Woran es liegen könnte, dass dir manchmal alles zu viel wird


Kaufhaus-Dauerbeschallung, Auto-Hupen, Menschen mit Ghettoblaster auf der Schulter. Du würdest dir am liebsten die Ohren zuhalten. Warum muss alles so laut und penetrant sein?

Das Gedränge auf dem Weihnachtsmarkt, Menschen rücken dir auf die Pelle und rempeln dich an. Es ist dir zu eng. Du fühlst dich unwohl.

Grell-blinkende Schriftzüge, mit Rabatt-Schildern zugepflasterte Schaufenster, ein Blitzlicht am Eingang. Du kneifst deine Augen zusammen.

Du sehnst dich nach deinen eigenen vier Wänden, gedimmtem Licht, ruhiger Musik oder Stille – und Alleinsein.


Manchmal wird mir alles zu viel: die Rabattschlacht, die Menschenmassen, der Lärm und das Gewusel. Mit jeder Minute, die ich in der Fußgängerzone zubringe, wächst meine Gereiztheit.

Im vergangenen Frühjahr entdeckte ich zufällig das Thema Hochsensibilität. Es war mein Aha-Erlebnis des Jahres. Seitdem verstehe ich, warum ich mich manchmal unwohl fühle oder mir alles zu viel wird, meine Gedanken nicht stillhalten – und ich ein Sorgenschwamm bin. Ich bin hochsensibel.

Schätzungsweise sind 15 bis 20 Prozent der Menschen (und Tiere!) hochsensibel.1,2 Trotzdem bekommt das Thema nicht annähernd die Aufmerksamkeit, die es verdient. Vermutlich wissen die meisten Hochsensiblen – wie ich bisher – davon nichts. Sie fühlen sich einfach nur anders und können andere, weniger sensible Menschen kaum verstehen. Nicht-Hochsensible nennen sie im Gegenzug schüchterne oder verklemmte “Sensibelchen”. Wie du später lesen wirst, gibt es objektive Unterschiede in der Wahrnehmung und Verarbeitung von Sinnesreizen, die den Unterschied zwischen Hochsensiblen und Nicht-Hochsensiblen ausmachen. Je mehr wir darüber wissen, desto besser können wir uns gegenseitig verstehen.

Als ich mit Freunden über das Thema sprach, erkannte plötzlich jeder Beispiele für Hochsensible in seinem Umkreis. Es hat mich fasziniert, wie viele Facetten Hochsensibilität hat.

Woran du merkst, dass du hochsensibel bist

Es gibt viele Anzeichen für Hochsensibilität, die jedoch selten alle gleichzeitig auf eine Person zutreffen. In der folgenden Auflistung geht es mir daher eher um die Veranschaulichung von Hochsensibilität als um einen Test zum Abhaken. Selbst wenn du dich bei wenigen Punkten wiedererkennst, dafür aber extrem zustimmst, könntest du hochsensibel sein. (Wenn du trotzdem einen Test bevorzugst, findest du die Links am Ende des Beitrags.)

Die Punkte habe ich größtenteils aus “Zart besaitet” von Georg Parlow und “Hochsensibel – Was tun?” von Sylvia Harke zusammengetragen, die ich für detailliertere Informationen sehr empfehle. Die Punkte mischen sich mit Fragen aus Elaine Arons Hochsensibilitätstest sowie eigenen Erfahrungen und Beobachtungen. Die Aufzählung ist lang, aber sicher nicht vollständig.

Du hast eine ausgeprägte Sinneswahrnehmung

Wahrscheinlich ist nur einer deiner Sinne besonders stark ausgeprägt, vielleicht aber auch keiner. Deine Hochsensibilität könnte auch in anderen, noch folgenden Bereichen liegen.

  • Du bist geräuschempfindlich, z. B. bemerkst du das Vogelgezwitscher in der Fußgängerzone. Vielleicht gehörst du zu denjenigen, die ein absolutes Gehör haben und Töne eindeutig bestimmen können. Dafür kommst du schlechter mit Lärm (z. B. quietschende Zugbremsen) zurecht und kannst dich schwer an penetrante Geräusche (z. B. Laubbläser) gewöhnen.
  • Du siehst Dinge, die anderen entgehen. Du hast einen Blick für Ästhetik, siehst kleinste Abweichungen und Farbnuancen. Die Tippfehler in einer Seite Fließtext stechen dir sofort ins Auge. Du siehst als Erste/r, dass jemand seine Nägel lackiert hat oder müde aussieht. Vor lauter Konzentration auf Details, können dir aber auch offensichtliche Veränderungen (wie ein abrasierter Schnurrbart) entgehen.

Ich habe diesen Kunden, der mit bloßem Auge feinste Farbfehler bei Brillengestellen reklamiert. Da siehst du nichts. Der sagt: “Ich habe eine andere Farbe bestellt!” Der Hersteller meint dagegen, das sei innerhalb der Fertigungstoleranz.

  • Du bemerkst Gerüche, die andere nicht wahrnehmen oder erst später registrieren. Unangenehme Gerüche (z. B. von verbranntem Essen oder Zigarettenrauch) können dich aus dem Konzept bringen.
  • Du hast eine schmale Komfortzone, in der es dir weder zu warm, noch zu kalt ist. Deshalb machst du oft Fenster auf und zu und ziehst Kleidung an oder aus. Dich kratzen manche Stoffe und das Etikett am Kragen deines Shirts. Die Krümel im Bett spürst du sofort.
  • Du hast einen feinen Geschmackssinn. Du bemerkst als Erste/r das neue Gewürz im Plätzchenteig. Dir sind Gerichte eher zu salzig oder zu scharf als zu fad.

Viele dieser Empfindungen liegen unter der Wahrnehmungsschwelle von Nicht-Hochsensiblen, weshalb sie die für sie oft nicht nachvollziehbaren Empfindungen mit “Das bildest du dir nur ein!”, “Sei nicht so empfindlich!” oder “Sei doch mal normal!” kommentieren.

