Warum Hochsensible (besonders) gut für sich sorgen sollten

11 Minuten Lesezeit

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Vor meinem letzten Artikel über Hochsensibilität machte ich mir einige Gedanken – was auch sonst als hochsensible Person? Ich zweifelte, ob wir die Leserschaft für dieses Thema haben würden und nicht bereits alles über Hochsensibilität geschrieben worden sei. Trotz aller Zweifel und motiviert durch zwei Korrekturleser klickte ich letztendlich doch auf „Veröffentlichen“.

Ein paar Wochen später zählte der Artikel zu unseren meistgelesenen Texten. Er wurde mittlerweile über 17.000 Mal aufgerufen.

Einige Leser wünschten sich weitere Artikel zur Hochsensibilität. Ihre Kommentare zeugen davon, dass es immer noch Neuentdecker gibt. Hätten sich sonst über 12.000 Menschen zu einem Online-Hochsensibilitätskongress im Februar 2016 angemeldet?

Ich möchte deshalb an meinen ersten Artikel anknüpfen und mich heute der Frage widmen, warum Hochsensible besonders gut für sich sorgen sollten. Ich beschreibe die Dinge aus meiner persönlichen Sicht als HSP (highly sensititve person), wobei ich der Vielfalt der Facetten von HSPs sicher nicht gerecht werden kann.

Selbstverständlich sollte jeder Mensch – ob hochsensibel oder nicht – gut für sich sorgen. Doch aus verschiedenen Gründen sind Hochsensible anfälliger für die Herausforderungen des Alltags. Das liegt an einigen typischen Fähigkeiten bzw. Eigenschaften, die sowohl eine Gabe als auch eine Herausforderung sind.

Wenn HSPs nicht auf sich aufpassen, können sie ein Leben in ständiger Überlastung führen. Immer wieder stoßen sie an ihre Grenzen; merken, dass etwas nicht stimmt; dass sie sich nicht wohlfühlen – bis der Leidensdruck groß und der Rückzug unvermeidlich werden. Nach einer Weile der Regeneration geht es ihnen vielleicht wieder besser. Dann kommen die Zweifel, ob der Stress vielleicht nur eingebildet war. Ob es nur eine Phase war. Das Gedächtnis leistet ganze Arbeit und löscht die negativen Gefühle. Erst bei der nächsten Stressphase erinnert sich der Körper daran, dass das beim letzten Mal schon so anstrengend war.

Hochsensible sollten besonders gut für sich sorgen, weil …

1. Sie nehmen mehr Reize auf als andere

Die Filter in der Wahrnehmung sind bei Hochsensiblen durchlässiger als bei Nicht-Hochsensiblen. Dadurch registrieren HSPs viele Details, die anderen entgehen. Es ist eine Gabe, andererseits aber auch eine Herausforderung in Zeiten von Reizüberflutung & Co.

Die Schwelle zur Reizüberflutung ist bei HSPs niedriger als bei Nicht-HSPs. Stresssymptome sind die Folge und machen sich durch Kopfschmerzen, schlechte Laune, Schlafstörungen, den Drang sich zurückzuziehen usw. bemerkbar. (Die Anzeichen für Hochsensibilität habe ich hier beschrieben.)

Ich habe mich länger gefragt, warum ich Stress nicht sonderlich gut wegstecke, Shopping-Touren, Menschenmassen und anderen Trubel mittlerweile meide. Seit ich weiß, dass Hochsensibilität die Antwort ist, sehe ich die Dinge klarer: Zu viel Input strengt mich an, denn mein Knetemischer hat andere Mengen zu verarbeiten, als bei anderen (ohne Wertung!).

Eine Maßnahme zur Input-Begrenzung ist, dass ich Nachrichten nur noch in geringen Dosen und ausschließlich aus (in meinen Augen) glaubwürdigen Kanälen konsumiere (nicht Spiegel Online & Co.).

Außerdem ist es in meinen Augen die halbe Miete, wenn HSPs wissen, wie sie ihren Kopf zurücksetzen können. Damit meine ich das Runterfahren des Gehirns, das Auf-null-setzen, das Löschen von Einstellungen und temporären Dateien, das Aufräumen der Gedanken. Manche HSPs gehen spazieren, andere meditieren – ich powere mich beim Sport aus. Nichts wirkt so zuverlässig wie eine Stunde Bootcamp.

