich sogar das Flow-Gefühl ein und ihr könnt zusammen nach einem harten Arbeitstag runterkommen.

Tipp 2: Sich abwechseln

Wenn die Küche zu klein ist, um zusammen zu kochen, oder wenn ihr euch eher in die Quere kommt, könnt ihr euch auch abwechseln (klappt auch mit den Mitbewohnern!). In meiner WG haben wir uns früher gegenseitig bekocht – das war wunderbar. Schließlich tut es auch gut etwas zu geben.

Spezialfall: Mitbringgemeinschaften

In Esst Echtes Essen! haben wir einen weiteren Vorschlag gemacht, damit du auf Arbeit etwas Ordentliches isst: Bilde Mitbringgemeinschaften mit Arbeitskollegen! Jeweils einer von euch verpflichtet sich am Vortag etwas zu kochen und Extra-Portionen für die anderen mitzubringen. So habe ich mich früher mit einer Arbeitskollegin gegenseitig bekocht. Das war praktisch und lecker!

Tipp 3: Extra-Portionen kochen

„Ich koche nicht jeden Tag“, sage ich immer auf die Wie-machst-du-das-mit-dem-Kochen-Frage. Stattdessen koche ich ca. drei bis vier Mal in der Woche absichtlich ein paar Portionen mehr. Die friere ich ein oder hebe sie im Kühlschrank auf. Einen Auflauf schafft man zu zweit sowieso nicht an einem Tag.

Tipp 4: Kochtage festlegen

Wenn es dir schwerfällt, drei oder vier Tage in der Woche zu bestimmen, dann lege dich einfach im Kalender fest. Plane die Tage bzw. Abende fest ein und verpflichte dich auch gegenüber deinem Partner, deiner Familie, deinen Arbeitskollegen oder Mitbewohnern. So schiebst du Tag X nicht immer wieder auf.

Tipp 5: Arbeit aufteilen

Du kannst die Arbeit für ein Gericht theoretisch auf mehrere Tage aufteilen. Heute schnippelst du Zutat 1, morgen Zutat 2, übermorgen wird gekocht. Das geht natürlich schlecht mit frischen, schnell verderblichen Zutaten. Du sollst aber überwiegend frische, echte Lebensmittel verwenden!

Also könntest du sogenanntes Kettenkochen ausprobieren: Du kochst eine Zutat für Gericht 1 und verwendest diese Zutat nochmal für Gericht 2. Heute gibt es beispielsweise Nudeln mit Gemüse – und davon absichtlich ein paar Portionen zu viel. (Nicht nur ein bisschen zu viel kochen, das isst du sonst wahrscheinlich auf!) Mit dem Ausgangsprodukt machst du morgen weiter und kreierst daraus einen Nudelsalat oder einen Auflauf. Ich mache das häufig mit Kartoffeln. An Tag 1 sind sie meine Beilage für das leckere “Kindergartengericht” Spinat mit Ei. An Tag 2 verwende ich die übrigen Kartoffeln für eine Bratkartoffelpfanne.

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Widerstand 2: „Keine Lust“

Tipp 6: Jemanden einladen

Patrick und ich arbeiten zwei Mal pro Woche im Shared Home Office zusammen. Wir besuchen uns also gegenseitig und essen auch zusammen. Das motiviert uns etwas Ordentliches zu kochen, nicht nur Nudeln mit Käse! Auch beim Kochen für Dinner Parties oder Geburtstagsfeiern habe ich nie Motivationsprobleme. Es ist zwar viel Arbeit, aber ich bekoche einfach gern jemanden.

Tipp 7: Fotos machen

Ich bin zwar kein Fan von minütlicher Fotodokumentation des Alltags via Instagram & Co., aber manche Menschen motiviert es ihre kulinarischen Leistungen mit der Kamera festzuhalten. Auch Patrick und ich halten manchmal unsere Gerichte per Foto fest und teilen sie in einer Evernote-Datei. Wenn du ein optischer Typ bist, schnapp dir beim nächsten Kochen das Handy und schieße ein Foto. So kannst du dich das darauffolgende Mal inspirieren und motivieren lassen.