Du hast ein feines zwischenmenschliches Gespür

  • Du bist ein geschätzter Zuhörer und überdurchschnittlich empathisch, umso schwerer kannst du dich jedoch von anderen abgrenzen. Du saugst die Sorgen, Ängste und Gefühle anderer Menschen auf: Klagt dir jemand sein Leid, fühlst du dich auch schlecht. Ist jemand euphorisch, bist du es ebenso.
  • Du bist harmoniebedürftig, da Konflikte für dich ein Graus sind. Deshalb gibst du öfter nach als andere und versöhnst dich gern.
  • Du hast feine Antennen. Wenn du einen Raum mit Menschen betrittst, weißt du sofort, wer sich mit wem gestritten hat, wer gestresst ist, etwas zu verbergen hat oder jemanden angräbt.

Da gibt es unsere Antenne, diesen Arbeitskollegen, der immer genau weiß, ob das Team zufrieden ist oder der Haussegen schief hängt.

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Überstimulation bringt dich an deine Grenzen

  • Du fühlst dich leicht überwältigt durch starke Sinneseindrücke (z. B. Natur- oder Musikerlebnisse).
  • Menschenansammlungen stressen dich, da sehr viele Eindrücke auf dich einprasseln.
  • Hunger und Müdigkeit schlagen sich sehr negativ auf deine Stimmung nieder.
  • Das Gefühl, dass dir alles zu viel wird, kennst du nur zu gut. Du funktionierst dann nicht mehr, machst Fehler, wirst aggressiv und emotional. Du willst dich zurückziehen und/oder zeigst körperliche Symptome wie Herzklopfen, rote Flecken im Gesicht oder Schweißausbrüche. Dein Nacken verspannt sich.
  • Manchmal fühlst du dich einsam und unverstanden, ausgeliefert und hilflos.
  • Du brauchst viel Ruhe und Zeit für dich, um ausgeglichen zu sein.

Dein Denken ist vielschichtig

  • Du hast ein komplexes, reiches Innenleben und magst tiefgründige Gespräche und Literatur.
  • Du führst nicht nur Zwiegespräche mit dir selbst, du kannst Konferenzen mit deinen verschiedenen Persönlichkeitsanteilen abhalten (siehe Ministerkonferenz).
  • Du hast einen Faible für Spiritualität, Philosophie und Sinnsuche.
  • Du hast Eingebungen oder auch Ahnungen, die objektiv nicht erklärbar sind. Wenn jemand anruft, spürst du manchmal, wer es ist – ohne das Display zu sehen.

Da war dieser Junge, der meine Freundin aus dem Nichts fragte, ob sie schwanger sei. Zu diesem Zeitpunkt wusste sie es selbst noch nicht. Sie war in der vierten Woche oder so. Zu Hause machte sie einen Test: positiv. Als sie den Jungen fragte, woher er es gewusst hatte, meinte er: “Deine Augen waren so anders.”

  • Du kannst dir Fantasiewelten erschaffen, denkst automatisch in größeren Zusammenhängen und hast sehr gute Analysefähigkeiten.
  • Du bist hochbegabt auf einem oder mehreren Gebieten. Da du dich für zahlreiche Themen interessierst (Scanner-Persönlichkeit), wirkst du manchmal sprunghaft und nicht fokussiert.
  • Metadenken ist dir nicht fremd: Du denkst oft über deine Gedanken nach, argumentierst und analysierst Gesagtes auf abstrakten Ebenen.
  • Dich zeichnet Idealismus und Weltschmerz aus. Du hast hohe moralische Ansprüche und fühlst dich schlecht, wenn du Leid oder Ungerechtigkeit beobachten musst.
  • Du neigst zu Perfektionismus. Entscheidungen triffst du eher ungern und langsam. Du bist gewissenhaft und fehlersensibel bei dir selbst und anderen.

Ich habe neulich einen winzigen Programmierfehler im Quellcode gefunden. Es war ein seitenlanger Code, aber plötzlich sah ich dieses eine Zeichen, das ein fehlerhaftes Verhalten verursachte.

Sonstige Merkmale von Hochsensiblen

  • Es macht dich nervös, wenn du unter Druck stehst und in kurzer Zeit viel leisten musst.
  • Du bist schreckhaft und meidest Gewaltszenen in Film und Fernsehen.
  • Du fühlst dich mit Tieren verbunden und leidest mit ihnen.
  • Du bist besonders lernfreudig, saugst neues Wissen (manchmal unbewusst) auf.
  • Obwohl du ein Gerät oder ein Programm noch nie verwendet hast, durchschaust du es intuitiv und schnell.
  • Du kannst dich gut konzentrieren und hast eine gute Feinmotorik (die durch Hunger stark beeinträchtigt werden kann).
  • Dein Körper ist ein Frühwarnsystem: Krankheitssymptome nimmst du besonders zeitig wahr.
  • Du bist besonders schmerzempfindlich.
  • Du bist anfällig für Stresskrankheiten wie Burnout.
  • Du reagierst besonders stark auf Reizstoffe wie Alkohol und Koffein.
  • Du brauchst eher mehr Schlaf als andere.

Hier erfährst du mehr über die Stärken von Hochsensiblen.

Was ist Hochsensibilität?

Hochsensibilität (auch: Hochsensitivität, Hypersensibilität oder Überempfindlichkeit) ist weder eingebildet, noch eine subjektive Befindlichkeit. Man geht davon aus, dass sie vererbt wird.2 Dieses Wissen haben wir u. a. Dr. Elaine N. Aron zu verdanken. Die US-amerikanische Psychotherapeutin verband die Erkenntnisse verschiedener Wissenschaftler mit eigener Forschung, führte Hunderte von Interviews und prägte den Begriff der hochsensiblen Person (im Original: highly sensitive person = HSP).2 Erst 2005 erschien die deutsche Übersetzung ihres Buches: “Sind Sie hochsensibel?”.