2. Sie brauchen viel Schlaf und Erholung

HSPs haben einen höheren Spiegel des Stresshormons Cortisol im Blut. Im Gegensatz zu Nicht-HSPs kommen sie daher nach stressigen Phasen nicht so schnell wieder runter. Das liegt an der Vielzahl an Reizen, die sie verarbeiten müssen. Die meisten Hochsensiblen brauchen deshalb mehr Schlaf und Erholung und sollten sich ihre Kräfte sorgsam einteilen.

Um gut für mich zu sorgen, schaffe ich mir regelmäßige Auszeiten. Das sind ruhige Abende und Wochenenden ohne Termine. Natürlich gehören auch Urlaube zu den Auszeiten, aber ein paar Wochen im Jahr könnten einen Alltag ohne Pausen nicht kompensieren.

Mein Default-Modus sieht zudem mindestens acht Stunden Schlaf vor, um meinen Akku zu laden. Das klappt nicht immer, aber ich versuche es zumindest. Früher habe ich dagegen angekämpft und versucht mich an weniger Schlaf zu gewöhnen – ohne Erfolg.

Das bedeutet auch auf andere Sachen zu verzichten, wie z. B. nachts um die Häuser zu ziehen oder 23 Uhr spontan einen Film anzufangen. Manchmal würde ich mir wünschen alles unter einen Hut zu bekommen: alles zu machen, überall dabei zu sein und trotzdem einen vollen Akku zu haben. Doch das ist eine Form des Anhaftens, des sich-selbst-zu-wichtig-Nehmens, wie ich in der Anleitung zu mehr Gelassenheit beschrieben habe.

3. Sie sind sehr empathisch

Hochsensible sind in der Regel sehr empathisch. Sie spüren im zwischenmenschlichen Bereich mehr als Nicht-Hochsensible, fühlen sich in Menschen ein, tauchen quasi ein. Das ist abermals eine Gabe, die auch Schwierigkeiten mit sich bringt. Sich ständig bewusst oder unbewusst in andere Menschen einzufühlen ist auf Dauer anstrengend. Abgrenzung ist für viele HSPs deswegen die Herausforderung ihres Lebens – auch für mich ist es die größte Baustelle. Wenn jemand Probleme hat, grüble ich nachts (mit) nach einer Lösung. Ein Streitgespräch kann mich tage-, wenn nicht wochenlang aus der Bahn werfen.

Es ist nicht so, dass ich eine Wahl hätte, ob ich mich einfühle oder nicht, denn die Gedanken kommen automatisch. Neulich habe ich mich dabei beobachtet, wie ich mit der Rezeptionistin in einem Hotel mitfühlte. Sie musste gleichzeitig redseligen Gästen zuhören, für Passanten den Stadtführer spielen und nebenbei ihre eigentliche Arbeit erledigen. Sie sah ziemlich müde aus. „Wie viel sie wohl verdient? Und wen sie damit ernähren muss?“, überlegte ich.

Ich stieß letztes Jahr auf das Thema Hochsensibilität, weil ich nach „Sorgenschwamm“ und „Weltschmerz“ suchte. Ich wollte wissen, ob nur ich mit anderen Menschen und Tieren (immerhin selten Pflanzen!) unfreiwillig mitleide. Aber nein, Weltschmerz gilt als eines der Anzeichen für Hochsensibilität. Und ja, Weltschmerz ist ein großes Thema für mich. Ich erwähnte bereits über den Asphalt gezerrte, überfütterte Hunde nebst Teenie-Handy-Müttern, die sich lautstark mit ihren Teenie-Handy-Vätern streiten.

Allein zu sehen, welchen Mist manche Menschen auf das Kassenband im Supermarkt legen, reicht schon, damit es mir schlecht geht. Sehr gut spiegelt das Aileens Artikel „Ich mag nicht mehr“ wider.

Als Gegenmittel gegen Weltschmerz und zu viel Empathie hilft es mir manchmal meine Gedanken auszusprechen. Dann teile ich sie mit meinem Freund oder Patrick. Ab und zu wird mir dabei bewusst, wie absurd ein Teil meiner Überlegungen ist. Der Rest nutzt sich beim Erzählen ab und verliert damit seine Wucht. Auch das Schreiben ist ein guter Kanal.

Nicht zuletzt gibt es HSP-Gruppentreffen (siehe hochsensibel.org). Sich mit anderen auszutauschen hilft dabei, sich nicht allein zu fühlen und (vielleicht ein bisschen) weniger an sich und seinem Verstand zu zweifeln.

4. Sie analysieren, durchdenken und zweifeln viel

Viele Reize bedeuten viel zu analysieren. HSPs können meist sehr gut Dinge durchleuchten, verschieden interpretieren und dabei zig verschiedene Sichtweisen einnehmen. Auch Nachdenken über das Denken, sogenanntes Metadenken, kennen HSPs gut. Genial, aber auch anstrengend.