Tipp 8: Gutes Equipment

Wenn ich nur stumpfe Messer, kein Brett (oder nur ein unebenes) und keine vernünftige Pfanne hätte, würde ich auch keine Lust zu kochen haben. Eine ordentliche Ausrüstung ist die halbe Miete. Mit am wichtigsten sind scharfe Messer. Es müssen keine High-Tech-Säbel sein, denn irgendwann wird jedes Messer stumpf. Gute Messer bleiben länger scharf, aber so oder so ist ein Schleifstein Gold wert! Seit ich geschärfte Messer besitze, sehe ich den Aufwand beim Gemüseschnippeln als viel geringer an. So wird das Projekt überschaubarer und geht schneller.

Tipp 9: Leckeres Rezept raussuchen

Wenn du nicht weißt, was du kochen willst, wird sich deine Lust auch in Grenzen halten. Ich recherchiere Rezepte mit Zutaten, die ich gerne esse. Beispielsweise suche ich auf Chefkoch.de nach Spinat, Blätterteig oder Ziegenkäse. Du kannst dich auch von unseren Lieblingsrezepten inspirieren lassen. Wir haben für Aufläufe, Suppen, Salate & Co. alltagstaugliche Rezepte zusammengestellt. Da kommt nicht nur der Appetit, sondern auch die Lust zum Kochlöffel zu greifen.

Tipp 10: Positive Folgen vor Augen halten

Vielleicht kannst du dich zu dem Mehraufwand des Schnippelns und Kochens besser motivieren, wenn du dir die positiven Folgen von selbstgekochtem Essen vor Augen hältst: Du bist länger satt, es schmeckt besser, du nimmst weniger industriellen Fertigkram zu dir, du isst weniger/keine Konservierungsstoffe oder künstliche Aromen, du nimmst weniger von der süchtig machenden Fast-Food-Kombination Zucker + Fett + Salz auf, du hältst eher dein Gewicht bzw. nimmst ab, dein Körper wird besser mit Nährstoffen versorgt.

Widerstand 3: „Keine Ahnung“

Tipp 11: Mach dich schlau!

Wenn der Hunger da ist, ist es zu spät sich zu belesen. Wenn du dich aber nach und nach mit Rezepten beschäftigst und sie ausprobierst, kommt die Erfahrung von allein. Wir finden, jeder kann kochen. Wenn du ganz am Anfang stehst, haben wir hier ein paar Ressourcen rund ums Kochen für Anfänger zusammengestellt. Hier erfährst du alles zur Grundausstattung an Geräten, Zutaten, Gewürzen, Kochbüchern und den Tipps, um in der Küche Zeit zu sparen.

Tipp 12: Schnelle, einfache Rezepte mit Lieblingszutaten raussuchen

Mach dir das Leben leicht und suche Rezepte raus, die dir schon beim Lesen überschaubar vorkommen. Einfache Rezepte erkennst du an einer kurzen Zutatenliste.

Verkompliziere das Kochen nicht mehr als unbedingt nötig. Beispielsweise habe ich mich noch nicht an selbstgemachten Nudelteig herangetraut. Ich kaufe stattdessen frische Pasta und konzentriere mich auf die restlichen Zutaten. Irgendwann, wenn ich geübter bin, werde ich mich auch an Grundnahrungsmitteln wie Nudeln versuchen.

Tipp 13: Mit jemandem kochen, der es kann

Hast du jemanden in deinem persönlichen Umfeld, der gut kochen kann? Einen Freund, die Oma, Mutter oder Schwiegermutter? Zusammen macht das Kochen vielleicht sogar mehr Spaß. Als Anfänger kannst du bestimmt viel von ihnen lernen. Unter der Woche mag das schwierig sein, aber am Wochenende vielleicht?

Auch wenn du auf einem Familienbesuch bist, kannst du dich mit in die Küche stellen und dir ein paar Handgriffe abschauen. Deiner Oma wird das Herz aufgehen, wenn du ihr Fragen zu ihren Kochkünsten stellst!