Das Phänomen ist folglich noch relativ neu – und Neues wird oft angezweifelt: Gibt es das Konzept wirklich oder bilden wir uns das alles nur ein? So richtig glauben wir nur, was wir auch messen können! Doch Hochsensibilität ist (zum Glück) messbar:

  • Iwan Pawlow (siehe Pawlowscher Hund) setzte Menschen einer intensiven Beschallung aus und beobachtete deren akustische Belastungsgrenze. Diese war erreicht, wenn die Versuchspersonen aus Selbstschutz dichtmachten und gequält zusammenbrachen. Ein Teil der Probanden (15 bis 20 Prozent) kam sehr schnell an diesen Punkt, d. h. bei einer noch geringen Lautstärke. Die restlichen Probanden stießen erst bei einer deutlich höheren Lautstärke an ihre Belastungsgrenze. Es gab keinen fließenden Übergang zwischen den Gruppen.1
  • Dr. Aron zeigte, dass bei HSPs bestimmte Gehirnareale stärker durchblutet werden, z. B. beim Anblick von Fotos mit glücklichen und unglücklichen Menschen. Im Vergleich zu nicht-hochsensiblen Menschen empfinden HSPs dadurch intensivere Gefühle – im Positiven wie auch im Negativen.3

Diese und weitere Experimente haben Hochsensibilität näher erschlossen, doch es gibt noch viele offene Fragen. Als gesichert gilt, dass HSPs über mehr Neurotransmitter verfügen, weshalb Stimuli innerhalb der Nervenbahnen mit geringeren Übertragungsverlusten weitergegeben werden. Es gelangen so mehr Reize ins Bewusstsein, die bei Nicht-Hochsensiblen gar nicht erst im Gehirn angekommen wären.1 Wir könnten auch sagen: HSPs nehmen mehr Reize auf, da ihr Filtersystem schwächer ist. 2

Diese höhere Sensibilität für Reize betrifft alle fünf Sinne, aber auch das zwischenmenschliche Empfinden. HSPs entgehen weniger Details bei der Körpersprache, sie registrieren das Nicht-Gesagte und lesen zwischen den Zeilen.

Mehr Reize bedeuten allerdings auch mehr Stimulation. Zu viele Reize führen früher oder später zur Überstimulation (Reizüberflutung). Dafür gibt es drei Varianten: ein Reiz ist zu intensiv (extrem lauter Knall), es gibt zu viele verschiedene Reize (vier Kinder, die gleichzeitig Fragen stellen) oder ein zunächst harmloser Reiz wird über längere Zeit wiederholt (Kraulen am Kopf wird irgendwann nervig, nach einigen Stunden zur Folter).1

Die Schwelle zur Überstimulation ist bei jedem unterschiedlich. Wenn wir aber erst einmal überstimuliert sind, ist es für jeden unangenehm – ob HSP oder Nicht-HSP. Auf Dauer kann uns dieser Zustand krankheitsanfälliger und depressiv machen. Die Kunst ist daher, seine Stärken und Schwächen im Hinterkopf zu behalten und gut für sich zu sorgen.

Was bedeutet es hochsensibel zu sein?

Hochsensibilität ist weder eine Krankheit, noch ein Nachteil fürs Leben. Es ist eine Veranlagung, die viele positive Eigenschaften birgt. Diese wiederum kommen in vielen Berufen besonders zum Tragen (z. B. künstlerische Berufe, beratende Tätigkeiten, Forschung).

Für mich und andere war es eine Erleichterung auf das Thema zu stoßen. Endlich eine Erklärung für alles. Sie macht aus mir keinen anderen (d. h. weniger sensiblen) Menschen. Doch es hilft mir, mir selbst gegenüber toleranter zu sein.

Für viele HSPs ist es eine Herausforderung, die positiven Seiten ihrerer Veranlagung zu schätzen und sich nicht von den negativen Seiten beeinträchtigen zu lassen. Der Grat ist schmal zwischen einem normalen Leben und dem Schutz vor Überstimulation.

Wichtig ist trotzdem, nicht jedes Verhalten mit seiner Hochsensibilität zu entschuldigen oder zu erwarten, dass andere Menschen immer Rücksicht nehmen. Selbstverantwortung ist sowohl für HSPs, als auch für Nicht-HSPs entscheidend. Die folgenden Fragen der Autoren von Zeitzuleben können dafür ein guter Anhaltspunkt sein:

Fragen für HochsensibleFragen für Nicht-Hochsensible
  • Wo liegen meine Grenzen? Wo sind meine Möglichkeiten?
  • Was tut mir gut? Was erschöpft mich?
  • Wie kann ich mit Nicht-HSPs, die mir wichtig sind, eine für beide bereichernde Beziehung gestalten?
  • Wie kann ich mich auch für Erschöpfendes und Anstrengendes wappnen, wenn es mir wichtig ist?
  • Wo liegen meine Grenzen? Wie viel Rücksicht kann ich nehmen?
  • Welche Bedürfnisse kann ich mit meinem HSP-Freund/-Verwandten/-Partner nicht erfüllen? Wie kann ich sie mit anderen Menschen erfüllen?
  • Was kann ich im Zusammensein mit meinem HSP-Freund/-Verwandten/-Partner vielleicht neu entdecken?

 

Ich hoffe mit diesem Artikel zu mehr Toleranz (und Weltfrieden!) beizutragen und wünsche mir, dass sich möglichst viele Hochsensible wiedererkennen und besser verstehen. Vielleicht siehst du jetzt auch jemanden in deinem Umfeld mit anderen Augen?

Weitere Artikel über Hochsensibilität im Blog findest du hier.