Die HSP-typische Selbstreflexion ist ebenfalls eine Gabe mit Nebenwirkungen: Selbstkritik und Selbstzweifel fördern nicht gerade das Selbstbewusstsein – und den Schlaf.

Gerade abends denken viele HSPs unfreiwillig nochmal gründlich über alles nach. Wenn der Knetemischer wie bei mir abends so richtig ins Rollen kommt, lässt der Schlaf auf sich warten. Bei außergewöhnlichen Vorkommnissen kann er sich auf wenige Stunden beschränken.

Ständiges Analysieren kann zu einer inneren Unruhe führen, die Hochsensible aufgrund ihrer niedrigeren Reizschwelle erst recht als unangenehm empfinden.

Neben den bereits genannten Tipps wende ich manchmal eine stop-loss-Strategie an. Die habe ich dem Buch „Sorge dich nicht – lebe!“ entnommen: Beim Aktienhandel sei es empfehlenswert, seine Verluste zu begrenzen, indem man beim Kauf einer Aktie einen Minimalpreis festlegt. Sinkt der Wert der Aktie darunter, verkauft man. Dann hat man zwar Verlust gemacht, aber dieser ist begrenzt. Dieses Prinzip könne man auch auf Sorgen anwenden und einen Punkt festlegen, an dem es schlichtweg genug ist.

Vor einer Weile machte ich mir tagelang Sorgen – bis ich von der stop-loss-Strategie las. Die Zeit- und Schlafverluste waren tatsächlich genug! Ich freundete mich mit dem Gedanken an: „Du hast jetzt genug Abende und Nächte, Gehirnschmalz und Energie investiert. Es reicht.“ Es funktionierte.

Wahrscheinlich klappt es nicht immer, aber ich nehme es gern in mein Repertoire an Gelassenheitstechniken mit auf.
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5. Sie sind oft Perfektionisten

HSPs sind meistens gründlich und haben ein Talent fürs Aufspüren von Fehlern. Diese Fähigkeiten sind gleichzeitig eine ideale Basis für kräftezehrenden Perfektionismus.

Auch ich feile manchmal stundenlang an etwas, bis ich bis ins Letzte zufrieden bin. In der Schule und im Studium brachte mir das gute Leistungen ein, doch wie sagte mal jemand? „Perfektionismus ist schön und gut, aber wenn Sie mal nicht mehr so können, wie Sie wollen, haben Sie ein Problem. Es ist gefährlich seinen Selbstwert aus Perfektion zu ziehen.“

Es gibt viele gute Artikel über den Umgang mit Perfektionismus. Einige Grundsätze aus diesem mymonk-Artikel hängen über meinem Schreibtisch (ein Geschenk von Patrick). Zwei Gedanken daraus erscheinen mir besonders hilfreich:

  1. Es geht nicht um Leben und Tod.
  2. Alles ist besser als nichts.

Ich werde meine perfektionistische Ader sicherlich nicht ganz los. Es hilft mir allerdings zu wissen, dass sie Kraft kostet. Wenn ich merke, wie sie für Grenzoptimierung meine Kräfte anzapft, versuche ich möglichst schnell ein Ende zu finden. (Wie vielen Menschen ist es schon wichtig, ob ich unter der Couch gesaugt habe?)

6. Sie sind verstärkt auf Sinnsuche

Hochsensible haben oft hohe moralische Ansprüche und das Bestreben etwas Sinnvolles mit ihrer Arbeit zu tun. Ich kenne das von mir. Als ich jeden Tag Adwords-Anzeigen in einer Agentur schaltete, fragte ich mich auch am Ende des Tages, ob ich mit meinen Fähigkeiten anderswo mehr bewegen könnte. Bis heute bleiben die Zweifel. Allerdings fühlt sich meine Arbeit heute meistens sinnvoll an. Das bezeugen die Kommentare und Emails, die wir bekommen.

Trotzdem erinnere ich mich gut an das Gefühl der absoluten Sinnlosigkeit. Es gab Zeiten, da schien es mir egal, ob ich aufstehen und meine Arbeit tun – oder es lassen würde. Auf Dauer kann dieser Zustand depressiv machen – zumal Hochsensible ohnehin anfälliger sind für psychische Erkrankungen.