Widerstand 4: Nichts im (Kühl-) Schrank

Tipp 14: Gute Zutaten mit Plan einkaufen

Ein letzter großer Widerstand wird dich vom Kochen abhalten: dein Kühlschrank ist leer. Suche dir in regelmäßigen Abständen, vielleicht ein Mal pro Woche, Rezepte raus und kaufe gezielt dafür ein. Wir haben darüber hinaus eine Reihe von Grundzutaten und Gewürzen immer vorrätig. Frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse kaufen wir in kleineren Mengen kurzfristig ein.


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Wie überwindest du dich zum Kochen? Oder was sind deine größten Widerstände? Weitere Tipps und Anregungen sammeln wir gern – schreib einfach einen Kommentar zu diesem Artikel!

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4 Kommentare

  1. keine Zeit? noch ein Tip: Faulenzer-Essen kochen.
    zB Gemüse mit Reis.
    Reis geht 10 min in die Mikrowelle. Oder Couscous/Bulgur/6KornMix, wer Gluten essen darf.
    Gemüse wird grob gehackt (bloß nicht zu viel schnippeln) und in die Pfanne geschmissen. Leckeres Öl, Gewürze, Käse zum Überbacken.

    Oder Spiegelei mit Gefriergemüse im Topf ohne Kartoffeln, sondern eben mit Reis.

    Oder Waffeln (Teig rühren 10 min), am Tisch ausbacken und essen, wenn sie aus dem Eisen kommen. Kann man herzhaft machen und gehacktes Gemüse unterheben. Dazu ein Dip (3 min).

    Ich finde, 13 min Kochen kann man trotz Unlust und schwachen Nerven überstehen.
    Dann ist man in 13 min fertig.

  2. Servus Jasmin und Patrick,

    toller Beitrag und super Tipps für alle die sich nicht motivieren können selbst zu kochen.

    Ich liebe die Gerüche vom leckeren Essen in der Küche und der Geschmack ist einfach 100x besser als wenn man sich irgendeinen Schrott reinzieht oder Fast Food kauft.

    Beste Grüße
    -Flo

  3. Was mir die ganze Sache mit dem täglichen Kochen schon seit vielen Jahren enorm erleichtert:
    Ich mache mir einen Wochenplan!
    Einmal in der Woche nehme ich mir ca. 1/2 Stunde Zeit. Zuerst mache ich eine Bestandsaufnahme, was noch so an Lebensmitteln da ist – daraus ergeben sich meist schon 1-2 Gerichte. Dann gehe ich die Sonderangebote der Läden in der Nähe durch und schaue, was ich davon im Kombination mit meinen Vorräten kochen könnte und was nich an Zutaten fehlt. So entsteht neben dem Speiseplan gleichzeitig mein Einkauszettel für die Woche.
    Mit den Tagen bin ich flexibel, gekocht wird aber immer etwas aus dem Plan.
    Der Vorteil: Nicht mehr die tägliche Überlegung: „Was koche ich heute nur?“ und kein hektischer Last-Minute-Einkauf mehr. Ausserdem muss so gut wie nichts mehr weggeworfen werden, weil das was da ist immer einbezogen wird.
    Vielleicht mags ja der eine oder andere mal nachmachen.
    LG
    Christine

  4. Hallo Jasmin,

    schöne Auflistung und sie treffen alle den Punkt.
    Besonders das Equipment ist ein sehr wichtiger Aspekt. Ich bekomme die Krise wenn meine Messer nicht scharf genug sind. Außerdem schmerzt ein Schnitt mit einem scharfen Messer weniger als mit einem stumpfen.
    Der letzte Punkt ist sehr wichtig. Besonders weil unorganisiertes Einkaufen oft im Chaos endet. Man kauft unnötigen Süßkram und selten finden sich gesunde Alternativen im Einkaufswagen.
    Außerdem ist es sehr ratsam sich einen Wochenplan zu machen und Tag für Tag festzulegen was es zu essen gibt.
    So behält man den Überblick.

    Danke nochmals für die Anregungen.

    LG
    Florian

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