Quellen

  1. Zart besaitet” von Georg Parlow (etwas anspruchsvoller zu lesen, ein Standardwerk)
  2. Hochsensibel – Was tun?” von Sylvia Harke (angenehm zu lesen, viele Übungen)
  3. Sensitive? Emotioal? Empathetic? It could be in your genes” (englisch)

Tests für Hochsensibilität

Es gibt einige Online-Tests, die eine erste Orientierung bieten. Solche Tests sind allerdings nie so genau (siehe Suggestionsfalle), als dass du alles darauf setzen solltest.

Weiterführende Literatur und Ressourcen


Foto: Gestresster Mann in der Stadt von Shutterstock

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46 Kommentare

  1. Hallo Jasmin!

    Super tolle und gut recherchierte Zusammenfassung von dem Thema. Da ich selbst HSP bin kann ich das alles nur unterschreiben.

    lg
    Maria

  2. Ja, für mich auch ein absolutes AHA-Erlebnis – hatte fast volle Punktzahl im zartbesaitet-Test 🙂
    Ich arbeite allerdings nach wie vor daran mir die Auszeiten zu erkämpfen u mich nicht ständig selbst „schlecht zu reden“ weil ich dies und jenes schon wieder nicht „schaffe“… 😉
    Es ist ein Weg!!! Schön zu lesen, dass den auch andere gehen.
    Liebe Grüße, Susan

    PS.: Buchtipp zu ähnlicher Problematik: Ingo Schymanski, Hans Hopf – Im Teufelskreis der Lust: Raus aus der Belohnungsfalle! (= weiter Aha-Erlebnisse – habe ich verschlungen!!)

  3. Hallo Jasmin,
    Ja, ich stimme zu, dass man Menschen, die viele Dinge sehr viel stärker als Belastung wahrnehmen, durchaus einmal mehr Stimme geben muss.
    Allerdings ist das Thema »Hochsensibilität« sehr umstritten – und einen korrekten wissenschaftlichen Nachweis gibt es nicht wirklich.
    Fakt ist auch, dass viele der oben genannten Symptome eine Mischung aus Introvertiertheit, Depression und Agoraphobie sind. Zwei Dinge davon sind psychische Krankheiten, die durchaus behandelt werden können. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet empfinde ich den Begriff der HSP eher als Stigmatisierung – und ein Abfinden, was man eigentlich ändern könnte (und es auch wollen müsste, da es sie ja belastet).

    • Hallo Mirko, danke für deinen Kommentar. Für mich ist das keine Stigmatisierung, aber da hat sicher jeder eine andere Wahrnehmung(sschwelle). Das Sich-abfinden wollte ich gerade mit dem Ende des Beitrags (Selbstverantwortung) thematisieren – daher schreibe ich auch, dass es nicht als Ausrede für alles gelten kann. Ansonsten finde ich, dass ich nur an Dingen arbeiten kann, die ich auch benennen kann. Daher überwiegen für mich die Vorteile bei der Verwendung der HSP-Schublade.
      Was die Symptome betrifft: einige Punkte sind sicher ein bisschen wie Kopfschmerzen: es kann ein harmloses Stresssymptom, aber auch eine Begleiterscheinung verschiedener Krankheiten sein. Das kann nur ein Arzt beurteilen. Trotzdem sind die Anzeichen in ihrer Gesamtheit sicher eine Orientierung für viele Leser.
      Viele Grüße
      Jasmin

  4. Schön, dass ihr das Thema HSP hier aufgreift. Ich bin auch hochsensibel und tue mich noch schwer damit, mich damit anzufreunden. DIe Welt ist nicht für HSP gemacht, wenn ich komplett so leben würde, wie es für mich gut wäre, würde ich ständig anecken.. Im Büro kommt es nicht gut an, wenn man sich ständig beschwert, dass es zu laut ist oder wenn man seine MIttagspausen lieber allein draußen als mit den anderen in der Kantine verbringt, der Partner versteht es nicht, dass man lieber allein in seinem Zimmer sitzt und die ständige Zweisamkeit nicht ertragen kann.. Es gibt so viele Beispiele, wo die Rahmenbedingungen für HSP nicht optimal sind. Letztendlich bleibt uns gar nichts anderes übrig, als zu versuchen, unser Leben bestmöglich danach auszurichten und irgendwie klarzukommen, aber leicht finde ich es nicht. Wir werden immer irgendwie anders sein (und das oft zu spüren zu bekommen). Hilfreich finde ich, dass es in einigen Städten mittlerweile HSP-Gruppen gibt, in denen man sich austauschen kann.
    Ich wünsche mir und euch die Kraft, den eigenen, nicht immer einfachen Weg zu gehen. Freue mich, wenn es hier weitere Beiträge zu dem Thema gibt.
    Leonie

    • Danke Leonie! Vor ein paar Monaten dachte ich noch, das Thema interessiert zu wenige Leser. Jetzt habe ich aber ein gutes Gefühl. Vielleicht folgen doch noch Artikel zu diesem Thema.
      Alles Gute für dich und LG
      Jasmin

  5. Hallo Jasmin,

    klasse Artikel- informativ und gut recherchiert, besonders für Neuentdecker!! Bin selbst HSP und setze mich besonders seit letztem Jahr intensiv mit dem Thema und den verschiedenen Facetten (Scanner, Zebras, Hochbegabung etc.) auseinander. Dabei hat mir diese Seite oft geholfen und mich inspiriert- absolute Empfehlung für alle HSPs! 🙂

    LG Elfi

    • Liebe Elfi,
      ganz lieben Dank für dein Lob! Es freut mich sehr, dass dir unsere Seite hilft.
      Viele Grüße und einen guten Rutsch
      Jasmin