In meinen Augen gibt es drei Wege für Sinnsuchende:

  1. Den Job wechseln oder
  2. einen Sinn in die Arbeit hineindeuten oder
  3. sich auf anderen Gebieten engagieren.

Hochsensible suchen sich häufig Berufe, die schon auf den ersten Blick erstrebenswert erscheinen. Sie arbeiten beispielsweise als Fremdsprachenlehrer, Arzt oder Therapeut. Es gibt aber auch Hochsensible, die Verkäufer sind. Es geht auch nicht anders, denn wenn wir ehrlich sind: Wir können nicht alle Wale zurück ins Meer schubsen. Manche von uns stecken in einem Job fest, der sich zwar nicht sinnvoll anfühlt, den sie aber trotzdem nicht aufgeben können bzw. wollen.

Dann ist eine Möglichkeit, die Arbeit umzudeuten. Jeder Job ist schließlich auf eine Art und Weise sinnvoll, sonst würde niemand dafür bezahlen. Wir müssen bei sinnvollen Tätigkeiten nicht gleich ans Weltretten denken. Auch ein Kantinenmitarbeiter leistet eine sinnvolle Arbeit, indem er Menschen das Essen zubereitet. Ein Müllmann sorgt für saubere Straßen. Ein Buchhalter nimmt anderen den Zahlenkram ab.

Die dritte Möglichkeit beobachte ich bei einigen Freundinnen, die irgendwann sagen: „Dann konzentriere ich mich jetzt eben auf mein Hobby / unser Haus / unsere Hochzeit / das Schwangerwerden / meine Kinder.“ Oder sie suchen sich eine ehrenamtliche Tätigkeit.

Was auch immer du unter Sinn verstehst oder was dir fehlt – vielleicht solltest du es auf anderen Gebieten suchen, wenn du es in deinem Job nicht findest.

In Patricks Augen sind Sinnsuchende ohnehin auf dem Holzweg, da nicht der Sinn fehlt, sondern die Anerkennung. Ich empfehle daher auch Hochsensiblen seinen Artikel hier im Blog: Warum du aufhören kannst nach dem Sinn zu suchen.


Hab die Geduld und den Mut, nach deinen Bedürfnissen zu leben! Deine hochsensible Seele wird es dir danken.

Weitere Artikel über Hochsensibilität hier im Blog:

Inspiriert durch die Bücher:

  1. Zart besaitet” von Georg Parlow (etwas anspruchsvoll zu lesen, ein Standardwerk)
  2. Hochsensibel – Was tun?” von Sylvia Harke (angenehm zu lesen, viele Übungen)
  3. “Sorge dich nicht – lebe!” von Dale Carnegie (ein Klassiker, sehr angenehm zu lesen)


Foto: Mann von hinten von Shutterstock

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30 Kommentare

  1. Hallo Jasmin, du schreibst über ein spannendes Thema. Gerade für Hochsensible ist es eine Herausforderung, den eigenen und den Ansprüchen der Außenwelt zu entsprechen und trotzdem gut für sich zu sorgen. Dazu kommt, der ständige Drahtseilakt, sich nicht zu überreizen, mit seinen Energien zu haushalten, sich aber auch nicht zu langweilen. Auch ich suche nach Lösungen, wie ich mich – gerade im Beruf – nicht zu sehr verausgabe und trotzdem zufrieden bin. Gerade das Nicht-Ausblenden-Können von Problemen und kniffeligen Situationen kann einem den Schlaf rauben.
    Toller Artikel, ich bin schon gespannt auf den nächsten.

  2. Hallo liebe Jasmin,
    Sehr gut geschrieben! Ich kann mich nur zu gut mit deinem Knetemischer und den Punkten einer HSP identifizieren.
    Bei mir ist es vor allem der Sinn in der Arbeit der mit fehlt und den ich suche. Letztendlich bringt es nichts, sich einzureden bzw. den Sinn umzudeuten, denn ich glaube das funktioniert nur auf Zeit. Man fällt doch immer wieder zurück, zumindest geht und ging es mir in der jetzigen Situation so.
    Mittlerweile suche ich einen Perspektivwechsel und werde versuchen in einen sozialen Beruf zu wechseln, anstatt das Konto von satten & hinterlistigen Geschäftsführern zu füllen.

    • Danke, Karo. Ja, vielleicht ist es dann einfach irgendwann besser, mal etwas Neues auszuprobieren.
      Alles Gute!
      Jasmin

  3. Hallo Jasmin,
    ich bin ein HSP mit Migräne und finde Deinen Artikel gerade auch unter letzterem Aspekt gut:
    Wie oft habe ich schon versucht, zu erklären, wie das ist, wenn mein Kopf erst voll- und dann quasi überläuft, weil einfach zu viel hinein will… und sich dann in die Migräne rettet, die manchmal eine zwar schmerzhafte, aber einfach dringend nötige „Auszeit“ ist. Ein Teufelskreis… wenn man nicht rechtzeitig Strategien findet, um mit seinen Energien besser umzugehen.
    Dein Dilemma, manchmal einfach mehr zu wollen, spontan noch dies und das unternehmen zu wollen etc. kenne ich auch sehr gut! Dann finde ich mich spießig und langweilig und wäre gerne „cooler“… aber es ist nunmal, wie es ist. Inzwischen lebe ich ganz gut damit. Schlimm ist nur, wenn der Freund an meiner Seite partout nicht versteht, warum ich bei einem Städtetrip Migräne kriege, obwohl doch alles so schön und entspannt ist und es dann noch auf sich bezieht, dass es mir nicht gut geht. Dabei sind es einfach nur zu viele Eindrücke – und ansonsten geht es mir total gut; ich brauche halt nur mehr Pausen. Das dann allerdings auch noch (jedes Mal) erklären zu müssen, ist wiederum Stress… demnächst reiche ich nur noch Deinen Artikel weiter! ;-)

    • Hallo Ute,
      ja das „Uncool-sein“… :-) Ich habe zwar zum Glück keine Migräne, aber das ist wirklich ein triftiger Grund mehr auf deine Bedürfnisse zu achten.
      Viele Grüße
      Jasmin

  4. Vielen Dank für die Verlinkung! Ich gebe Dir völlig recht: von der Seele schreiben hilft. Auch wenn ich mich nicht unbedingt als eine hochsensible Person bezeichnen würde, so frage ich mich auch oft nach dem Sinn und reagiere empathisch auf meine Umwelt. Die Tasten sind mein Sprachrohr, oftmals sind die mir sogar lieber als ein persönliches Gespräch mit Freunden. Dann braucht es nur noch etwas Mut, um auf den „Veröffentlichen“ Button zu klicken.. aber es hilft. Genau wie Eure Tipps hier.

    Viele Grüße aus 04155 :o)

  5. Hallo Jasmin, ich habe schon viele gute Artikel über HSP gelesen, dieser Artikel hat jedoch eine Note, die mich persönlich noch tiefer anspricht und mich auffängt. Es ist also nicht wichtig, wie viele Artikel es über ein Thema schon gibt, sondern wie unterschiedlich die Herangehensweise des Schreibenden ist. Weil alles so vielfältig ist. :) Danke!

  6. Hallo Jasmin,
    schön, dass ihr das Thema HSP nochmal aufgenommen habt. Der Artikel gefällt mir gut, vor allem, weil du nicht nur schreibst, warum HSP sehr auf sich schauen müssen, sondern auch Lösungsvorschläge machst bzw. aufzeigst, welche Möglichkeiten du für dich gefunden hast. Ich bin ebenfalls HSP und kann alles, was du schreibst, bestätigen. Besonders der Punkt Sinnsuche ist bei mir auch so ein Thema, vor allem im Job. Ich arbeite in der PR und frage mich oft, ob meine Texte irgendwem was nützen.. Vermutlich hat Patrick mit seiner Annahme Recht, dass es bei der Sinnsuche auch um (fehlende) Anerkennung geht. Nichts demotiviert mich so sehr wie das Gefühl, dass niemand in der Firma sich für meine Arbeit interessiert, nichtmals mein eigener Chef..
    Ich denke, es ist eine Lebensaufgabe, mit der Hochsensibilität umzugehen. Theoretisch weiß ich eine Menge darüber, aber praktisch ist es doch oft schwer. Vor allem, die richtige Mischung zu finden: genug Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten, aber trotzdem ausreichend Reize, um ein interessantes Leben zu führen. Für mich ist es ein ewiger Drahtseilakt, hier die Balance zu finden. (Gerade erst habe ich wieder extrem gemerkt, wie schwer das ist: Ich war 5 Tage in London, habe mich sehr auf die Reise gefreut, auf das Neue, Spannende, und dann bin ich vor Ort nahezu jeden Tag an meine Grenze gestoßen.. zu laut, zu voll, zu viele Menschen, zu viele Reize.. Obwohl ich sehr gern reise, ist das immer eine besondere Herausforderung, für die ich bisher keine Lösung gefunden habe, wie ich als HSP damit umgehe).
    Freue mich über weitere Beiträge zu dem Thema! Und viel Spaß in Thailand (meinem liebsten Urlaubsziel:-))
    Leonie