  6. Hallo Jasmin!
    Als ich die Überschrift von diesem Artikel gelesen habe, dachte ich mir gleich: „Introversion oder Hochsensibilität, stimmt’s?“
    Ich setze mich (nach jahrelangem „Warum kann ich nicht einfach normal sein?“) nun schon länger mit diesen Themen auseinander, und bei Texten wie diesem muss ich jedes Mal wieder schmunzeln – weil das einfach so ich bin. Teilweise wohl auch deshalb, weil ich es vor einiger Zeit geschafft habe, meine Hochsensibilität nicht mehr als bloße Last anzusehen, sondern auch die Vorteile davon zu schätzen; und doch stolpere ich im Alltag immer wieder darüber. Erklär mal jemandem, warum du als 19-Jährige nicht die Nächte durchfeierst, dich nicht regelmäßig einrauchst und nicht gerne mit einer Million anderer Menschen Hardcore-Shoppen gehst. Ein großes Problem derzeit sind für mich Freundschaften, da ich wohl einige Werte als selbstverständlich erachte, die für die meisten anderen Leute eher zweit- (oder auch zehnt-)rangig sind.
    Zwei Tipps, die ich den Leuten geben kann, die ihre HS gerade erst „entdeckt“ haben:
    1. Ganz viel mit sich selbst beschäftigen, beobachten, wie man in welchen Situationen reagiert und wo die eigenen Grenzen liegen (Akzeptanz ist der unerlässliche Anfang) und im nächsten Schritt nach und nach austesten, wie weit man diese überschreiten kann. Und nicht nur auf den Aspekten, die uns im täglichen Leben eher einschränken, herumreiten, sondern herausfinden, welche Aspekte dich bereichern und diese nutzen und stärken! Turn the pain into power und so.
    2. Ohne Schleichwerbung machen zu wollen – wer nicht über introvertiert.org auf diese Seite hier hergekommen ist, sollte dort mal vorbeischauen. Die Grenzen zwischen Introversion und HS sind sehr verschwommen, und mir hat die Seite sehr weitergeholfen, genauso wie das Buch von Patrick (großes Lob an dieser Stelle!) – mehr als alle Bücher und Artikel von irgendwelchen Psychologen oder selbsternannten Profis.
    Sehr guter, übersichtlicher und einfühlsamer Artikel, der HS eher als Talent anstatt als „Problem“ oder Belastung darstellt – gefällt mir sehr gut!
    Isabelle

    • Danke, Isabelle, für deinen Erfahrungsbericht, die Tipps und das Lob! Deine Ratschläge werde ich mich auch zu Herzen nehmen, da ich gefühlt noch ziemlich am Anfang von allem stehe. Ich freue mich sehr, dass du dich wiedererkennst, das war schließlich mein Ziel 🙂
      Den Blog introvertiert.org kann ich natürlich auch nur empfehlen. Es hat über 20 Jahre gedauert, bis ich dank Patricks (Co-Autor dieses Blogs (-:) Buch „Kopfsache“ gecheckt habe, dass ich introvertiert sein könnte. Da die Themen HSP und Introversion eng verwandt sind, kann ich den Blog und das Buch auch selbst nur empfehlen.
      Viele Grüße und guten Rutsch
      Jasmin

  7. Hallo ihr Lieben!
    Das ist ja interessant. Vor kurzem bin ich mehrfach über das Thema Hochsensibilität (und auch Synästhetik) gestolpert und erkenne mich absolut darin wieder. Allerdings habe ich das Ganze als „esoterischen“ Psychoschnickschnack von Menschen, die meinen, sie wären etwas Besonderes, abgetan. Jetzt einen Artikel auf einem seriösen, sympathischen Blog zu finden, hm. Letztlich stellt sich auch die Frage, was man sich von dem Stempel ‚hochsensibel‘ erhofft? Eine Erklärung, eine Ausrede, Rechtfertigung? Letztlich spielt es doch keine Rolle, man muss sich irgendwie in dieser Welt zurecht finden und jedes Lebewesen ist etwas Besonderes. Dass Wahrnehmung individuell ist, sollte man im 21. Jhd. begriffen haben, hier kommt dann, wie in den vorherigen Kommentaren schon erwähnt, das weite Feld der (menschlichen) Psyche an sich ins Spiel. Auch wenn es mich selbst immer wieder verwundert, wie „blind“ und „beschränkt“ manche Menschen sind und vorallem, wie sie auf Menschen reagieren, die eben sensibler oder anders empfinden (wehe dir, es geht auch noch um Energien!), halte ich von der Deklarierung ‚hochsensibel‘ nicht viel. Zumal doch jeder in irgendeiner Form zumindest ein bisschen (hoch)sensibel ist? Außerdem kommt dann wieder der Versuch, es in ein schönes Testverfahren packen zu wollen, zu messen, mit Zahlenwerten auszustatten und eine Formel zu entwickeln. Aber manches kann man einfach weder messen noch nachvollziehen, weder sehen noch hören, nichtmal richtig beschreiben und nichts ist offensichtlicher, als dass es da ist.
    Hoppla, das war jetzt aber ein langer Kommentar… 😉
    LG

    • Hallo Sensibelchen, danke für den Kommentar!
      Wie schon erwähnt glaube ich, dass die Vorteile der Schublade überwiegen. Auch bei Introversion hat Patrick die Erfahrung gemacht, dass viele sehr sehr dankbar sind, wenn andere über ihr Thema schreiben. Sie finden sich wieder und fühlen sich verstanden. Das ist das Potential solcher Artikel. Denen muss man aber einen Namen geben, sonst findet sie natürlich auch niemand bzw. fehlt das Etikett. Für mich selbst war es auch hilfreich, da ich selbst nun einen Begriff kannte, mit dem ich weiter recherchieren konnte.
      LG Jasmin

  8. Hi Jasmin,

    Wow und Chapeau! Einen super gut recherchierten und kompakten Beitrag hast du da zum Thema Hochsensibilität zusammengestellt. Als Hochsensibler und Blogger, der darüber schreibt, kann ich all deine zusammengetragenen Punkte nur unterstreichen. Für jemanden, der sich erst ganz neu mit dem Thema beschäftigt, ist dein Artikel ein super Einstieg. Fast ein Standardwerk, würde ich sagen, was die Blogartikel angeht! 🙂

    Habe beide erwähnten Bücher daheim stehen, und du hast eine schöne Essenz aus beiden herausgezogen. Verwende auch beide Standardwerke immer wieder als Quellen- und Nachschlagwerke für meine Beiträge.