    • Hallo Leonie,
      das kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich habe ähnliche Erwartungen bzw. Enttäuschungen auf Reisen erlebt…
      Viele Grüße
      Jasmin

  7. Hallo Jasmin,

    ein toller und sehr gut nachvollziehbarer Artikel – vielen Dank, dass du ihn veröffentlicht hast! Bevor ich mich mit HSP beschäftigt habe, hatte ich viele Fragen, mittlerweile aber viele Antworten und du beschreibst die für mich relevanten Punkte sehr gut. Es ist nicht immer einfach zu erklären, warum mir Massenveranstaltungen beinahe die Luft wegnehmen, ich immer wieder Ruhe und Rückzug benötige und nicht auf Knopfdruck auf „Durchzug“ geschalten werden kann, weil sich Empathie nicht ganz ablegen lässt.

    Ich denke, es ist für uns hilfreich, wenn noch weitere Artikel zu diesem Thema erscheinen, um gewisse Vorurteile aus der Welt zu schaffen und den Respekt erhalten, den wir verdienen :-).

    Lieben Gruß und nochmals vielen Dank
    Alexandra

    PS: Ich bin erst kürzlich auf diese Seite gestoßen, freu mich sie durchzusehen und weitere lebensnahe Artikel zu genießen.

    • Schön, dass du bei uns mitliest, Alexandra. Ja, wenn das so ist, dann werde ich wohl noch weitere Artikel dazu schreiben! :-)
      Viele liebe Grüße
      Jasmin

  8. Ganz lieben Dank für eure Kommentare! Jasmin ist zurzeit im Urlaub, daher gibt’s momentan keine Antworten. Aber wir freuen uns :-)

  9. Hallo Jasmin, gut, dass du diesen Artikel doch veröffentlich hast. Jetzt, weiß ich, warum ich manchmal das Gefühl habe, „nicht in diese Welt zu passen.“ HPS war bisher kein Begriff für mich. Ich erkenne mich in jedem Satz wieder. Es ist echt unglaublich. Manchmal ist das Leben echt anstrendend, jetzt weiß ich warum. Vielen Dank!

    • Gerne, Heike. Ich kenne diesen Aha-Effekt und werde mich bemühen, damit noch möglichst viele andere ihn erleben :-) Danke für dein Feedback,
      Jasmin

  10. Hallo Jasmin,

    als ich vorhin über euren Newsletter auf diesen Artikel gestoßen bin, hätte ich nicht
    erwartet so viele Parallelen zu meiner eigenen Persönlichkeit darin zu finden. Ich
    habe ihn lediglich aus Neugier gelesen, weil mir nicht ganz klar war, was mit Hochsensiblen Menschen gemeint ist (hätte ja auch auf die Ernährung bezogen sein können).
    So wie es aussieht, finde ich mich in dieser Gruppe selbst wieder und kann sehr gut
    nachfühlen (oh Gott merkst du was!? ; )) wie es dir geht. Ich bin genauso, leide ständig mit
    allem und jedem mit. Das zehrt mich oft ganz schön aus.

    Mal sehen, ob ich mit diesem Wissen vielleicht künftig noch besser auf mich selbst aufpassen kann.

    Danke dir herzlichst für diesen Beitrag. Du hast mich damit voll erwischt : )

    Dir und Patrick weiterhin alles Gute für diesen tollen Blog.

    Gaby

    • Hallo Gaby,
      vielen lieben Dank für dieses Feedback. Das Thema ist ja selbst für mich noch relativ neu. Ich freue mich umso mehr, wenn sich viele Menschen wiedererkennen und das Wissen ihnen hilft.
      Lass es dir gut gehen,
      Jasmin

  11. Hi Jasmin,

    ich bin wahrscheinlich kein HSP. Trotzdem grübelte ich früher besonders in Ruhephasen und beim Einschlafen viel und lange, um alles richtig und perfekt zu machen. Das galt ganz besonders für die ersten Jahren meiner Selbständigkeit.
    Irgendwann erlebte ich, wie ein anderer Selbständiger daran scheiderte, dass er alles perfekt machen wollte. Zuarbeiten seiner Mitarbeiter legte er zurück, um sie zu perfektionieren. Am Ende erstickte er an Arbeit und schaffte es nicht, die täglischen Herausforderungen der Aqukise, Projektsteuerung und Abrechnung zu bewältigen. Das Ende war die persönliche Insolvenz…

    Das hat bei mir eine wichtige Erkenntnis bewirkt: „95% rechtzeitig sind oft besser als 100% zu spät“.
    Dazu stehe ich.
    Außerdem, …meistens merkt es der Betreffende gar nicht, dass er „nur 95% erhält“.