    Bei mir zum Beispiel, ist die Sinnes- und Gefühlswahrnehmung sehr stark ausgeprägt, und meide unter anderem deswegen größere Menschenansammlungen (und Einkaufstouren am Samstagvormittag 🙂

    Es freut mich ungemein, dass immer mehr Menschen sich trauen, zu ihrer Veranlagung zu stehen und manche sogar darüber ganz offen berichten (so wie du und ich und Sylvia und viele mehr). Wünsche es mir wie du, und versuche mit meinen Artikeln einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, dass das Phänomen Hochsensibilität aus der Vorurteils- und Klischeeecke kommt, und Sensible und Nicht-Hochsensible es immer besser verstehen und tolerieren.

    Es tut sich gerade so viel zu diesem Thema. Das ist toll! Ende Januar findet ein großer Online-Kongress zum Thema Hochsensibilität statt, an dem Sylvia Harke, Ulrike Hensel, Anne Heintze, Ich und viele andere HSP-Experten teilnehmen werden. Jeder von uns spricht in seinem Interview zu einem speziellen Schwerpunkt- und Herzensthema (z.B. Berufung, Potenziale, Kinder, Abgrenzung, Männlichkeit uvm.) Dies wird sicherlich eine ganz spannende Sache und hoffentlich viele Hochsensible darin ermutigen, dass mit ihnen nichts verkehrt ist – sondern sie im Besitz einer besonderen Gabe sind, mit der man lernen kann umzugehen und die jeweiligen Kompetenzen entsprechend einzusetzen. Zum Wohle aller und der Welt!

    Liebe Grüße
    Oliver

    • Danke für das Lob und deinen Kommentar, Oliver! Es freut mich sehr, dass mein Beitrag bei dir als „Profi“ so gut ankommt. Ich hatte länger überlegt, ob nicht schon alles zum Thema HSP gesagt worden ist, aber ich glaube, dass sich auch viele unserer Leser wiedererkennen könnten. Außerdem kommt doch immer wieder etwas Neues dabei raus, wenn man Bücher liest, sie synthetisiert und mit eigener Erfahrung mischt.
      Danke auch für den Hinweis zu dem Online-Kongress – das ist sicher gerade für Neulinge (zu denen ich mich auch zählen würde) in dem Thema interessant!
      Liebe Grüße zurück
      Jasmin

      • Danke auch für dein Lob als „Profi“, liebe Jasmin. Bin wie du vor über einem Jahr über das Thema „gestolpert“ und habe mich seitdem in das Thema ganz gut eingearbeitet. Von daher würde ich mich selbst vielleicht eher als einen etwas erfahreren Hochsensiblen bezeichnen 😉

        Normalweise mag ich ja keine Verlinkungen in Kommentaren (auch nicht so gern auf meinem Blog), aber da du ja den Online-Kongress noch einmal angesprochen hast, und er gerade für „Neulinge“ so interessant sein könnte, möchte ich hier nun die frisch gelaunchte Homepage ausnahmsweise angeben: http://hochsensibilitätskongress2016.com/

        Auf der kann sich jeder Interessent kostenfrei anmelden und bekommt dann per Email alle weiteren Infos (nein, ich bin nicht der Veranstalter, aber ein Expertenteilnehmer und finde das Projekt einfach spitze 🙂

        Alles Liebe
        Oliver

  9. Vielen Dank für den Hinweis auf den HSP-Kongress. Das ist ja mal eine tolle Sache! Ich habe mich gerade angemeldet.

  10. Hallo Jasmin!Bin froh das ich endlich eine Erklärung für mein Verhalten gefunden habe.Habe auch einen der empfohlenen Tests gemacht die es bestätigt haben das ich HPSler bin!
    Danke

  11. Hallo, liebe Jasmin, ich bin jetzt heute morgen total zufaellig auf diesen Bericht gestossen, und war so ueberrascht… ich hatte fuer mich schon immer das Gefuehl, dass ich „Hochsensibel“ bin so dass ich sogar mal einen spirit. Bekannten danach gefragt habe. Der verneinte dies aber… ich habe fast alle Punkte positiv. Vielen Dank fuer diesen Bericht… noch etwas… ich habe vor ueber zehn Jahren „Morbus Menière“ bekommen mit absolutem Hoerverlust.. es hatte wirklich angenehme Seite.. dieses wurde ueber einen Heiler wieder korrigiert. Wenn ich aber extremem Stress ausgesetzt bin, „machen meine Ohren zu“… LG Anita

    • Hallo Anita,
      freut mich, wenn dir der Bericht neue Erkenntnisse gebracht hat. Ich wünsch dir alles Gute und dass die Ohren möglichst selten dichtmachen!
      Viele Grüße
      Jasmin

  12. Hallo!

    Sehr interessanter Artikel, vielen Dank! Ich habe gerade mal die Tests durchprobiert und ordentlich Punkte abgeräumt. Bisher hatte ich das Thema hochsensibel nie mit mir selbst in Verbidung gebracht, aber es scheint an der Zeit, dass ich mich näher damit beschäftige.

    Ich kann mich wunderbar mit mir selbst beschäftigen, ständig Menschen um mich herum ohne Rückzung sind mir ein Graus. Ein Einkaufsbummel am Adventssamstag kurz vor Höchststrafe. Konflikte kann ich ebenfalls nicht leiden und vermeide sie auch gerne durch gewissenhaftes Arbeiten. Bisher hatte ich das eher in Richtung Introversion interpretiert. Allerdings hatte ich nie Schwierigkeiten z.B. öffentlich aufzutreten, ich lege nur keinen großen Wert darauf.