    Mit diesem Prinzip, halte ich mir den Rücken frei und kann gut Dinge abschließen sowie gedanklich abschalten. Das Grübeln, wie ich die restlichen 5% erreichen könnte, entfällt. Die Lebensqualität steigt und ruhige Feierabende und Wochenenden sind (nicht immer, aber ganz oft) gesichert.

    Liebe Grüße aus Washington nach Thailand sendet
    Volkmar

  12. Hallo Jasmin!

    Ich kann Deine Aussagen nur unterschreiben. Es ist für HSP sicher noch wichtiger als für andere Menschen, die eigenen Grenzen gut zu kenne und zu respektieren.

    Finde ich super, dass Du das Thema weiter verfolgst!

    lg
    Maria

  13. Beim Lesen habe ich nur gedacht, dass bin ich. Ich mach grad so eine schlimme Zeit mit, in der ich nicht wirklich mit mir umgehen kann. Dies mit den Reizüberflutungen kenne ich auch. Dann habe ich so ich sag mal Aussetzter, dann platzt manchmal eine Bombe.
    Ich hatte vor allem in dem letzten Jahr an mir gearbeitet und mir auch Auszeiten genommen, damit ich mit Arbeit und Privatleben gut zurecht komme. Auf bestimmte Aktivitäten, die länger andauern, habe ich mich „ausreichend“ vorbereitet. Auch ist in meinem Freundeskreis mein Terminkalender akzeptiert worden. Wie viele von euch, habe ich sehr viele Leute in meinem Umfeld und will die Zeit „sinnvoll nutzen“.

    In den letzten drei Monaten kamen mehrere Trennungen im Freundeskreis (da ich ein guter Zuhörer bin, kamen natürlich gleich alle auf mich zu), Probleme in der Arbeit und ich habe es gewagt nach langer Zeit mich auf einen anderen Menschen einzulassen. Alles auf einmal und die ständige Belagerung der Menschen wurde mir auf einmal zuviel. Ich hab meinem Umfeld klipp und klar gesagt ich brauche Ruhe, damit diese innere Anspannung weg ist.

    Ich musste mir in den letzten Tagen Sätze anhören, Grenz dich doch nicht ab, sei nicht so empfindlich, kapsle dich nicht ab etc.

    Ich hatte schon wieder diese Schuldgefühle. Bin ich zu egoistisch, wenn ich mich zurückziehe und nur an mich denke. Ich muss doch an die anderen Denken, die brauchen mich, dass waren meine Gedanken.

    Manchmal wünschte ich könnte aufhören zu denken, dass ich denke und das ich oberflächlich wäre, dann wäre so manches einfacher. Nur dann denke ich schon wieder, dass ich besondere Menschen in meinem Leben nicht hätte. Besondere Momente nicht wahrnehmen könnte. Sei es nur der Augenblick, wenn eine Biene grad sich auf die Blume setzt. Die kleinen Dinge des Alltags zu sehen und zu schätzen. Nicht immer nur an die Zukunft zu denken, sondern auch den Moment zu geniessen. Was bringt es für die Zukunft zu planen und darüber den Moment zu vergessen.

    Was ich für mich gemerkt hab, dass mir mein Leben bisher wie ein Kampf vorkommt. Ich hoffe es wird irgendwann mehr Ruhe einkehren.

    Wirklich aufhören zu denken, kann ich z.B. nur beim Sport in der Natur. Das ist für mich Erholung für Geist und Körper.