    In letzter Zeit ist mir aber aufgefallen, dass ich bei bestimmten Sachen recht empfindlich/pingelig/perfektionistisch bin. Ich habe viel fotografiert, und war immer frustriert über Weißabgleich und Farbdarstellung – die passten fast nie so wie ich die Szenen gesehen hatte. Interessant ist, dass das nie jemand verstanden hat. „Wieso, die Bilder sind doch super?“ Selbst andere Fotografen bei den gleichen Events, die ähnliche Abweichungen bei ihren Bildern hatten störten sich nicht daran. In kaum einem Test wird bei Kameras darauf eingegangen, Grundtenor ist: Die sind alle gleich gut. Das sehe ich anders, nur sehr wenige Kameras bekommen wirklich farbtreue Bilder hin. Nicht nachbearbeitete Bilder kann ich zu 90% auf einen Blick den gängigen Kameraherstellern zuordnen. Ich hasse schlechte Musik/Gesang, DSDS ansehen ist für mich die reine Folter.

    Nach dem Lesen des Artikels scheint mir das in Richtung HSP zu gehen, so daß ich mich definitiv mehr damit beschäftigen werde. Das könnte auch eine Erklärung dafür sein, dass für mich Minimalismus und einfache, gesunde Gewohnheiten so attraktiv sind. Zu viel empfinde ich einfach als Belastung…

    Also nochmal vielen Dank für den Artikel!

    Liebe Grüße
    Jens

    • Hallo Jens,
      es freut mich sehr, wenn der Artikel so auf dich zutrifft und du dadurch eine neue „Entdeckung“ gemacht hast. Deine Empfindlichkeit gegenüber Fotos, Weißabgleich usw. klingt nach einem klassischen HSP-Beispiel. Ich glaube auch, dass vieles mit Introversion eng zusammenhängt und nicht trennbar ist, aber so ein paar Sachen lassen sich einfach nicht abstreiten, was die Empfindlichkeit usw. angeht.
      Ich denke, es könnte nicht schaden das Thema noch weiter für dich zu ergründen. Auch ich sehe mich da noch am Anfang, freue mich aber immer wieder, wenn ich genau solches Feedback bekomme, wie du es hier geschrieben hast.
      Viele Grüße und alles Gute
      Jasmin

  13. Wow…..vielen Dank für den Artikel!!! Das ist eine verdammt logische Erklärung dafür, dass ich in so vielen Bereichen ganz anders (sensibler) als meine Mitmschen reagiere….wie oft ich mir von meiner Familie abwertende Bemerkungen wie „Ach unser kleines Sensibelchen“ etc. anhören musste… Danke! Die Buchtipps werde ich demnächst auf jeden Fall lesen und mich mehr mit dem Thema beschäftigen!

    • Gerne, Peggy. Ich freue mich über deinen Aha-Moment 🙂 Viel Spaß beim weiteren Entdecken des Themas. Lass mal wieder von dir lesen!
      LG Jasmin

  14. Liebe Jasmin,
    ich möchte dir nochmal herzlich danken, dass du diesen Artikel hier veröffentlicht hast und Oliver dafür, dass er auf den HSP-Kongress, der diese Wocht läuft, hingewiesen hat. Der Kongress ist einfach großartig und hat mir schon jetzt sehr viel gebracht (und das, obwohl ich mich schon länger mit dem Thema beschäftige). 12.000 Leute nehmen dort teil und es ist so wohltuend, sich in so einer Gruppe auszutauschen! Ich danke dir sehr, ohne den Hinweis hier hätte ich sicher nie von dem Kongress gehört!
    Leonie

    • Liebe Leonie,
      danke dir auch! Ich hatte ja selbst keine Ahnung, dass das Thema wirklich so groß ist! Habe den Kongress selbst auch verfolgt und war wirklich erstaunt über die Zahlen, die immer mal wieder genannt wurden!
      Alles Liebe und schönes WE noch
      Jasmin

  15. Hi Jasmin,

    toller Artikel! Ich befasse mich jetzt seit circa einem halben Jahr mit dem Thema, da ich herausgefunden habe, dass ich auch zu dieser Gruppe gehöre.

    Ich sehe diese Veranlagung als Gabe. Es ist so toll, was ich alles von der Welt sehe, was andere nicht bemerken. Dass ich Details wahrnehme, an denen andere vorbeigehen.

    Doro

    • Danke, Doro. Ich kann mir vorstellen, dass es für dich ein großes Aha-Erlebnis war – das war es auch für mich. Ich werde in Kürze wieder etwas zum Thema HSP schreiben. Bis dahin,
      LG Jasmin

  16. Ich weiß erst seit wenigen Jahren, dass ich introvertiert und hochsensibel bin, aber ich bin eigentlich im Großen und Ganzen in meinem Leben immer gut damit zurechtgekommen (auch wenn ich oft als arrogant etc. angesehen wurde, nur weil ich einfach meine Auszeiten brauchte). Gott sei Dank habe ich einen introvertierten (aber nicht hochsensiblen) Partner und so lassen wir uns gegenseitig genug Freiräume.
    Bezüglich Introvertiertheit möchte ich unbedingt auf Susan Cain und Quiet Revolution http://www.quietrev.com verweisen: Susan Cain tut in den USA sehr viel für die Akzeptanz von Introvertierten und deren Bedürfnisse. Immer mehr Menschen (selbst Firmenbosse und andere mehr oder weniger bekannte Menschen in der Öffentlichkeit) bekennen sich nun zu ihrer Introvertiertheit und dass sie auch in der heutigen lauten Welt durchaus ihren Platz finden und ihren Bedürfnissen entsprechend leben können … und einen sehr wichtigen Beitrag zur Gesellschaft leisten.