  14. Huhu Jasmin, ich habe zu diesem Thema noch nichts gefunden: es klappt als Mutter nicht mehr, das typische HSP Entspannungsprogramm durchzuziehen. Vor allem nicht, wenn keine Großeltern in der Nähe wohnen. Das Leben ist dann einfach mal 3-6 Jahre lang überstimulierend. Besonders der Schlafmangel lässt die Mütter ganz schnell altern. Bei zwei Kindern umso mehr. Die Männer sehen dann oft 5 Jahre jünger als ihre Partnerin aus, auch wenn sie älter sind. Besonders hochsensible Männer ziehen sich gern aus der Verantwortung, weil sie die dauerhafte Überstimulierung nicht aushalten- eine Tatsache, die es für die hochsensible Mutter noch anstrengender macht. Hast du zu dem Thema schon irgendwas recherchiert? Ich habe auf unzähligen HSP Blogs von Frauen zwischen Mitte und Ende 20 Tipps gefunden, wie sie für sich sorgen sollen (, die für junge Mütter aber einfach unrealistisch und nicht umsetzbar sind), aber nichts zu dem konkreten Thema Schwangerschaft, Stillzeit, die ersten 3-6 Jahre als Mutter pro (!) Kind. Und noch ein weiterer Haken an der Sache ist, dass das Baby meistens auch hochsensibel ist und daher high maintenance, sich zB einfach mal 9 Monate lang nicht ablegen lässt und entweder nur getragen oder gestillt seine Existenz akzeptiert. Das bedeutet dann 9 Monate keinen Schlaf und nur mit umgeschnalltem Kind rumlaufen, auch aufs Klo und auch nachts. Sorry, wenn ich die Männer hier etwas verurteile, aber erstens ist das Ganze Kinderkriegen für die Frauen viel anstrengender, vor allem, wenn sie stillen, und zweitens habe ich in unserem Kulturkreis bisher noch kein Musterbeispiel gesehen. Vielen Dank schonmal!

  15. Hallo Jasmin

    Du sprichst mir aus der Seele. Ich wusste gar nicht, dass der Begriff so existiert… Ich habe mich vollkommen in deinen Schilderungen wiedererkannt, fast schon unheimlich aber genau so geht es mir… Danke für das weitergegebene Wissen – ich werde mich tiefer mit dem HSP beschäftigen müssen, auch damit ich mehr und besser über mich Bescheid weiss. Dies ist der erste Artikel überhaupt den ich über diese Thematik gelesen habe. Werde deine anderen Artikel zu HSP ganz bestimmt auch lesen. Schade habe ich Healthy Habits erst jetzt entdeckt.

    Vielen Dank für diesen so wertvollen Artikel!

  16. Ich glaube gar nicht,dass wir anfälliger für psychische Krankheiten sind. Wir können uns und was so in uns vorgeht, sehr gut analysieren und deshalb denke ich, daß wir da eigentlich weniger gefährdet sind. Man hat zwar schnell mal das Gefühl, jetzt ist alles zuviel, aber mit ein bisschen Auszeit (Wochenende zB) ist das wieder überstanden. Ich habe da auch mal einen Artikel über HSP gelesen, der das so in der Art erklärt hat.
    Die Auszeiten sind aber wirklich wichtig, ich versuche mir immer einen Tag des Wochenende leer zu lassen damit ich mich da erholen kann.

  17. Hallo :-),

    ich hab gerade alle Berichte gelesen, die dieses Thema angehen und habe wohl gerade entdeckt, dass ich auch zu den Hochsensiblen gehöre ;-D. Fast jede der genannten Eigenschaften trifft auf mich zu. (Obwohl ich eigentlich sowieso schon länger wusste, dass ich in diesen Punkten anders ticke als meine Bekannten). Leider haben sich bei mir daraus einige psychische „Problemchen“ entwickelt, aber ich profitiere aus meinen Erkenntnissen, die ich ohne die Ängste niemals lernen würde :-). (Obwohl es manchmal schon sehr schwer ist, es so zu sehen haha). Aber ich bin ja gerade erst 18 und an meiner Mama (hat ebenfalls die gleichen Eigenschaften) sehe ich, dass man durchaus lernen kann, besser damit umzugehen :-).

    Danke Jasmin für deine Worte, mit denen ich mich so gut identifizieren kann. Und falls du mal wieder an dem Sinn in deiner Arbeit zweifelst, dann behalte im Hinterkopf, wie sehr du mich gerade beruhigt hast… und ntürlich wie interessant dein Artikel zu lesen war ;).

    Liebe Grüße
    Lena

    • Vielen lieben Dank für deine Worte, Lena. Das Feedback motiviert mich sehr! Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft!
      Viele Grüße
      Jasmin

  18. Liebe Jasmin,
    danke für die tollen Artikel! Genau sowas hat mir heute gefehlt! Nun geht es mir schon besser, zumindest fühle mich nicht mehr so allein als ‚die komische Nudel‘, die für so viele Menschen in ihrem Umfeld ganz ‚falsch‘ zu sein scheint. Vor allem, wenn sie nicht so funktioniert, wie die es gerne hätten… Vielen, vielen Dank und mach‘ gerne weiter so!!! Birgit

    • Danke, Birgit! Es freut mich, dass der Artikel bei dir so gut angekommen ist. Das ist immer das schönste Lob :-) Vielleicht ist mein neues Buch auch etwas für dich? LG Jasmin

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