  17. Im Englischen und Amerikanischen kapieren sie es, denn sie bezeichnen es als Hochsensitive und das ist der einzig richtig bezeichnete Begriff! Ich bin selber so und nicht hochsensibel!
    highly sensitive person = HSP
    Und was machen die Deutschen draus? Sie übersetzen es falsch auch in dem Text dort! Deutschland ist ein Entwicklungsland was das Gesundheitssystem anbetrifft: 4. Welt würde ich sogar sagen nach meiner Analyse! Es fehlt an Allem, die haben alle keine Ahnung, weil sie nur von Pharmakartellen quersubventioniert werden, die Unis und deren Studierende und somit auch nichts abseits des Regelkanons zu wissen bekommen, noch mit bestimmten Themenbereichen etwas anzufangen wissen, so auch nicht was MCS, CFS, home-sickness syndrom und EHS ist! (das ist das, was ich erlebe).

    Wurde vor 9 Jahren mit 35 J frühpensioniert von Dtl und Österr. aus!

    Darf meine Gutachten nicht einsehen und nichts wird anerkannt diesbezüglich vom System und fehldefiniert!
    Seit 2002 bin ich sogar als erwerbsunfähgig eingestuft worden, 6 mal habe ich schlimme Dinge mitsamt Schlaganfall überlebt, allesamt durch Strahlenwaffenangriffe und meine Nachbarn kamen dabei damals Ende der 90er Jahre jeweils um, man wird zwangsläufig immer sensitiver!
    Das System habe ich als pathogen erlebt, daher ist es auch nur auf geistigem Weg meine ich möglich, gesund zu werden und indem man sich von den negativen Einflusssphären + von der digital gepulsten Mikrowellensendefrequenztechnik = Drahtlostechnik (dabei oft die Blut-Hirn- Schrankenmembrane öffnend und DNA-Strangbrüche auslösend) komplett auf Dauer möglichst fernhält!
    Sonnigen Gruß Daniel M R

  18. Hallo liebe Jasmin,
    ich habe mich hier eindeutig erkennen koennen…. Gut beschrieben…..
    Nur kann ich mich sehr schlecht konzentrieren, da bei mir noch ADHS dazukommt. Ich bin sehr erleichtert, weil mein Verhalten so manches Mal ganz schoen schraeg ist.
    Herzlichst
    Sabine
    Pp

  19. Hallo HEALTHY HABITS Team,

    ich bin 74 männlich zufrieden verheiratet, im tiefen Schwarzwald lebend. Habe aber in meinem Leben wie mir
    erst in den vergangenen ein bis zwei Jahren richtig bewusst wird, einiges an negativem durchschreiten müssen. Begonnen hat diese Kariere schon in der Volksschule, dann die Lehre späteres Berufsleben. In der Volkssch.
    und der Lehre herrschten nur Prügelpädagogen. Obwohl ich schon von Hause aus zum Duckmäuser erzogen
    wurde ist es fast verwunderlich, dass aus mir ein halbwegs erwachsener aber zurückhaltender Mensch werden konnte.

    So das ist einmal von der Seele runter, ich kenne Sie janicht.

    Von Ihrem Bericht kann ich jedes einzelne Wort ja sogar jedes Satzzeichen unterschreiben.
    Jetzt um 21,30 Uhr werde ich das leider erst nach Jahr zehnten erfahrene erst einmal wirken lassen und geistig verarbeiten,

    Liebe Grüsse und danke für den Bericht, M.Müller

    • Hallo Herr Müller,
      vielen Dank für diese Rückmeldung. Ich freue mich, dass Sie sich so wiedererkennen und wünsche Ihnen alles Gute bei der Verarbeitung und auf Ihrem weiteren Weg. Vielen Hochsensiblen fällt es wie Schuppen von den Augen, wenn sie diese Themas entdecken.
      Viele Grüße
      Jasmin

  20. Hallo Jasmin,

    ich bedanke mich ganz herzlich für Ihre Antwort. Ich hatte geglaubt ,dass meine unbedeutenden Worte in der
    unendlichen Weite des Internet verschwinden.

    Nochmals danke und liebe Grüsse, M.Müller

    • Nicht zu danken, Herr Müller. Wir lesen alle Kommentare und beantworten auch die allermeisten. Hier hatte es etwas länger gedauert, da ich im Urlaub war.
      Beste Grüße
      Jasmin

  21. Ein ganz toller Artikel, herzlichsten Dank!

    Dein Artikel hat mir die letzte und absolute Gewissheit gegeben, dass ich hochsensibel/hochsensitiv (den Unterschied verstehe ich immer noch nicht so richtig) bin. Für mich ist das eine riesige Erkenntnis.

    Ich tue mich leider extrem schwer damit, die positiven Seiten der Veranlagung zu sehen, vielleicht auch deswegen, weil diese in meinem Beruf (angestellter Rechtsanwalt) wohl keinerlei Hilfe darstellt.

    Nochmals ein riesen Dankeschön!

    • Hallo Tobias,
      ich tue mich auch immer mal wieder schwer damit. Ich glaube, wir alle 🙂 Also nicht unterkriegen lassen.
      Liebe Grüße
      Jasmin

  22. Hallo Jasmin,
    ich weiß seit ungefähr 10 Jahren, dass ich hochsensibel bin – ein extremes Aha-Erlebnis. Aber bis heute ist mir keine so geniale und treffende Zusammenfassung über die HSP begegnet wie deine – siehe oben. Und es ist dir gelungen, die Inhalte sprachlich so gut auszudrücken, dass die Redakteurin in mir staunt. Endich habe ich eine Webseite gefunden, die ich Neulingen auf dem Gebiet der HSP uneingeschränkt empfehlen kann.
    Ich habe übrigens schon lange nicht mehr so herzhaft gelacht und dabei zustimmend genickt wie beim Lesen der „Bedienungsanleitung“ für den/die HSP-Partner/in. Es war ein Heiterkeitserlebnis!
    Vielen Dank, dass du auf solche Weise Anteil an deinem Leben gibst!
    Victoria

    • Hallo Victoria,
      herzlichen Dank für so ein nettes Feedback. Es freut mich sehr, wenn meine Texte so geschätzt werden! Das motiviert immer zum Weitermachen 🙂
      Viele Grüße
      Jasmin

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